Achgut-Podiumsdiskussion mit Simone Schermann, Chaim Noll und Tom-David Frey über die Situation in Israel. Moderation: Gerd Buurmann
Der Hass und die Gewalt gegen Juden haben eine Jahrtausende währende Tradition. Der 7. Oktober 2023 war insofern ein Stereotyp aber auch ein Ausbruch blindwütiger Gewalt neuer Qualität. Denn vor den Augen der Weltöffentlichkeit wurden maßlose Verbrechen begangen, weil Judenhass wieder salonfähig ist. So nährt sich der Wunsch nach Vernichtung der Juden und deren „Legitimation“ nicht nur aus dem Koran, sondern auch durch üppige Geldflüsse an die Terroristen aus Deutschland und das Zulassen von moral-ideologischen Narrativen, die die Täter zu Opfern und die Selbstzverteidigung Israels zum Genozid verdrehen. Das Geld und der Hass kommen wieder aus Deutschland, allen politischen Sonntagsreden und Beistandsbekundungen zum Trotz. So wird die deutsche Gedenkkultur zur verlogenen Farce, wenn palästinensische Demonstranten und linke Aktivisten auf deutschem Boden gemeinsame Sache machen.
„Judenhass“ ist einfach in zu starkes Wort. Man kann die Politik der Regierung Netanyahu für genozidal halten, ohne deshalb alle Juden vernichten zu wollen. Wer da alle Differenzierungen verwischt, darf sich nicht wundern, wenn auch die Ggenseite ebenfalls zunehmend Differnzierungen verwischt.
Beim Bünder Forum wurden die Ehrengäste gefragt, was für Sie die größte Zäsur in der letzten Zeit war und warum sie sich im politischen Raum engagieren. Ich habe den 7 ten Oktober für mich als das Schlimmste erlebt und mit Erschrecken und Beschämen die Diskussionen im Bekannten und Freundeskreis geführt. Ich habe von Freunden in Israel erfahren müssen, wie sie in ihren Schutzräumen mit ihren Kindern ausharrten, von einem, dass er froh war, dass man seinen vermissten Neffen wenigstens nicht zerstückelt gefunden hatte. Und dann musste ich mir anhören, dass, schon Tage nach dem Massaker, das Relativieren begann, das Narrativ geformt wurde, dass ja der Jude auch eine Mitschuld trage. Ich habe mir geschworen, dass ich nicht schweigen werde, ich trage seit 2018 den Davidstern aus Solidarität zu Israel und nein, ich bin kein Jude. Herr Buurmann danke ich von Herzen für die klaren Worte und sein Engagement, dass diese Gräueltaten nicht vergessen werden. Und ich stimme ihm zu, dass die Mitverabtwortlichen an diesem Mord in den etablierten Parteien sitzen. Und auch im BSW. Ich schäme mich für dieses Land und seine „Elite“, die sich mit Massenmördern gemein machen. Unsere Regierung ganz vorne dabei.
@H.Moeller : Abgesehen davon, dass der Begriff „ Judenhass“ in diesem Fall, was die Gefühle der Muslime betrifft, zutrifft, ist der 2.Satz Ihres Kommentars nicht nur falsch, sondern in diesem Kontext aufschlussreich. Mit „ man kann“ haben Sie die Buechse, vermutlich bewusst, bereits geöffnet, denn man, wer ist das?, kann, heisst hier richtig uebersetzt : Ich sehe es so, verschanze mich aber hinter einer „ man kann“ – Aussage. „Man kann Alles“ , aber darum geht es hier nicht. Das Vorgehen Israel hat mit einem „Genozid“ nicht einmal im Ansatz etwas zu tun, wie sowohl die Definition des Begriffs selbst, als auch das Vorgehen Israels bestätigen. Die rechtliche Frage ist im uebrigen bereits mehrfach beantwortet worden. Die Vernichtung der Terrorbande der Hamas ist sowohl rechtlich wie moralisch legitim. Derartiges in den Raum zu stellen ist, ich wiederhole, sehr aufschlussreich. Im Kontext mit „ ohne deshalb!! alle Juden vernichten zu wollen“ erfährt der Tenor dieses bemerkenswerten Kommentars eine interessante Verbindung. Heisst hier „ alle Juden“, dass ein Teil der Vernichtung preisgegeben werden „ darf“ oder ist es nur eine sprachliche Ungeschicklichkeiten? Ein Kommentar, der in etwa so von Habeck, Baerbock und linken Intellektuellen stammen koennte. Man sei ja nicht grundsaetzlich Antisemit, aber….. Der Kommentator sollte davon ausgehen, dass hier nur wenige rotgruene „Gehandicapte“ unterwegs sind. Die „ Sprache“ der rotgruenen Ideologen und Antisemiten ist vergleichsweise einfach zu dechiffrieren, nicht nur in diesem Fall, was schlicht mit gewissen geistigen Unzulänglichkeiten der entsprechenden Damen und Herren zu tun hat. Die „ Taktik“ der Transformatoren, etwas, was realiter nicht vorliegt, in den Raum zu stellen und dann damit zu „ arbeiten“, ist bekannt.
Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht von tonangebenden Stellen in irgend einem Zusammenhang, etwa „Wannsee 2.0“, der Holocaust als warnendes Fanal hervorgeholt wird. Der ist 80 Jahre her. Der 7. Oktober ist 8 Monate her, und falls dieses Datum jemals noch erwähnt wird, dann meist mit der Relativierung: „Man muss aber beide Seiten verstehen.“ Das wurde vor 80 Jahren vermutlich auch gesagt.
Das Hin und Her von Argumenten fand ich durchaus interessant, mir fehlte aber eine Struktur, die es mir erlauben würde, über die angesprochenen Aspekte anschließend gründlich nachzudenken. Ein Kommentar von mir dazu würde also eher wirr ausfallen, da mir zu vieles gleichzeitig durch den Kopf schwirrt. Deshalb beschränke ich mich auf etwas, das leider auch kein Gehör findet: Das Volk Israel scheint seinen Gott (den Gott der Väter – Abraham, Isaak und Jakob) komplett aus seinem Leben ausgeschlossen zu haben. Der unverfälschte Glaube ist den Juden abhanden gekommen. Im Buch Sacharja [Zechariah] heißt es in Kapitel 1,3: „Kehrt euch um zu mir, spricht der HERR Zebaoth, so will ich mich zu euch kehren, spricht der HERR Zebaoth.“ Es lohnt sich, das Buch Sacharja sorgfältig und komplett durchzulesen und darüber nachzudenken. Es geht darin um die Zukunft Israels und die „Endzeit“, der wir uns offensichtlich in großen Schritten nähern. Das Buch ist reich an Prophezeiungen zu Jesus Christus und die messianische Ära und Querverweisen zu anderen Bibelbüchern (Propheten) im AT und NT. Israel wird nicht untergehen, auch wenn es durch schwere Zeiten gehen muss. Gott hat interessante Pläne mit seinem Volk und Land!
Nachtrag: Sacharja 4,6: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.“ ||| Vorschlag: 2. Chr. 20,12: „Unser Gott, willst du sie nicht richten? Denn in uns ist keine Kraft gegen dies große Heer, das gegen uns kommt. Wir wissen nicht, was wir tun sollen, sondern unsere Augen sehen nach dir.“
Ich glaube keine Millisekunde lang, dass eine CDU geführte Bundesregierung in Sachen Finanzierung von UNRWA und Hamas anders handeln würde als jetzt die Ampel. Viel zu tief sind die finanziellen und politischen Verstrickungen mit den islamischen Ölstaaten. Merkel hat 2015 die Grenzen für Araber geöffnet und keineswegs für „Flüchtlinge“. Die Sonntagsreden von Steinmeier würde auch ein Kanzler Merz nahezu wortgleich halten.