Der Füllstand der deutschen Gasspeicher beträgt zurzeit lediglich 44 Prozent. Dies liegt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt, denn die Füllstände lagen früher bei 60 Prozent zu diesem Zeitpunkt. Die Befüllung im Jahr 2026 startete zum einen von einem sehr niedrigen Niveau von rund 20 Prozent. Zum anderen zögern die Gasspeicherbetreiber, Gas einzukaufen, da die Gaspreise seit der Hormus-Krise hoch sind. Das Geschäftsmodell der Betreiber bestand darin, preiswertes Gas im Sommer einzukaufen und zu einem in der Regel höheren Preis im Winter zu verkaufen. Jetzt droht sogar das Gegenteil. Sollte es zu einer Entspannung am Persischen Golf kommen, werden die Gaspreise im Winter niedriger als im Sommer liegen, so dass den Betreibern Verluste drohen.
Der Verband der Speicherbetreiber INES gab daher im Juli bekannt, dass bis zur Heizsaison technisch nur noch ein Niveau von 76 Prozent erreicht werden kann. Die Betreiber stellen fest: „Die derzeitigen Preisentwicklungen setzen kaum Anreize zur Einspeicherung von Gas und gefährden damit die Versorgungssicherheit für den kommenden Winter.“
Bei einem kalten Winter prognostiziert der Verband schon heute eine Gasmangellage von bis zu zwei Terawattstunden pro Tag im Februar/März 2027. Es fehlten dann bis zu 40 Prozent des in Deutschland täglich benötigten Erdgases. In diesem Fall droht die Abschaltung des Gases für die Industrie, die etwa zwei Terawattstunden Gas pro Tag verbraucht. Der INES-Geschäftsführer Heinermann sieht bei einem außergewöhnlich kalten Winter die Risiken erheblich steigen: „Deshalb müssen bereits heute die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Speicher stärker zu befüllen.“
Indirekt beziehen wir immer noch große Mengen russischen Gases
Die tägliche Einspeisung in die Speicher beläuft sich zurzeit auf 0,2 Prozent. Bei diesem Tempo würden bis zum 1. November (noch 120 Tage) noch nicht einmal 70 Prozent Befüllung erreicht. Eine Grafik der Bundesnetzagentur zeigt, wie angespannt die Situation ist. Doch die Bundesnetzagentur erklärt, die Versorgungssicherheit ist gewährleistet.
Über die vielgepriesenen deutschen LNG-Terminals bezieht Deutschland lediglich 10–13 Prozent des Erdgases. Aber etwa 40 Prozent kommt aus den Niederlanden und Belgien, das dort als LNG angelandet wird und durch Pipelines nach Deutschland transportiert wird. Es wird kaum diskutiert, dass Belgien über Zeebrügge 40 Prozent seines LNG-Imports aus Russland bezieht, ebenso die Niederlande mit 13 Prozent ihres Importes. Insofern beziehen wir indirekt immer noch erhebliche Mengen russischen Gases. Frankreich importiert ein Drittel seines LNG-Imports aus Russland (Quelle: IEEAE-LNG-Tracker). Dieser Import soll nach den Plänen der EU ab 1. Januar 2027 beendet werden. Das wird sich dann tendenziell in höheren Preisen niederschlagen.
Das Bundeswirtschaftsministerium plant eine strategische Erdgasreserve, um auf Gasversorgungskrisen besser vorbereitet zu sein. Die Gasreserve soll 24 Terawattstunden umfassen, etwa zehn Prozent der deutschen Gasspeicherkapazität. Die Kosten für den Gaseinkauf und die Einspeicherung sollen etwa 1,5 Milliarden Euro betragen, die über einen Aufschlag auf die Gaspreise für den Verbraucher finanziert werden sollen. Das entsprechende Gesetz soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Die Maßnahme ist nicht von der Hand zu weisen. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die Energiepolitik der letzten vier Bundesregierungen die Krisenanfälligkeit der Gasversorgung massiv erhöht hat. Denn aufgrund des Ausstiegs aus der Kernenergie und des notwendigen Backups für Wind- und Solarenergie werden in den nächsten Jahren zahlreiche Gaskraftwerke zu bauen sein. Die Bundesnetzagentur hat erklärt, dass die Versorgungssicherheit in Deutschland nur gewährleistet werden kann, „wenn bis 2035 zusätzliche steuerbare Kapazitäten von 22.400 MW bis 35.500 MW errichtet werden“. 35.500 MW Gaskraftwerke verbrauchen etwa 15 Milliarden Kubikmeter zusätzliches Gas (Jahresverbrauch Deutschland 2025: 85 Milliarden Kubikmeter Gas).
Es kommt erschwerend hinzu, dass CDU, SPD, FDP und Grüne es für richtig hielten, die Erdgasförderung durch Fracking in Deutschland zu verbieten. Ministerin Reiche kann sich eine Lockerung des Fracking-Verbots vorstellen. Doch der Kanzler geht auf Distanz. Er will es mit Finanzminister Klingbeil nicht verderben, der sich – wie die SPD insgesamt – gegen Fracking ausgesprochen hat. Der Wahlkreis von Lars Klingbeil (Heidekreis) liegt in einem Gebiet vielversprechender Schiefergasvorkommen.
Nun bekommt die Ministerin starke Unterstützung durch ein von der Friedrich-Naumann-Stiftung in Auftrag gegebenes Gutachten des ehemaligen Präsidenten der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Prof. Hans-Joachim Kümpel. Dieses Gutachten, das man hier findet, ist für jeden energiepolitisch Interessierten ein „must-read“.
Dieses Studie kommt zum Ergebnis, dass
- die Technik der Förderung des Schiefergases aus mehr als 1.000 m Tiefe eine Gefährdung des Grundwassers (bis zu 100 m Tiefe) ausschließt
- das Erdbebenrisiko beim Fracking um ein Vielfaches niedriger ist als bei der herkömmlichen Erdgasförderung
- Deutschland eine förderbare Gesamtmenge von 1.000 Milliarden Kubikmeter aufweist, was einer Förderdauer von 50 Jahren bei einer jährlichen Fördermenge von 20 Milliarden Kubikmeter entspricht.
- deutlich kostengünstiger wäre als der heutige Weltmarktpreis.
Droht ein Erdgas-Lieferstopp wegen der EU-Methanverordnung?
Die EU hat eine Verordnung erlassen, wonach ab 1.1.2027 der Methanausstoß bei der Förderung, der Verarbeitung und dem Transport von Rohöl und Erdgas aus Klimaschutzgründen zu reduzieren ist. Und das soll nicht nur in Europa, sondern auch in den außereuropäischen Förderländern gelten.
Die strengen Regeln gelten für Importeure, die nachweisen sollen, dass in den Förderländern diese neuen EU-Standards erfüllt sind. Während Importeure wie SEFE, Uniper und Shell davor warnen, dass „ein erheblicher Teil der weltweiten Gasversorgung de facto nicht konform sein wird“ und es zu erheblichen Lieferengpässen kommen könnte, will die EU ihre Verordnung mit horrenden Strafzahlungen von bis zu 20 Prozent des Jahresumsatzes durchsetzen. Am 24. Juni haben nun die USA, Katar, Nigeria und Algerien in einem gemeinsamen Brief an die EU-Kommission Änderungen der Importregeln verlangt, anderenfalls Europa massive Versorgungsrisiken mitten im Januar 2027 eingehen werde. Immerhin sind 43 Prozent des Erdgasverbrauchs in Europa betroffen. Der US-Energieminister Chris Wright nannte die Regeln „crazy“. Die USA seien bereit, Europa zu versorgen, aber nicht zu diesen Bedingungen.
Ministerin Reiche hat sich richtigerweise bei der EU für ein Aussetzen der Verordnung ausgesprochen. Ihr SPD-Kollege, Umweltminister Schneider, hat sich im Namen der Bundesregierung für die Beibehaltung der EU-Verordnung ausgesprochen und hat seine Ministerkollegin für ihre Initiative öffentlich gerügt.
Wenn wir im Januar 2027 Versorgungsprobleme bekommen werden, wissen wir, bei wem wir uns zu bedanken haben. Bei einem sturköpfigen Umweltminister und einem Kanzler, der die SPD-Eskapaden laufen lässt
Dieser Text ist ein Ausschnitt aus Fritz Vahrenholts monatlichem Newsletter, den Sie hier bestellen können. Darin finden sie weitere Themen und auch zusätzliche erläuternde Grafiken und Quellen.
@ Andrea Lorenz – „Ich halte Fracking für eine der schlimmsten Methoden, die Umwelt zu versauen. Deshalb finde ich das Fracking-Verbot für Deutschland richtig.“ – Da macht es dann für das eigene ruhige Gewissen nichts, Fracking-Gas aus anderen Regionen der Welt einzukaufen, das auch noch zum mehrfach höheren Preis. Ich hatte mal mit Leuten zu tun, die sich über den nächtlichen Fluglärm des Kölner Flughafens beschwerten, in den entsprechenden Anti-Flughafen-Bürgerklitschen rummaulten, nicht beachtend, daß sie ihre Wohngrundstücke lange nach Einrichtung des Flughafens erworben hatten, entsprechend preiswerter als anderswo gerade wegen der Lage. Und auf Hinweis, daß selbige ja auch regelmäßig per Flieger mit der Sippe in den Urlaub düsen, kam die völlig intelligenzabwesende Antwort „Wir fliegen ja ab Düsseldorf“. Und „die dürfen dann sogar immer noch wählen“. Und diese Denke greift zunehmend um sich, so daß dieses einstmals wirklich wohlhabende Land nzwischen dahin abgewirtschaftet wurde zum Stand heute. Und die Pleitewelle ist noch nicht am Tiefpunkt angelangt, mit allen Folgen für die Versorgungssysteme im Lande, ansatzweise ablesbar an den „Sozialreformen, die Fritze und Co gerade verabschiedet haben. Nur munter weiter so.
Nach dem größten Terroranschlag der Geschichte gegen die „deutsche Gasversorgung“, zumindest im Beisein eines deutschen Kanzlers vor den Medien der Welt offen angekündigt, ohne daß in dem Moment oder jemals später Einwände erhoben wurden (ein Akt des Hochverrats ??) nun in diesem Sinne offen weiteres Regieren gegen die Interessen und Belange der Wirtschaft, wie auch gegen die Grundversorgung der Bevölkerung, sofern eine „warme Bude“ im Winter noch dazu zählt. Und die Betroffenen ziehen entweder wortlos von dannen, ducken sich einfach weg, sofern sie die erste Möglichkeit nicht haben und wählen wundersamer Weise „ihre Metzger“ immer wieder an die für dieses unsägliche Treiben nötigen Schalthebel. Das kommt davon, wenn die Insassen der „Anstalt“ deren Leitung übernehmen.
Gas-Harakiri: mit der Kettensäge nach Art der EU und Tschlands. In den ohnehin verhunzten Landstrichen, weil massiv Windräder und Solarfelder errichtet werden, sollte auch Fracking betrieben werden.
Was im Text klar ersichtlich wird: wir haben es mit Berlin und Brüssel mit Irrenhäuser zu tun, mit komplett Verrückten. Anders kann man das nicht mehr bezeichnen. Die ganze Welt lacht über diese linksgrüne, durchgeknalle Truppe die da in Berlin und Brüssel das Zepter führt, aber die meint sie sei das Zentrum der Welt.
Unfassbar.
Am Ende überlebt nur, wer im Schnee mit Steinen Feuer machen kann.
Winterhall wurde es 2017 untersagt Frackinggas zu fördern, da man keine Erfahrungen mit der Technologie habe und nach heutigen Kenntnisstand die Folgen nicht richtig abschätzen könne. Die gesamte Diskussion wurde von Greenpeace okkupiert, polarisiert und sämtliche Ängste geschürt, so daß eine faire Debatte komplett ausgefallen ist, sondern man sich in Hell und Dunkeldeutschland aufteilt. Ohne Gas kein Stahl, kein Zement und kein Plastik, alles zusammen nicht bloß im Windrad vereint, welches kaum je die Energie erwirtschaftet, die zu seiner Aufstellung aufgebracht wurde, da die Energie kaum bedarfsgerecht geliefert wird. Obwohl man das sattsam Bekannte dauerhaft subventioniert, kommt man mit dem Speichern von Strom weltweit nicht weiter. Man schafft wie bei Subventionen üblich einen Haufen gigantischer Fehlallokation, teurer und verschandelnder, als es die Förderung von Schiefergas jemals einbrächte, die man zur Not stoppen kann, von Erdbeben abgesehen. Überhaupt gar kein Risiko eingehen zu wollen und den ganzen Ofen von Energieerzeugung bis Industrie auszulagern, um anschließend den Thron der Hochmoral zu besteigen, das ist eine teure Aspekt des poschardschen Shitbürgers, der selbstgerecht auftritt gegenüber dem frackenden Ami, der sich der Wärmepumpenpflicht unterordnet, während er für Klimaanlagen ein bundesweites Verbot herbeisehnt, welches er für den ganzen Planeten, in den Dienst der großen Sache und des deutschen Alleingangs gestellt hat.
@Jochen Lindt : >>Der Abbau von Rohstoffen in D, sowie der Bau von Kraftwerken scheitert schon am Verbandsklagerecht von NGOs. Organisationen wie BUND, Greepeace und DUH haben damit ein erhebliches Erpressungspotenzial und können mittels Verbandsklagerecht den Standort D lahmlegen.<<
## Ist denn Flamanville schon wieder deutsch? Oder der Bristol-Kanal erst? Aber theoretisch stimmt das schon alles.