
WIR SIND DAS VOLK. Dieser Satz trifft ins Schwarze. Und dass Sozialisten Schwierigkeiten damit haben, ja dass sogar die “Antifa” diesen Satz für typisch Rechts hält (weil er auch von den Demonstranten der Pegida skandiert wird) ist entlarfend. Der Satz bietet auch den Lösungsweg: Immer dort, wo staatliches Handeln den Souverän (WIR !) ignoriert, ist Widerstand Pflicht. Gläubig, eben auch staatsgläubig, müssen alle sein, die sich in der Politik den aufrechten Gang nicht zutrauen - ohne die Stütze durch die anderen (“wir sind viele”), oder die lieber gehorsam sind, um einen Konflikt zu vermeiden (feige), oder die sich staatstragend geben, weil sie ein Stückchen der Macht gratis kosten wollen (opportunistisch). Im übrigen ist das Wesen der Demokratie nicht Konsens, sondern Dissens“ (Broder). Und so sehe ich auch die Rolle der AfD.
@giesemann gerhard: Ich genieße Ihre Beiträge, aber Dr. Luders Rechtfertigungslehre, seine Entjudung des Christentums durch die Trennung des Glaubens von der Tat, ist die Ursünde- und -lüge, welche zum Untergang beiträgt, denn “an ihren Taten sollt ihr sie erkennen/an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen”.
Religionsfreiheit kann es nur für Religionen geben, die ihre Religion als Angebot verstehen, nicht aber für Religionen mit Alleinherrschaftsanspruch, wie den Islam oder die Grün-Ideologie etc. Die wollen Andersdenkende vernichten.
@ Peer Doerrer, vielen Dank für Ihr Bekenntnis zur Alternative und einzigen Opposition hier im Lande. Auch ich bekenne mich mit meinem Namen zu dieser Partei und weiß , dass nur eine starke Opposition die gegenwärtigen Verhältnisse in Deutschland einigermaßen gerade rücken kann. Was von den ,,Freien Wählern``, die sich trotz gleichen politischen Programmen von der AfD abgrenzen, zu halten ist, sieht man in der Koalition mit der CSU in Bayern. Diese politische Gemeinschaft geht dort völlig unter. Kein Profil und trotz konservativer, vernunftbezogener Ansätzen in Ihrer Politik, sich dem Zeitgeist und den Mainstreammedien zu unterwerfen. Den Herrschenden kommt es sehr gelegen, dass sich die Kritiker ihrer verheerenden Politik gegenseitig die Butter vom Brot nehmen und sich nicht bündeln, um ihnen mehr Gegengewicht entgegen bringen zu können. Ach hier hat Merkel dieses Land und ihre Gesellschaft mit ihrer Bauernschläue gespalten. An die Intelligenz einer Alice Weidel kommt sie absolut nicht heran, sie hat nur eine besonders bösartige Art von Bauernschläue vorzuweisen, welche man ganz schnell durchschauen kann, wenn man sich ein bisschen eigenständiges Denken bewahrt hat. Was man bei der Mehrheit der Deutschen, zum Leidwesen aller, leider nicht mehr erkennen kann!
Selbstverständlich handelt es sich um Glaubensfragen. Das Problem heute ist, dass das staatstragende Bildungsbürgertum es eben NICHT mehr für Glaubensfragen hält, sondern für eine Frage objektiver Wahrheiten. So kommt es dann zu grotesken Situtationen, in denen Standpunkte nicht mehr verteidigt werden, weil man sich dafür entschieden hat, sondern weil man sie als “wahr” deklariert. Aus sehr gutem Grund lautet §1 unseres GG aber NICHT: “das Staatsziel ist die Wahrheit zu erkennen und umzusetzen”, eben weil es so eine Wahrheit nicht gibt. Demokratie beschäftigt sich genau damit die verschiedenen frei gewählten Weltsichten und Ziele einem Entscheidungsprozess zuzuführen. Hätte die Anklägerin in diesem Fall wahrheitsgemäß gesagt: “Ich will das so sehen, ich stehe für eine Gruppe, die das auch so sieht, wenn das GG unserer Auffassung widerspricht, wollen wir, dass das GG anders interpretiert oder notfalls geändert wird (wie 1992 oder so auch zum Asyl)”, wären wir sofort im demokratischen Diskursraum und die Anklägerin könnte im Rahmen unserer Demokratie versuchen ihre Sicht durchzusetzen. Sie müsste aber automatisch anerkennen, dass die Autorin (mit anderen Gruppen) sich für andere Glaubensansätze enstschieden hat. Daneben gibt es natürlich noch ein paar Wahrheiten wie dass die Anklägerin nicht alle Menschen vertritt, eine deutliche Mehrheit das Welt- und Menschenbild der Anklägerin radikal ablehnen würde (eine triviale Aussage, gilt für alle Ansichten, weil die Menschen recht bunt und widersprüchlich denken), und vieles mehr. Aber all diese Wahrheiten haben wie alle Wahrheiten prinzipiell nicht die Position Glaubensfragen anzugreifen, wie etwa dass man die Grenzen für alle Menschen (oder alle armen Menschen, oder ...) öffnen will. Das sind eben Glaubens- und Entscheidungsfragen.
@lutzgerke Hierzu einige physikalische und astronomische Einwände. Es ist in der Tat nach den Experimenten von Michelson-Morley und Kennedy-Thorndyke so, daß die Lichtgeschwindigkeit unabhängig von der Bewegungsgeschwindigkeit des Beobachter ist. Was Ihr Beispiel mit Pluto angeht, so sind darin einige Fehler vorhanden. Erstens wird in der Astronomie die Position eines Planeten relativ zu den Fixsternen gemessen. Und die ändert sich mit der Drehung der Erde nicht. Daher gibt es kein Paradoxon. Die tatsache, daß die Lichtgeschwindigkeit endlich ist, ist aber schon länger bekannt (Olaf Roemer).
Hallo Frau Heinisch, der zweite Teil ist noch besser als der erste, weil er über die reine Bestandsaufnahme hinaus in die Analyse geht und den wichtigen Aspekt der sogenannten “Staats"gläubigkeit beleuchtet. Tatsächlich handelt es sich allerdings, wenn man es schärfer fasst, um Politikgläubigkeit. Das eigentliche Problem dann wiederum ist der Politikansatz. Politik, die einen Ausschließlichkeitsanspruch postuliert, verträgt sich nicht mit dem Konzept einer pluralistischen Gesellschaft. Hierzulande benennt das Grundgesetz die Parteien als Mittel, an der Gestaltung von Politik mitzuwirken. Daraus hat sich zum - wie sich nun deutlich zeigt - Unglück des Staates eine Situation entwickelt, in der eine ganz kleine Gruppe von Karrieristen ohne wirksame Kontrolle über das Schicksal des Landes und des Volkes verfügen kann. Solange die - so ursprünglich gar nicht gewollte - Vormachtsstellung der Parteien nicht abgeschafft wird, kann es nicht besser werden. Ich verstehe ihren Appell, neue Wege zu beschreiten, also dahingehend, die Menschen dafür zu begeistern, sich aus der Knechtschaft der Parteien zu befreien und die Mittel zur Gestaltung von Politik weiterzuentwickeln.
Der heutige Staat ist alles andere als ein Versicherungsunternehmen. Bevor es bei einer Versicherung eine definierte Leistung gibt, muss vorher definiert eingezahlt werden. ++ Die Analyse vergisst etwas ganz wichtiges. Der ideologische Überbau ist nur die eine Hälfte, die andere, wichtigere Hälfte ist der Bauch (cui bono). Schon seit Urzeiten nutzen “Priesterkasten” - Priester ist hier in einem allgemeinen Sinn zu verstehen - irgendwelche Religionen oder Ideologien um ihre parasitäre Existenz durch Ausbeutung der Gesellschaft zu sichern. Im bürokratischen Wohlfahrtsstaat ist die moderne Form der Priesterschaft der Staatsapparat: Der Überbau ist das säkulare sozialistische Paradigma anstelle einer transzendenten Religion (wobei die transzendenten Religionen letztendlich stärker sind). Die moderne Staatsgläubigkeit hat banale Ursachen. Erstens ist der Staatsapparat riesig, zweitens ist der vom “Staat” gepamperte Sozialbereich riesig, drittens wirkt - wie schon seit Urzeiten - die ideologische Indoktrination der “Priesterschaft” (und ihrer Hilfstruppen), und viertens werden Häretiker - wie schon seit Urzeiten - zum Schweigen gebracht. Staatsapparat und Sozialbereich vertreten natürlich ihre elementaren Interessen. ++ Innerhalb transzendenter Religionen waren sicherlich große Bevölkerungsteile ehrlich gläubig, auch Teile der Priesterschaft waren ehrlich gläubig und wertschöpfend tätig (z.B. viele Mönchsorden) - aber eben nur Teile. Im bürokratischen Wohlfahrtsstaat ist das total umgekippt, und zwar von oben bis unten. ++ Bevor man artifizielle idealistische Analysen tätig, sollte man zuerst auf die banalen ökonomischen Bedingungen achten (nein, ich bin kein Marxist). ++ Ich kann jedem nur empfehlen sich mit der Geschichte der UdSSR auseinanderzusetzen, insbesondere dem Stalinismus. Man kann hierbei klar sehen, wie eine neue “Priesterschaft” die Herrschaft übernommen hat - knallhart und realistisch auf ihr eigenes Wohl bedacht, ungeachtet der verlogenen Sprüche.
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