Fundstück / 27.02.2015 / 15:06 / 5 / Seite ausdrucken

Das Impfen und die Mutter-Erde-Ideologie

Gerade in der anthroposophisch angehauchten Paradieswelt des biologisch-dynamisch geläuterten Bildungsbürgertums gilt es als chic, sich gegen die Modernität aufzulehnen. Mehr hier.

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Werner Geiselhart / 01.03.2015

@Julia Wacker zu 1: Die Impfpflicht gilt in Amerike z.B. nicht für streng religiöse Gruppen, dadurch fehlt einiges an 100% Durchimpfung. Die streng religiösen konservativen Gruppen der USA finden in D ihre Entsprechung in anthroposophisch / homoepatischen Kreisen, die mit diesem Unsin von der Harmlosigkeit und der positiven Wirkung von Masern leider gerade bei besser Betuchten (Ihr Punkt 2) Gehör finden. Das darf einen nicht wundern, diese Gruppe wählt auch überproportional die Grünen. zu Punkt 3 und 4: die üblichen Verschwörungstheorien der Impfgegner, die nur deswegen diesen Schmarren verbreiten können, weil durch den Herdenschutz viele Krankheiten kaum noch auftreten. Ich bin noch zu Zeiten aufgewachsen, wo in meinem kleinen Dorf (1000 Einw.) mindestens 5 Polio-Fälle aufgetreten sind, 3 Kinder starben, bei einem weiss ich nicht, wie es ausging, ein Mädchen hat mit einem verkrüppelten Bein überlebt. Durch die damalige 100%ige Durchimpfung kennen die Jüngeren die Krankheit gar nicht mehr. Ich reagiere deswegen sehr gereizt, wenn ich diesen Impfgegner-Unsinn höre, das tote Kind in Berlin reicht diesen Idioten wohl noch nicht.

Markus Freuler / 28.02.2015

Nein, liebe Julia, ein Paradoxon ist es wahrlich nicht. Genau in diesen Kreisen grassiert nämlich die Selbstüberschätzung. Da meint jede Uschi, die an der Uni “irgend was mit Medien” studiert hat, sie sei nach dem Lesen von drei Büchern irgendwelcher längst widerlegter Spinner jetzt die kleine Immunologin. Leisten kann sie sich das, weil die böse Schulmedizin zusammen mit der noch viel böseren Pharma den Schaden meistens wieder ausbügeln kann, den Uschi zu Lasten von Kindern angerichtet hat.

Julia Wacker / 27.02.2015

1. Dass die Masern schon längst ausgerottet sein könnte, sieht man ja sehr schön am Beispiel Amerika: trotz Impfpflicht und hoher Impfquoten gibt es auch dort regelmäßig Masernepidemien. Mir erscheint es sinnvoller, Schulmedizinern den Umgang mit Masernkranken beizubringen, z.B. indem man keine fiebersenkenden Maßnahmen trifft, als einer (womöglich unerreichbaren) Ausrottung nachzujagen. 2. Vielleicht ist es ja gar kein “Paradox”, dass gerade die eher gut ausgebildeten und sozioökonomisch bessergestellten die ein oder andere Impfung für ihre Sprösslinge verweigern?! Schließlich sind das eher diejenigen Eltern, die sich viele Informationen zum Thema (Zusammenhänge zwischen STIKO und Pharmaindustrie, Nebenwirkungen, Impfempfehlungen in anderen europäischen Ländern, usw.). Aber Mündigkeit ist bei einem solchen Thema ja offensichtlich nicht erwünscht, weil sonst unangenehme Fragen beantwortet werden müssten. 3. Leidtragende der Impfpflicht-Ideologie sind ebenfalls Kinder, besonders Säuglinge, aber auch Erwachsene, weil die Prävalenz der “Kinderkrankheiten” in diesen Bevölkerungsgruppen nach der Einführung von Impfempfehlungen steigt (siehe Einführung der Masern- sowie Windpockenimpfung). Damit steigt auch die Häufigkeit von Komplikationen und von langfristigen Schäden, die diese Krankheiten durchaus hinterlassen können - am seltensten jedoch bei Kindern, die nach dem Durchmachen einer Krankheit eben lebenslang immun sind (was natürlich nicht den ökonomischen Interessen der Pharmaindustrie entspricht). 4. Das beste Argument gegen die Impfpflicht ist die Information: je mehr man über das Thema weiß, desto weniger ist man geneigt, sein Kind impfen zu lassen.

Dr. Thorsten Laube / 27.02.2015

Ich empfinde es als eine Unverschämtheit, Eltern in eine ideolgische Ecke zu drängen, die sich intensivst mit dem Thema Impfen auseinandersetzen und dann zu dem nicht einfachen Entschluss kommen, ihre Kinder nicht so zu impfen, wie es die Impfkommission empfiehlt. Und es geht diesen Eltern auch oft gar nicht um die wohl sinnvolle MMR Impfung, sondern um den Unsinn, ein paar Monate alte Babys mit einer - was haben wir inzwischen: 9-fach, 10-fach-Impfung - zu belasten, gegen Krankheiten, die es zum Teil in Deutschland nicht gibt oder die ein Baby gar nicht bekommen kann. Hier werden schlichtweg zu wenig Alternativen angeboten, Einzelimpfstoffe oder Kombinationen, die in verschiedenen Lebensphasen des Kleinkindes sinnvoll wären.

Philipp Müller / 27.02.2015

Was für ein katastrophaler Beitrag. Sich auf die STIKO zu beziehen, bei der 14 der 17 Mitglieder nachweislich Beziehungen zur Impfindustrie haben ist nicht in Ordnung. Es gibt zum Thema Impfsicherheit keine unabhängigen Studien, da alles zu dem Thema von der Impfindustrie selbst in Auftrag gegeben wurde. Masern sind im Kindesalter über einem Jahr keine gefährliche Krankheit. Vor dem ersten Lebensjahr schon, aber da sollte die Mutter Ihren Nestschutz durchs Stillen aufs Kind übertragen. Da die Mütter der heutigen Generation diese Krankheit nicht selbst durchgemacht haben (weil geimpft) und Stillen bis zu einem Jahr auch nicht mehr verbreitet ist, ist wohl eher das Impfen die Gefahrenquelle. Es ist auch ein Trugschluss, dass Impfen einen 100% Schutz bietet. Impfen generell zu verteufeln ist sicher nicht richtig, so früh und die empfohlenen Impfkombinationen zu impfen sicher falsch. Es sind Gefahren da und auch Schäden, die aber nicht gemeldet und kommuniziert werden. Ich empfehle zum erneueten Überdenken des Themas den Vortrag von Dr. Martin Hirte, Georg Soldner und Dr. Steffen Rabe.  “IMPFEN - PRO UND CONTRA”

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