Die Vogel- und Fliegenschiss-Spezialisten haben wieder zugeschlagen. Und ich weiß, dass das wieder Mecker geben wird, weil doch viele AfD-Mitglieder, -Sympathisanten und -Freunde die Achse – weil sie das journalistisch Selbstverständlichte tut, nämlich fair berichtet – irrtümlich für so eine Art „Bayernkurier“ der AfD halten. Aber es nutzt ja alles nichts. Ich habe Gedeon nicht gewählt und ganz viele andere auch nicht, aber wenn er nicht gerade über Gedenksteine stolpert, dann fällt er eben vor und hinter den Kulissen des Baden-Württembergischen Landtags herum und erzählt da lustige Schwänke. Und er ist beileibe nicht der Einzige!
So hat erst letzte Woche der allseits beliebte Scherzkeks Udo Hemmelgarn (MdB) den Absturz zweier Eurofighter hämisch kommentiert (ja, ich weiß, er hat seinen doofen Tweet vor Bekanntwerden des Todes eines der Piloten abgesetzt, trotzdem hätte er vielleicht auch mal warten können – ich mache das ja auch) und sich schön Kritik eingefangen. Sein aufrechter Kamerad und Mitwitzbold Ralph Müller wollte da natürlich nicht nachsitzen und ist bei einer Gedenkminute im Maximilianeum für den ermordeten Walter Lübcke ganz unaufrecht einfach wie in der U-Bahn hocken geblieben und hat auf seinem wichtigen Handy herumgedaddelt. Und als wäre das nicht genug, hat jetzt Politprofi Gedeon im Stuttgarter Landtag verkündet: „Aber wenn wir die Sache politisch sehen, dann müssen wir ganz klar sagen: Im Vergleich zum islamistischen Terror und auch im Vergleich zum linksextremistischen Terror ist politisch gesehen in Deutschland der rechtsextremistische Terror ein Vogelschiss.“
Tja, da hat der Vogelschissexperte wohl extrem Rechts. Allerdings: Im Vergleich zu dem Nazi-Terror der 30er und 40er Jahre (oder, damit Ihr nicht weinen müsst: zu Stalins und Maos Toten) sind die paar „islamistischen Terrortote“ und die paar „linksextremistischen Terrortote (mit oder ohne RAF?) ebenfalls ein „Vogelschiss“. Na, immer noch „cool“, die Bemerkung?
Mal unter uns Rechtsgelehrten: Liebe AfD – habt Ihr ein Loch im Stahlhelm? Die gleichen Leute, die bei Linken und Grünen „Anstand“ anmahnen und sich auf den selbstverständlich nur bei ihnen vorhandenen „gesunden Menschenverstand“ berufen, benehmen sich in den genannten Fällen wie die sprichwörtliche Axt im Wald. Und dann werden die Augen groß, wenn eine Union lieber mit der Linken als mit der AfD koalieren möchte. Völlig unverständlich, woran das liegen könnte, gell? Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich habe keinesfalls etwas gegen gekonnte und coole Provokation, ganz im Gegenteil – aber in allen drei geschilderten Fällen reden wir nicht über Provokationen, sondern schlicht und ergreifend über mangelnden menschlichen Respekt und über Anstand. Aber genau das sollte einen bürgerlichen Konservativen oder Liberalen von linken Pöblern und Haltungsvorzeigern unterscheiden.
Wie behämmert kann man eigentlich sein?
Ich verstehe auch, dass bei den AfD-Migliedern und Abgeordneten aufgrund der definitiv vorhandenen Anfeindungen und ungerechten Behandlung durch politische Mitbewerber und Medien die Nerven blank liegen – nur genau so liefert die AfD die Munition, die die Gegenseite so dringend braucht. Und es ärgert mich, dass ich diese Fairness bei On- und Offline-Diskussionen im Bezug auf die AfD immer wieder einfordern muss, wenn im Umkehrschluss die Spaßkanonen in den Parlamenten wirklich auch alles tun, um wie „Fliegenschiss“ behandelt zu werden. Ein weiteres Problem, vor allem auch anscheinend bei der Basis ist: Ihr hört nicht zu. Sowohl der Kollege Ulli Kulke als auch andere Autoren und ich haben es mehr als einmal geschrieben: Ihr könnt Euch so nicht benehmen. Das macht keinen guten Eindruck. Das tut man nicht. Das ist nicht schön anzusehen. Da bekomme ich von meiner Hand Abdrücke auf der Stirn!
Die AfD hat bis heute ihr Potenzial gar nicht begriffen. Statt sich wirklich als Partei der bürgerlichen Mitte (und halbrechts davon) zu etablieren und kreativ und konstruktiv Politik zu gestalten, gefallen sich die Herren (und paar Damen) darin, ihre Liberalen wegzuekeln und in regelrechten Schlammschlachten besonders gärige Haufen zu machen. Wie behämmert kann man eigentlich sein? Ich (und viele Bürger) verzeihen gerne mal Fehler im Gefecht, wenn Kanthölzer erfunden werden, wer aber dann „dem politischen Gegner“ eine „Mitschuld“ an einem Anschlag gibt, der muss sich dann nicht wundern, wenn der „politische Gegner“ das umgekehrt ebenfalls macht. Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall. Und die hört man dann eben trapsen.
Es ist wirklich problematisch mit Euch. Ich glaube nicht, dass ein irgendwann einmal denkbarer AfD-Kanzler stante pede mit Fackelmärschen und der Re-Industrialisierung von Konzentrationslagern loslegt, und ich halte die teilweise schon in Hass umschlagende Abneigung gegen die AfD für übertrieben und ziemlich „drüber“. Ich habe aber den Eindruck, in den diversen Parlamenten finden sich jede Menge pöbelnde Clowns, die weder von parlamentarischen Gepflogenheiten noch von parlamentarischen Abläufen auch nur ansatzweise Ahnung haben. Wie sonst lässt es sich erklären, dass die AfD gegen sich selbst stimmt? Ja „uppsi“, gell?
Kommt verdammt noch einmal endlich zu Euch! Haltet gelegentlich mal die Finger still, bis Sachverhalte geklärt sind. Benehmt Euch. Wascht Euch nach dem Toilettengang die Hände. Steht auf, wenn eines Toten gedacht wird. Nehmt den Helm ab zum Gebet und macht noch Älteren und Schwangeren in der U-Bahn und im Bus den Platz frei. Ganz unabhängig von deren Hautfarbe. Lebt gefälligst vor, was Ihr von Anderen verlangt. Seid Vor-Bild und nicht Nach-Bildung.
Nicht mehr und nicht weniger verlangen wir alle hier von den Grün*Innen und Klimazombies doch auch, oder? Bitte: Hört auf, peinlich zu sein. Die Rolle der Politkasper ist schon an die SPD vergeben.

Absolut d'accord, wie der Italiener sagt, Herr Schneider. Die Afd könnte längst in Gefilden der anderen europäischen Rechtskonservativen und meinetwegen auch -populisten schwirren. Aber nein, man fällt durch unprofessionelle Äußerungen auf, die von der gegnerischen Seite nur allzu gerne als ihnen zugespielte Bälle für einfache Tore genutzt werden. Vielleicht braucht es, rechts der Mitte, auch eine gesunde Konkurrenz, wie in den Niederlanden?
Mag alles sein. Nur ein Umstand läßt sich nicht leugnen: Wer auf demokratischem Weg wirkliche Änderungen der Politik möchte, muß die AfD wählen. Sie ist die einzige Opposition. Alle anderen Parteien haben signalisiert, daß sie eine Volksfront gegen die AfD bilden würden. Also selbst 49% für die AfD würden nicht reichen. Solch eine absurde Situation gab es noch nie. Die Partei, die bei einer Wahl die meisten Stimmen bekäme, würde nicht an der Regierung beteiligt. Werden wir vermutlich im Herbst im Osten beobachten können. Wer will, daß es so bleibt, wählt entweder gar nicht oder eine der Altparteien. So einfach ist das. Und das gilt auch für Sie, Herr Schneider. Auf der anderen Seite macht die derzeitige Situation uns Wählern das Leben leichter. Strategisch wählen oder ähnlicher Humbug geht nun nicht mehr. Ein klares Bekenntnis ist gefragt. Soll es so bleiben oder soll es sich ändern? Und wenn man die Sprüche von einzelnen Parteifunktionären zur Grundlage von Wahlentscheidungen macht, dann kann man wirklich zuhause bleiben. Insofern ist Kritik an der jetzigen Politik i.S. von "Es muß sich was ändern!" verbunden mit einer Abgrenzung zur AfD nicht besonders logisch und glaubwürdig.
Wer am verdursten ist, lehnt doch nicht das ihm dargebotene Glas Leitungswasser ab, nur weil er darauf hofft, dass später möglicherweise noch der mobile Getränkehändler mit seiner Lieblingssorte Mineralwasser vorbeikommt. Vor allem, wenn er weiß, dass der Getränkehändler längst Feierabend gemacht hat.
Lieber Herr Holdergrün, ich bin ganz ihrer Meinung,und - konseqenter noch,- wenn ein Herr Augstein die gesamte Partei AfD, und dann ja wohl auch ihre Wähler, als FASCHISTEN bezeichnet, ( bei Augstein & Blohme) dann finde ich, ist doch jedes Mittel recht sich verbal zur Wehr zusetzen! Auch wenn mal gepöbelt wird, na und? Ein FJS hätte sich das NIEMALS bieten lassen, er pöbelte zurück, und das war gut so !!! Und Herr Schneider, ich finde auch sie sollten sich mal mehr um die Parteien der Nationalen Front kümmern,die hätten es noch nötiger !
Leider mal wieder alles wahr, Herr Schneider.. Auch wenn die übrigen Parteien diese mehr als seltsamen Äußerungen und Handlungen zum Anlass nehmen, über ihre Konkurrenz herzufallen und vor den eigenen Läden zu kehren vergessen, verbleibt die Urheberschaft beim Urheber.
@F Lutz Was soll das denn heißen: eine „Partei, welche aus dem Spektrum des Täters stammt“??? Das ist eine Unverschämtheit sondergleichen! Wollen Sie ernsthaft behaupten, die AfD sei eine Partei, die politisches Morden billigt? Attentäter fördert? So, wie die SPD die Antifa-Plünderer und Brandstifter, für deren Taten sie sich ja auch nie entschuldigt? Vielleicht denken Sie erstmal nach, bevor Sie hier mit Dreck werfen!
Wenn deine Kleidung schäbig wäre und ranzig riechen würde. Aber du hast gerade überhaupt keine andere Kleidung. Welchen Sinn machte es, sie einfach auszuziehen und wegzuwerfen? Auch heruntergekommene Kleidung schützt dich noch. Bloße Nacktheit nicht. Herr Schneider, die Wähler der faktisch einzigen authentischen parlamentarischen Opposition wollen überhaupt keine Arschlöcher in dieser parlamentarischen Opposition. Die herrschenden Zustände schließen Frische und Sauberkeit kategorisch aus! Darum, einfach Augen und Nase zu. Und durch. Versprochen!