News-Redaktion / 18.08.2022 / 16:05 / 0 / Seite ausdrucken

Defizit von knapp 100 Millionen Euro bei der AOK

Die AOK-Gemeinschaft schließt das erste Halbjahr 2022 mit einem Defizit von 98 Millionen Euro ab, heißt es in einer Mitteilung des AOK-Bundesverbands. Die durchschnittlichen Ausgaben für Leistungen seien pro Versicherten um 4,7 Prozent angestiegen. Angesichts immer weiter steigender Ausgaben wäre auch im weiteren Verlauf des Jahres keine Entspannung der Finanzlage in Sicht, habe die Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, anlässlich der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen betont. "Das aktuelle Ergebnis bestätigt unsere Befürchtungen. Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wird 2023 in schweres Fahrwasser kommen." Mit dem sogenannten GKV-Finanzierungsstabilisierungsgesetz würden die größten Löcher nur notdürftig und kurzfristig gestopft und das vor allem zu Lasten der Beitragszahler. Von einer wirklichen und nachhaltigen Stabilisierung könne aber angesichts der großen Herausforderungen für die GKV "überhaupt keine Rede sein."

Reimann habe in diesem Zusammenhang vor allem den mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz geplanten erneuten staatlichen Zugriff auf die verbliebenen Rücklagen der Kassen kritisiert. Damit verletze der Gesetzgeber die organisatorische und finanzielle Autonomie der Kassen und verstoße gegen verfassungsrechtliche Vorgaben. "Wenn jetzt nochmals auf die letzten Reserven zugegriffen wird, droht bei vielen Kassen eine Unterschreitung der Mindestrücklage von 0,2 Monatsausgaben", so Reimann weiter.

Der Zugriff auf die Reserven der gesetzlichen Krankenkassen habe die AOK-Gemeinschaft demnach schon im vergangenen Jahr mit rund 4,2 Milliarden Euro belastet, für die GKV insgesamt waren es acht Milliarden Euro. Bei einem weiteren Anstieg der Ausgaben könne die Wegnahme der letzten Reserven unkalkulierbare Risiken für die gesetzlichen Krankenkassen auslösen. 

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