Gestern Abend gab es zwei Nachrichten, die wie füreinander gemacht schienen: Im Ampel-Deutschland soll Ex-Kanzlerin Merkel die ganz selten vergebene allerallerhöchste Auszeichnung erhalten, während die Regierungskoalition ihr großes Verhandlungstheater mit einem Nicht-Ergebnis beendete, das der bald heiligen Angela alle Ehre gemacht hätte.
Ob nach tage- und nächtelangen Koalitions-Krisensitzungen, EU-Verhandlungen oder manchen der berüchtigten Ministerpräsidentenkonferenzen im selbstgemachten Corona-Ausnahmezustand – Angela Merkel trat am Ende oft vor die Presse, um mit einem sedierenden Halbsatz-Dauerfeuer wenig originelle Entscheidungen zu verkünden, bei denen nur ein Fazit blieb: Alles bleibt auf ihrem Kurs und der folgt der besseren Moral und Weltanschauung, da sollen Zweifler gar nicht erst nach Argumenten und Legitimation fragen. So ähnlich funktionierte es bei der jüngsten Koalitionsrunde auch, nur dass die drei Ampel-Parteiführer verschiedener Geschlechter die Inhaltsleere ihrer Beschlüsse nicht so einschläfernd wegstammeln konnten wie die frühere Kanzlerin.
Ein wenig anders als früher war es auch, dass Kanzler Olaf Scholz noch kurz vor der Präsentation der Ergebnisse überraschende und wegweisende Beschlüsse angekündigt hatte. Überraschend war dann allenfalls, dass nach den zwei Tagen Verhandlungen nichts weiter als ein „Weiter so“ mit ein paar kleinen Modifikationen verkündet wurde. Am Sieg einer ideologischen Weltsicht über den gesunden Menschenverstand ändert das nichts.
Worauf hat man sich denn nun geeinigt? In ZDF-Prosa wurde berichtet:
„Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP haben nach dreitägigen Verhandlungen eine Einigung in mehreren Streitfragen erzielt. SPD-Chef Lars Klingbeil sprach am Dienstagabend in Berlin nach Beratungen des Koalitionsausschusses von einem „Bündel an Maßnahmen" bezogen auf einen schnelleren Ausbau der Infrastruktur, Anpassungen beim Klimaschutzgesetz und der Umrüstung von Heizungen. Klingbeil, Grünen-Chefin Ricarda Lang und der FDP-Vorsitzende Christian Lindner zeigten sich zufrieden mit den Ergebnissen.
Klingbeil sagte, vorgesehen sei, Planungs- und Genehmigungsverfahren „massiv zu beschleunigen". Das Klimaschutzgesetz solle effizienter gestaltet werden, um es besser erreichbar zu machen, dass Deutschland bis 2045 klimaneutral werden kann. Bei der „Wärmewende" mit dem Umbau von Heizungen solle für soziale Gerechtigkeit gesorgt werden."
Es bleibt bei der Vorreiter-Rolle
Die Grünen dürfen also weiter ihre Steckenpferde reiten. Über die Zukunft der Heizungen wird noch mal geredet, bevor dann wirklich Heizungsarten verboten werden. Der FDP wird ein wenig Straßenbau zugestanden, das meiste Geld fließt aber in den Bahn-Ausbau, und zur Finanzierung wird die Lkw-Maut angehoben. Solche Abgaben-Erhöhungen sind in Zeiten einer starken Inflation eine wirklich interessante Idee. Dass der größte Warnstreik der Bundesrepublik etwas von den kommenden sozialen Konflikten ahnen ließ, wenn Deutschland auf dem Inflations-Kurs bleibt, haben die Unterhändler bei ihren intensiven Gesprächen vielleicht nicht mitbekommen. Wahrscheinlich fühlt sich die Bundesregierung hier auch nicht zuständig, obwohl ja ihr eigenes Staatsunternehmen bestreikt wurde.
Ja, der Koalitionsausschuss hat natürlich noch viel mehr beschlossen, denn „Klimarettung" und „Energiewende", Wärmedämmung und „energetische Sanierung" werden noch besser, schneller und effizienter vorangetrieben. Deutschland bleibt in seiner Vorreiterrolle bei der Rettung der Welt, auch wenn das Erreichen der sogenannten Klimaziele jetzt etwas anders als bisher abgerechnet werden soll. So oder so ähnlich konnte man die Verkündungen der drei Ampel-Parteiführer verstehen. Ja, auch der Ausbau der „erneuerbaren Energie" wird natürlich weiter forciert, während die FDP-Steigbügelhalter dieser rotgrünen Politik nicht mehr wagen, überhaupt noch zu erwähnen, dass man zum Erhalt der Versorgungssicherheit und zur Dämpfung der Energiepreise die letzten drei Kernkraftwerke weiterlaufen lassen könnte.
Mag sich die Ampel auch ein bisschen Streit über einzelne Maßnahmen gegönnt und einen Verhandlungsmarathon zelebriert haben, so ist man sich in der Alternativlosigkeit des grundsätzlichen Kurses einig, wie weiland die Gefolgschaft von Angela Merkel.
So ließ inhaltlich die Nachricht, dass die ehemalige Bundeskanzlerin mit dem „Großkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik in besonderer Ausführung“ die höchstmögliche staatliche Auszeichnung erhalten soll, beinahe mehr aufmerken. Diese Auszeichnung hatten bislang nur Adenauer und Kohl erhalten. Helmut Schmidt hatte Orden in alter hanseatischer Tradition abgelehnt, nach der man sich für Pflichterfüllung nicht auszeichnen lässt. Gerhard Schröder hatte man die Auszeichnung offenbar nicht angetragen. Aber er hat sich ja dafür von seinem Freund Wladimir Putin fürs politische Wirken auskömmlich belohnen lassen.
Ein Orden für Nachhaltigkeit
Viele haben sich nach der gestrigen Auszeichnungsmeldung gefragt, wie man eine Regierungschefin, die entscheidend für den Niedergang der Bundesrepublik verantwortlich ist, auch noch ehren kann. Wahrscheinlich war es ihre Nachhaltigkeit. Denn der Koalitionsausschuss hat gezeigt, dass auch ohne Merkel weiter gemerkelt wird. Sie hat, auch was die Ignoranz von Kompetenz angeht, Maßstäbe gesetzt und wirklich würdige Nachfolger gefunden. In Sachen Inkompetenz haben sie ihre Mannschaft noch übertroffen. Nur bei der Präsentation von Weiter-so-Nichtergebnissen wirkt das Merkeln der Ampel-Führer noch ein wenig ungelenk.
Wenn die Ex-Kanzlerin vom Bundespräsidenten am 17. April ausgezeichnet wird, sind Deutschlands letzte Kernkraftwerke gerade abgeschaltet worden, trotz einer Energiekrise. Wird sie das freuen, wenn sie mit ihrer alten Gefolgschaft feiert? Nach Medienberichten ist zu den Feierlichkeiten niemand von der gegenwärtigen CDU/CSU-Führung eingeladen. Warum auch? Ihre Politik setzen ja andere fort.
Beitragsbild: StopWatchingUs CC0 via Wikimedia Commons

Ich frage mich in welcher Parallwelt leben diese politischen Traumtänzer? Wir können weder das Wetter noch das Klima verändern. Elektrischer Strom benötigt Leitungen, auf der einen Seite wollen die Netznutzer bei Bedarf elektrische Energie haben, z. B. in der Küche und dann muss am anderen Ende der Stromleitungen genügend Strom erzeugt werden. Da unser Wechselstrom 50 mal pro Sekunde wechselt, muss diese Frequenz exakt existieren, sonst bricht unser Verbund-Netz zusammen, d. h. Blackout. Haben unsere politischen Windbeutel denn winzigste Spuren kogntiver Rationalität, um solche Zusammenhänge realsieren, bzw. verstehen zu können? Gabz offensichtlich nicht. Unsere Vorfahren organsierten den Nahrungsmittelanbau, errichteten Gebäude n eigener Kompetenz, ganz ohne den „Halluzinationen“ von einer politischen Bande durchgeknallter Utopisten, die sich zu Sachverhalten täglich in einem Dämmerzustand einer schizophrenen Aktivität vor den Medien aufblähen. Da frage ich mich wie solche Figuren, ob diese Merkel, diese Thunberg, Roth, Lang, v. d. Leyen, Lauterba<ch & Co usw. jemals in ihrem bisherigen Leben jemals nüchtern und frei vom Wahn waren? Denen fehlen doch sämtlche intelligente Eigenschaften, deren psychische Scheinwelten sind doch ein ganz deutlich wahrnehm-barer Wahn!
Schlucken die denn alle zu oft „Panzerschokolade“ und schnupfen Kokain? Die haben doch alle ganz heftig einen an der KLatsche, also sind Geisteskranke mit heftigen Psychosen.
So wie das gerade wieder in den Medien verkauft wird kann ich schon fast verstehen dass die Massen, welche nichts anderes vorgesetzt kriegen, kaum mehr wissen was hier letztlich wirklich gespielt wird. Beispielsweise wird eine erhöhte Lkw-Maut in diesen Zeiten der Inflation schon gar nicht mehr sonderlich auffallen, jedoch viele weitere Spediteure in den Konkurs zwingen und die werden gewiss nicht einfach weiter ausliefern.Vorerst können die wohl noch mit uns machen was sie wollen, aber wehe wehe wenn ich auf das Ende sehe. Parallel dazu wird in den Meldungen des Tages noch eins draufgesetzt, wohl um die Jugend bei der Fahne zu halten. Es kann jetzt nämlich jeder Bauer etc. eine Scheunenfete ohne langes Prozedere veranstalten. Das soll wohl die fünfte Gewalt (oder gar die fünfte Kolonne?Jungmänner?) werden und die Jugend plant dann nur noch von einem Event zum nächsten Brot und Spiele wie einst in Rom mit Gladiatorenstechereien.
Mit Ihren Ausführungen haben Sie es brillant und insbesondere sehr zutreffend auf den Punkt gebracht. Ich bin schon lange in jeglicher Hinsicht fassungslos was in dieser Republik alles möglich ist. Besonders erschreckend in diesem Land ist allerdings, dass viele Menschen das Ganze tolerieren oder sogar akzeptieren was im Grunde einem Gang zur Schlachtbank gleichkommt.
Das was da nach 3 Tagen aus Berlin rauskam, erinnert an ….unbürokratische schnelle Hilfe.
In Bayern sagte man mal….wenn der Hund ned gschißn hätt….hätt er den Hasen erwischt.
Steht im Text irgend etwas was FÜR DAS VOLK gut ist? Ich finde es nicht …. sollten diese Leute dann nicht alle asap zurücktreten?? Ich denke JA …
Das Thema Klimapolitik wurde schließlich erstmals zur Zeit der Regentschaft der jetzt ausgezeichneten ehemaligen FDJ Sekretärin und späteren Kanzlerin auf die politische Agenda gesetzt. Darin liegt eine neue Qualität. Der Erfolg konventioneller Politik ließ sich nach gewissen Zeiträumen immerhin an Ergebnissen messen. Das ist nun nicht mehr nötig und möglich. Wichtig ist nur noch die Motivation, der Glaube, die Ideologie. Aber ob sich ein paar weniger emittierte Tonnen CO2 in Deutschland überhaupt auf den globalen Temperaturverlauf auswirken, wird wohl für immer offen bleiben. Im Grunde ist das ein Glücksfall für Politiker, weil ihre Maßnahmen und damit die Existenzberechtigung im Amt keiner rationalen Kontrolle mehr unterstehen.
Dann fehlt bloß noch der Hosenanzugbandorden für die Große Vorsitzende.