
Was der Mensch nicht versteht, darauf bastelt er sich seinen Reim. Und zwar am liebsten so, dass das Missing Link ohne allzu großen Aufwand in den Zoo der bisherigen Gedanken passt. Projektionen nennt man es wohl. – An den VTs wird man erkennen, wes Ungeistes Kind jemand ist.
An dem von Ihnen so genannten „Schauermärchen“ könnte was dran sein: die Natur (nicht der Planet) wehrt sich gegen einen Feind; der Mensch ist Feind der Natur, weil er sie großflächig umwandelt (ich schreibe bewusst nicht „zerstört“, sondern wertfrei). Er bringt damit ein Gleichgewicht durcheinander, das sich seit Jahrhunderttausenden eo entwickelt hat. Solcherlei Eingriffe bleiben nie ohne Natürliche (sic!) Reaktion, die Natur versucht, das Gleichgewicht wieder her zu stellen, in diesem Falle wäre aus Sicht der Natur die menschliche Population so weit Zu reduzieren, bis keine Schädlich-verändernden Eingriffe durch den Menschen Mehr geschehen. Der Mensch verbreitet sich viel zu schnell, die Natur kann dem nicht anpassend folgen und setzt sich zur Wehr. Was um alles in der Welt ist an dieser Sicht misanthrop?
“Aber der penetrante Versuch, trotz unklarer Faktenlage jedes Übel dieser Welt mit menschengemachten Umweltveränderungen erklären zu wollen, beschädigt am Ende die eigene Glaubwürdigkeit.” - Mit Verlaub, Herr Mellein, das ist nicht richtig. Genau das Gegenteil ist der Fall. Es geht bei Glaubwürdigkeit nämlich tatsächlich um” glauben”. Und damit geht es genau nicht um Rationalität, sondern um die Bestätigung eines emotionalen Zustandes oder eines Gefühls. Wäre das anders, gäbe es keine FFF-Kiddies, keine Greta-Gläubigen und keine Erfolgswelle, auf der Habeck und Baerbock reiten. In Zeiten wie diesen (und das begann schon lange vor Corona) wird Wissenschaft und Rationalität degradiert und der Glaube ist Maxime. Und Glaubwürdigkeit wird durch glauben bestärkt.
Gestern lief in einem der Dokumentationssender ein Bericht über die Region Maramures, die durch bäuerliches Leben auf dem Stand des vorvorigen Jahrhunderts geprägt ist. Bei neuzeitlich typischem Gequatsche statt tatsächlicher Dokumentation wurde das Leben der Bauern im Einklang mit der Natur glorifiziert, aber nur nebenbei erwähnt, dass deren Landwirtschaft so gut wie nichts abwirft. Groteske obendrein: Vor 1990 wurde das naturnahe Leben der dortigen Bauern auch vom Diktator Ceausescu glorifiziert. Passt nicht nur irgendwie zum Ökologismus als Teil des Zeitgeistes. Als mir das Gequatsche zu viel wurde, habe ich abgeschaltet, genauso wie eine wenig spätere Sendung über Grönland, in der nicht Grönland, sondern quatschende Menschen gezeigt wurden. Bis zum Gejammer über die Folgen des Klimawandels für Grönland habe ich es nicht ausgehalten. Kurioserweise habe ich gerade die Aufforderung zur Zahlung der GEZ-Zwangsgebühren erhalten. Auf jedem Markt, auf dem die gelobten naturnah erzeugten Produkte verkauft werden, würde ich dem Verkäufer ein derartig faules Obst vor die Füße werfen.
Dieses ernsthafte Durcheinanderrühren von Dingen die nichts miteiander zu tun haben um daraus ein Argument zu formulieren beweist den Verlust von Bildung und Sprache durch Bologna Prozess.
Nichtsdestotrotz ist Überbevölkerung und eine hohe Bevölkerungsdichte in den Ballungsgebieten ein globales Problem. Der zivilisatorische, wissenschaftlich-technische und medizinische Fortschritt, den die Menschheit seit dem Mittelalter erreicht hat, wird in einer Pandemie dadurch wieder zunichte gemacht. Mega-Cities wie New York können in einer Pandemie zur Hölle werden. Das Bevölkerungswachstum stoppen, ländliche Regionen und kleine Städte stärken - dss sollte unsere Strategie sein. Oder „Social distancing“ wie es heute heißt, nur eben skaliert. Denn eines ist sicher: das nächste Virus kommt bestimmt.
Es gibt zu viele Gurus und zu viele Jünger. Leider sind die Gurus aber nie auch nur ein wenig konsequent. Denn auch in Sekten kommt irgendwann der Punkt, an dem die Erkenntnis reift das man selbst der größte Teil des Problems ist, warum die Erlösung einfach nicht kommen mag. Dann nämlich wenn man die Erlösung selbst in die Hand nimmt und sich ins Nirvana verabschiedet.
Die Klassensprecherin (die auf ihrem Gymnasium auch die Teilnahme an den FfF-Demos organisiert) meiner Tochter, sagte auf einer öffentlichen Schul-Veranstaltung, dass “zum Glück fast nur alte Menschen daran sterben. Die sind ja meist auch uneinsichtig”. Anstatt zu protestieren, nickte die Schulleiterin beipflichtend.
Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.