
Es war zu befürchten, dass nach dem Tod von Günter Grass die deutsche Dichtkunst ihr Tal erreichen wird. Der beliebte Schöngeist und bambigekrönte Sprechsänger Bushido hat sich nun auch schon kritisch geäußert. Ich bin erschüttert.
So lange die deutsche Regierung in bigottester Weise mit diesem Despoten, der Europa islamisieren will, zusammen arbeitet, ist jedes Mittel recht Erdogan zu diskreditieren und zu schmähen. Nur durch solch medialen Aufschrei setzen wir und überhaupt noch mit dem unveränderten islamischen Anspruch auf Unterwerfung auseinander. Patriarchat und Scharia - nein danke!
Um es vorweg zu sagen, Böhmermann hat uns mit seinem Vortrag einen Dienst erwiesen und eine wichtige Diskussion in Gang gesetzt. Als ich den Text von Böhmermann das erste Mal hörte, dachte ich: “Oha, starker Tobak. Mutig, aber inhaltlich unelegant. Auch wenn in mittelalterlichen Kulurkreisen Homosexualität als Schmähung gebräuchlich ist, sollte man in postmodernen Kulturen darauf achten, dass man sich nicht selbst auf diese Stufe stellt und es in einem Atemzug mit Schmähungen nennt.” Auf den Gedanken, das als Kunst zu bezeichnen, bin ich sicher nicht gekommen. Verdient hat so ein egomanischer Despot ein Schmähgedicht. Aber in dieser fäkalen Art formuliert nimmt man dem Thema “Schmähgedicht” seine Schärfe. Man verortet diesen Text damit in der Schmuddelecke, als Comedybeitrag, der in der nivellierenden Gülle des Mainstream versinkt. Dabei ist das Thema viel zu ernst, um so zu versickern. Allerdings hat “Erdowahn” selbst darauf angebissen und somit bewiesen, dass er selbst von Eleganz überhaupt keine Ahnung hat. Schlaue Despoten lachen mit und festigen damit ihre Herrschaft. Die Reaktion der Regierung darauf, besser gesagt von Kaiserin Merkel, die anderen Figuren haben eh nichts zu melden, war blöde, unterwürfig und hilflos. Die Reaktion der Medien in diesem Lande beweist, dass einige, leider zuviele, unserer Kunst- und Kulturschaffenden in dieser Mainstreamgülle alles zusammenrührt, was nicht in einen Topf gehört. Comedy ist keine Satire. Ich möchte, dass diese erhalten bleibt, denn es gibt Leute, die haben Besseres verdient. Ich erinnere an die letzte Folge der Sendung “Die Anstalt!”
Ganz ehrlich? Wer wie Erdogan Spitzenreiter in Sachen Meinungsunterdrückung ist, muss sich eben eine drastischere Art von Satire oder Spott gefallen lassen müssen.
Konnte - jedenfalls auf die Schnelle (die Website verweist auf Facebook: “Leider ist dieser Inhalt derzeit nicht verfügbar”) - nirgendwo entdecken, dass JB sich offiziell als “Künstler” bezeichnet. Als solcher nämlich (ebenso als “Komiker”, “Satiriker” oder “Comedian” ) wird er stattdessen vom Mainstream gehandelt und gehätschelt (Grimme-Preis). Seinen aktuellen (im Übrigen grottenschlecht gedrechselten) Knüppelreim etwa mit literarischen Höhenflügen aus der Antike (Ovid) oder mit gnadenlos guter Publizistik (Tucholsky) in Vergleich setzen zu wollen, schrammt allerdings meilenweit am Sinn & Zweck der Sache vorbei. Böhmermann macht stattdessen genau das, was unsere höchsten Amts- und Würdenträger (mitsamt einer auf Papiertiger-Format verkümmerten Medien- und Volksbildungslandschaft) tunlichst unterlassen: klare Kante zeigen, wo es bitter not täte, nämlich gegenüber denjenigen, die unsere deklarierte Werte-Ordnung abgrundtief verachten, gar hassen auf Basis einer frühmittelalterlichen Blaupause. Die Böhmermannsche Wortwahl ist nichts anderes als eine bewusste Aneinanderreihung üblicher Ausdrucksweisen wie sie tagtäglich auf Schulhöfen und öffentlichen Plätzen zu hören sind, vornehmlich von Kindern und Jugendlichen mit einem bestimmten Migrationshintergrund (“Bushido”, seines Zeichens staatlich anerkannter “Künstler”, ging und geht immer noch mit bestem Beispiel voran; dagegen ist JB die reinste Weichpille!). Inwieweit Merkel & Hofdienerschaft gerafft haben, dass sie das verdeckte (hinter dem offensichtlichen) Angriffsziel sind oder doch zumindest sein könnten, wird sich demnächst herausstellen.
Das ist ein genial guter Kommentar von Herrn Wiedemann, ich habe mich schiefgelacht, trotz allem Ernst der Geschichte, Sehe alles exakt wie er.
Ich kann die Schlussfolgerungen des Verfassers nachvollziehen, wenn man das Gedicht losgelöst vom Kontext betrachtet. In dem Fall wären auch all die Beteuerungen auf die Meinungsfreiheit obsolet, die ja ihre Schranken im “Recht der persönlichen Ehre” (Art. 5, Abs. 2 GG) findet. Zudem könnte man so manchem SPD-Vertreter Heuchelei vorwerfen, der sich als Gralshüter der FDGO aufspielt. Wo war das prinzipientreue Engagement für die Kunstfreiheit, als Kurt Beck die TITANIC eine einstwillige Verfügung erstritt, nachdem er sich mit dem gleichnamigen “Problembären” verwechselt sah? Weswegen soll ein türkischer Ministerpräsident - trotz seines autoritären Führungsstils - nicht die gleichen Rechte genießen? Doch ich sehe ein Missverständnis, wenn man - rein textimmanent betrachtet - die Stimme des Gedichts mit Jan Böhmermann gleichsetzt. In seiner ZDF-Show zitiert er jene Verse, um die Grenzen der Strafbarkeit zu verdeutlichen. Gewissermaßen handelt es sich bei seiner “Schmähkritik” um eine zeitgenössische Variante der romantischen Ironie. Im künstlerischen Akt spiegelt sich das künstlerische Schaffen wider, das damit als scheinhaft enttarnt. Das Gedicht stellt doch nur den Teil eines Spiels mit dem Publikum dar, das mit Sendebeginn begonnen hat. Böhmermann inszeniert seine Schelte. Er gibt keinen Autor des Gedichts an, sondern zitiert es lediglich - mit dem Wissen,, dass die Zuhörerschft die Anspielungen auch versteht. Und hierin sehe ich die Ironie, die als Teil der Satire im Sinne Tucholskys “alles darf”.
Danke, ich sehe es auch so.
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