„Dat hillije Köllen“ sagte man früher, wenn man die große Stadt am Rhein meinte. Köln wird immer noch gern besucht, weniger von Gläubigen allerdings als von Touristen. Die erste Attraktion der Stadt, der große Dom, steht gleich neben dem Hauptbahnhof, wird aber nicht mehr als Kirche wahrgenommen, sondern als Museum. Wer rein will, muss bezahlen – irgendwo muss das Geld, das die Frommen nicht mehr aufbringen können oder wollen, ja herkommen.
Die zweite Attraktion, die Zentral-Moschee im Stadtteil Ehrenfeld, dient nach wie vor als Gotteshaus, für Allah allerdings. Der Besuch ist gratis, verlangt aber neben vollständiger Bekleidung und dem Verzicht auf Schuhe von Frauen das Kopftuch. Die dritte Sehenswürdigkeit, das rosarot gestrichene Pascha, ein riesiges Bordell, angeblich das größte in Deutschland, vielleicht sogar in ganz Europa, liegt gleich nebenan. Hier kann der Besuch teuer werden, weil Mitmachen erwartet, ja verlangt wird. Und Mitmachen kostet.
Gegenüber ihren beiden jüngeren Konkurrenten ist die älteste Kölner Großmacht, die Kirche, ins Hintertreffen geraten. Kardinal Woelki mag sich noch so anstrengen, die Messe auf einem Holzboot zelebrieren, den Toten Hosen Beifall klatschen, eine Werbeagentur mit seiner Imagepflege beauftragen – gegen eine Konkurrenz, die jedem Mann bis zu vier Frauen gönnt, im Jenseits sogar ein Rudel von zweiundsiebzig Huris in Aussicht stellt, ist er machtlos. Genauso machtlos wie gegen ein Freudenhaus, in dem einige hundert Sexarbeiter*innen rund um die Uhr ihren Beruf ausüben.
Die Predigt durch das Impulsreferat ersetzt
Die Evangelische Kirche tut sich da leichter. Sie hat sich angepasst, den Gottesdienst durch den Gesprächskreis, die Predigt durch das Impulsreferat, die Liturgie durch die Akademie ersetzt. Und obwohl sie die Heiligenfiguren nicht mag, verehrt sie die große Sünderin Maria Magdalena als Schutzheilige jenes uralten Gewerbes, dem das Mädchen Rosemarie mit so bemerkenswertem Erfolg, aber einem so traurigen Ende nachgegangen ist.
Wie man es besser macht, darüber hat eine andere, unter dem Namen Pallas Athene tätige, mithin göttliche Jungfrau auf einer Abendveranstaltung der Evangelischen Akademie Frankfurt berichtet. Eine Professionelle, eine vom Fach – zwar nicht zum Zugreifen, aber doch zum Zugucken oder Zuhören, begleitet von Livemusik und Drinks an der Bar, alles bei freiem Eintritt. Wie schade, dass ich das verpasst habe.
Maupassant hatte den lieben Gott als Kuppler dargestellt; für die Kirche nichts Neues, sie kannte ihn längst in dieser Rolle. Dass der Zölibat den Verzicht auf Heirat, aber nicht auf Sex verlangt, hat die Kirche immer schon gewusst; die Priester wissen das bis heute. Als ein Abgesandter des Heiligen Stuhls von seinen Reisen durchs reformatorisch aufgewühlte Deutschland nach Rom zurückgekehrt war, konnte er sich nicht daran erinnern, einer einzigen Nonne begegnet zu sein, die nicht gesegneten Leibes gewesen wäre. Über die Mönche liest man am besten bei Boccaccio nach.
„Puff für alle“
Martin Luther hatte das Problem auf seine Art gelöst, als er, der entlaufene Mönch, eine entsprungene Nonne heiratete. Seine Nachfolger haben das als Einladung verstanden, den Feminismus zum ersten und bisher einzigen Dogma der Evangelischen Kirche zu erheben. Ganze fünfzig Jahre, nachdem die ersten von ihnen ordiniert worden waren, haben die Frauen in der EKD die Macht ergriffen. Auf der Kanzel, in Synoden und Akademien warnen sie vor der Remaskulinisierung, vorm Rückfall ins Patriarchat, in toxische Männlichkeit und andere vormoderne Sünden.
Die Katholische Kirche ist noch nicht ganz so weit. Nicht nur der Zölibat steht ihr im Wege, sondern auch die dogmatisch verfestigte Lehre von der Nachrangigkeit, der Minderwertigkeit des Weibes. Viel lieber wendet sie sich der Geschlechtlichkeit in ihren schwul, queer, trans, inter oder divers genannten Formen zu. Alle diese Varianten sind von Natur aus unfruchtbar, ein Vorteil, der es den Sündern erlaubt, die Sünde zu begehen, ohne für die Folgen einstehen zu müssen.
Angesichts ihres unaufhaltsamen Niedergangs ist die Begeisterung, mit der sich die beiden Kirchen einem Thema widmen, das sie Jahrhunderte lang mehr oder weniger verschämt umkreist hatten, ganz gut verständlich. Not macht erfinderisch, Gewalt zieht immer, Sex erst recht. Und so begreift man, dass die moderne, auf Publizität versessene Kirchenführung von der sexualisierten Gewalt als ihrem letzten Quotenbringer nicht lassen kann.
Nicht mehr so viel von Gott reden, empfiehlt der Münchner Kardinal Marx. Mehr für die sexuellen Minderheiten tun, rät Christian Stäblein, Bischof von Berlin. In seinen Kirchen wird die Polyamorie verkündet, am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Kevelaer am Niederrhein lernen die Schüler „Puff für alle“ zu spielen. Die Amtskirchen sind naiv genug, sich auf ein Rennen einzulassen, das sie doch nur verlieren können. Denn bei der Gewalt wird ihnen der Islam in Sachen Sex dem Pascha immer weit voraus sein.
Dr. Konrad Adam ist Journalist, Publizist und ehemaliger Politiker der AfD. Er war Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Chefkorrespondent und Kolumnist der Tageszeitung „Die Welt“ in Berlin.
Staatsflittchen nennt man so was. Ein verbreitetes Phänomen. Anderswo segnen die Pfaffen Waffensysteme. Hierzulande ist Staatsdoktrin irgendwas mit Unterleibsproblemen. Man passt sich eben an.
Ach, in Köln hat die Katholische Kirche bekanntermaßen professionellen sexuellen Missbrauch von Kindern traditionsgemäß betrieben. Die Evangelischen waren für ihren Bereich auch entsprechend tätig. Gegenwärtig gibt es bei der Evangelischen Kirche in NRW Streit um Zahlungen an Opfer sexueller Gewalt von Pastoren an Kindern. Die Evangelischen sind da sehr knauserig und wollen sich billig aus der Affäre ziehen. „Ihr Kinderlein kommet“ haben sie gemeinsam immer gesungen und gepredigt. Funktioniert im besten Deutschland aller Zeiten nicht mehr, und das ist auch gut so. Ihre gemeinsame Unterwerfung unter dem Islam macht sie ohnehin überflüssig. In Großbritannien sind jahrhunderte alte Kirchen mittlerweile Kneipen, Spielhallen und dergleichen Amüsierbetriebe. In Deutschland schreitet die Entwicklung diesbezüglich ebenfalls unaufhaltsam voran und nimmt rasant an Geschwindigkeit zu.
Nicht Mal mehr traurig, sondern nur noch peinlich.
DIE FROHE BOTSCHAFT DER KIRCHEN – Anbeten sie den Geist der Zeit, der spricht, es sind gebenedeit alle Menschen, die da lieben und folgen sexuellen Trieben von Mann zu Mann und Weib zu Weib meistens eher zum Zeitvertreib. Das ist die Botschaft, die wir brauchen, mögen auch dort Ruinen rauchen, wo einst des Christkinds Krippe stand, und selbst auch hier im eig’nen Land werden die Christenfeinde siegen, ganz einfach, weil sie Kinder kriegen. Kommen die Kirchen dem entgegen, geben Unfruchtbaren den Segen.
Zeitgemäß deutsch ist, wenn das Perverse zum Normalzustand erklärt wird.