Tamara Wernli / 30.03.2021 / 12:00 / 17 / Seite ausdrucken

Das triggert mich so!

In unzähligen Filmen und Büchern kommen Dinge vor, die jeden sensiblen Menschen aus der Fassung bringen. Gott sei Dank werden mehr und mehr Klassiker aus grauer Vorzeit mit entsprechenden Warnhinweisen versehen. Wie sollte ein argloser Zuschauer auch sonst darauf kommen, dass die Darstellung von Sklaverei in „Vom Winde verweht“ aus dem Jahre 1939 eventuell vom heutigen Zeitgeist abweicht? Besonders schlimme Verfehlungen gegen Geschmack und gute Sitten finden sich jedoch ausgerechnet in der Muppet-Show. Tamara Wernli hat sie aufgespürt.

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Volker Kleinophorst / 30.03.2021

@ V. Voegele Ich liebte Schweinchen Dick. (Wir hatten ja nichts. ;) Zumindest im TV.) Da konnte ja nur ein alter, toxischer, weißer Mann bei rauskommen. Ach halt. Das wäre ich ja auch sonst. Denn Frauen werden ja gemacht (Simone de Beavouir) Männer kommen fix und fertig auf die Welt. An die durch Geissler betriebene Absetzung erinnere ich mich gut. Soviel zu früher war alles besser, einiges sicher, aber einiges fing da schon an, was heute in PC und Gender hohldreht. Dich ich muss einräumen: Ich hatte natürlich mit 14 Jahren gedacht, wenn ich von der Brücke spring, stehe ich quick wieder auf wie Koyote Karl. Danke ZDF. PS.: Ich war kein Fan vom selbstgefälligen Geissler, also nicht wegen Schweinchen sondern wegen vieler anderer “Kleinigkeiten”. Heute wär er für mich in der CDU eine Lichtgestalt.

Volker Voegele / 30.03.2021

Zu ihrer Baby-Zeit, liebe Frau Wernli, gab es im deutschen ZDF die erfolgreiche Zeichentrickfilmserie „Schweinchen Dick“, die Kinder und Erwachsene höchst erfreute. Sogar in schummrigen Kneipen wurde „Porky Pig“ gezeigt. Bugs Bunny, Daffy Duck, Road Runner und etliche weitere, teils heuchelnde und meuchelnde Gestalten waren mit von der Partie. Meiner Erinnerung nach gab es keine Trigger-Warnungen, vielleicht, weil alle KO-gegangenen Akteure auf wundersame Weise doch wieder auferstehen durften, vielleicht, weil der Klamauk immer mit einem gerechten „Happy End“ abschloss. Wahrscheinlich hätte sich das damalige Publikum über solche Warnungen nur zusätzlich amüsiert. Es gab aber sofort Einsprüche gegen die Sendung von Tugendwächtern, prominent darunter z. B. Dr. Heiner Geissler von der CDU und einer hessischen SPD-Landtags-Abgeordneten. Letztere wird zitiert mit “Die Sendung lebt von der Schadenfreude, die sich mit brutal erdachter Hinterhältigkeit durch alle Folgen zieht. Sie ist für Kinder ungeeignet.” Wie absehbar beugte sich das ZDF der Minderheit der Heuchler und bemitleidenswerten Allesbesserwisser; im September 1973 endete brutal die im Januar 1972 gestartete Serie.

G. Böhm / 30.03.2021

Denken die, wir sind dumm? - NEIN, Frau Wernli, sie DENKEN es nicht, sie glauben es (zu wissen). Denken setzt ein gewisses intellektuelles Leistungsvermögen voraus. [Apropos Denkvermögen etc., auch wenn dies nicht hierher gehört, angeregt durch einen Artikel in der NZZ habe ich in das Wahlprogramm der Grünen Khmer reingeschaut. Wer meint, nicht Gefahr zu laufen, ins Depressive oder Aggressive zu verfallen, sollte sich das Pamphlet gelegentlich zur Hand nehmen. Mehr will ich nicht verraten. | M. m. wg!]

Sebastian Weber / 30.03.2021

Frage: wo ist der Unterschied zwischen den Taliban, die Statuen (“Götzenbilder”) aus religiösen (muslimischen!) Gründen zerstören und den Gutmenschen, die Werke der Weltliteratur (=gehört auch Pipi Langstrumpf dazu? = waren für mich in der Kindheit wichtige “Werke”!) aus ideologischen Gründen dem Zeitgeist entsprechend verändern? DIe “Nicky-Bücher” von Enid Blyton stehen inzwischen auf dem Index, weil da die “Bösen” oft dunkelhäutig waren. —- Liebe Tamara (darf man auch Tamy sagen?), mich darfst Du ruhig duzen (Sebastian oder auch Basti). Das dürfen nicht alle Menschen, vor allem keine ideologie-gestörten Gutmenschen!

K-Bucher / 30.03.2021

Und für Alle ewig Gestrigen wie ich Einer , aber das auch noch sehr gerne und ganz bewusst bin kann ich als Großen Spielfilm mit Historischem Wahrheitsgehalt nur den Film .——die Belagerung——empfehlen . Selbstredend das es dieser Streifen so Gut wie überhaupt nie geschafft hat wirklich Beachtet zu werden (außer in den Vier Visegrad Staaten ) weil man sich ja dann das Eigene Credo der Zunehmenden Islamisierung etwas ankratzen könnte so nach dem Motto : Über was nicht Großartig Berichtet wird schnallen die Meisten aus der Millionen Schafherde sowieso nicht ...Trotzdem hier ein Ausschnitt auf bekannter Video Plattform Titel :——Jan III Sobieski attacks the Turkish army at Vienna from the Kahlenberg (turn on CC for subtitles)——Aber es wundert mich trotzdem das das Video nicht schon längst gelöscht wurde , also die Zeit nutzen und Geschichte erleben wie Sie Historisch verbürgt eben war .

Gerhard Maus / 30.03.2021

Super, vielen Dank Frau Wernli. Es tut gut zu sehen/zu hören, dass der gesunde Menschenverstand noch nicht ausgestorben ist.

Uwe Dippel / 30.03.2021

Tamara Wernli finde ich erfrischend, leider auch manchmal etwas oberflächlich. So wie hier: Eine schöne Sammlung von Beispielen, alles in Ordnung, und ‘danke schön!’. Was mir fehlt, ist eine tiefere Analyse. Frau Wernli sagt komplett korrekt, dass es sich bei diesen Vorstellungen um zeitabhängige moralische Vorstellungen handelt. Das ist vollkommen richtig. Bloss scheint sie nicht zu erkennen, dass die Betreiber sich selbst eben ausserhalb solcher Kategorien sehen! Das Mittelalter lässt grüssen, Der Name Der Rose, als Beispiel, die Inquisition. Die Inquisitoren innerhalb und ausserhalb des Filmes haben ja eben nicht postuliert, ihre Ansichten seien ‘ungeeignet für den momentanen Kompass der Gesellschaft’. Die Inquisitoren sind stattdessen von einer zeitenübergreifenden Wahrheit ausgegangen. Und genau das macht mir die Angst: Diese Leute von heute sind im Grunde die Nachfolger der Inquisitoren. Denn sie postulieren genauso wenig ‘in einer sich ändernden Gesellschaft mit sich ändernden (Moral-)Vorstellungen’. Stattdessen sehen sie sich selbst auf einem Plateau objektiver und gesellschaftsunabhängiger Wahrheiten. Also nicht, wie Frau Wernli unterstellt, zeitgeistabhängig, sondern absoluter Wahrheiten.

Thomas Taterka / 30.03.2021

100 Jahre Kinogeschichte sagen mir , daß im Stechschritt marschierende Idioten die alten großen Filme lieber sehen sollten als sie zu verbrennen. Wenn nicht als Entertainment , dann als Kunstwerke. Wenn nicht als Kunstwerke, dann als Zeitdokumente. Wenn nicht als Zeitdokumente, dann als Nachhilfeunterricht. - 1939, das Jahr , in dem ” Gone with the Wind ” ins Kino kam , war die Premiere der ersten schwarzen Darstellerin im amerikanischen Film : Hattie McDaniel. Sie bekam dafür den Oscar als Beste Nebendarstellerin ( wahrscheinlich für Lillian Yarbo mit, aus “Destry rides again”, ebenfalls 1939 ) . Bis dahin gab es EINEN EINZIGEN Auftritt einer Schwarzen im Film : Ivie Anderson in ” A day at the races ” 1937 von Sam Wood mit den Marx Brothers. Eine Gesangsrolle.  - Das änderte sich, nach dem 2. Weltkrieg erst, als Sydney Poitier ins Rampenlicht treten durfte. Mit ” In the heat of the night ” 1967 von Norman Jewison war dann endgültig klar , nach einigen Anläufen , daß Schwarze, - wie alle anderen Menschen auch , selbstverständlich im Kino zu sehen sind.” Gone with the wind ” war also der kleine Stein, der die Emanzipation der Schwarzen im Kino ins Rollen gebracht hat. Nicht mehr , aber auch nicht weniger. - Es ist also einfach ...dumm , diesen Film auf die ” Schwarze Liste ” zu setzen . Ohne jede Kenntnis. Abgesehen davon, daß ” Schwarze Listen ” überhaupt gefährlicher Unfug sind , ganz gleich wer meint dazu moralisch berechtigt zu sein .

Leo Hohensee / 30.03.2021

Liebe Frau Wernli, wenn wir ehrlich sind, so ein bisschen verrucht, so ein bisschen hinterhältig, eine Prise Gewalttätigkeit - so ist das Leben. Sturmgebraus, Feuersbrünste, Wassermassen, die ein Lebenswerk zerstören, oder - ganz banal - ein Zeckenbiss, ein Unfall, der die Betroffenen eine neue Bescheidenheit lehrt. Apropos Bescheidenheit - das Alter lehrt einen Jeden, wie schnell Freude an dem eigenen Erleben verfällt. Verknöchert Disziplin leben, bedeutet auch, sich lebenswerte Gelüste versagen. Blöd gegen schlau, stark gegen schwach, blond gegen ??? -Der gute Geschmack spielt dann keine Rolle. Was will ich sagen? Ich lache gerne, auch über Zotiges. Da gibt es die Frau mit dem dicken Hintern bei der alles andere durch die Tür passt nur eben der nicht. Man kennt die Herrenwitze, die Stotterer-Witze. Die müssen nicht gefallen. Auch die speziellen Mädelswitze sind nicht von schlechten Eltern. Ich habe über vieles lachen können, und ich habe es gerne getan. Das gehört auch zur Lebensfreude. Wer heute einen Witz erzählt, muss aufpassen, dass keine Presse in der Nähe ist oder Nachbarn aus der 0-Tolleranzecke. Witze funktionieren (alle) nur auf Kosten von Irgendwem. Und wenn bei Bonanza der chinesische Koch “Hopp-Sing” hieß und von der Stimme her etwas einfältig dargestellt war, so hatte ich ihn dennoch ins Herz geschlossen. - Auf jeden Fall gehen mir diese ständigen Vorwürfe, irgendjemand zu diskriminieren auf den Geist.

Peter Tichy / 30.03.2021

Ich muß gestehen, wenn sich dieses Cancel Thema mit Warnhinweisen abhandeln läßt, dann sind wir in der heutigen Zeit noch glimpflich davon gekommen. Wir sind ja heute schon von Warnhinweisen umgeben, die zeigen, daß man uns für zu dumm hält, die Gefahren des Lebens zu meistern - von ‘Achtung, trocknen Sie ihren Hund oder Ihr Baby nicht in der Mikrowelle’ über ‘Achtung, greifen Sie nicht in eine rotierende Kreissäge, es könnte Ihren Fingern schaden’ oder ‘Achtung diese Nußtorte könnte Spuren von Nüssen beinhalten Sollen Sie halt vor jeden Film einen 30 Sekunden Warnhinweis einblenden - den kann man ja noch zum Getränke holen oder zur Getränkerückgabe nutzen - was solls. Besser als die Filme werden alle gecancelt.

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