Eigentlich ist die Wirtschaft mein absolutes Steckenpferd. Ich würde hier viel lieber über geniale Investitionszyklen, bahnbrechende Technologien oder die Freuden einer sauberen Bilanz philosophieren. Wenn die Politik mir doch nur den Raum dafür ließe, mal von ihr abzukommen! Aber als Mann der Wirtschaft wird man in diesem Land ja quasi in Geiselhaft genommen. Man kommt an den Herrschaften in den Ministerien einfach nicht vorbei. Es ist ein Trauerspiel: Ich muss ununterbrochen die Politik kritisieren – nicht, weil ich es will, sondern weil deren ökonomischer Mumpitz mich regelrecht dazu zwingt. Man hat ja sonst keine Hobbys.
Aber schauen wir zum aktuellen Schauplatz des Grauens: Wolfsburg. Man traute seinen Augen kaum: Beim Volkswagen-Konzern gab es kürzlich tatsächlich so etwas wie eine evolutionäre Regung der Vernunft. Das Management hatte die Gefahr kommen sehen. Sie besaßen den Mut zu einer radikalen, aber überlebenswichtigen Operation: dem Carve-out.
Ein Begriff, der in den Ohren der Wolfsburger Belegschaft wahrscheinlich ähnlich viel heimatliche Wärme auslöst wie die berühmte Klage von Bundeskanzler Friedrich Merz über die deutsche „Larmoyanz“ – ein intellektuelles Fremdwort, bei dem die meisten erst mal das Konversationslexikon aufschlagen mussten, um zu begreifen, dass sie gerade elegant belehrt werden.
Um es für die Realität außerhalb der klimatisierten Vorstandsetagen zu übersetzen: Ein Carve-out ist nichts anderes als die chirurgische Trennung von Fleisch und Geist. Es ist der Versuch, die chronisch defizitäre Kernmarke VW wie ein brennendes Modul von der Raumstation abzusprengen, damit der gesunde Rest des Konzerns – Porsche, Audi, Škoda – überleben kann. In der heutigen, von Mutlosigkeit und Staatsgläubigkeit gelähmten Wirtschaftswelt eine absolute Seltenheit. Chapeau!
Die toxische Dreifaltigkeit aus Gewerkschaftsfunktionären, Betriebsräten und Berufspolitikern
Doch der kurze Moment marktwirtschaftlicher Klarheit hielt nicht lange an. Denn in Wolfsburg regiert bekanntlich nicht der Markt, sondern die toxische Dreifaltigkeit aus Gewerkschaftsfunktionären, Betriebsräten und Berufspolitikern.
Mit der gewohnten ideologischen Betonmentalität haben die IG Metall und das Land Niedersachsen diesen Rettungsanker im September gekappt. Das Ergebnis? Ein angeblicher „Kompromiss“, namens Zukunftsplan 2030. Er stellt in Wahrheit das Todesurteil auf Raten dar. Offiziell feiert man die Einigung, weil harte, sofortige Schließungen kaltschnäuzig ausgeklammert und vertagt wurden, um die Wogen zu glätten. Doch hinter den Kulissen wurde laut internen Strategiepapieren längst das schleichende Produktions-Aus und „Leerlaufen“ von vier deutschen Werken ab 2031 besiegelt – namentlich Emden, Zwickau, Hannover und das Audi-Werk Neckarsulm. Nun drohen trotz des faulen Friedens der massive Abbau von weltweit bis zu 50.000 Arbeitsplätzen und das schrittweise Eindampfen der Modellpalette. Der blanke Horror für die Beschäftigten, die nun den Preis für die Unfähigkeit ihrer Führungskräfte in Politik und Betriebsrat zahlen. Man opfert die Zukunft der Menschen für den Erhalt sozialistischer Strukturen.
Besonders skurril wird es, wenn man auf die Akteure in Hannover blickt. Wenn die Beamten und Parteisoldaten im Land Niedersachsen auch nur den leisesten Schimmer davon hätten, wie man ein globales Milliardenunternehmen im Sturm wettbewerbsfähig hält, wären sie ganz sicher keine Beamten geworden. Wer sein Leben lang in der kuscheligen Hängematte des öffentlichen Dienstes verbracht hat, versteht von Wertschöpfung, Rendite und Wettbewerb so viel wie ein Fisch vom Fahrradfahren. Mit ihrem sakrosankten „VW-Gesetz“ verteidigen diese Herrschaften keine Arbeitsplätze, sie verwalten den kollektiven Niedergang.
Was wir hier erleben, ist das klassische deutsche Muster: Eine Rettung auf Zeit. Man schiebt das Unvermeidliche so lange auf, bis der Kessel unter noch größerem Druck steht. Indem man die kranke Kernmarke im Konzerngefüge ankettet, stellt man sicher, dass beim finalen Einschlag auch die letzten profitablen Säulen mit in die Tiefe gerissen werden.
Wo soll das bitteschön noch hinführen? Wenn Planwirtschaft und Besitzstandswahrung die ökonomische Realität ausstechen, steuert der einstige Stolz der deutschen Industrie sehenden Auges auf den Kollaps zu.

Jemand hat die Betriebsräte gewählt und jemand hat die Politiker gewählt. Warum sollte es mich betrüben, wenn Menschen, die sowas wählen und Produkte herstellen, die ich mir wegen ihrer Wahlentscheidung nicht leisten kann, jetzt Job und Lebensstandard einbüßen?
Beispiel: Karstadt, gerettet und doch untergegangen. Läuft nach der gleichen Masche.
Ich war über 30 Jahre Zulieferer von VW und habe mich immer gefragt, wann diese Firma implodiert. Hochnäsig bis zum geht nicht mehr. Unfähigkeit in den eigenen Managementreihen. Qualität zum Abwinken. Gehälter ohne Mass.
Nach dem Dieselskandal Musterknabe beim Erfüllen des EU Green deal.
Erlauben sie mir etwas Schadenfreude, dass es jetzt so passiert.
Volkswagen will keine Wagen mehr für’s Volk bauen. Stattdessen zieht der Konzern es vor, seine Werke zu schließen. Damit schafft Volkswagen sich selbst ab. Ein Volkswagen-Konzern, der keine Wagen mehr fürs Volk baut, macht sich selbst überflüssig. ----- Ich würde gerne für 25.000 Euro einen neuen, frisch und in üblicher Qualität produzierten Golf IV 1,9 TDI kaufen – aber VW produziert lieber nichts statt eines der besten Autos, die der Konzern je entwickelt und gebaut hat.
Wenn die EU es systematisch verhindert, dass Autos gebaut, oder gar bezahlt werden können? Die einzigen die bisher auf die Straße gegangen sind sind Omas gegen Rechts. Der Rest der Bevölkerung existiert offenbar nicht als Krawallbrüder
Ehrlich gesagt geht mir VW seit meinen „Käfererlebnissen“ völlig am Arsch vorbei.
Kriminelle und dazu saudumme Pateibanden-Schwachmaten: VW today.
Wo ist das Problem?
Wenn so viele Arbeitnehmer ihren Job verlieren, ihren Kredit nicht mehr zahlen können und die Immobilie von der Bank dann versteigert wird – grausam ! /// Und bei der Polittalkshow Markus Lanz gestern Abend haben die Experten darüber diskutiert welche Politiker wen im Bundestag nicht grüßen. Das war dann wirklich eine schwerwiegende Diskussion./// Was soll man dazu sagen? Die haben wirklich nicht mehr alle . . . . . .