Wenn stimmt, was sie in der „Fledermaus“ von Johann Strauss singen, dass „glücklich ist, wer vergisst“, dann ist am besten dran, wer wenig zu vergessen hat, weil er noch weniger weiß. Das mögen sich auch die Beamten im hessischen Kultusministerium gesagt haben, als sie das Fach „Glück“ auf den Lehrplan der Schulen setzten. Zwei Stunden wöchentlich wird es laut dpa unterrichtet.
Was die 15- bis 17-jährigen Hauptschüler in dieser Zeit lernen sollen? Ganz einfach: nichts, jedenfalls nichts, das ihnen Kopfzerbrechen bereiten könnte. „Es geht“, sagt der Sprecher des Ministeriums, „darum, sich mit Stärken und Zielen zu beschäftigen, statt nur auf die Defizite zu schauen". Mit anderen Worten, niemand soll sich das Leben vermiesen, indem er paukt, was er noch nicht weiß.
Denn wem erst einmal der Zweifel ausgetrieben wurde, auch und vor allem der Zweifel daran, noch nicht vollkommen zu sein, der ist von dem Druck erlöst, Neues zu bimsen, etwas zu üben, um es beherrschen zu können. Getrost kann er nach der eigenen Fasson selig werden. Er muss nur im Glücksunterricht aufpassen, um mitzubekommen, wie er sich vom Schulstress befreien kann: durch selbstbewusst vertretene Faulheit.
Wie weit er es nachher in der „Wissensgesellschaft“ des 21. Jahrhunderts bringt, ist eine Frage. Die deutschen Bildungspolitiker scheint sie schon länger nicht mehr zu bewegen, nicht in der fröhlich taumelnden Konsumgesellschaft. Wieso auch? Steht doch bereits in der Bibel, Matthäus 5,3: „Selig sind, die da geistlich arm sind.“ Kein Grund also, sich länger um das Bildungsniveau der nächsten Generationen zu sorgen. Mögen sie anderswo, in Asien oder im Osten Europas, ihren Nachwuchs dem Leistungsdruck aussetzen; in Deutschland weht ein lauer Wind.
Hier weiß man, worauf es ankommt, auf die schulische Ausbildung von Kindern, die als Erwachsene keine Fragen stellen. Davor bewahre sie die bildungspolitische Vorsehung im Allgemeinen und der Glücksunterricht im Besonderen. Wahrhaft glücklich ist am Ende doch nur, wer nichts weiß, was er wieder vergessen müsste. Deutschland im fortgeschrittenen Stadium organisierter Verblödung.
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Das Glück kann man nicht lehren oder lernen.. Aber Raum zu lassen für selbstgewählte Aktivitäten, Sport, Musik, Spiel, Kunst und Handwerk ,Gespräche, wünsche ich allen Schülern und den Lehrern in ihrer durchorganisierten Zeit. Sich selbst mit seinen Interessen, Stärken und Schwächen kennenzulernen, ist wohl die schwierigste Aufgabe die junge Menschen zu bewältigen haben. Wir hätten weniger gesellschaftliche Probleme, (Verwahrlosung, Gewalt, Depressionen, Suizid, Drogenmissbrauch) wenn wir mehr“ Glücksmomente „ und die Freude am Lernen in unser Schulsystem integrieren würden.
@Dörre: Sie haben Recht, aber es wäre überflüssig, wenn in diesem Schulsystem von Beginn an auf Stärkung des Selbstwertgefühls gesetzt würde. Das tut es aber nicht. Es geht um Einorden. Ich rede hier nicht von lernen, sondern von Selbstwert >Selbstwirksamkeit>Selbstvertrauen. Und das ist schon "Glück", im Sinne von Zufriedenheit. Einordnen ist eine deutsche "Tugend"! S. Lehrer Lämpel aus Max und Moritz. Wir erleben das doch im Augenblick mal wieder so richtig. Ich glaube nicht, dass dieser Glückunterricht erfolgreich sein wird, weil die unterrichtenden Lehrkräfte das gleiche Schulsystem genossen haben. So What! Es wiederholt sich alles. Wo kämen wir denn dahin, wenn jemand selbstsicher, eigeninitiativ und voller Selbstvertrauen seine Meinung kundtut und das auch noch "gut erzogen.
Jetzt dachte ich immer JEDER sei selbst seines Glückes Schmied! Aber anscheinend wird ab Hauptschule abwärts das Glück vom Kultusministerium geschmiedet. Dabei finde ich es interessant dass der Glücksunterricht nicht den Gymniasiasten angeboten wird. Die Frage, warum es ausschließlich in der "Hauptschule" eines Glücksunterrichts bedarf harrt also der Antwort....... Einen möglichen Erklärungsansatz finden wir vielleicht in Huxley's "Brave New World". Es ist lange her als ich das mit der Glücksdroge "Soma" las die man an das Volk verteilte. Aber ich glaube die Eliten, die das Soma verteilten, namen es selbst nicht. Würde auch keinen Sinn machen denn das wäre so wie wenn man sich selbst aus der eigenen Spuke einen Likör zubereiten würde..... „Es geht“, sagt der Sprecher des Ministeriums, „darum, sich mit Stärken und Zielen zu beschäftigen, statt nur auf die Defizite zu schauen“. Schön, das sollten sich vielleicht als erstes mal die deutschen Pädagogen hinter die Ohren schreiben, Wenn man den Andern nicht vor versammelter Klasse beschämt indem man ihn ob seiner "Defizite"verhöhnt, wenn man Kritik auf die Leistung und nicht Person bezieht, dann braucht Schüler den Glücksspezialisten im "Glücksunterricht" nicht. Mit mehr Höflichkeit und Respekt vor dem ichd es andern ( zu lernen von den Amerikanern und Engländern ) dürfte sich der "Glücksunterricht" erübrigen. Wer jedoch in aller Öffentlichkeit den "Rangniederen" schamlos ausnimmt wie die Regierenden und die ÖR, Wer zudem alles was außen und innenpolitisch nicht genehm ist mit der AGITPROP Keule vor sich herzutreibt, der sollte sich nicht wundern wenn dieses Beispiel dann auch ganz unten Schule macht und die Glückshormone nicht gerade fördert.
......so dumm wie ein Deutscher.
Was bei PISA fehlt, kann dann eventuell durch ein gutes Abschneiden beim "North Korea Global Happiness Index" egalisiert werden.
Ich schlage vor, unsere derzeitige und vielleicht ewige Bundeskanzleuse mit einem weiteren Dr-Titel zu schmücken: Dr.hc Glück, hat sie dieses unser Land doch glücklich gemacht, um nicht zu sagen "ins Glück gestürzt".
Sehr geehrter Herr Rietzschel, bitte verwechseln Sie nicht "geistlich" mit "geistig" - oder war das Ironie? Jedenfalls waren Christus und seine Jünger äußerst gebildet. Vier Sprachen zu sprechen, ist auch heute noch eine Ausnahme. Und das was Christus von sich gegeben hat und z.B. Paulus geschrieben hat, zeugt von höchster Intelligenz. Jedenfalls dürften viele Schüler und vermutlich auch Erwachsene heute nicht mehr in der Lage sein, den biblischen Texten inhaltlich zu folgen.