Quentin Quencher / 10.06.2020 / 11:00 / 18 / Seite ausdrucken

Den Kinderbonus ins Verhältnis gesetzt

300 Euro soll es nun pro Kind geben, als Hilfe für die Familien in der Coronakrise. Bei uns, mit unseren fünf Kindern, ist das ein hübsches Sümmchen, das man gerne mitnimmt. Mehrwertsteuer zu senken, ist auch nicht schlecht, nicht dass ich mir davon etwa viel erwarten würde, denn ob sich das auf die Verkaufspreise durchschlägt, ist fraglich und wenn doch, wird es kaum spürbar sein. Aber immerhin wurde mal eine Steuer gesenkt, ein Vorgang, den ich in diesem Deutschland überhaupt nicht mehr erwartet hätte. Schön wäre es, ein Wettstreit der Ideen für Steuersenkungen würde entstehen.

Und doch bleibt ein unangenehmer Beigeschmack, denn das dies irgendwie die Konjunktur ankurbeln würde, halte ich für wenig wahrscheinlich. Rund 15 Millionen Kinder bekommen derzeit Kindergeld in Deutschland, macht also insgesamt etwa 4,5 Milliarden, was an die Familien extra ausgezahlt wird. Das hört sich viel an, doch wenn wir es ins Verhältnis setzen, was alles mit den geplanten 130 Milliarden Euro unterstützt werden soll, dann relativiert es sich sehr schnell. Denn davon sollen schon 50 Milliarden für den „Kauf von Elektroautos, den Aufbau von Ladesäulen sowie die Unterstützung von Bahn und öffentlichem Nahverkehr“ drauf gehen.

Für grüne Schnapsideen wird also schon mal mehr als das Zehnfache ausgegeben. Aber wetten, wir werden in den nächsten Tagen nur noch davon hören, wie toll die Familien hierzulande unterstützt werden, dabei werden sie nur, jedenfalls wenn man die Zahlen ins Verhältnis setzt, mit einem Almosen bedacht. Und jetzt reden wir noch nicht mal von diesem ominösen „Green-New-Deal“ der EU, diese dort genannten Summen will ich lieber nicht auf diejenigen umrechnen, die das bezahlen müssen.

Aus den Notizen im Juni auf Quentins Blog Glitzerwasser.

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Leserpost

netiquette:

Hermann Kanther / 10.06.2020

Et tu, Herr Quencher? Es gibt über 150 familienpolitische Leistungen allein des Bundes. Nun gibt es aus reinem Populismus noch etwas dazu und auch das ist zuwenig. Bedenken Sie, dass es Leute wie mich gibt, die seit Jahrzehnten exakt null Euro vom Staat bekommen, aber den Spitzensteuersatz bezahlen dürfen, um das zu finanzieren, was Ihnen zu wenig ist. Wenn Ihnen das egal ist, nun dann dürfen Sie sich dafür gerne selbst ein Adjektiv verpassen, mir fallen da einige ein.

August Klose / 10.06.2020

...und dann kommen noch die vielen, vielen Milliarden für….

Sabine Heinrich / 10.06.2020

Das finde ich richtig gut. Dann brauchen die armen Flüchtlinge, die - hier angekommen - ein Kind nach dem anderen in die Welt setzen und jedwede Unterstützung erhalten - nur noch mehr Kindern das Leben zu schenken (das wir Einheimischen finanzieren) - um ohne jede weitere Tätigkeit ein nettes Leben zu führen. Den in Bigamie lebenden “Flüchtling” in Pinneberg (oder Elmshorn?) mit seinen damals schon 7 Kindern wird’s freuen! Und alleinerziehenden Müttern sich der Magen umdrehen!

Bernhard Idler / 10.06.2020

Man erhält Almosen von dem Geld, das einem vorher abgenommen wurde. Und E-Autos sind Spielzeuge, Drittautos für Reiche, die sowas brauchen, um als Weltretter zu posen. Das subventioniert der Normalverdiener und -fahrer, der mit so einem alltagsuntauglichen und resourcenvernichtenden Schrott, dieser Uralttechnik mit Blüte in der Kaiserzeit, nichts anfangen könnte, selbst wenn er es sich leisten könnte.

Claudius Pappe / 10.06.2020

Ältere Schüler und Studenten unter 25 Jahre können sich dann endlich das neueste Smartphone leisten. Apple und China freuen sich über den Corona-Wumms. Bekommen Fräulein Neubauer und Fräulein Reemtsma auch diesen Gerechtigkeitsausgleich ?

Claudius Pappe / 10.06.2020

316.267 Kinder, für die im Juni 2019 Kindergeld gezahlt wurde, lebten ( wieviel Scheinkinder sind darunter ?) zu diesem Zeitpunkt laut Familienkasse nicht in Deutschland. Macht 100 Millionen, die ins Ausland gehen, die von ihren Müttern betreut werden, also nicht von Kita-Schließungen betroffen sind. Wieviel Geld geht an Kinder die sich ” Asylanten” nennen, deren Mütter auch keiner Beschäftigung nachgehen ? Ist eine Familie von Corona betroffen wo die Mutter nicht arbeitet ? Familien, die ein Au-Pair ( sowas gibt es noch) beschäftigen, freuen sich über den Zuschuss. ……….Gerechtigkeit in Deutschland…………….

Michael Stoll / 10.06.2020

Wir leben leider in einem Land, dem die Fürsorge für den eigenen Nachwuchs völlig abhanden gekommen ist. Fachkräfte, die Echten und die Ernannten, kann man importieren, denken sie. Ich halte die Regierung für verantwortungslos.

Johannes Schuster / 10.06.2020

Sorry diese Planwirtschaft dauernder Subventionen ist purer Dummscheiß. Die Gießkanne ist nicht das Heilmittel für marode Märkte. Und virtuelle Finanzierungen machen in der Marktlage - nichts außer weitere Zombieeffekte.  Super ein Wort von Roosevelt kopiert, soll das die EU intelligent wirken lassen ? Diese Verbalkompetenz flatulierenden Dummsprechs ewig.

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