Fundstück / 18.01.2015 / 14:29 / 1 / Seite ausdrucken

Das schlimmste kommt noch

Gewalt und Religion
Natürlich hat der Islam etwas mit den Terroranschlägen zu tun. Er liefert, wenngleich in einer pervertierten Interpretation, eine ideologische Rechtfertigung für die Taten. Die Gesellschaft, und dies schliesst die friedlich in Europa lebenden Muslime mit ein, kann den Zusammenhang von Religion und Gewalt nicht ignorieren. Um tolerant gegenüber anderen Meinungen sein zu können, muss man einen eigenen Standpunkt haben. Alles andere ist Bequemlichkeit. Doch das agnostisch gewordene Europa reibt sich ratlos an jener Religion, deren praktizierende Gläubige sie konservativ bis dogmatisch und manchmal in extremistischer Weise auslegen. http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/gewalt-und-religion-1.18462854

Religiöser Faschismus
Was daraus wird, weiss niemand. Vermeintliche Sicherheiten sind löcherig geworden. In Frankreich haben die Terroristen bereits erreicht, dass die Selbstzensur zu wirken beginnt. Ein geistiger Belagerungszustand, wie ihn einst Albert Camus beschrieb, könnte um sich greifen. Und während die allgemeine Ratlosigkeit mit markigen Politikerworten in Schach gehalten werden soll, geistert ein weiterer Drohruf durch das Internet. Er lautet kurz und bündig: «Das Schlimmste kommt noch.» http://www.nzz.ch/feuilleton/religioeser-faschismus—und-die-folgen-1.18462686

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Otto Meierhaus / 18.01.2015

“Dieses Fundament basiert auch auf der antik-jüdisch-christlichen Tradition.” Es muss besser kommunizert werden - oder überhaupt ersteinmal - was das im Genauen denn ist. Ich denke, für zu viele bildet sich im Kopf eine Gedankenwolke irgendwo zwischen Zölibat, Sonntagmorgen aufstehen müssen und langweiliger Exegese, sprich die meist eher spröde Alltagserfahrung inklusive hin und wieder ein Skandal (Besoffene Bischhöfe, Pädophilie, Finanzdesaster etc). Das mag niemand und so lange man hinterm Berg hält, was diese Tradition im Kern ausmacht und in wieweit sich sich selbst im sekulären Hedonismus widerspiegelt, so lange werden die einen keine Identifikation aufbauen und die anderen in die alte Heimat schauen. Ich versuchs mal: Die C-J-Tradition und ihre Erfolgsformel der letzten 2000+ Jahre besteht aus exakt einem Text, den 10 Geboten. Laut EKD wären das.. 1) Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 2) Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen. 3) Du sollst den Feiertag heiligen. 4) Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. 5) Du sollst nicht töten. 6) Du sollst nicht ehebrechen. 7) Du sollst nicht stehlen. 8) Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. 9) Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. 10) Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat. Diese Inhalte finden sich in allen sekulären westlichen Verfassungen, wobei die ersten 3 Gebote an die quasi privaten Kirchen ausgelagert wurden, das vierte Gebot an die Familien deligiert wurde (und den Sozialdienst) und die Gebote sechs acht werden aus pragmatischen Gründen nicht verbindlich angewandt. Damit blieben: 5) Du sollst nicht töten. 7) Du sollst nicht stehlen. 9) Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. 10) Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat. Das ist so ziemlich der kleinste gemeinsame Nenner, auf dem man einen Staat aufbauen kann. Gar nicht so schwer eigentlich, oder?

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