Henryk M. Broder / 11.01.2021 / 13:00 / Foto: Olaf Kosinsky / 64 / Seite ausdrucken

Das ZDF zensiert sich selbst

Gestern Abend im ZDF heute-journal. Marietta Slomka interviewt den thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow über „die Politik und die Pandemie". Ganz zum Schluss will sie wissen, ob es in Thüringen die vorgezogenen Landtagswahlen im April geben wird. "Wird das alles stattfinden, Ihrer Ansicht nach?"

Ramelow antwortet, er müsse unterscheiden zwischen seiner "Rolle als Ministerpräsident" und dem, was er denke. Als MP gehe ihn die Sache im Moment nichts an. "Die Parteien verhandeln darüber kommende Woche, und dem will ich nicht vorgreifen." Aber eines müsse klar sein. "Wir haben 30.000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer, die wir auch schützen müssen. Und insoweit müssen alle Beteiligten darüber nachdenken, wenn im Januar/Februar keine Bewegung ist, dann werden wir auch das mitentscheiden müssen, aber ich will den Parteivorsitzenden in dieser Woche nicht vorgreifen."

"Herr Ramelow", sagt Marietta Slomka, "danke für das Gespräch".

So weit der Originalton. In der verschriftlichten Fassung, die an dem O-Ton dranhängt, fehlt der Schluss – Slomkas Frage, ob die Landtagswahlen stattfinden werden und Ramelows evasive Antwort. Das Gespräch hört mit der Feststellung von Ramelow auf, er sei "dafür sehr dankbar, dass die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, in den Krankenhäusern drastisch in den letzten Tagen gestiegen ist". Man soll die Leute mit zu vielen Informationen nicht überfordern.

Nur zur Info: Dieses Jahr sind sechs Landtagswahlen geplant: in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Meck-Pomm. Außerdem soll im September der Bundestag gewählt werden. Aber es gibt keine Planungssicherheit, weder bei Corona noch bei den Wahlterminen. Kaiser Franz würde es so sagen: "Schaun mer mal, dann sehn mer scho."

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Leserpost

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Hans Benzell / 11.01.2021

Vorschlag: Wahl vereinfachen. Die Parteien des “demokratischen” Blocks erstellen eine Liste von Abgeordnet:innen und schicken die an die Haushalte. Der Wähler kann einzelne Namen durchstreichen und die Liste zurückschicken. Abgeordnet:innen, die aus der Liste fliegen werden durch Nachrücker:innen ersetzt. Die Nachrücker:innen kommen aus Proporz-Gründen der Partei der Gestrichenen:innen.

Hans Reinhardt / 11.01.2021

Es spielt doch keine Rolle mehr, ob die Wahlen stattfinden oder nicht. Die überwältigende Mehrheit ist doch für ein Weiter-so! Weiter mit dem Lockdown, weiter mit dem unbegrenzten Zuzug von Flüchtlingen, weiter mit der Klimarettung, weiter mit dem Untergang Deutschlands. Egal, ob gewählt wird oder nicht, am Ende winkt uns immer die böse dicke Frau, täglich zu besichtigen im Staatsfernsehen.

Karl Nadler / 11.01.2021

Eine ausweichende Antwort eines Politikers ist eine Bestätigung. Genauso wie das Naturgesetz: Je mehr eine Regierung etwas dementiert, desto sicherer ist das eintreffen.

Fritz kolb / 11.01.2021

„MARIONETTA“ wurde ihrem Nickname wieder total gerecht und stellt eine Frage, die mit dem eigentlichen Thema überhaupt nichts zu tun hat und aktuell eher yellow press-Format zeigt. Merkels Lieblingslinker wirkt bei seinen Redebeiträgen regelrecht aufgelöst bei seinen Antworten. Was hat der wohl genommen vorher?

Joerg Haerter / 11.01.2021

Ehrlich, muss man noch wählen? Was sollte sich ändern? Wir leben doch schon in dem besten Deutschland ever! Venceremos.

Leo Hohensee / 11.01.2021

Lieber Herr Broder, der Franz mit seinem Spruch meinte aber oft etwas anderes, nämlich als grundsätzlich positive Ansage (schaun mer mal / Überraschung) ging es ihm um die Andeutung im Sinn von “das werden wir schon möglich machen”. Bei den Wahlprozeduren in diesem Jahr werden wir erleben wie man uns hinters Licht führt im Sinn von, es wird keine politische Veränderung durch Wahlergebnisse riskiert.——- “Vorrangig, so werden die Gaukler musizieren, ist die Gesundheit, der uns anempfohlenen Menschen, die sich zur Ausübung dieses Menschendienstes an den Wahlurnen zur Verfügung stellen.——Es werden keine Wahlen in 2021 statt finden !!! Da steht entgegen, das Risiko abgewählt zu werden.

Dietmar Schubert / 11.01.2021

... und was kann man da jetzt hineingeheimnissen?

Bernd Ackermann / 11.01.2021

Kaiser Franz sagte aber auch “Geht’s raus und spielt’s Fußball”, wegen des Lockdowns, in dem schon Rodeln eine Todsünde darstellt, scheitert es aber diesmal bereits am rausgehen.  Aber wozu brauchen wir auch Wahlen, das Unfehlbarkeitsdogma ist vom Pontifex auf die Kanzlerin übergangen, die meisten Deutschen würden gern darauf verzichten zu wählen und weiterhin brav das tun, was die Mutti der Nation und ihre Helfershelfer ihnen sagen.

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