Claudio Casula / 01.08.2011 / 23:55 / 0 / Seite ausdrucken

Dein Terrorist, mein Verzweiflungstäter

In den letzten zehn, zwanzig Jahren wurden bei einer satten fünfstelligen Anzahl von islamistisch motivierten Terroranschlägen Hunderttausende Menschen ermordet. Dennoch weigerte sich das juste milieu beharrlich, religiösen Fanatismus und Hass auf Juden, Amerikaner oder den Westen allgemein als Motivation der Massenmörder zur Kenntnis zu nehmen. Und wenn schon Hass, dann hat er verständliche Ursachen: Die USA und Israel haben ihn provoziert, und die soziale Kluft zwischen Arm und Reich bewegt Al-Qaida zu einer globalisierungskritischen Aktion wie der Zerstörung der Twin Towers. Wer´s glaubt.

Die Reaktionen auf das nicht minder unfassbare und verbrecherische Massaker, das der Norweger Anders Breivik vor anderthalb Wochen – nein, keineswegs an Muslimen, sondern vor allem an fast 70 Teilnehmern eines Jugendlagers der norwegischen Sozialdemokraten – verübte, fielen hingegen ganz anders aus. Wir reden an dieser Stelle nicht von dem absurden und schändlichen Versuch, so genannten Islamkritikern eine geistige Urheberschaft für den Massenmord in die Schuhe zu schieben, sondern von den Worten, die man für die massenmörderische Tat fand: Aus grünen Kreisen etwa war zu vernehmen, jetzt müsse man den Rechtsextremismus bekämpfen. Nun ist bislang eher davon auszugehen, dass Breivik ein Einzeltäter war, aber dem Rechtsextremismus den Kampf anzusagen, ist immer eine gute Idee, und wenn man schon mal dabei ist, sollte man endlich auch die NPD verbieten statt sich vor Angst, diese armseligen Gestalten könnten dann in den Untergrund gehen, in die Hosen zu machen. Man wünschte sich allerdings, dass Frau Roth & Co. ganz ähnlich auch auf muslimischen Terror reagierten und entsprechend zum „Kampf gegen den radikalen Islamismus“ aufriefen. Statt dessen rückt man in ihrem Milieu Leute, die genau dies tun, in die geistige Nähe Breiviks. Dies Heuchelei zu nennen, wäre die Untertreibung des Jahres.
http://spiritofentebbe.wordpress.com/2011/08/01/anders-als-said/

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