Islamverbände, die offen das Märtyrertum glorifizieren, sind durchaus salonfähig in Deutschland. Währenddessen schweigen linke Politiker angesichts offener Aufrufe zum Selbstmord.
Während die Kritik an den Kirchen und am Christentum – inklusive derber Witze über Papst und Klerus – als legitim anerkannt ist, wird Kritik am Islam mit dem Vorwurf der Islamophobie zum Schweigen gebracht, gerne mit dem Hinweis, dass es sich dabei um die Religion einer Minderheit handle, die häufig rassistischer Diskriminierung ausgesetzt sei.
Fest steht: Die orthodoxe Islamtheologie der Gegenwart verweigert und bekämpft noch immer eine historisch-kritische Lesart des Korans– auch hierzulande. Das hat zur Folge, dass Mohammed, der alte Verkünder der Offenbarung und Staatsmann seiner Zeit, von militanten Fundamentalisten als unantastbarer, unkritisierbarer Heilsbringer angesehen wird. Über ihn zu lachen gilt als Verbrechen. Und so werden die Schwert-verse aus fernen Epochen weiter als Handlungsanweisung gelesen – von jungen Männern, die sich als „wahre Muslime“ stilisieren, auch wenn ihre Gewaltexzesse Menschenleben fordern. Sie fühlen sich berechtigt, ihren Propheten „mit dem Schwert" zu verteidigen.
Und die Linke? Sie schweigt. Ihr kritisches Weltbewusstsein – ansonsten jederzeit und allerorten abrufbar – kommt zum Erliegen. „Man will keinen Beifall von falscher Seite, will um jeden Preis weiter an die Harmlosigkeit religiöser Überzeugungen glauben. …“ (1) Galt nicht Religionskritik spätestens mit Voltaire einmal als Selbstverständlichkeit? Gibt es Rettung aus dem linken Toleranzdelirium?
Massive Integrationsprobleme
Vielleicht kann hier die Lektüre von Ruud Koopmans weiterhelfen.(2) Der Niederländer ist Direktor der Abteilung „Migration, Integration und Transnationalisierung“ am Wissen-schaftszentrum in Berlin und beschäftigt sich seit Jahren mit den strukturell-politischen Problemen islamischer Länder und dem grassierenden, systemimmanenten Fundamentalismus. Koopmans stellt die Frage, was Muslime und Nichtmuslime selbst tun können, um den Fundamentalismus zu schwächen und liberale, refor-morientierte Kräfte innerhalb des Islams zu fördern.
Zentral für den Beitrag zu einer Lösung sei es, so Koopmans, anzuerkennen, dass die Hauptursache für die Probleme der islamischen Welt nicht außerhalb des Islams – beim westlichen Kolonialismus, bei der Islamophobie –, sondern in der Mitte der islamischen Gesellschaft selbst liege, in Form einer weit verbreiteten intoleranten Glaubensauf-fassung, die mit Hass und Gewalt gegen Andersgläubige und Ungläubige einhergeht.
Hier sieht er auch die massiven Integrationsprobleme konservativ-religiöser Muslime in westlichen Einwanderungsgesellschaften, die zu einem erheblichen Teil auf die gleichen religiösen Ursachen – etwa die ungleiche Behandlung der Frauen, die soziale Distanz zu Andersgläubigen – zurückgingen. Und in diesem Zusammenhang nennt er diverse Islamverbände, deren religiöse Basisarbeit und öffentliche Verlautbarungen nur selten mit einer liberalen, weltoffenen, demokratischen Gesellschaft in Einklang zu bringen sind.
Vom türkischen Staat bezahlt
So zitiert er beispielsweise aus einer Predigt mit dem Titel „Der hohe Rang bei Allah: Das Märtyrertum“ – nicht aus einer Predigt vor 200 Jahren in einem fernen Land, sondern aus einer Predigt, die 2014 in einer deutschen Moschee verlesen wurde:
„Keiner, der das Paradies betritt, möchte zurück auf die Erde. ... Nur der Shahid (der Märtyrer), er möchte zurück und wieder den Märtyrertod sterben, wenn er sieht, welches Ansehen und welchen Rang er hier im Paradies genießt. Diese Frohbotschaft war es, die unseren Propheten und seine Gefährten und später auch unsere Vorfahren beseelte und sie von einer zur nächsten Front trieb, um diesen hohen Rang zu er-reichen. Rein für den Weg Allahs, um Seinen Namen zu verbreiten. Für das Land und die Landsleute.“(3)
Dieser Text, der von den jungen fanatischen Attentätern in Paris, Berlin, Nizza und Wien als Aufforderung und Berufung verstanden wird, wurde bundesweit in den Moscheen der größten deutschen muslimischen Organisation DITIB verlesen. DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) ist direkt der türkischen Religions-behörde Diyanet unterstellt, ihre Predigten werden zentral festgelegt und von Imamen verlesen, die aus der Türkei nach Deutschland entsendet und vom türkischen Staat bezahlt werden.(4)
Der größte deutsche Moscheeverband darf solche Botschaften verkünden – und dennoch an der Deutschen Islamkonferenz teilnehmen, einer vielleicht gut gemeinten, aber mehr als zweifelhaften Konstruktion, die gewissermaßen als nationaler „runder Tisch“, als politische Integrationsplattform vom Bundestagspräsidenten ins Leben gerufen wurde. Dort sitzt auch ein Vertreter des Zentralrats der Muslime in Deutsch-land, dessen Name strategisch an den des Zentralrats der Juden in Deutschland angelehnt ist und suggerieren möchte, er sei so etwas wie der legitime Vertreter aller Muslime in Deutschland. Tatsächlich aber vertritt diese Organisation eine kleine Minder-heit von etwa einem Prozent der deutschen Muslime.
Der Staat biedert sich an
Dafür ist dieser Zentralrat in der öffentlichen Debatte umso präsenter. Zwar ruft er klar und unmissverständlich die hier lebenden Muslime zur Verfassungstreue auf und verurteilt Attentäter und fundamentalistische Fanatiker. Doch zu den Mitglieds-organisationen gehören auch die vom Verfassungsschutz beobachteten Zusammen-schlüsse OGD (Islamische Gemeinschaft Deutschland) und ATIB (Union Türkisch Islamischer Kulturvereine in Europa), ein nationalistischer Verein, der beispielsweise anlässlich der Resolution des Bundestags von 2016, in dem der Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs verurteilt wurde, empört mitteilte:
„Wir sind entsetzt darüber, dass der Deutsche Bundestag sich dazu hergeben konnte, am 2.6.2016 gegen das türkische Volk und dessen Vergangenheit eine Entscheidung zu treffen, die noch nicht einmal historisch untermauert ist und allein auf Verleumdungen und Lügen basiert. … Wer hat Ihnen das Recht gegeben, über das türkische Volk ein Urteil zu fällen?“(5)
Der Zentralrat hat sich von diesen Worten nicht distanziert. Die Bekenntnisse zur Toleranz und zum Grundgesetz klingen hohl, solange man sich nicht von solcherlei türkisch-nationalen Verbalattacken löst und solange man sich nicht von verfassungs-feindlichen und antisemitischen Extremisten unter dem eigenen Dach trennt. Ob DITIB oder Zentralverband der Muslime – sie reden lieber über Islam-unterricht als über Radikalismus, lieber über Imam-Ausbildung als über Frauenrechte. Der Staat biedert sich den Vertretern des politischen Islams in dieser Konferenz an – und ignoriert alle Warnungen und Vorschläge der kritischen Stimmen.
Dies ist ein Auszug aus Helmut Ortners neuem Buch: „Das klerikale Kartell – Warum die Trennung von Staat und Kirche überfällig ist“
Helmut Ortner hat bislang mehr als zwanzig Bücher, überwiegend politische Sachbücher und Biografien veröffentlicht. Zuletzt erschienen: „Widerstreit: Über Macht, Wahn und Widerstand“ und „Volk im Wahn – Hitlers Deutsche oder Die Gegenwart der Vergangenheit“. Seine Bücher wurden bislang in 14 Sprachen übersetzt.
Anmerkungen:
(1) Sofsky, Wolfgang, Ohne Götter, Bovensen 2023, S. 178
(2) Koopmans, Ruud, Das verfallene Haus des Islam – Die religiösen Ursachen von
Unfreiheit, Stagnation und Gewalt, München 2020
(3) Ebd., S. 44
(4) Zur Finanzierung von DITIB und anderen Islamverbänden vgl. Neumann, Lutz,
Die staatlicher Finanzierung des politischen Islam, Humanistischer Pressedienst,
11.1.2021 https://hpd.de/artikel/staatliche-finanzierung-des-politischen-islam-18855/
(5) Vgl. dazu: Halm, Dirk / Söylemez, Seçkin, Positionen von Migrantenorganisationen in grenzüberschreitenden politischen Debatten – Das Beispiel der ›Armenien-
Resolution‹ des Deutschen Bundestags, Leviathan, Bd. 45, Nr. 2-2017 https://www.jstor.org/stable/26426524
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Beitragsbild: Superbass CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons
Islam-Bashing ist m.E. realitätsfern. Zwar sind hier Moslems über-kriminell und unter-bildungsfähig, doch ist das z.B. in den USA nicht so.
Sind Religionen überhaupt relevant?
Nach der uns seit fast 80 Jahren aufgedrückten und offenkundig dämlichen Weltanschauung darf man Religionen straflos ans Bein pinkeln, aber alles mit „Rasse“ ist StGB-geschützt tabuisiert. Das Gemecker „Kopftuch-Mädchen“ und „kleine Paschas“ ist nur ein Schein-Gefecht, das von den realen, aber tabuisierten Übeln ablenken soll. Es sollte allgemein – auch den .geschwätzigsten Islamophoben und Islamophobinnen – bekannt sein, dass alle Staaten Westafrikas sehr große Mehrheiten von Moslems aufweisen – Ausnahme Liberia, dessen Bewohner zu 85 Prozent christlich (meist protestantisch) sind. Diese Staaten und deren Einwohner sind allesamt furchtbar defekt, was Militär-Putsche, brutale „Demokratie“, beschissene Volkswirtschaft, Korruption, Bildungsfähigkeit, Lernwillen, Kriminalität usw. betrifft, völlig egal, ob man das einzige protestantische oder eines der vielen islamischen Länder betrachtet. Was ist das Gemeinsame dieser Länder ?
Ich hoffe, die Abstraktionsfähigkeit des geneigten Lesers nicht zu überfordern.
Die Religion ist es nicht.
Den Tabu-Verächtern wird gewiss jetzt das Unwort einfallen.
Interessant zu beobachten, wie die VRCh gegenwärtig mit islamischen Staaten die Kooperation sucht. Sozusagen diese als „nützliche Idioten“ benutzt. Das deutet darauf hin, dass eines Tages der Großkonflikt über die hegemoniale Machtfrage, zwischen der StMoKap-Diktatur und dem nach Weltherrschaft strebenden Islam ausbricht. Der „Wertewesten“ jedenfalls, hat bereits abgedankt. Die menschliche Existenz strebt dem Zenit entgegen, implodiert und danach alles „auf Anfang“. Ein normaler kosmischer Prozess! Liest sich spinnert, jedoch nur auf den ersten Blick.
Wir haben uns schon sehr lange auf unseren europäischen Werte festgelegt, sie stehen in der Menschenrechten, sie stehen in unserem Grundgesetz, sie sind unverrückbar, sie basieren auf unserer jahrhundertelangen geistigen Entwicklung, dem Humanismus, der Aufklärung, sie basieren auf allen geistigen Strömungen, die uns in die Moderne führen. Wie kommen wir also dazu, derartige religiöse Rückständigkeit in unserer Gesellschaft zu dulden, die wir in dieser Form seit Jahrhunderten überwunden haben? Die Welt ist heute so vielfältig, jeder kann sich die Gesellschaft suchen, in der er gerne leben möchte und frauenfeindliche und patriarchal-rückständige Gesellschaften gibt es in mehr als ausreichendem Maße, also wer so leben will, soll es gerne und zwar dort! Aber wir haben eine klare Entscheidung getroffen über unsere Lebensweise in Deutschland und Europa und es gibt keinen und zwar überhaupt keinen Grund, jemals hinter diese Linie zurückzugehen. Ich betrachte schon das Ansinnen als reine Dreistigkeit, wie können sie es wagen! Man müsste hierzulande längst durchgreifen und die säkulare und liberale Gesellschaft verteidigen, wie es in anderen Ländern einfach nur selbstverständlich ist. Die Linke in unserem Land ist nicht zerrissen, sie ist in meinen Augen vor allem absolut feige. Sie ducken sich und werfen allzu gerne all unsere Werte über Bord, wenn sie nur keine Prügel beziehen. Die heutige Linke, ich habe keinerlei Achtung vor ihr, sie reden ständig von Haltung, aber sie besitzen dergleichen nicht im Ansatz. Wie ein Regenwurm, der furchtbar stolz auf sein Rückgrat ist.
Wir sind voll in Poppers Toleranzparadoxon reingelatscht und sitzen jetzt bis zum Hals in der Scheiße.
Habe den Titel mal bei Amazon gesucht. Ein Inhaltsverzeichnis wird nicht angezeigt. Und die Inhaltsangabe lässt nicht vermuten, dass es neben „den Kirchen“ und ihren „deutschen“ Mitgliedern auch um den Islam gehen könnte. Ich würde auch das „klerikale“ Kartell kaum mit dem Begriff Islam verbinden. Dabei wäre eine Abhandlung über die Trennung von Staat und Kirche und den Islam sicher mal aufschlussreich. Ich halte die Trennung für nicht gegeben. Womit dann die Frage im Raum steht, ob der Islam unserem GrundG entspricht. Und wie eine Religion zu bewerten ist, die diese Trennung nicht kennt.
Wobei man sich durchaus für die Trennung der beiden christlichen Kirchen vom deutschen Staat interessieren könnte. Wobei der Autor damit ja nicht die Trennung von der Politik meint. Sondern die Trennung von „jahrhundertealten Privilegien. Und der Staat gewährt sie ihnen in Form von Sonderrechten, zweifelhaften Subventionen und steuerlichen Vergünstigungen.“
Und eigentlich halte ich inzwischen das Thema „Regierungs“ Kartelle mit „Sonderrechten, zweifelhaften Subventionen und steuerlichen Vergünstigungen“ für angemessener.
Ich habe mir lange Gedanken gemacht warum die westliche Linke den Islam liebt.
Erst durch die Juden ist es mir am Ende klar geworden. Linke sind Versager deren Utopien keiner Realität standhalten. Ihre Staaten und Modellversuch enden immer in wirtschaftlichen und humanitärer Katastrophen.
Bei den Moslems verhält es sich ähnlich. Die haben bisher auch nichts weiter zustande gebracht, als Mord und Totschlag. Direkt vor ihrer Nase liegt das erfolgreiche Israel, der Jude hat sich die Wüste urbar gemacht. Auch auch deswegen hassen und beneiden sie ihn. Das jüdische Volk führt ihnen ihr Versagen vor Augen.
Wie das erfolgreiche konservative Bürgertum dem Linken auch.
Nach Außen müssen beide Gruppen an der Legende ihrer Überlegenheit festhalten. Von innen zerfrisst sie der Hass auf alles Schöne, Kultivierte, auf das Leben selbst. Das eint Moslems und Linke und macht sie so gefährlich und aggressiv. Man muss diese Umstände klar benennen. Drumrum reden bringt uns nicht weiter.
„(…) Fest steht: Die orthodoxe Islamtheologie der Gegenwart verweigert und bekämpft noch immer eine historisch-kritische Lesart des Korans– auch hierzulande. Das hat zur Folge, dass Mohammed, der alte Verkünder der Offenbarung und Staatsmann seiner Zeit, von militanten Fundamentalisten als unantastbarer, unkritisierbarer Heilsbringer angesehen wird.(…)“ --- Mit 200.000.000 bis 270.000.000 Opfern ist der Islam der absolut grōßte Spitzenreiter unter den Todes- und Tōtungskulten – und das seit 1400 Jahren!