Jüngst feierten deutsche Journalisten einen „Riesenakku“ als Durchbruch für die Energiewende, obwohl ein Nachrechnen höchstens einen Riesen-Flop ergibt. Jetzt ist es ein „Riesenkabel“, das den „Energiewende-Turbo“ bringen soll.
Vor einer Woche berichtete die Achse über eine Jubelmeldung des FOCUS-Online:
Hurra, er ist endlich da, der Durchbruch für das Speicherproblem der Energiewende: der „Riesenakku“ der Gemeinde Diespeck. FOCUS Online jubelt: „Superakku“ kann trotz Dunkelflaute 10.000 Haushalte mit Strom versorgen“. Man muss zu Ende lesen, um herauszufinden, dass er das allerdings nur für eine Stunde kann. FOCUS: „Mit 24 Megawattstunden kann der Superakku sogar 2,4 Millionen Handys laden“. 13 Millionen Euro hat der Spaß gekostet. 13 Millionen fürs Handy laden während der Dunkelflaute? Um Deutschland durch eine echte, eher kleine Dunkelflaute von einer Woche zu bringen, benötigte man ungefähr 50.000 solche Batteriespeicher, die etwa 650 Milliarden Euro kosten würden. Für diese Summe könnte man 50 große Kernkraftwerke bauen. (Link zum Fundstück)
Leider ist dem Autor dabei ein dummer Rechenfehler unterlaufen. Ein aufmerksamer Leser rechnete nämlich nach und fand heraus:
Jahresstromverbrauch Deutschland 2022: 490 TWh
Stromverbrauch pro Woche (/52): 9.423 GWh
Benötigte Anzahl Speicher der Klasse 24 MWh (= 0.024 GWh): 9.432 / 0,024 = 392.628
Es sind also nicht 50.000, sondern fast 400.000 Riesenbatterien für eine Woche Dunkelflaute nötig. Das wäre dann der Investitionswert einer Flotte von 400 großen Kernkraftwerken. Die könnten ganz Europa mit Strom versorgen. Der Rechenfehler ist aber insofern von wenig Belang, dass weder 50 noch 400 Kernkraftwerke gebaut werden können, genauso wenig wie 400.000 Riesenbatterien.
Ohne Riesen geht es wohl nicht
Jetzt setzt der Focus in seinem Enthusiasmus noch einen drauf: „Riesenkabel zu den Briten soll Deutschland den Energiewende-Turbo bringen“. Offensichtlich wollen die Energiewender vom Focus die Riesenbatterie an ein Riesenkabel ankoppeln. Ohne Riesen geht es wohl nicht. „Interkonnektoren“ und gigantische Kabel: Deutschland und Großbritannien wollen ihre Energie-Partnerschaft vertiefen. Die Verbindung könnte die Energiewende für beide Seiten beschleunigen. Und auch eine Zusammenarbeit beim schwierigen Thema Wasserstoff ist geplant. Eine Zusammenarbeit bei Windparks in der Nordsee über sogenannte hybride Interkonnektoren soll künftig substanzielle „grüne“ Strom- und Wasserstoffimporte generieren, hieß es… Laut Habeck könnten bis zu 1,5 Millionen Haushalte mit „zuverlässiger, erschwinglicher und sauberer“ Energie versorgt werden.“
Da passt folgende Meldung des Spiegel vom September ins Bild: „Britische Ausschreibung für Offshore-Windparks endet ohne Gebot. Bis 2050 will Großbritannien seine Stromproduktion auf hoher See nahezu verdreifachen. Doch bei einer Ausschreibung für subventionierte Windparks fand sich kein einziger Bieter. Schuld soll die Inflation sein. Das bestätigte die Regierung in London nach Ablauf des Bewerbungszeitraums am Freitag“.
Und als kleine Ergänzung von der taz: „Neues Atomkraftwerk in Großbritannien: Atomkraft doch bitte? Großbritannien plant ein zweites AKW der neuen Generation – nur ein paar Hundert Kilometer Luftlinie von Deutschland entfernt.“
Zum schwierigen Thema Wasserstoff werde ich mich in einem gesonderten Beitrag auslassen. Doch zum Thema „Riesen“: Ein neues Kernkraftwerk in Großbritannien vom Typ EPR kann vier Millionen Haushalte versorgen. Sollte ich da nicht besser auf der Achse titeln: „Großbritannien plant mehrere Riesenkernkraftwerke“.

Wir nähern uns mit immer größeren Schritten und kWh dem Klima-Endsieg. Man muss nur ganz dolle daran glauben.
Bis Ende 2030 müsste man ja nur ca. 4.650 dieser Riesen-Akkus bauen. Jeden Monat wohlgemerkt, also im Schnitt nur läppische 155 pro Tag. Zusätzlich zu den knapp 5 Windmühlen pro Tag. Wir schaffen das!
Zitat: 2030 soll für RWE-Kraftwerke auf jeden Fall Schluss sein RWE-Chef Krebber hält dies weiter für erreichbar. „Noch ist Zeit, und die sollte die Politik auch nutzen“, forderte er. Um die Kohlekraftwerke zu ersetzen, sei aber dringend der Bau von Gaskraftwerken notwendig, die ab Mitte der Dreißigerjahre mit klimaschonendem Wasserstoff betrieben werden könnten. Sie sollen in Phasen zum Einsatz kommen, in denen Windkraft- und Solaranlagen wetterbedingt nicht genügend Strom erzeugen…. +++ Bereits beim Atomausstieg hatte sich Krebber gegen FDP-Pläne positioniert. Dem SPIEGEL sagte er Ende 2022, dass er die Diskussion über längere Atomlaufzeiten für falsch halte. „Das politische Kapital und die Energie, die wir auf relativ wenig Erzeugungskapazität verschwenden, sollten wir lieber in den Ausbau der Erneuerbaren oder den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft stecken“, so der Manager. „Daran hängt die Zukunft dieses Landes. Nicht an der Frage, ob vier Gigawatt Kernenergie ein oder zwei oder drei Jahre länger laufen…. +++ Ich habe Aktien eines Stromproduzenten im Depot in dessen Land man nicht plant KKW-abzuschalten.
Ich freue mich schon auf die Wasserstoffbetrachtung von Herrn Haferburg. Ich sehe schon viele Hinweistafeln, daß da ein Kabel liegt und da Gasröhren. Wie wird das erst mit Wasser„Stoff“Rohren?
KGE – Atomstrom verstopft die Netzwerkkabel. Sind die Elektronen nicht alle gleich? Soviel Gleichheit ist unvorstellbar. Also die Elektronen sind laut KGE verschieden. Das AKW-Elektron ist so dick und fett, daß es sich durch die Leitungen quetschen muß. Ich muß da an Ricarda Lang denken. Dazu muß Frau KGE ihre Erfahrung als Küchenhilfe gemacht haben. Da müssen beim Spülen ungenügend genagte Hähnchenschenkel die Rohre verstopft haben. Gibt es Elektronen so groß wie Hähnchenschennkel?
Au, Klasse! Um der ganzen Rechnerei noch eins draufzusetzen: Wenn so ein Akku 10000 Haushalte eine Stunde lang mit Strom versorgen kann, dann kann er 100000 Haushalte sechs Minuten lang mit Strom versorgen oder 1000000 Haushalte 36 Sekunden lang! Wir sind gerettet!
Als die Nazis anfingen von Wunderwaffen zu faseln, die trotz der verzweifelten Lage an den Fronten zuletzt doch noch die große Wende bringen würden, dauerte es nicht mehr lange, bis der Spuk zu Ende war. Denn es ist das Eingeständnis der Machthaber, daß nur noch ein Wunder uns retten kann. Aber Wunder gibt es nur in den Phantasien von Kinderbuchautoren.
Welcher deutsche Journalist oder Politiker kann denn überhaupt rechnen! Schon vor Jahrzehnten waren die entsprechenden Kreise schon stolz(!) darauf, mit „MINT“ nichts am Hut zu haben, nichts zu können, in der Schule entsprechend immer schlecht gewesen zu sein. Also…