Im Frühherbst 1989 entschließt sich ein 21-Jähriger Plauener Bürger zu dem sehr gewagten Schritt, ein Flugblatt zu verfassen. Er erträgt die Atmosphäre im Land nicht länger. Tausende Menschen verlassen die DDR, Jörg Schneider will bleiben. Er will etwas tun gegen die Propaganda, die permanenten Lügen, die als Wahrheit akzeptiert werden sollen, die Arroganz und Ignoranz der Herrschenden. So kann es nicht weitergehen. Er findet Arbeitskollegen, die ihm helfen, ein paar hundert Flugblätter herzustellen. Sie werden am Vorabend des 7. Oktober 1989 in der Stadt verteilt und sind binnen Stunden in aller Munde. In Plauen findet die erste Massendemonstration des Revolutionsherbstes mit 15.000 Teilnehmern statt, an dessen Ende in Berlin die Mauer fällt, dem innerhalb weniger Monate nicht nur die Deutsche Vereinigung, sondern das Verschwinden des bis an die Zähne bewaffneten sozialistischen Lagers folgte. Es war die größte Freiheitsbewegung in der Geschichte der Menschheit – und die blieb friedlich.
Die wenigsten, die für Freiheit und Demokratie auf die Straße gingen, hätten sich vorstellen können, dass es eines Tages notwendig sein könnte, aus ähnlichen Gründen wieder auf die Straße zu gehen wie 1989. Aber wenn wir jetzt nicht der Politik und den Medien, die sich zum inoffiziellen Regierungssprecher gemacht haben, ein energisches Stopp gebieten, wird sich der bekannte Spruch bewahrheiten: „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf.“
Bis 2022 gab es einen Verein in Plauen, die Bürgerplattform, ein Bündnis, das sich maßgeblich aus Akteuren des Revolutionsherbstes '89 zusammensetzte. Sie schrieben auf ihrer Internet-Seite: „Wir waren und sind der Meinung, dass sich die Demokratie nicht in die damals erhoffte Richtung entwickelt hat.“ Deshalb stiftete das Bündnis einen Preis, der „den friedlichen Geist von ‘89 in die Zukunft tragen, der Gesellschaft zum Nutzen und den Mächtigen als Korrektiv“ dienen soll. Er werde an Menschen verliehen, die unter anderem „ein hohes Maß an Zivilcourage (gezeigt haben), indem sie Informationen für alle Bürger bereitstellen, auch wenn diese für das jeweilig herrschende Establishment als unerwünscht gelten.“ Ich war 2019 die stolze Preisträgerin. Er wurde mir am Denkmal der Friedlichen Revolution verliehen und er bedeutet mir mehr als alle anderen Priese, die ich bekommen habe.
Ich habe mich stets bemüht, den Geist von 1989 wachzuhalten, und heute möchte ich die Gelegenheit nutzen und an alle appellieren: 1989 hat gezeigt, was der Wille, unerträglich gewordene Zustände zu beenden, vermag, wenn es genügend Menschen gibt, die dem Beispiel des 21-jährigen Plaueners folgen und mit Mut ihre Forderungen öffentlich machen. Was damals gelang, kann und muss wieder gelingen, wenn wir eine Zukunft für uns und unsere Kinder haben wollen.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf Vera Lengsfelds Blog.

Als die „Gastarbeiter“ zu uns kamen, sagte ein ziemlicher Asi (Knacki) zu mir: „Erst nehmen sie unsere Jobs, dann unsere Wohnungen und am Ende fi…. sie unsere Frauen!“… das war vor über 40 Jahren. Wie recht er doch hatte…
Echt schräg hier.
Die „friedliche Revolution“ offenbarte die gesellschaftspolitische Ohnmacht. Allerdings muss man fairerweise feststellen, das Ende der Revolution war alternativlos/unvermeidlich. Die nächste Revolution endet ähnlich unrevolutionär.
Ende 89 sind bei uns im Westen die ersten Studenten aus der DDR eingeschrieben gewesen, es kam natürlich auch die Wende zu Gespräch. Ich habe denen klipp und klar gesagt: Ihr wollt Bananen, was ihr bekommt sind Türken. Ihr wechselt nur die Besatzer aus – die Amis sind smarter, aber die rauben euch aus. Bleibt allein, werdet die Russen los und nach zehn Jahren will die BRD beitreten.
Es gab ungläubiges Schweigen.
Zur militärischen Situation damals: Die Niederschlagung fiel aus, weil die Kommandeure aus Angst nicht haben schiessen lassen – den Soldaten standen deren Eltern gegenüber. Das Regime wollte.
Bei uns im Westen: Panzer heimlich an die Grenze verlegt – dumm, wenn man die Unterstände der Brigade von der Straße aus sehen kann und die alle weg sind. Ausserdem, der Bahnhof hat zwar nachts verladen, aber die Leos mußten über eine Rampe selbst fahren. Konnte man in der ganzen Stadt hören.
Was auch fehlt: Soldaten mit Ausgangssperre, Sonitätsoffiziere vom regulären Dienst im Pflegeheim einberufen, und: Morgens früh, Straßensperren, Militärtransport. Wachmanschaft, mobile Rampen, noch mehr Wachen. Kurzstreckenraketen aus einer Basis in der Eifel, wurden an die Grenze verlegt – nukleare Luftabwehr, amerikanische Sprengköpfe auf belgischen Raketen.
Das stand nicht in der Zeitung.
Die echten DDR-Oberen, nicht die weißgekleideten für die Operette, waren von Anfang an auf die Übernahme der BRD aus. Was sie allerdings dann obend’rein geschenkt bekamen, war sogar die EU, natürlich brüderlich geteilt mit der Nato, also dem Pentagon. Die Internationale, ausgehend von der Sowjetunion, ist wohl durch Unterwanderung des Westens weitergeführt worden. Bisher haben die Oligarchen aller Länder die Träumer für sich walten lassen, doch jetzt werden diese eingefangen, was natürlich nicht so einfach ist, sondern nur mit den Leidensflüssigkeiten aus den Körpern zu erringen ist.
Warum wurden die Demonstranten nicht niederkartätscht? Die niederträchtige Obrigkeit will so wohl Bürgerrechte vorgaukeln? Hoffentlich fälschen die Schufte wenigstens die Wahlen!
Grüße an die mutigen Plauener und Alle, die dazu kamen. Das linksgrüne Milieu, das uns heute regiert, ist noch viel aggressiver und asozialer, als die Sozialisten und Kommunisten in der DDR 1.0. Auf einem aktuellen Wahlplakat der Berliner Grünen heißt es „Faschismus bekämpfen“. Ich ergänze: heißt Linksgrün bekämpfen.