Wer will es eigentlich den Stimmberechtigten in der UN-Vollversammlung verdenken, dass sie keinen Vertreter deutscher Außenpolitik in die erlauchte Runde des UN-Sicherheitsrats entsenden mochten? Sicher, Deutschland ist inzwischen der zweitgrößte Geldgeber für den Laden, nach den USA und außerdem gab es quasi eine Art Gewohnheitsrecht: Alle acht Jahre durfte die Bundesrepublik auf einem der nichtständigen Sitze im Sicherheitsrat Platz nehmen. Damit ist es nun vorbei. Also mit dem Sitz, denn die Zahlungen laufen weiter.
Selbstverständlich sind Abstimmungsergebnisse in diesem Gremium immer ein Resultat einer langen und großen zwischenstaatlichen Kungelei, bei der Sympathie oder Antipathie eher eine Nebenrolle spielen. Trotzdem wurde es vielleicht für den einen oder die andere leichter, Deutschland so offen zu brüskieren, wenn sie zum einen den amtierenden deutschen Außenminister Johann Wadephul und zugleich seine legendäre Vorgängerin Annalena Baerbock als Versammlungspräsidentin erleben durften. Wer will schon Spitzenkräfte von diesem Kaliber in ein Spitzengremium schicken, wenn er es nicht zwingend tun muss?
Nach einer solchen Schmach stellt sich unweigerlich die Schuldfrage. Wadephul hatte bereits in seiner ersten Stellungnahme zu dieser deutschen Niederlage betont, dass er nichts dafür könne. Logisch, schließlich macht er auch keine Außenpolitik, sondern darf oder muss nur gelegentlich seinen Außenkanzler vertreten, könnte man sarkastisch sagen. Aber angesichts der wichtigen langen Vorlaufzeit einer solchen Bewerbung fallen zumindest die meisten formalen Versäumnisse und Nachlässigkeiten im Vorfeld nicht in seine Amtszeit und Verantwortung.
Kein gern gesehener Vertreter eigener Interessen
Doch die Gefolgschaft seiner grünen Vorgängerin im Außenamt mag selbstverständlich auch nicht schuld sein. Unter Annalena Baerbocks Parteifreunden hält man die alle Welt belehrenden Pirouetten, mit denen sie als Außenministerin auf dem diplomatischen Parkett auftrat, immer noch für Politik. Die Grünen wissen jetzt ganz genau, der mit dem umgangssprachlichen Titel Außenkanzler einst gern kokettierende Friedrich Merz sei schuld am blamablen Ergebnis bei der UN-Vollversammlung. „Merz ist schuld“ – Das geht natürlich immer bei einem Kanzler, der regelmäßig in sich widersprüchliche Positionen vertritt. Da braucht niemand lange, um bei einer inhaltlichen Fehlersuche fündig zu werden.
Die geneigten Medien wiederum entdecken eine angeblich zu große deutsche Unterstützung für Israel und die Weigerung, den israelischen Militäreinsatz in Gaza als "Völkermord" anzuprangern, als Ursache für die deutsche Niederlage. Allerdings unterscheidet sich die Außenpolitik des Abstimmungssiegers Österreich nicht wesentlich von der Deutschlands. Und Friedrich Merzens Bundesregierung war die erste, die Israel zeitweise und teilweise mit Rüstungsexportbeschränkungen sanktioniert hatte. Als zentraler Grund, Österreich seinem großen Nachbarn vorzuziehen, taugen Israel und die deutsche Israel-Politik eigentlich nicht.
Bleiben noch die Russen. Die hatte u.a. Wadephul als Mitverursacher des deutschen Debakels ins Spiel gebracht. Es mag natürlich sein, dass die Vertreter aus Moskau dafür warben, lieber die Konkurrenten Deutschlands zu wählen, doch der entscheidende Faktor war das nicht.
Entscheidend ist, dass Deutschlands politische Führung nicht mehr hinreichend ernst genommen wird. Wer sein eigenes Land für neue Sozialleistungsempfänger aus aller Welt öffnet, bei der Aufnahme von Verfolgten auch die Tür für deren Verfolger offen hält, wer die eigene Energieerzeugung sabotiert und dann Höchstpreise für Energie beklagt, wer daheim die eigenen Haushaltslöcher trotz neuer Rekordschulden nicht zu stopfen vermag, aber sich weiterhin in aller Welt generös gibt, den möchte wohl kaum jemand gern als Vertreter eigener Interessen einsetzen.
Kann diese Wahl niemand rückgängig machen?
Wenn Deutschland zahlen will, lässt man es das gern tun. Als Gegenleistung müssen die Empfänger oftmals nur so tun, als wollten sie den politischen Weisheiten der Geldgeber folgen. Bekanntlich beherrschen viele deutsche Amtsträger nur noch zwei politische Instrumente: Geld und gute Worte. Das Geld wird gern genommen, die guten Worte lassen sich meist ebenso gut überhören. Und wer deutsche Regierungspolitiker aus dem Ausland abwatscht muss in der Regel lange nichts fürchten, auch nicht das Verschließen von Geldhähnen. Empfindlich reagieren deutsche Politiker nur, wenn sie von den eigenen Bürgern kritisiert werden. Und wenn die dann dieses politische Führungspersonal nicht mehr wählen wollen, dann werden sie dafür gern auch mal von ihren politischen Repräsentanten gescholten. Aus dem Verhältnis des Souveräns zu dem ihm dienenden Staatsapparat wird immer mehr eines der Untertanen zur Obrigkeit. So hatten die Autoren des Grundgesetzes diese Bundesrepublik eigentlich nicht gemeint.
Eine Frage trieb mich nach dem Ergebnis vom Mittwoch um: Was hat Angela Merkel eigentlich zum Zeitpunkt der vergeigten Sicherheitsrats-Wahl gemacht? Hätte sie nicht wieder einmal ansagen können, dass diese Wahl "rückgängig gemacht" werden müsse, wie 2020 nach der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen? Oder geht das erst, wenn sie ins Amt des UNO-Generalsekretärs berufen wurde?
Wer wirklich etwas aus dem Debakel vom Mittwoch lernen möchte, sollte aufhören, sich noch immer an der vergehenden Stärke und Bedeutung Deutschlands zu wärmen, sondern jenen entgegen treten, die es schwächen. Es gibt für die Bundesrepublik keine Nische der unangefochtenen Stärke mehr, dafür umso mehr Niedergangs-Gefahren. Das kann inzwischen kaum noch jemand übersehen, aber es ist schwer, sich mit ganzer Kraft dagegen zu stemmen, wenn allein die Diskussion darüber, welche nationale Interessen die Bürger vertreten sehen möchten, als anrüchig gilt. Dabei wäre viel dringender darüber zu reden, als Deutschlands Schwäche in der UNO zu beklagen.
Oder möchten manche Außenpolitiker jetzt lieber zu Trumps "Board of Peace" wechseln? Vielleicht gäbe es da mehr Anerkennung fürs Geld. Letzteres wird dort gebraucht, weil es auch unter den interessierten Mitgründern an Zahlungswilligen mangelt. Hinderlich ist nur, dass Trump ganz andere "gute Worte" hören möchte, als die, die die meisten deutschen Politiker im Standard-Repertoire haben. Das ist also noch unwahrscheinlicher, als dass eine UNO-Generalsektretärin Angela Merkel irgendwann die Rückabwicklung einer falsch ausgegangenen Wahl anordnet.

Da trompetet der ‚Außenamtliche‘ mit dem Gesslerhut-Syndrom noch im vergangenen Jahr lauthals: „Russland wird immer ein Feind für uns bleiben, wie immer auch der Krieg in der Ukraine enden möge“ – und nun wundert er sich, dass (beispielsweise) Sergej W. Lawrow nicht auf ihn losgestürzt kommt, um ihn unter Tränen und als reuiger Sünder zu umhalsen. Und ganz abgesehen davon: Wer will schon eine eher schwach qualifizierte, dafür aber wichtigtuerische ‚Plaudertasche‘ in seinem Gremium haben, die (beispielsweise) auf telefonierende Komiker hereinfällt und vollmundig von militärstrategischen Details schwadroniert, dass sich die Balken biegen…
Man kann vom Sicherheitsrat halten, was man will – aber es ist den ständigen Mitgliedern des Gremiums doch wahrlich nicht zu verdenken, wenn sie die Berufung eines solchen ‚Fettnapf-Suchgeräts‘ vermeiden…
Die Kanzler nach dem Krieg von Adenauer bis Brandt, Schmidt, einschließlich Kohl haben mehr für D. Anerkennung getan, als jene die danach kamen. Plötzlich schmolz das Eis zwischen den Nationen, gemeinsame Kriegsgräberfürsorge Russland D. , Heimatvertriebene konnten wieder ihre alte Heimat in jetzt anderen Ländern besuchen und danach wurde alles mit lautem Säbelrasseln der Regierenden zerstört. Selbst die neutrale Schweiz lacht sich doch schief über das verrückt gewordene D. Wäre D. neutral geblieben und hätte mit Diplomatie zwischen den Ländern vermittelt säßen wir jetzt nicht im Dilemma, das uns vor allem Merkel eingebrockt hat in ihrem schillernden Größenwahn. Steinewerfer Joschka Fischer als Außenminister, der mit seinen Geldgeschenken noch halbwegs ernst genommen wurde, danach, oh ich hab Kopfweh, der Steingeier mit seinen verführerischen Annäherungen an Erdogan und zuletzt Annalena das Trampeltier der Diplomatie, da bleibt selbst bei einem Elefanten im Porzellanladen noch etwas heil, bei ihr nicht und Wadepuhl als Botschafdender Reisekader der d. Moralerziehung. Nicht zu vergessen unsere Fußball Elf mit Regenbogentampons, ähm Regenbogenbinden wo sie das Gastland Saudi Arabien moralisch um erziehen wollten. Als größter Geldgeber der UN und keinen Posten, die Zumutung ist selbst Larry Fink als Chef des Tiefen Staates zu viel, mit solchen Nieten geplagt zu werden. So sexy Bärbock mit Generalsanierung auch ist, bei dieser Besetzung die selbst die UN lächerlich macht, möchte auch er dem größten Geldgeber D. nicht mehr entgegenkommen.
Deutschland finanziert UN-Projekte mit 4,8 Mrd. US$ per anno. Jeder weiß, daß die völlig verblödeten Deutschen solche Summen auch weiterhin zahlen, auch wenn sie keinen Sitz im UN-Sicherheitsrat innehaben. Wüßten alle, daß ohne „festen Sitz“ im Sicherheitsrat Deutschland den Hahn zudreht, hätten wir längst einen festen Sitz im Sicherheitsrat. Aber Deutschland ist seit 70 Jahren zu blöd, die Streichung der Feindstaaten-Klausel zu erzwingen. Deutsche Politiker waren schon immer so dumm, wie Bohnenstroh. Nur Polen & Balten haben noch dümmere Politiker als wir.
Baerbock hat gereicht. Keiner wollte wahrscheinlich noch mehr und länger solche Grössen.
Der Glaube, mit dieser spätestens seit 2014 gezeigten Gesinnung in den Sicherheitsrat zu gelangen zu können, war dann doch wohl zu viel. Gottlob haben da einige Realisten den Braten gerochen und kurzum die Notbremse gezogen und WhatAFool nebst Bearböckchen haben schwer beleidigt ‚ne Flunsch gezogen. Und das dem besten Schland aller Zeiten, wie konnten sie uns das nur antun! Recht so, Hochmut kommt vor dem Fall.
Forest Gump sagte seinerzeit so treffend: Dumm ist der, der Dummes tut.
Zitat aus der WELT: „Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sieht in der Ablehnung Deutschlands bei der Bewerbung für den UN-Sicherheitsrat “keine Großkatastrophe„. Ischinger, ehemaliger deutscher Botschafter in Washington, deutete die Abstimmungsniederlage unter anderem als Retourkutsche für das Verhalten der früheren Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne). “Der Vorgang im letzten Jahr, bei dem die jetzige Präsidentin der Generalversammlung, sich dieses Amt so geschnappt hat, hat natürlich in New York bei den 200 professionellen Botschaftern nicht gerade neue Sympathien für Deutschland ausgelöst. Das muss man bitte auch zur Kenntnis nehmen„, (Zitat Ende) Ich denke das ist korrekt, Der Zahlmeister Deutschland hat also schon gekriegt was er wollte, nämlich einen einträgliche Spitzenposten für Baerbock. Jetzt hat D aus Sicht der anderen den Hals nicht vollgekriegt. Die UNO ist nun mal nicht Privateigentum der deutschen Bonzen, so wie “Unsere Demokratie„.
Manfred Sonntag, ich gebe Ihnen voll Recht und die ganze Kriegsrhetorik ist mit Verlaub für ein Land das nach 2 Weltkriegen geschunden ist, fehl am Platz, auch die Dummheit erneut einen Krieg gegen Russland inszenieren zu wollen. Mit dieser EU geht es nicht mehr sondern immer mehr in Richtung Abgrund. Gerade für D. ein Land ohne Friedensverträge mit den USA und Russland wäre Neutralität geboten, bevor es erneut als geopolitischer Spielball der EU und zwischen den Weltmächten zermalmt wird. Herr Merz und Co. spielen mit dem Kriegsfeuer, wenn sie gegenüber der NATO keine neutrale Position einnehmen und den Pausenclown aus Kiew weiter für den Krieg gegen Russland unterstützen, denn hätte sich die korrupte Ukraine an die Vereinbarung im geopolitischen Entspannungsprozess, der Ära, Kohl, Gorbatschow, Genscher und Reagan gehalten, hätte es diese Eskalation nicht gegeben. KEINE NATO OSTERWEITERUNG!