
“Dieses Fundament basiert auch auf der antik-jüdisch-christlichen Tradition.” Es muss besser kommunizert werden - oder überhaupt ersteinmal - was das im Genauen denn ist. Ich denke, für zu viele bildet sich im Kopf eine Gedankenwolke irgendwo zwischen Zölibat, Sonntagmorgen aufstehen müssen und langweiliger Exegese, sprich die meist eher spröde Alltagserfahrung inklusive hin und wieder ein Skandal (Besoffene Bischhöfe, Pädophilie, Finanzdesaster etc). Das mag niemand und so lange man hinterm Berg hält, was diese Tradition im Kern ausmacht und in wieweit sich sich selbst im sekulären Hedonismus widerspiegelt, so lange werden die einen keine Identifikation aufbauen und die anderen in die alte Heimat schauen. Ich versuchs mal: Die C-J-Tradition und ihre Erfolgsformel der letzten 2000+ Jahre besteht aus exakt einem Text, den 10 Geboten. Laut EKD wären das.. 1) Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. 2) Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen. 3) Du sollst den Feiertag heiligen. 4) Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren. 5) Du sollst nicht töten. 6) Du sollst nicht ehebrechen. 7) Du sollst nicht stehlen. 8) Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten. 9) Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. 10) Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat. Diese Inhalte finden sich in allen sekulären westlichen Verfassungen, wobei die ersten 3 Gebote an die quasi privaten Kirchen ausgelagert wurden, das vierte Gebot an die Familien deligiert wurde (und den Sozialdienst) und die Gebote sechs acht werden aus pragmatischen Gründen nicht verbindlich angewandt. Damit blieben: 5) Du sollst nicht töten. 7) Du sollst nicht stehlen. 9) Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. 10) Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was dein Nächster hat. Das ist so ziemlich der kleinste gemeinsame Nenner, auf dem man einen Staat aufbauen kann. Gar nicht so schwer eigentlich, oder?
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