Detlef Rogge, Gastautor / 20.07.2019 / 06:29 / Foto: Bundesarchiv / 57 / Seite ausdrucken

Der 20. Juli 1944 – Ungeeignet für die Vereinnahmung

Von Detlef Rogge.

Bekanntlich vereinnahmt Politik gern Geschichte. Der nervenzehrenden Rhetorik der Bundeskanzlerin konsequent aus dem Wege gehend, kam mir erst kürzlich ihre an Dreistigkeit grenzende Interpretation der Geschehnisse um den 20. Juli 1944 zur Kenntnis, die sie anlässlich der Sommerpressekonferenz des vergangenen Jahres abgeliefert hatte: „… Diese Pressekonferenz findet am 20. Juli statt. Der 20. Juli ist nicht irgendein Tag in der deutschen Geschichte. Viele Menschen haben ihr Leben für Europa, für ein gemeinsames Europa gelassen. Das sehe ich schon als einen wichtigen Auftrag an, der im Übrigen auch schon in der Präambel des Grundgesetzes niedergelegt ist ... An einen Lapsus glaube ich nicht, denn der Bundesaußenminister erklärte im Ehrenhof der Gedenkstätte Deutscher Widerstand wohl kaum zufällig ein geeintes Europa gleichfalls zum Wunsch der Widerständler, angereichert, offenbar im Einverständnis mit deren Nachfahren, mit einem Aufruf zum Widerstand gegen rechte Wutbürger

Dass die so Vereinnahmten von einem derartigen Anliegen ihres Vorhabens höchst überrascht gewesen wären, schien nur Jan Fleischhauer aufgefallen zu sein, der sich dazu in seiner Kolumne vom 26.7.2018 bei Spiegel Online äußerte. In diesem Jahr jährt sich das Hitler-Attentat zum fünfundsiebzigsten Mal.

Der 20. Juli 1944 hatte Anteil daran, mein Interesse für Geschichte zu wecken. Mein Vater, Jahrgang 1920, erlebte die Entsetzlichkeiten des Krieges an der Ostfront als subalterner Mannschaftsdienstgrad bis zu seiner Gefangennahme im April 1945. Von den rund 750.000 jungen Männern seines Jahrgangs überlebten 276.000, also 36,8 Prozent, den Krieg nicht. Nicht erfasst sind dauerhaft Versehrte und Demissionierte, die an den Spätfolgen ihrer Verletzungen zugrunde gingen. Ungewöhnlich für einen Mann seiner Generation war des Vaters Wertschätzung für die Hitler-Attentäter bereits zu einer Zeit, in der diesen noch der Ruf von Landesverrätern und Feiglingen anhing. Später ließ er es sich nicht nehmen, an jedem 20. Juli im Hof des Bendlerblocks oder in der Hinrichtungsstätte Plötzensee nach Abschluss offizieller Würdigungen ihrer zu gedenken.

Was ihn dazu bewog, hat sich mir nie erschlossen, denn er gehörte zu jenen Veteranen, die unfähig waren, über ihre Kriegserlebnisse zu reden. Sein Ritual führe ich fort, vielleicht ein Grund, weshalb ich zu den Ereignissen des 20. Juli die von Historikern gewünschte Neutralität nebst nüchterner Diktion – sine ira et studio – im folgenden Beitrag wohl etwas vermissen lasse. Zudem ist mir bewusst, dass ich zur komplexen Thematik in der Kürze lediglich Teilaspekte beschreibe, deren Verzahnung in die Geschichte des Widerstandes noch weiterer Ausführungen bedürfte. Wohl ein Zuviel an Apologetik und Pathos den Männern des 20. Juli gegenüber, der geneigte Leser darf das gern für sich entscheiden. Immerhin, eine Exegese des Attentats als verhinderte Grundlegung eines gemeinsamen Europas erwartet ihn nicht.

Der faustische Pakt

Als Kaiser, König und Kriegsherr zeigte sich Wilhelm II. als grandioseste Fehlbesetzung in der Geschichte des Hauses Hohenzollern. Fünfzehn Jahre nach dessen ruhmlosem Abgang erhielt die traumatisierte Kriegerkaste der preußischen Landjunker pittoresken Ersatz aus dem bayerisch-österreichischen Innviertel. Ein sendungsbewusster Religionsstifter mit dem stechenden Blick des Gezeichneten kündete sich zum Erlöser der Deutschen und Messias der nordischen Rasse. Rasch missionierte er noch zaudernde Gemüter, bis die Mehrheit der „Volksgenossen“ schließlich von allen guten Geistern verlassen war und er sie als Unwesen treibender Dämon schließlich allesamt mitriss in den Abgrund. Wohl nur den wenigsten der einstigen Kriegerelite seiner Majestät dämmerte beizeiten, dass man einem Vabanquespieler als obersten Kriegsherrn aufgesessen war; als Stand jedenfalls hat die preußisch-deutsche Militäraristokratie ihren faustischen Pakt teuer bezahlen müssen.

Atemberaubende, blitzschnelle Siege der reanimierten Wehrmacht in Polen und Frankreich suspendierten die Gewissen der wenigen hochrangigen Offiziere im Oberkommando des Heeres, die den Methoden und Absichten ihres Oberbefehlshabers zunächst noch skeptisch gegenüberstanden. Deren Widerwillen reaktivierte sich erst zusehends angesichts unübersehbarer Verbrechen der Himmlerschen Einsatzgruppen an wehrlosen Zivilisten im rückwärtigen Heeresgebiet der Ostfront. Zum besudelten Ehrenkodex ihres Standes durch von Hitler selbst getragene Abscheulichkeiten gesellte sich spätestens nach dem Scheitern der Heeresgruppe Süd im Winter 1942/43 die Einsicht, dass die militärische Lage des Reiches zunehmend hoffnungsloser wurde und der Krieg auch gegen den erklärten Willen ihres uneinsichtigen Kriegsherrn beendet werden müsse. Weil der im Kriegsverlauf zunehmend blindwütiger agierende Usurpator nicht im Traum daran dachte, seinen Platz zu räumen, blieb nur, ihn zu beseitigen.

Die Spezialisten der Kriegskunst, seit 1843 im preußischen Generalstab mit doppelten karmesinroten Hosenstreifen ausgewiesen, nun vom Oberkommando des Heeres bestallt, begriffen sich in ihrer Mehrzahl wohl kaum als Demokraten, und eine parlamentarische Demokratie im Sinne von Weimar war mit Sicherheit nicht die Staatsform ihrer Wahl. Sie waren vielmehr die Vertreter des Ancien Régime, jenes gesellschaftlichen Standes, der den Nationalsozialismus als das kleinere Übel betrachtete, an den militärischen Anfangserfolgen des Dritten Reiches bemerkenswerten Anteil hatte und durch großzügige Beförderungen partizipierte. Für sie hieße eine Revolte, sich gegen ihren einstigen Wohltäter zu wenden, der durch Wiedereinführung der Wehrpflicht und Aufrüstung das Offiziercorps aus dem Schattendasein des Hunderttausend-Mann-Heeres erlöst und ihnen wieder zu gewohnter gesellschaftlicher Anerkennung verholfen hatte.

Das Neuland des Staatsstreiches

Preußens sprödestes Erzeugnis, das vernunftbestimmte Handeln, steuerte das Bewusstsein einiger Querdenker in ihren Reihen jedenfalls nun wieder nachhaltiger als die Chimären des Dritten Reiches. Darf jegliche Staatsgewalt uneingeschränkt pflichtbewussten Gehorsam einfordern oder hat sich das Gewissen vorrangig an übergeordneten ethischen Maßstäben zu orientieren? Macht die Kenntnis von Verbrechen aus tatenlos hinnehmenden Kritikern nicht bereits Mitschuldige? Gebietet nicht schon das nationale Interesse, den militärischen Dilettanten Hitler seiner Befehls- und Kommandogewalt zu entheben, bevor er Streitkräfte und Staat vollends ruinieren würde?

Gut möglich auch, dass man des Generals von Saldern und des Oberstleutnants von der Marwitz gedachte, die den schändlichen Befehl ihres Königs zur Plünderung des kurfürstlich-sächsischen Jagdschlosses Hubertusburg im Siebenjährigen Krieg nicht ausführten und es vorzogen, „… die Ungnade zu wählen, wo Gehorsam nicht Ehre brachte“. Allerdings, zwischen der Verweigerung eines kriegsrechtlich unbotmäßigen Befehls Friedrich II. zur Brandschatzung und offener Rebellion gegen eine Weltanschauungsdiktatur liegen Welten. Die preußische Armee hatte nie Anstalten gemacht zu regieren oder die Politik zu bestimmen, sie war die disziplinierteste Armee der Welt, ein Militärputsch war in Preußen unvorstellbar. Für die zaudernden Aufrührer im Oberkommando des Heeres gab es keine Präzedenzfälle kollektiver Insubordination; mit einem Staatsstreich, ohnehin nur von einer verschwindend kleinen Minderheit getragen, würde man Neuland betreten.

Hitler, der längst alle Brücken für eine diplomatische Lösung der desolaten militärischen Lage hinter sich abgebrochen hatte, sah sich anlässlich der Casablanca-Konferenz im Januar 1943 erstmals mit der nicht nur für ihn unannehmbaren Forderung nach bedingungsloser Kapitulation durch die westalliierten Kriegsgegner konfrontiert, mit der jegliche Hoffnung der Verschwörer auf einen Verhandlungsfrieden zerrann. Den dennoch gereiften Entschluss zum Tyrannenmord inklusive eines halbwegs plausiblen Konzepts zur Übernahme der Staatsführung rasch in die Tat umzusetzen, würde sich für die Umstürzler allerdings weitaus schwieriger gestalten als gedacht.

Mit der Sicherheit eines Traumwandlers war der „böhmische Gefreite“ bereits den vierjährigen „Stahlgewittern“ der Westfront fast unversehrt entronnen, beim „Marsch auf die Feldherrenhalle“ riss der von bayerischer Landespolizei niedergestreckte Max Erwin von Scheubner-Richter den untergehakten Anführer der Putschisten im Sterben mit sich auf den Boden und bewahrte ihn damit wohl wundersam vorm Kugelhagel. Auch die Höllenmaschine des Georg Elser fand im Bürgerbräukeller ihren Adressaten nicht, weil dieser sich vorzeitig aus dem Staub gemacht hatte. Zahlreiche weitere Attentatsabsichten scheiterten an sich unverhofft ändernden Umständen, kuriosen Zufällen und auch mangelnder Konsequenz der Akteure. Der tyrannische „Meldegänger“ des Großen Krieges schien kugelfest und womöglich dazu verdammt, durch eigene Hand zu sterben.

Ohnehin ein Vabanquespiel

Auch den Militärs half das Glück nicht. Selbst ihnen, den sinnesgewandelten Experten weiträumiger Strategie, wollte mit den Worten des Generalmajors von Tresckow zunächst nicht gelingen, „…Hitler wie einen tollen Hund abzuschießen. Es war wie verhext. Die vom Leutnant von Schlabrendorff in Hitlers Flugzeug platzierte Bombe versagte ihren Dienst. Der Säurezünder vereiste während des Fluges in kalten Luftschichten. Der zur Selbstaufopferung bereite Oberst von Gersdorff wollte sich selbst samt seinem obersten Kriegsherrn anlässlich dessen Besichtigung erbeuteter sowjetischer Kriegsdevotionalien im Berliner Zeughaus ins Jenseits befördern.

Die in seinen Manteltaschen verborgenen Sprengsätze mit bereits aktivierten britischen Zehn-Minuten-Säurezündern konnte von Gersdorff im letzen Moment gerade noch unschädlich machen, denn der missgestimmte und völlig demotivierte Usurpator verließ bereits nach kaum fünf Minuten eilenden Schrittes vorzeitig die für ihn erkorene Gruft. Der Major von dem Bussche zog aus der Unzulänglichkeit von Säure-Langzeitzündern Konsequenzen. Während der Vorführung neuer Heeresuniformen in der Wolfsschanze beabsichtigte er, Hitler samt Spießgesellen und sich selbst mittels einer am Leib getragenen Sprengladung zu töten. Von dem Bussche setzte bei der Auslösung auf den auffälliger zu handhabenden, dafür aber zuverlässigen 5-Sekunden-Handgranatenzünder. Sämtliche Waggons mit den zur Schau vorgesehenen Uniformteilen wurden durch Luftangriffe auf Berlin kurz zuvor zerstört und die geplante Vorführung kurzfristig abgesagt.

Der schwäbische Oberst von Stauffenberg schließlich verstaute fahrig und unter Zeitdruck stehend lediglich einen von zwei Sprengsätzen der hochbrisanten Marke „Plastit W“ mit Langzeitzäurezünder in seiner Aktentasche, die er Minuten später in der Lagebaracke neben Hitler abstellte und glaubte, das würde genügen. Es genügte nicht, die Bombe explodierte immerhin, tötete vier Militärs und ruinierte des Führers Uniform und Trommelfelle. Der präsentierte sich bereits Stunden später, staffiert mit schwarzem Cape, einem Todesengel gleich, wochenschauwirksam mit dem Duce. Die dennoch ausgelöste Operation „Walküre“, ohnehin ein Vabanquespiel, scheiterte, und die Verschwörer endeten vor dem Peloton oder auf dem Schafott.

Mit minimaler Aussicht auf Gelingen

Die wenigen Entschlossenen haben am 20. Juli, allein auf sich gestellt, das Äußerste gewagt. Selbst wenn ihnen eine demokratische Staatsform fernlag und sie die Expansion des Reiches lange tatkräftig unterstützten, schmälert das ihre Verdienste nicht. Wer ihre Tat als bloße Konsequenz der sich im Sommer 1944 deutlich abzeichnenden militärischen Katastrophe wertet, der bagatellisiert die Heldenhaftigkeit ihres Tuns, eine Tugend, die uns heute fremd anmutet. Sie waren sich im Klaren, wie gering ihre Chance auf Erfolg sein würde; ihr Scheitern und damit ihren Tod akzeptierten sie als wahrscheinlichstes Ergebnis ihres Unterfangens. Mit erstaunlicher Weitsicht fasste von Tresckow in seinem Brief an von Stauffenberg Sinn und Zielsetzung der Operation kurz vor dem 20. Juli präzise zusammen: „… Das Attentat muß erfolgen, coûte que coûte. Sollte es nicht gelingen, so muß trotzdem in Berlin gehandelt werden. Denn es kommt nicht mehr auf den praktischen Zweck an, sondern darauf, daß die deutsche Widerstandsbewegung vor der Welt und vor der Geschichte unter Einsatz des Lebens den entscheidenden Wurf gewagt hat. Alles andere ist daneben gleichgültig.

Sie wussten, dass sie gerade in der Stunde höchster Bedrängnis des Reiches in den Augen der rechtgläubigen Mehrheit als feige Verräter und Untreue verdammt werden würden. Unwürdig war ihnen die Ächtung ihrer eigenen gesellschaftlichen Klasse sicher, sie kannten das Mittel der Sippenhaftung bei Hochverrat, selbst dass sich die Familien ihrer schämen würden, hätte sie kaum überrascht. Vom militärischen Gegner war im Falle eines erfolgreichen Tyrannenmordes kein Entgegenkommen zu erwarten. Den Alliierten galt Preußen als eherner Hort deutschen Militarismus, und insbesondere sein Generalstab verbreitete nicht erst im Dritten Reich eine Furcht gebietende Aura unheilvoller, bedrohlicher Effizienz.

Beides galt es ein für allemal zu zerschlagen. An höchst suspekten Hoch- und Landesverrätern als Verhandlungspartner für einen Waffenstillstand ausgerechnet aus dem Hause Moltkes, Schliefens, Falkenhayns und Halders bestand zu diesem Zeitpunkt des Krieges auf alliierter Seite nicht mehr das geringste Interesse. Zur Fügung in bedingungslose Unterwerfung hätte es auch für die Verschwörer keine Alternative gegeben. Mit minimaler Aussicht auf ein Gelingen ihres Vorhabens, ohne Zustimmung breiter Kreise des Militärs und der Bevölkerung sowie in der Gewissheit außenpolitischer Zurückweisung blieb den Putschisten von vornherein wohl lediglich die Rolle von Märtyrern. Gerade dennoch gehandelt zu haben, verleiht den Akteuren ihre Größe und bleibt ihr dauerhafter Verdienst.

Gescheitert, aber nicht umsonst

Unmittelbar nach dem gescheiterten Attentat verdeutlichte von Tresckow seinem Adjutanten von Schlabrendorff nochmals seine Grundhaltung und Überzeugung, die ihn in hoffnungsloser Lage für eine aussichtslose Sache dennoch das Äußerste wagen ließen: … Jetzt wird die ganze Welt über uns herfallen und uns beschimpfen. Aber ich bin nach wie vor der felsenfesten Überzeugung, daß wir Recht gehandelt haben. Ich halte Hitler nicht nur für den Erzfeind Deutschlands, sondern auch für den Erzfeind der Welt. Wenn ich in wenigen Stunden vor den Richterstuhl Gottes treten werde, um Rechenschaft abzulegen über mein Tun und mein Unterlassen, so glaube ich mit gutem Gewissen das vertreten zu können, was ich im Kampf gegen Hitler getan habe.

Wenn einst Gott Abraham verheißen hat, er werde Sodom nicht verderben, wenn auch nur zehn Gerechte darin seien, so hoffe ich, daß Gott auch Deutschland um unsertwillen nicht vernichten wird. Niemand von uns kann über seinen Tod Klage führen. Wer in unseren Kreis getreten ist, hat damit das Nessushemd angezogen. Der sittliche Wert eines Menschen beginnt erst dort, wo er bereit ist, für seine Überzeugung sein Leben hinzugeben. Stunden später nahm sich von Tresckow, um nicht unter Folter weitere Beteiligte zu belasten, mit einer Gewehrgranate das Leben. In den folgenden Wochen und Monaten wurden tausende Regimegegner verhaftet, hunderte in Schauprozessen abgeurteilt und auf zum Teil bestialische Weise noch bis in die letzten Kriegstage exekutiert.

Der 20. Juli 1944 zeigt sich langfristig als recht ambivalentes, Wesenszüge einer klassischen Tragödie einschließendes Phänomen. Hätten die Verschwörer ihre Absicht nicht in die Tat umgesetzt, wäre Deutschland seiner populärsten moralischen Legitimationsgrundlage (neben den Aktivitäten der „Weißen Rose“) für eine phönixhafte Auferstehung versagt geblieben, und die spätere Integration der Bundesrepublik Deutschland in die Wertegemeinschaft des Westens hätte sich als pures Ergebnis oktroyierter westalliierter Reeducation deuten lassen. Durch das Scheitern des Attentats wiederum und das Überleben Hitlers konnte sich nach 1945 keine zweite „Dolchstoßlegende“ etablieren, mit der den Attentätern die Schuld am gescheiterten „Endsieg“ des Reiches hätte zugewiesen werden können. Ex post muss also gerade das Misslingen des Vorhabens für die innenpolitische Befindlichkeit der frühen Bundesrepublik Deutschland weitaus dienlicher erscheinen als ein erfolgreiches Attentat.

Lernen aus Geschichte?

Die noch im feudalen System verwurzelte reaktionäre, vorindustrielle Elite Preußens erwies sich in der Weimarer Republik als antagonistisches Relikt im soziokulturellen Wandelungsprozess der Moderne. Die ostelbischen Agrarkapitalisten, die Militär- und Ministerialaristokraten, die im „Kabinett der nationalen Konzentration“ mit Hitler und seiner NSDAP die Macht zu teilen glaubten, sie wurden vom Ergebnis dieses Wagnisses mit in den Abgrund gerissen und spielten als politisch einflussreiche Gruppierung in der Bundesrepublik Deutschland keine entscheidende Rolle mehr. Nachdem sie bereits auf den Schlachtfeldern höchsten Blutzoll entrichtet hatten, war die unmittelbare Folge des Attentats ein weiterer Opfergang, nunmehr auf dem Schafott. Auf der Totenliste finden sich neben bürgerlichen große preußische Namen, wie ein York und ein Moltke, ein Hardenberg und ein Schulenburg, ein Kleist und ein Schwerin. Im Ergebnis des verlorenen Krieges und dem damit einhergehenden Verlust ihres Grundbesitzes in den deutschen Ostprovinzen sowie der Enteignung ihrer Güter in der sowjetischen Besatzungszone sollte der einstigen preußischen Kriegerkaste dazu noch die wirtschaftlich-existenzielle Grundlage genommen werden.

So bitter es klingen mag, die nachhaltige physische Dezimierung und die nachfolgende soziale Vernichtung jener explizit modernisierungsfeindlichen Kräfte wirkten sich im Hinblick auf die Entwicklung der Nachkriegsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland förderlich aus. Der durch Krieg und Kriegsfolgen beschleunigte gesellschaftliche Nivellierungsprozess, dem sich die alten Eliten ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutungslosigkeit wegen nun nicht mehr entziehen konnten, erleichterte den Aufbau und die Konstanz parlamentarisch-demokratischer Strukturen im westlichen Nachkriegsdeutschland ganz erheblich. Eine nachfolgende soziokulturelle Elite mit dominierendem Einfluss auf Politik konnte die Massendemokratie der Bundesrepublik Deutschland bis heute nicht hervorbringen. Das mag man bedauern oder auch nicht. Ausdruck findet diese Zäsur im kodexfreien, eher vom Streben nach materieller Sicherheit und von parvenühaftem Ehrgeiz geprägten Naturell der nun oft dem kleinbürgerlichen Milieu entstammenden politischen Amts- und Mandatsträger.

Die Mehrheit der Zeitgenossen dürfte nur recht vage Vorstellungen von dem haben, was vor ihrer Geburt geschah, wenn überhaupt. Wer meint, es ließe sich aus der Geschichte für die Gegenwart etwas lernen, der soll sich mit der Vergangenheit befassen. Ich selbst glaube, Lernen aus der Geschichte, im Sinne von Lehren ziehen, um Fehler nicht zu wiederholen, bleibt ein hehres und zugleich aussichtsloses Postulat. Für die Nachgeborenen, die Vergangenes, so auch die Ereignisse um den 20. Juli, als Mahnung, Lehre oder Handlungsanleitung in die Gegenwart zu adaptieren suchen, spricht das Gestern in Orakeln, weil Lebensräume und Handlungsbedingungen nicht übertragbar sind und durch seine Ferne die Erlebniswelten und Triebkräfte der einstigen Akteure stets fremdartig und oft unverständlich erscheinen müssen.

Warum noch kein offizieller Feiertag?

Nicht nur, aber besonders die Epoche des Nationalsozialismus wird infolge des Wertewandels durch die westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre gewöhnlich nach derzeitigen Maßstäben sittlich taxiert, zudem in privilegierter Kenntnis des Ausgangs von Geschichte, einen Vorzug, den die seinerzeitigen Akteure mit ihren späteren Rezensenten nicht teilten. So gemessen an der Erfahrungswelt der Nachgeborenen kann sich aus der Vergangenheit selten konkreter Erkenntnisgewinn für die Problembewältigung in der Gegenwart ergeben. Mahatma Gandhi kam zu der allseits bekannten Einsicht: „Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrtVom 20. Juli 1944 bleibt wohl nur die wenig erhellende Erkenntnis: Initiis obsta.

Geschichte ist nicht finalistisch zum Guten angelegt, sie kennt weder dauerhaften Fortschritt noch ein erkennbares Ziel. Was andauert, ist ein ewiges Auf und Ab, ein fortwährendes Ringen der Rechtschaffenden mit den Verführern und Verderbern, die zu allen Zeiten in stets neuen Gewändern über ihre wahre Gestalt und Absicht zu täuschen vermögen. Radikale Exorzisten vom Schlage Stauffenbergs und seine tapferen Kameraden waren die Ultima ratio in auswegloser Lage. Ihres Andenkens nicht seit Jahrzehnten bereits mit einem offiziellen Feiertag gewürdigt zu haben, will sich mir nicht erschließen.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Wilfried Düring / 20.07.2019

Auch der Kommentar von Herr Mazurek verdient ENTSCHIEDENEN Widerspruch. ‘NUR Kosten des sicheren Untergangs für das III. Reich minimieren.’ Die ‘Kosten des Untergangs’ wurden nur zum ganz kleinen Teil von ‘der deutschen Generalität’ bezahlt. Bezahlt haben viele Millionen ‘einfacher’ Menschen und ‘kleine Leute’ : Gefallene Soldaten, die Opfer des Bombenkrieges, die Vertriebenen (Ostpreußen, Schlesien, Hinterpommern usw.), die vergewaltigten Frauen, die später Deportierten, die Verhungerten. Auch in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern des Regimes wurde 10 lange Monate weiter gemordet und weiter gestorben. Vom 20. Juli 1944-1947 starben mehr Menschen in und am Krieg und seinen Folgen als von 1938-20. Juli 1944. So sieht das aus, was Sie mit der Selbstgerechtigkeit und dem Halbwissen eines Nachgeborenen ‘Kosten des Untergangs’ nennen. Die militärische Niederlage Deutschlands war nicht mehr aufzuhalten. Ein Erfolg Stauffenbergs und seiner Freunde hätte aber mit Sicherheit die Anzahl der Gefallenen, der Vergewaltigten, der Bombenopfer und der Opfer in den KZ’s und Hinrichtungsstätten ‘minimiert’ - unabhängig von weiteren politischen Entscheidungen (Besetzung und Teilung Deutschlands). Für DIESES Ziel sein Leben eingesetzt zu haben - DAFÜR muß sich NIEMAND schämen !!!

Alexander Mazurek / 20.07.2019

Im Nachtrag zu meinem früheren Beitrag von heute zum Thema: Nehmen Sie Hermann Rauschning, der 1934 vom falschen Glauben abfiel, 1935 das Reich verließ und 1938 “Die Revolution des Nihilismus” schrieb, auch auf spätere “Bewegungen” anwendbar, bis heute, wie seine “Gespräche mit Hitler” von 1939. Oder die “Lübecker Märtyrer”, insbes. Pastor Stellbrink. Unbekannt? “Denn die einen sind im Dunkeln und die andern sind im Licht und man siehet die im Lichte die im Dunkeln sieht man nicht.”. Es wird wohl einen “höheren Sinn” haben, das da das Licht fehlt ...

Wilfried Düring / 20.07.2019

Ich möchte Herrn Brands widersprechen. @Gilbert Brands:  ‘... nicht korrekt ist die Ablehnung diplomatischer Lösungen zur Beendigung des Krieges. Vom Deutschen Reich gingen ... Initiativen aus ... , u.a. direkt nach dem Polenfeldzug.’  Reichskanzler Hitler erklärte am 26.09.1938 im Berliner Sportpalast: ‘Es ist die LETZTE TERRORIALE FORDERUNG, die ich in Europa zu stellen habe, aber es ist die Forderung, von der ich nicht abgehe ...’. Es ging um die Abtretung der Sudentengebiete an das Deutsche Reich! Am 30.09.1938 unterzeichnete u.a. der britische Premier Chamberlain das Münchener Abkommen. Hitler bekam seinen Willen. Und dann BRACH ER sein Versprechen und dieses Abkommen (‘Zerschlagung der Rest-Tschechei’). Warum sollte nach dem März 1939 noch IRGENDJEMAND mit Hitler Verträge abschließen? Hitler hatte bewiesen, daß er sein gegebenes Wort (‘letzte territoriale Forderung’) ebenso rücksichtslos bricht, wie internationale Verträge (hier das Münchener Abkommen). Es gab nach der Besetzung der Rest-Tschechoslowakei und dem Einmarsch in Prag nur noch EINEN relevanten Staatsmann, der mit Hitler Verträge schloß. Dieser Mann hieß Stalin. Und im Pakt vom 23.08.1939 wurde die Aufteilung Polens (und der baltischen Länder) ‘vertraglich’ geregelt. Stalin holte sich am 17.09.1939 seinen Anteil der Beute (sowjetische Besetzung Ostpolens). Nach diesem Tag konnte Hitler die ‘vollständigen gebietsmäßigen Restitution eines souveränen Polens’ als ‘Preis’ für einen Frieden mit England natürlich anbieten - nur wer sollte ein solches ‘Angebot’ ernst nehmen? Das Gebiet, welches als ‘Ost-Polen’ von 1922-1939 zum polnischen Staat gehörte, gehört noch heute zu den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Dieses Gebiet wurde nie an Polen zurückgegeben! Wer also hätte die ‘vollständige ... Restitution ... Polens’ DURCHSETZEN sollen? Glauben Sie, Stalin hätte die Rote Armee freiwillig zurückgezogen, weil sein Kumpan Hitler plötzlich seine ‘Friedensliebe’ entdeckt hatte? Wollen Sie uns veralbern?

Christian Feider / 20.07.2019

tja,wieder mal bemerkt,das diese “Farce” der letzten Rettung in allerletzter Sekunde vor dem vollkommenen Zusammenbruch nur von den “höchsten Kreisen” und vor allem weit hinter der Front ausgehen konnte genau diese Blaublütler sitzen heute wieder in Verteidigungskreisen,und weil man ja statenübregreifend auch mit den Vettern in Frankreich oder England verwandt ist…hat man seine eigene Agenda lasst uns Deutsche doch endlich in Ruhe mit diesem “Ersatzherr-Generalen” Pack! ein Hausser hat ganz genau und explizit Befehle zu Gunsten seiner Soldaten verweigert und GENAU SO sollte ein General in preussischen Farben IMMER handeln und schaut Euch um,was tun sie heute?...kriechen wie immer :)

Karl-Heinz Vonderstein / 20.07.2019

Viele werfen den Verschwörern des 20.Juli 1944 im Nachhinein vor, sie hätten erst gehandelt als längst klar war, dass Deutschland den Krieg verlieren würde.Auf der anderen Seite, hätten sie Erfolg gehabt und Hitler getötet, sowie das Naziregime zu Fall gebracht und den Krieg zunächst von deutscher Seite aus sofort beendet und den Alliierten einen Waffenstillstand angeboten, hätte man Hundertausende oder Millionen Menschenleben retten können und Deutschland wäre weniger zerstört und nicht besetzt worden. Den Verschwörern des 20.Juli schwebte ein gerechtes und freiheitliches Deutschland vor, was in Frieden mit seinen europäischen Nachbarn lebt und nicht ein Deutschland, was sich als Nationalstaat auflöst, innerhalb eines vereinten Europas ohne Nationalstaaten. Diese Verschwörer waren deutsche Patrioten, die ein anderes Deutschland, ein christliches-humanes-freiheitliches-Deutschland haben wollten, was sich und andere respektiert. An Auflösung des Nationalstaats, vereintes Europa, gemeinsame Währung, Multikulti und Massen-Migration aus außereuropäischen Ländern und nichtchristlichen Kulturen hatten sie bestimmt nicht gedacht und hätten sie auch nicht gewollt, auch nicht in der Zukunft.        

Bernhard Büter / 20.07.2019

..die wirkliche Antwort gibt nur die Frage, warum er eine Bombe legte und dabei überleben wollte? Bis dahin hatte er schön bei den Nazis mitgemacht und erst als er merkte, der Krieg geht verloren und damit meine adeligen Privilegien halbherzig gebomt. Er wollte überleben um im adeligen Stil weiterzuleben. Mit Freiheit bzw Demokratie hatte das nicht die Bohne zu tun. Egoismus bis zuletzt passt besser und seine Nazifreunde haben entsprechend reagiert. Ist halt so. Jeder Sprenggürtelexperte ist da ehrlicher.

Peter Schnabel / 20.07.2019

Was ich am schlimmsten empfinde, ist die Tatsache, dass die Geschichte und die Geschichtsschreibung im heutigen digitalen Zeitalter einem dynamischen Prozess unterliegen. Was man gestern online gelesen hat, kann heute schon wieder ganz anders aussehen. Und morgen erst. Gewiss, auch bei gedruckten oder sonstwie niedergeschriebenen Zeitdokumenten kann man nicht ausschließen, dass sich Fehler - ob bewusst oder unbeabsichtigt - eingeschlichen haben. Selbst eine sumerische Steintafel kann genau genommen bereits schon einmal übermeißelt worden sein. Aber digitales Meißeln ist eben viel schneller, effektiver und dynamischer. War es z.B. vor wenigen Jahren noch sehr mühsam, schwarz-weiß-Filme nachträglich zu colorieren, so sind heutzutage schon sehr viele Filme über Hitler und Konsorten in Farbe zu bestaunen. In meinen Augen handelt es sich also genau genommen um Fälschungen, zumindest aber um Verfälschungen. Eigentlich kann man nur noch Werken (ver)trauen (wenn überhaupt), deren Drucklegung mindestens vor 1985 bis 1990 stattfand. Aus welchen “Tatsachen” werden wohl überhaupt noch künftige Generationen irgendwelche Lehren ziehen können,  so sie dann intellektuell überhaupt noch dazu in der Lage sein werden?

Dirk Jungnickel / 20.07.2019

Ein lesenswerter Beitrag. Danke. Hier wird Geschichtswissenschaft,  nicht Geschichtspolitik betrieben. Unsere Historiker sollten sich eine Beispiel daran nehmen.

Sabine Drewes / 20.07.2019

Auf Tichys Einblick ist heute ein sehr interessanter Beitrag zu diesem Thema erschienen: “Der Widerstand: Wiege der Marktwirtschaft”. Wer weiß das schon?!——Was bitte alle einmal bedenken sollten, die an Stauffenberg herummäkeln: Stauffenberg war bei der Machtergreifung Hitlers gerade mal 25 Jahre alt, als er das Attentat auf ihn verübte, war er 36. Und nun vergleichen Sie das bitte mal mit dem “Weitblick” und dem “Mut"der in der Bundesrepublik in den 20ern und 30ern stehenden - nach heutigen Maßstäben - jungen Menschen mit demjenigen Stauffenbergs, der schon eine Familie hatte, die nach dem Attentat in Sippenhaftung genommen wurde. Seine jüngste Tochter kam im Gefängnis zur Welt. Und weiter bedenken Sie bitte auch, wie leicht sich junge Menschen noch immer verführen lassen, obwohl sie ganz andere Möglichkeiten der Informationensbeschaffung haben. Die Gnade der späten Geburt bewahrt sie davor, auch nur annähernd vergleichbare Konsequenzen für ihr Handeln tragen zu müssen. Vor diesem Hintergrund muss man vor Stauffenberg schon den Hut ziehen.

Roland Stolla-Besta / 20.07.2019

Nachtrag zu meinem Kommentar: Nicht nur die heutigen „edlen Seelen“ wären zur Nazizeit stramme Parteigenossen gewesen, auch die fridays for future hüpfenden „Fruchtzwerge“ (Broder) wären zumeist wohl ebenso begeistert in der HJ aktiv gewesen und hätten sich für die Zukunft Deutschlands stark gemacht.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Detlef Rogge, Gastautor / 11.08.2019 / 06:15 / 35

Finanztipp: Im Zweifel ein Fahrrad

Von Detlef Rogge. Der hier kürzlich veröffentlichte Gruselartikel von Johannes Eisleben, „Euro im Multiorganversagen“, hat sicher nicht nur mir den ganzen Tag ruiniert. Mein Gemüt…/ mehr

Detlef Rogge, Gastautor / 03.03.2019 / 12:00 / 19

Kulturgut Motorrad: Meine bizarre Narretei

 Von Detlef Rogge. Kürzlich erschien auf Achgut.com der Artikel von Ulli Kulke, „Warum ein Tempolimit überfällig ist!“. Wie nicht anders zu erwarten, suchte die geschätzte…/ mehr

Detlef Rogge, Gastautor / 24.08.2018 / 06:25 / 75

Mein Leben im Weddinger “Brunnenviertel”

Von Detlef Rogge. Wer unvorbereitet im Weddinger „Brunnenviertel“ unterwegs ist, der glaubt sich leicht örtlich desorientiert. Es ist die augenfällige Orientalisierung des öffentlichen Raumes, die…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com