Von Wolfgang Horst Reuther.
In den wüstenreichen Gegenden der arabischen Halbinsel konnten sich aus naheliegenden Gründen keine großen, zusammenhängend lebenden Menschengruppen bilden. Der Stamm war deshalb bis in die Neuzeit die effektivste Form der menschlichen Organisation, insbesondere für jene, die gezwungen waren, ziemlich isoliert von der Außenwelt als Nomaden oder Halbnomaden zu leben. Eine solche Gruppe umfasste in der Regel nicht mehr als 600 Personen, um unter diesen Bedingungen überleben zu können. Ein wichtiger Grund für die ursprüngliche Zersplitterung der arabischen Stämme war auch die Zerstörung eines südarabischen Staudamms durch ein Erdbeben im Jahre 570, wodurch eine bewässerte Landwirtschaft für die dort fest siedelnden Stämme unmöglich wurde und die Nomadenstämme die Herrschaft über die arabische Halbinsel wiederherstellen konnten.
Die Mitglieder eines Clans oder einer Familie im weitesten Sinne des Wortes definierten sich selbst in erster Linie über die Zugehörigkeit zu diesem Clan. Das Leben außerhalb eines Clans war faktisch unmöglich, weil man dann nirgendwo als Persönlichkeit anerkannt wurde, deshalb „vogelfrei“ war und um seine Sicherheit und sein Leben fürchten musste.
Die Stämme waren stets sehr autonom, wenn nicht gar oft souverän im Verhältnis untereinander. Diese Zersplitterung war gleichzeitig die Grundlage für die wechselnden Konflikte, die häufig wechselnden Allianzen und sogar die gegenseitige Verachtung unter den verschiedenen, oft verfeindeten Stämmen sowie im Weiteren für die Hierarchie ihrer Macht und ihres Ansehens untereinander, und zwar bis heute. Vor diesem Hintergrund wurden bis ins 20. Jahrhundert gegenseitige Raubzüge quasi als „Sport“ betrieben. Hinzu kommt ein traditioneller Unwille, sich anderen Clans, Stämmen, Herrschern oder irgendwie gearteten staatlichen Strukturen unterzuordnen, womit zum Beispiel auch die osmanischen Herrscher bereits ihre Probleme hatten.
Handarbeit steht auf niedrigster Stufe
Das Ranking der Clans hat – neben der Genealogie und der Tätigkeit – vor allem auch damit zu tun, dass sich die weniger ehrbaren Clans ursprünglich dem Schutz der Beduinen unterwerfen und Schutzgeld zahlen mussten. Zur Hierarchie der Clans, die aus den jeweils wechselnden Machtpositionen resultiert, gesellt sich jene aus grundsätzlichen Erwägungen heraus. Sehr verbreitet ist folgendes Ranking der Clans:
Die Nomaden und die Halbnomaden-Clans genießen die höchste Anerkennung, wobei die ehrbarsten unter ihnen sich auf die direkte Abstammung von den Ur-Stammvätern berufen. Dazu zählen sich auch die jeweiligen Herrscherhäuser, für die die Genealogie und Stammeszugehörigkeit die wichtigsten Grundlagen ihrer politischen Legitimation bilden und die deshalb bis heute intensiv an den stammesrechtlichen Nachweisen arbeiten.
Die sesshaften, zumeist als Viehhirten tätigen Clans ordnen sich nach den Nomaden-Clans an zweiter Stelle ein. Im Ansehen weit zurück stehen die – zumeist städtischen – Clans, die an bestimmte handwerkliche Berufe wie Schmied, Kürschner oder Töpfer gebunden sind, sowie insgesamt alle, die von ihrer Hände Arbeit leben.
Auch deshalb wird bis heute ein Angehöriger eines Beduinen-Clans lieber betteln gehen, als eine „unehrenhafte“ Arbeit anzunehmen, bei der er sich die Hände schmutzig machen muss. Deshalb sollte man sich auch nicht wundern, wenn Migranten, die den „ehrbaren“ Clans entstammen, es als Beleidigung ansehen, wenn ihnen eine Arbeit in einem Handwerks- oder Industriebetrieb angeboten wird, es sei denn als Aufseher – anderes kommt für ihn nicht infrage und würde ihn auch in den Augen seiner eigenen Clan-Mitglieder völlig seiner Ehre berauben. Im Übrigen waren und sind Ehen zwischen Beduinen und Frauen aus Clans, die im Ansehen darunter stehen, ausgeschlossen. Daraus lassen sich auch Konflikte beim Zusammentreffen von Mitgliedern aus Clans „unterschiedlicher Ehrbarkeit“ unter den Migranten und Flüchtlingen in Europa erklären, insbesondere, wenn sie auf engem Raum in einem Flüchtlingsheim zusammenleben müssen. Der „Höherstehende“ wird in verschiedensten Situationen immer wieder versuchen, den Anderen den Unterschied spüren zu lassen.
Die Feindschaft zwischen zwei Clans und deren Mitgliedern kann sehr weit gehen und sogar in tödlichen Auseinandersetzungen enden. Ein Bekannter, der an einem Entwicklungsprojekt im Sudan tätig war, berichtete mir, dass er in erster Linie darauf achten musste, dass sich niemals Mitglieder zweier verfeindeter Clans persönlich begegneten. Als ich einmal ein Mitglied einer tschetschenischen Regionalregierung fragte, ob sich die beiden tschetschenischen Clans nicht einfach untereinander einigen könnten, verneinte sie dies grundsätzlich. Frieden in Tschetschenien sei nur möglich, indem ein Clan den anderen dominiere.
Meine „unehrenhafte“ Frau
Ganz unten im Ranking und Ansehen stehen jene Clans, die anderen Clans ihre Dienste oder Dienstleistungen anbieten, darunter auch Tänzer, Sänger, Musiker und Prostituierte. Das entspricht in etwa dem niedrigen Ansehen, in dem Künstler, vor allem Theaterleute, im Mittelalter in Europa standen.
Mit Letzterem habe ich kurz nach meiner Ankunft als Direktor des UNESCO-Büros in Amman und naiver Mitteleuropäer sehr schnell meine eigenen Erfahrungen machen müssen: Um möglichst viele berufliche Partner kennenzulernen, haben meine Frau und ich zahlreiche Essen organisiert. Unter Diplomaten ist dies die effektivste Methode zum Kennenlernen und für das Anbahnen von Absprachen. Bei diesen Gelegenheiten habe ich meine Frau, nicht ohne Stolz, immer auch mit ihrem Beruf vorgestellt, nämlich Musikerin. Nach ein paar solcher Treffen bat sie mich jedoch, den Hinweis auf ihren Beruf künftig wegzulassen. Sie hatte aus den Blicken der jeweiligen Gäste entnommen, dass dieses Detail bei ihnen nicht gut ankam.
Tatsächlich macht allein der Fakt der beruflichen Tätigkeit einer Frau eher verdächtig. Wenn sie dann auch noch Künstlerin ist und damit einen gesellschaftlichen Hintergrund besitzt, der in der Clan-Gesellschaft eher Verachtung als Anerkennung genießt, dann ist dies weder für sie noch für den Ruf des Diplomaten und seine berufliche Tätigkeit von Vorteil. Nur die Stellung des Diplomaten schützt ihn dann vor der Isolation im Land und der Verachtung der Eliten. Tatsächlich änderten sich die Blicke der Gäste grundlegend, nachdem der Beruf meiner Frau nicht mehr erwähnt wurde.
Meine Frau wurde später nochmals auf andere Weise direkt mit dieser Frage konfrontiert. Nachdem sie geholfen hatte, unter dem Patronat der jordanischen Königin eine Reihe von Kulturveranstaltungen in Amman zu organisieren, wurde sie von einer Angehörigen des weitläufigen Herrscherhauses gefragt, ob sie bereit wäre, in der Universität aufzutreten. Uns schien dies eine gute Gelegenheit, meine Arbeit als UNESCO-Repräsentant zu unterstützen.
Wir konsultierten dazu eine Reihe von Beratern und uns wurde dringend davon abgeraten: Da das Lehrpersonal der Universitäten als „Dienstleister“ betrachtet werde, stehe es im Rang weit unter dem des Diplomaten. Ein Auftritt meiner Frau könne dazu führen, dass ihrem und meinem Ansehen im Land Schaden zugefügt würde. Das ist schwer nachzuvollziehen für einen modernen Mitteleuropäer, aber umso mehr schien es uns angeraten, diese Argumente nicht zu ignorieren und den Vortrag höflich abzusagen.
Von der „Umma“ ergänzt
Eine besondere Gruppe am Ende der Hierarchie bilden jene Clans, die sich ursprünglich aus davongelaufenen Sklaven, vor allem aus dem Sudan und Äthiopien, bildeten und die sich bis vor Kurzem ausschließlich als Tagelöhner verdingten. Hierin liegt sicher auch ein Ursprung für den in der Region stark verwurzelten Rassismus (im ursprünglichen Sinne des Wortes) gegen Menschen mit schwarzer Hautfarbe.
Wie bereits erwähnt, sind die Clans und die überwiegende Mehrzahl ihrer Regeln und Traditionen weitaus älter als der Islam. Durch das Aufkommen des Islam sind sie kaum verändert worden. Wenn auch der Islam einige besonders inhumane Praktiken (wie zum Beispiel das Vergraben von neugeborenen Mädchen im Wüstensand) überwand, wurde die innere Traditionsstruktur und Loyalität der Clans faktisch nicht angetastet. Im Gegenteil, sie wurde zusätzlich legitimiert, in den Islam integriert und damit auf eine religiöse Ebene gehoben. Auch die absolute Macht der Clan-Chefs wurde trotz des Aufkommens neuer übergeordneter islamischer Machtstrukturen nicht beschnitten. Die Zugehörigkeit zur „Umma“, der Gemeinschaft der Gläubigen, ergänzte die Clan-Zugehörigkeit nur.
So kann an dieser Stelle festgestellt werden, dass sowohl die Lebensweise, die Strukturen, die Traditionen und die Regeln der arabischen Clans wie auch ihre Beziehungen untereinander und zu äußeren Machtstrukturen über mehr als zwei Jahrtausende hinweg, bis weit ins 20. Jahrhundert hinein, nahezu unverändert geblieben sind. In der Epoche des Islam sind die grundlegenden arabischen Clan-Traditionen lediglich religiös aufgewertet worden und zu einer Einheit mit denen der Scharia verschmolzen, die – zumeist ungeschrieben – die Basis der Justiz bildeten. Zu ihrer Durchsetzung trugen Stammes-Gerichte aus den angesehensten und einflussreichsten Clan-Chefs bei, die bis ins letzte Viertel des 20. Jahrhunderts zusammen das Rückgrat der Rechtsprechung bildeten und – wenn auch mit eingeschränkten Befugnissen – bis heute bestehen.
Blutrache zur Kriminalitätsbekämpfung
Gegenwärtig dürfen sich die Stammes-Gerichte in Jordanien „nur“ noch mit drei Typen von Rechtsfällen befassen: wenn Blut geflossen ist, bei Vergewaltigungen und bei Verletzung des von einem Clan für einen Menschen oder anderen Clan gewährten Schutzes – ein durchaus immer noch breites Spektrum an Rechtsstreitigkeiten.
Vor der Einführung der offiziellen Stammes-Gerichte wurden Streitfragen innerhalb des Clans von einem angesehenen Clan-Angehörigen entschieden. Dies geschah gewöhnlich im Zelt des Richters in Anwesenheit des Scheichs und der männlichen Mitglieder. Der Richter verlangte vom Beschuldigten zumeist einen öffentlichen Schwur, dessen Wahrhaftigkeit er ggf. durch den „Löffeltest“ überprüfen konnte. Dabei wurde dem Beschuldigten ein glühender Löffel auf die Zunge gedrückt und Verbrennungen wurden als Zeichen der Lüge gewertet.
Im Übrigen glaubt man im Nahen Osten noch heute, dass das Gesetz der Blutrache dazu beiträgt, die Zahl der Kapitalverbrechen niedrig zu halten und die eigenen Leute davon zu überzeugen, sich „korrekt“ zu verhalten. Man befürchtet, dass die Verbrechensraten schnell auf das Niveau von westlichen Gesellschaften und darüber hinaus anwachsen könnten, wenn die tribalistischen Institutionen abgeschafft würden, da man dann niemanden mehr „im Zaume halten“ könne. Es ist daher nicht auszuschließen, dass kriminelle Handlungen von einzelnen Migranten und Flüchtlingen – wegen des Wegfallens der Abschreckung durch die tribalistisch geprägte Gesellschaft und durch die in Europa im Vergleich zu den Herkunftsländern sehr milden Strafen und einen weitaus humaneren Strafvollzug – begünstigt werden. Daneben regeln auch in Deutschland illegale Stammesgerichte Konflikte zwischen den Clans der Migranten sowie innerhalb derselben mehr oder weniger im Verborgenen. Diese untergraben somit die offizielle, demokratisch legitimierte Justiz und ersetzen sie durch ein archaisches System der Rechtsprechung.
Den ersten Beitrag dieses Zweiteilers finden Sie hier.
Dies ist ein Auszug aus Wolfgang Horst Reuthers Buch „Wie ich den Nahen Osten erlebte“, das soeben im Tredition-Verlag erschienen ist. Der Autor war 38 Jahre für die UNESCO tätig, vom Einsatz als Praktikant 1974 bis hin zu seiner Pensionierung 2012, davon knapp 15 Jahre im Dienst als UNESCO-Direktor. Er lebte unter anderem in Amman (Jordanien), Moskau, Paris und San José (Costa Rica).
Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay
Vielen Dank für Ihre Ausführungen und Ihre Mühe, lieber Herr Reuther. Meines Erachtens nach ergänzen sich die Clanstrukturen und der Islam nicht nur perfekt, sondern sie bedingen sich einander. Anhand der strikten Ausgrenzung anderer, wird dieses besonders deutlich sichtbar. Als ich einmal mit einem Angehörigen eines kurdisch-arabischen Clans böse aneinander geriet, warf dieser mir entgegen: "Du bist nichts, Alter! Mein Vater backt zehntausend Fladenbrote am Tag. Und Du? Du bist nichts!". Was sich auf dem ersten Blick als völlig verblödet anhört, schliesslich backt sein Vater ja die zehntausend Brote und nicht er - somit wäre er ja auch "nichts" - hat einen ernsten Hintergrund. Der Typ war alles andere als dumm und aus seiner Sicht war das in Ordnung. Denn er gehörte zum Clan und konnte sich also den wirtschaftlichen Erfolg seines Vaters völlig selbstverständlich hinzurechnen, konnte sich darum selbst aufwerten. Das wirklich fatale an diesem beispielgebenden Vorfall ist aber, dass es den importierten und weitergeführten Clanstrukturen spielend leicht gelingt, die hiesigen modernen Strukturen zu unterlaufen, zu umgehen und zum eigenen Vorteil auszunutzen. Niemand geht zum Staatsanwalt oder zur Polizei. Alles wird geregelt wie schon immer. Auch Probleme welche keinen Straftatbestand berühren. Demokratische Wertvorstellungen werden vorsätzlich abgelehnt, von Integration keine Spur. Denn sie fühlen sich überlegen und lachen sich schlapp über den zahnlosen Rechtsstaat und dessen - politisch gewollt - verweichlichte, eierlose Vertreter. Sie lachen sich schlapp über Kommissionen, Integrationsbeauftragte, Aktionen zur Wertevermittlung und den ganzen Gutmenschen-Zauber. Sie verachten derlei zutiefst, weil sie alles verachten und herabsetzen, was ausserhalb ihres Clans und ihres Glaubens ist.
Da kann man ja nur von Glück reden, dass diese "ehrbaren" Clanmitglieder es nicht als unehrenhaft ansehen, sich von unserem Sozialsystem rundum versorgen zu lassen. Sie würden wohl verhungern in unserem ehrlosen Arbeiterstaat! Da haben die wohl eine andere Interpretation des Begriffes Ehre und Stolz als wir. Die Untermenschen arbeiten für sie? Nun denn, wie auch immer, die Migranten bereichern uns ja bekanntlich und wenn es nur auf mentaler Ebene ist!
Ist ja wunderbar, dass sich einige Interessierte bis in die historischen Tiefen damit befassen wollen und sich auch bestens auskennen. Aber wir anderen müssen das doch nicht wirklich wissen oder? Oder haben wir uns in dem Moment schon unterworfen, da wir versuchen, deren Regeln aus ihrer Geschichte heraus zu verstehen? Interessant finde ich das Geschilderte auch, aber darüber hinaus ist mir völlig schnurz, warum sich ungebildeter Araber hier als Herrenmenschen aufspielen möchten. Ich frage die grüne Ikone Claudia Roth persönlich: Handelt es sich bei den Betrachteten nicht tatsächlich um Faschisten oder Protofaschisten, die ja auch geistesverwandte dienstbare Geister benötigen, um effektiv zu sein? Vor 500 Jahren waren in Mitteleuropa die meisten Bewohner von Wesen und Überzeugungen her Faschisten. Das heißt, man hätte jeden von der Straße weg zum König machen können, er oder sie hätten nichts anderes im Sinn gehabt, die übrigen niederzuhalten, auszunutzen, zu demütigen und auszubeuten. Das war einst normal. Und wir sollten doch anstelle dieses "Verständnisses" für "andere Kulturen" ein wenig stolzer darauf sein, dass wir es geschafft haben, davon, was wir gemeinhin Faschismus nennen, ein Stück weit abgekommen zu sein. "Weiterentwickelt" traue ich mir das inzwischen nicht mehr zu nennen, weil ja noch nicht klar ist, wie die Geschichte endet. Wir sehen ja, wie die Taliban mit Amerikanern und Europäern Katz und Maus spielen. Die letzte Rechtfertigung ist ja auf Seiten der Erfolgreichen. die Sieger schreiben nicht nur die Geschichte, sie determinieren auch, was richtig oder falsch war.
@Hubert Bauer : Na klar !!! Kann ich dann kommentieren unter dem Namen " Abdullah Hassan " ? Und so'n bissel am Fundament des Rechtsstaats knabbern, steuersubventioniert natürlich? Auf die kulturromantische Art, versteht sich. Unter diesen Bedingungen mach ich mit. Für Westgeld mache ich alles.
Ich halte die Ausführungen von Herrn Nasri für fadenscheinig. Wo ist der Reichtum der Clans? In zivilisierten Staaten durch Verbrechen und Sozialbetrug entstanden. In den Heimatregionen nur dadurch, das es Rohstoffe gibt. Aus der arabischen Welt kommen weder großartige Patente, noch andere Ideen mit Substanz. Herrn Nasri`s Logik folgend wären wir in der Steinzeit. Das mag das Ziel der grünen Kommunisten in Deutschland sein, sicherlich aber nicht meins.
Hochinteressante Ausführungen, wenn auch für mich so weit weg wie Hexenverbrennungen oder höfische Rituale. Erschreckend, wenn diese für mich nicht kompatible Lebens- und Denkweise hier Raum greift. Sollte man besser abhauen, solange das noch geht?
Sehr geehrter Herr Reuther, zweifelsohne haben Sie eine profunde Sachkenntnis zum Thema arabische Clanstrukturen . Sie beschreiben anschaulich den status quo. Dennoch unterläuft Ihnen meines Erachtens ein fundamentaler Irrtum. In beiden Teilen Ihres Artikels weisen Sie auf Folgendes hin: "Durch das Aufkommen des Islam sind sie (die Clanstrukturen; meine Anmerkung) kaum verändert worden." Das will ich so nicht stehen lassen. Ihrer Meinung nach bestünden die Clanstrukturen also trotz Islam weiter. Das Gegenteil jedoch trifft zu. Der Islam hat (genau so vom großen Propheten beabsichtigt) die Clanstrukturen gestärkt und diesen Zustand für alle Ewigkeit unabänderlich in Stein gemeißelt. Deshalb läuft auch Ihre Empfehlung ins Leere, wonach "eine historische Betrachtungsweise einer religiös verbrämten vorgezogen werden sollte." Es ist völlig egal, aus welcher Perspektive Sie das Thema betrachten, denn das eine lässt sich nicht vom andern trennen. Zumal die von Ihnen beschrieben Clanstrukturen ausschließlich Beispiele aus islamischen Gesellschaften sind. Und dass wir auch in Deutschland diese Clanstrukturen wiederfinden, ist kein Widerspruch, sondern die logische Schlussfolgerung. Die Mitglieder dieser Clans sind nämlich nicht Teil der deutschen Gesellschaft, sondern bilden ganz bewusst eine Parallelgesellschaft. Und diese wird sich auch nicht mit fortschreitender Dauer abschwächen. Eine Integration in eine andere Gesellschaft ist niemals gewünscht, da man sich nicht auf Augenhöhe mit Menschen begibt, deren gesellschaftliche Stellung eine in der untersten Ebene ist (aus Clansicht). Bei einem gewöhnlichen Mitglied einer westlichen Gesellschaft leitet sich nämlich nichts ab von Abraham. Verstärkt wird das ganze Problem erneut durch den Islam, in dem Mitgliedern westlicher Gesellschaften bestenfalls der Stand von Dhimmis zugestanden wird. Auf Respekt und Achtung hofft man vergeblich. Und das Problem verstärkt sich täglich mit dem Erstarken des Islam und dessen Expansion.