Einer sah nicht weg und griff ein. Auch etliche Tage nach dem Messerangriff auf den jungen Amerikaner, der in einer Dresdener Straßenbahn Frauen vor Belästigungen durch eine Gruppe Syrer schützen wollte, bleiben viele offene Fragen.
Ich weiß nicht genau, wie es sich zutrug. Ich war nicht dabei. Ich stelle es mir nur vor, weil es schon dutzende solcher Fälle gibt und sie immer nach demselben Muster ablaufen. Eine Straßenbahn tingelt sich kurz nach Mitternacht durch die Dresdener Neustadt. Es gibt noch genug Fahrgäste. Auch ein paar junge Frauen sind dabei. Eine Gruppe junger Migranten behelligt sie, erst mit Worten, dann mit Aggression. Sie reagieren nicht, sind verängstigt. Auch die unbeteiligten Fahrgäste ducken sich verängstigt ob der aggressiven Bande weg. Auch die Männer. Besonders die Männer.
Nur einer nicht. Ein junger Mann steht auf und stellt sich zwischen die Frauenbelästiger und die verängstigten Frauen. Er tut dies, wohl weil er nicht weiß, was in dem Land, das er bereist, inzwischen usus ist. Der US-Amerikaner John Rudat ist hier als Tourist unterwegs. Er ist geboren in den USA, lebt in New York. Der dunkelhaarige 20-jährige Lockenkopf könnte einem Mädchentraum entsprungen sein, und er tut das, was in seiner Kultur als recht und ritterlich gilt, nämlich Frauen, die angegangen werden, zu beschützen. John arbeitet als Model und hat gerade eine Ausbildung zum Rettungssanitäter abgeschlossen. Er ist auf Reisen durch Deutschland, um seine frühere Gastfamilie in Dresden zu besuchen. Er ahnt wohl nicht das Aggressionspotenzial, was die neuen Straßenbahnbeherrscher in sich tragen.
Dann geschieht das in Deutschland inzwischen alltägliche, das die Medienphalanx der Guten in nachgerade widerlicher Verharmlosung als „Vorfall“ framt. Die Migranten wenden sich sofort geschlossen gegen ihn und greifen ihn an. Es hagelt Faustschläge und ein scharfes Messer fährt ihm ins Gesicht, eine klaffende Wunde über Mund und Nase hinterlassend. Blut spritzt umher. Wer jemanden mit einem Messer am Kopf angreift, will seinen Tod. Das weiß John, als er zu Boden geht.
Keine Fluchtgefahr beim "Flüchtling"?
Die Bahn stoppt und die Ripper suchen angesichts der Blutlache auf dem Straßenbahnfußboden feige das Weite. Jetzt werden einige Fahrgäste mutig, versuchen, mit Zellstofftaschentüchern die Blutung zu stoppen und rufen Polizei und Rettungsdienst. Von nun an geht alles wieder seinen sozialistischen Gang in Dresden-Neustadt. Der Verletzte kommt ins Krankenhaus, die Fahrgäste verdrücken sich nach Möglichkeit, und die Polizei sucht die messerschwingenden Schutzsuchenden.
Sie finden nach kurzer Zeit einen von ihnen, der sich auf einem Leihroller davongemacht hat und nehmen ihn mit auf die Wache. Er ist den Beamten kein Unbekannter. Drogenhandel, illegaler Aufenthalt, Körperverletzung, Raub – was manche eben so tun, wenn sie aus Syrien nach Deutschland kommen und um Asyl bitten. Nach ein paar Stunden entscheidet ein Staatsanwalt, dass der Deliquent wieder freigelassen werden muss, weil er einen festen Wohnsitz habe und ihm die Tat zunächst nicht direkt zugeordnet werden konnte, da er dem Opfer angeblich "nur" ein paar Faustschläge verpasst haben will. So ist er schneller wieder auf freiem Fuß, als Johns Gesicht wieder zusammengeflickt werden kann. Und nur das breite öffentliche Interesse sorgte dafür, dass er nicht auf freiem Fuße blieb und sich der Fahndungsdruck auf seinen Komplizen so erhöhte, dass der sich den Behörden stellte.
Doch halt mal. Da gibt es doch Fragen über Fragen.
Der eine Syrer ist illegal hier und hat einen festen Wohnsitz. Wer ist der Vermieter? Er handelt mit Drogen. Hat er auch ein Bankkonto, wo das Geld vom Amt monatlich ankommt? Er ist der Polizei als notorisch kriminell bekannt, er ist zumindest tatbeteiligt, und er ist vom Tatort geflüchtet. Das alles zusammen zählt nicht sofort als Haftgrund? Was muss man als syrischer Schutzsuchender tun, damit ein deutscher Staatsanwalt einen Haftbefehl beantragt? In diesem Fall kam der Haftbefehl erst, nachdem sich auch die US-Botschaft und Personen aus dem Trump-Umfeld, wie Richard Grenell, dafür interessierten.
Es bleibt die Frage: Was denkt sich ein Staatsanwalt, dessen Kollegen bei einem Rentner wegen eines Politikerwitzes eine Hausdurchsuchung veranstalten, wenn er einen offensichtlichen ausländischen Glücksritter, der auf frischer Tat ertappt wurde, so einfach wieder auf die Schutzgebenden loslässt?
Es kommen mir noch mehr Fragen.
Haben sich die Frauen, für deren Schutz sich John Rudat einer aggressiven Männerhorde in den Weg stellte, schon zu Wort gemeldet? Wenigstens, um ihren Dank an den ritterlichen Beschützer zum Ausdruck zu bringen? Im Film wird ja so ein Held immer vom schönen Geschlecht mit einem süßen Kuss und vielleicht noch viel mehr belohnt. Was sagen die anderen Feiglinge, die in der Bahn saßen oder standen und weder den Frauen noch John beisprangen, zu ihrer Rechtfertigung? Warum gibt es keine Journalisten, welche die Wegseher nach ihrer Angst befragen? Wo sind die Frauenbewegtinnen, die jeden Einheimischen am liebsten für einen verstohlenen Blick ins Dekolleté lynchen würden? Und wo sind die Politiker, denen es wirklich reicht?
Manfred Haferburg wurde 1948 im ostdeutschen Querfurt geboren. Er studierte an der TU Dresden Kernenergetik und machte eine Blitzkarriere im damalig größten AKW in Greifswald. Wegen des frechen Absingens von Biermannliedern sowie einiger unbedachter Äußerungen beim Karneval wurde er zum feindlich-negativen Element der DDR ernannt und verbrachte folgerichtig einige Zeit unter der Obhut der Stasi in Hohenschönhausen. Nach der Wende kümmerte er sich für eine internationale Organisation um die Sicherheitskultur von Atomkraftwerken weltweit und hat so viele AKWs von innen gesehen wie kaum ein anderer. Aber im Dunkeln leuchten kann er immer noch nicht. Als die ehemalige SED als Die Linke in den Bundestag einzog, beging er Bundesrepublikflucht und leckt sich seither im Pariser Exil die Wunden. In seiner Freizeit arbeitet er sich an einer hundertjährigen holländischen Tjalk ab, mit der er auch manchmal segelt. Im KUUUK-Verlag veröffentlichte er seinen auf Tatsachen beruhenden Roman „Wohn-Haft“ mit einem Vorwort von Wolf Biermann.
Beitragsbild: Bratislavcan85 - Own work, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

2010 präsentierte Günther Jauch in seiner Jahresendsendung einen Helden aus dem Ruhrgebiet, der im Bus Frauen vor eingewanderten Frauenfeinden beschützte. Die Barbaren traten ihm derart ins Gesicht, daß er ein riesiges Hämatom in Form einer Sportsohle davontrug. Die beschützten Frauen bedankten sich beim Helden nicht.
Günther Jauch benannte die Herkunft der Täter mit keinem Wort und orakelte nur „hier ist etwas zerbrochen“.
@Clemens Jäckel: Und wenn der Amerikaner Charakter hat, wovon ich ausgehe, lehnt er das Bundesverdienstkreuz ab.
Das die anderen nicht Eingriffen ist im Grunde verständlich.
Es gibt mittlerweile mehrere Gründe für solche Fälle:
1. Streiten sich Ausländer ist am Ende der Deutsche tot.
2.Courage wird nicht geduldet, sollte Punkt 1 nicht eintreten gibt es eine Überprüfung der Verhältnismässigkeit des Eingreifens.
3. Sollte der Eingreifende selbst Migrationshintergrund haben: „A hero is born!“, wenn nicht:
4. Sollte der Eingreifende des Rassismus unverdächtig sein, erfolgt ein erfolgreiche Prüfung auf Fremdenfeindlichkeit.
5. Sollte der Eingreifende selbst „Werkzeuge“ irgendeiner Art verwendet haben ist er ab da Täter und seine Opfer werden im ganz anderen Licht behandelt.
6. Sollte Punkt 1 eingetreten sein, dann wird nach Vorerkrankungen gefahndet, er wär wohl sowieso gestorben und es ist eher „suicide by guests“
7. Sollte unerwartet keiner der oberen Punkte gegeben sein und er verletzt überleben… lasst die Medien- und Expertenhunde los!
In Deutschland muss man sich Heldenmut gut überlegen, man hat zwar eine gute Tat begangen, aber im schlimmen Fall zahlt man ein Leben lang dafür und niemand wird einen helfen. (zum Beispiel habe ich erst hier im Text erfahren dass er als Model arbeitete, das ist wohl vorbei und anderen keine Erwähnung wert gewesen)
Während man selbst einen Preis zahlt, werden die „Anderen“ garantiert mit Therapie, Resozialisierung und was das Geld hergibt überzogen werden.
„Der Bürgermeister von Friedland (Landkreis Göttingen) hat nach einem Interview mit dem NDR Drohmails und -briefe erhalten – weil er angeblich den Fall der am Bahnhof getöteten 16-Jährigen verharmlose.“… nee, war ja nach seinen eigenen Worten auch nur ein „tragischer Unglücksfall“… unfassbar der Typ!
An dieser Stelle noch einmal der Hinweis, dass für die Operation und den Krankenhausaufenthalt von John Rudat Geld gesammelt wird bei GoFundMe, Sie können die Seite leicht finden, wenn Sie „Support John’s Recovery from Brutal Attack“ googeln. Auf der Seite selbst dann auf „Jetzt spenden“ oben rechts klicken, Sie können mit Paypal oder mit Kreditkarte bezahlen. Danke.
Ich hatte meine eigenen Erfahrungen ca. 2016/17 in DD, allerdings nicht die mittlerweile Messerbahnlinie 7, sondern meine Feierabend 10 vom Hbf. Richtung Stadion und Straßburger. Einmal sah ich z.B. als die Bahn an der Schule Bürgerwiese hielt, wie ca. 5 Pakistaner(#kleiner; zum Glück!) mehrere junge Mädchen aggressivst umzingelt, bedrängt, betatschten küssen usw.! Offenbar konnten die Mädchen nicht einsteigen und haben auch nicht mitgedacht und sich bis zur nächsten Hst. bewegt. Ich in der Bahn hochgesprungen, geschrien und getobt daß die Adern zu sehen waren – am Kopf und an den Fäusten. Fahrer hatte die Tür hinten nochmal aufgemacht und wartet. Ich reiße dann die augenscheinlich hilflos und den Tränen nah, konstatierten beiden kaum 12 Jahre alten Mädchen regelrecht los und zerre Die in die Bahn. Aus Richtung Tanke war schon 4er Paki Verstärkung im Anmarsch, was mich allerdings nicht wirklich zielführend beeindruckt hätte. Es gab dann in der Bahn noch eine, so ruhig wies ging, Realitäts-Warnansage(a.k.a. neudeutsch Hasshetze) an die geschockten Mädels. Der gesamte Rest in der Bahn war dabei, ob des Wuhlings, sich fast in die Hose zu machen – unterstützt hat Keiner. Und die Situation war unmissverständlich für Jeden ersichtlich ausreichend bedrohlich, am hellerlichten Tag! Das mit den Messern war damals aber wohl noch nicht so etabliert! Da hätte ich mit dem improvisiert ausgestreckten Schlüsselbund in der Faust keine Chance gehabt. Assoziale Bahnfahren ist eh vom Thema durch. Ein Verbrechen am eigenen Volk,… fortwährend!!!
Eintrag ins feministische Poesiealbum: Ohne ,,toxische Männlichkeit„ können Frauen ihre Rechte einpacken.