Kurt Scheel war dreißig Jahre Redakteur und Herausgeber des “Merkur”. Nun hört er auf - mit einem Heft über “Nonkonformismus” - Leseempfehlung taz-Interview!
Sie nannten das Stichwort: Seins- statt Sollensvorstellungen. Ist der “Merkur” so zu charakterisieren: ein Periodikum, in dem aufgeschrieben steht, was ist - nicht, was sein soll?
Ja, das fand ich immer interessanter. Zunächst aus ästhetischen Gründen. Die Leute, die Sollensvorstellungen vertreten, sind mir durch die Bank unsympathisch. Mit denen möchte ich nicht befreundet sein, die quakeln so rum, tun sich wichtig und wissen Bescheid.
Welchen Typus meinen Sie?
Den durchblickenden Leserbriefschreiber vor allem, den verachte ich. Die taz ist in dieser Hinsicht auch nicht ganz schlecht, aber die wirkliche Avantgarde dieser Position ist die Zeit. Immer dieser Duktus im Stile von Überschriften wie: Was die Menschheit jetzt tun muss. Diese Attitüde aus Größenwahn und keine Ahnung haben - lächerlich. Wer Visionen hat, muss woanders hingehen, aber bitte nicht zum Merkur.
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