Als Putin am 22. Februar 2022 den Befehl zum Angriff auf die Ukraine gab, dachte er und mit ihm die gesamte westliche Welt, dass dies ein Angelegenheit von wenigen Tagen oder Wochen sein würde. Die Ukraine galt als chancenlos. Das stellte sich als Irrtum heraus. In wenigen Wochen, nämlich am 2. Juni 2026, wird dieser Krieg länger gedauert haben als der Erste Weltkrieg, und ein Sieg Russlands ist nicht abzusehen. Es verliert gegenwärtig monatlich mehr Soldaten, als es neu rekrutiert. Und die weiterentwickelte Drohnentechnologie erlaubt der Ukraine tief im Hinterland wirksame Schläge gegen die Energieinfrastruktur, die auch den russischen Export von Öl und Gas beeinträchtigen. Natürlich kann die Ukraine diesen Krieg niemals gewinnen. Aber wie es scheint, kann sie ihn mit finanzieller Unterstützung aus Westeuropa zeitlich unbegrenzt fortführen. Da helfen auch die Raketen- und Drohnenschwärme nicht, die Russland über ukrainische Städte und Energieanlagen niederregnen lässt.
Nur aus der Luft konnte ein Krieg noch nie gewonnen werden. Das haben die Alliierten im Zweiten Weltkrieg erfahren. Erst im Herbst 1944, mitten im Bombenhagel, erreichte die deutsche Waffenproduktion ihren Höhepunkt, und die Niederlage konnte nur am Boden durch Eroberung endgültig verwirklicht werden. Vietnam und Afghanistan sind weitere Beispiele dafür, dass Feuerkraft und Bombenhagel allein nicht ausreichen, um einen entschlossenen Gegner wirklich zu besiegen. Ein zorniges Israel musste erst jüngst erfahren, dass ein zweijähriges Bombardement des Gaza-Streifens – ein Gebiet nicht größer als Hamburg – nicht ausreichte, um die Hamas zu vernichten.
So war es denn ein kühnes Unterfangen, als die USA und Israel ab dem 28. Februar Iran aus der Luft angriffen und ganz offenbar hofften, ein baldiger Regimesturz werde das Projekt vollenden. Der Regimesturz ist bisher ausgeblieben, ob er unter dem Druck des Krieges überhaupt Chancen hat, bleibt offen. Entscheidend aber ist, dass beide Angreifer die Fähigkeit Irans zum anhaltenden Gegenschlag mit Drohnen und Raketen offenbar unterschätzt haben. Selbst Israels „Iron Dome“ zeigt Schwächen, wie die anhaltenden Zerstörungen und die wachsende Zahl menschlicher Opfer in Israel zeigen.
Die Weltwirtschaft zur Geisel gemacht
Ausgeschlossen erscheint es, in dem gebirgigen Iran, der fünfmal so groß ist wie Deutschland, alsbald alle Produktionsstätten und Starteinrichtungen für Drohnen und Raketen vernichten zu können. Auch die Produktionsanlagen für Öl und Gas in den Emiraten und in Saudi-Arabien können nicht ausreichend geschützt werden. Vorläufig bleibt es in das Belieben Irans gestellt, welches Schiff die Straße von Hormus passieren darf und welches nicht. Das haben sich Trump und seine militärischen Berater bestimmt anders vorgestellt. Sie sind an einen Gegner geraten, der sie zwar nicht besiegen kann. Der aber noch auf lange Zeit die Energieproduzenten am Persischen Golf und damit die Weltwirtschaft zu seiner Geisel machen kann.
Für den Ukraine- und den Irankrieg gilt gleichermaßen: Der fraglos Stärkere kann den Sieg offenbar militärisch nicht erzwingen. Nur eine politische Lösung kann in beiden Fällen das Schweigen der Waffen ermöglichen.
Verantwortlich dafür sind die rasenden Fortschritte in der Raketen- und Drohnentechnik. Sie begünstigen den Verteidiger auch dann, wenn er militärisch schwächer ist. Und sie ermöglichen auch dem Schwächeren tiefe Schläge ins feindliche Hinterland. Militärische Aggression wird auf diese Weise weniger attraktiv, und die Verteidigung wird aussichtsreicher. Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht für das westliche Europa, das sich von den USA zunehmend alleingelassen sieht, während ein aggressives Russland militärisch erstarkt. Für ein Land wie Deutschland gilt: Es braucht seinen eigenen „Iron Dome“. Es braucht weit reichende Raketen und die Fähigkeit zum Aufbau eines eigenen Drohnenwalls für den Fall eines Angriffs.
Neue Panzerarmeen braucht es wahrscheinlich nicht. Mit glaubwürdiger Abwehrkraft ist für mich die Hoffnung verbunden, dass auch in Russland eines Tages wieder Vernunft einkehrt. Was für einen Sinn soll es für Russland machen, Polen und Deutschland zu bedrohen, wenn es nicht einmal die Lage in der Ukraine meistert. Auch deshalb ist es ein wichtiger Friedensbeitrag, weiterhin dafür zu sorgen, dass die Ukraine abwehrfähig bleibt.
Dieser Beitrag erschien zuerst in Die Weltwoche.

Ich glaube eher, dass Trump und Putin über ihre Egos gestolpert sind. Sie denken, sie sind grosse Macher und „stable Genius“, die Kriecher mit denen sie sich umgeben, bestärken sie darin. So geht der Blick für die Realität verloren, Putin hätte keinen Krieg angezettelt, wenn er gewußt hätte, was für ein Schrotthaufen seine russische Armee ist. (der oppositionelle Söldnerführer Prigoschin fuhr mit seinen Panzern ungehindert durch Moskau!). Trump ist noch schlimmer. Er fackelt die Weltwirtschaft ab, nur um Kumpel Netanjahu einen Gefallen zu tun, alles gegen den Rat seiner Admiräle. Die wissen schliesslich, dass auf ihren Flugzeugträgern nicht mal die Toiletten funktionieren. Die Sicherung von Hormus ist so nicht mal theoretisch möglich. Was D betrifft, wir brauchen als erstes sichere Aussengrenzen, erst dann können wir uns über Verteidigung Gedanken machen.
welch eine Logik – „billige ewige Krieg“, die alle ruinieren als Alternative
Ich weiß nicht, ob wir einen Iron Drome brauchen? Ich brauche den nicht.
Der Nachlass Helmut Kohls ist das Aussitzen von Problemen. Mit Phrasen wie: die Welt ist so komplex, gibt man nur zu, daß man den Überblick verloren hat.
Welches Problem genau ist seither gelöst worden? Die multiplen Krisen verstärken sich gegenseitig und längst bescherrschen wir weder das innere noch das äussere Chaos. Also probiert man es mit Gewalt.
Kriegsgetaumel und Aufrüstungsphantasien sind nur ein weiterer Irrtum im sozialdemokratischen Flickenteppich.
Merz war bestimmt im Aufsichtsrat von Blackrock, weil der keine Fähigkeiten hat?
Merz, Klingbeil, Bas, das ist das Trio Infernale, das sollte besser gar nichts tun, als ständig irgendwo herumzuschrauben. Wir müssen erkennen, daß da seit 3 Jahrzehnten Schwätzer und Stümper in der Regierung sitzen.
Wir sollten mal ein einziges Problem lösen. Wir sollten uns auf ein einziges soziales Problem konzentrieren und da für die Lösung kämpfen.
Die Teuronic hat eine Schieflage, und die ist vom Schwachmatenurteil des BVerfG, Komunen dürften Bündnisse gegen Rechtsextremismus angehören, verstärkt worden. Dürfen die auch Bündnissen gegen Linksextremismus angehören? Und wer entscheidet, was Rechtsextremismus ist, das ist nämlich gar kein juristischer Begriff?
Die Wahrheit ist, das Gericht hat ein weiteres Loch in die Planken der Teuronic geschlagen.
Sie haben ein journalistisches Problem gelöst, indem sie Wolf Schneider verinnerlicht haben.
Der „ Dumb Trump “ hat ja bisher seinen Zenith (noch) nicht erreicht. Vielleicht sollte Er sich statt Grönland, Venezuela, Kuba und Iran mal einen richtigen Gegner zur Brust nehmen ! Wie wäre es denn mit dem Mr. Kim & Co. und Nordkorea ? Dort ignoriert man ja auch jede Warnung. Könnte hier eine „amerikanische Angst“ das Problem sein ? Man hat ja jetzt schon seit Jahrzehnten keinen Krieg mehr gewonnen ? Man wartet sicher noch auf den geeigneten Moment zu einem nächtlichen und feigen Überfall aus heiterem Himmel ? Nein, STOP, ich hab`s ! Ein plausibler Grund muss her, um nicht als Agressor dazustehen …. halt wie immer :o((
Wenn Rußland die Ukraine vernichten wollte, es wäre kurz und schmerzvoll schon lange passiert. Muß man die ukrainischen Faschisten mit ihrer faschistischen Helfer der EU bezwingen, dauert es erheblich länger. Wieviele tote Zivilisten hatten andere Kriege. Wieviele tote Zivilisten gibt es in der Ukraine? Seit Biden abgetreten, mußten Deutschland und die EU erstmal ihrer Köpfe aus dessen Arsch ziehen. Trump, als neuer Feind statt großer Bruder des Westens handhabt das anders. Die verstörten Politiker des Westens wissen gar nicht so recht, außer voll auf Weltkrieg. Der wird dann viel schneller ablaufen.
Ein guter Volkswirt macht noch keinen Militärstrategen. Das stellen T. Sarrazins Privat-Ausflüge in die große Geopolitik immer wieder unter Beweis. Man kann sich die Qualen kaum vorstellen, die man beim Lesen diesbezüglicher Proklamationen empfindet. Und jene, die letzteren auch noch das Wort reden, setzen der kognitiven Dissonanz noch eins drauf, indem sie uns allen Ernstes erklären, warum der Ukraine-Krieg falsch (böse) und der Iran-Krieg richtig (gut) ist. Und im Himmel ist Jahrmarkt! Dieser ideologische Irrlauf, um das eigene, längst überholte, Weltbild zu retten, setzt irgendwann die Vergewaltigung des eigenen Verstandes voraus. Und dafür bin ich noch zu jung, meine Herren!
Die Russen siegen sich zu Tode, wie einst die Wehrmacht…