Im Jahr 2024 betrug der Anstieg der globalen Jahresmitteltemperatur erstmals 1,5 Grad. Der Weltuntergang ist erstaunlicherweise ausgeblieben. Niemand hat wirklich etwas gemerkt.
Die internationale Klimapolitik feiert in diesem Jahr zwei Jubiläen. Im Oktober trifft sich die Gemeinde zur 30. Konferenz der Vertragsparteien, auch Klimagipfel genannt, kurz COP30. Diesmal ist mit Brasilien wieder eine touristisch durchaus attraktive Destination an der Reihe. Da will man doch dabei sein, irgendein Steuerzahler wird sich schon finden, der die Kompensationszahlungen für den CO2-Ausstoß der zur Weltrettung notwendigen Langstreckenflüge übernimmt. Die COPs sind bekanntlich eine große Erfolgsgeschichte: 1995 hatte die COP1 magere 3969 Teilnehmer, bis zur COP 28 in Dubai konnte die Zahl auf 85.000 gesteigert werden. Dass in 2024 nur noch 54.148 nach Baku flogen, mag an der geringen touristischen Attraktivität liegen, kann aber auch ein Zeichen sein, dass Peak COP überschritten ist. Vielleicht gibt es in Belém, der Stadt der Mangobäume, nochmal eine große Sause (zumal man dort die Konferenz zum Anlass genommen hat, eine schöne neue Autobahn durch den Urwald zu bauen), aber dann wird der Abstieg des Klimagipfels gewiss weitergehen.
Außerdem steht der zehnte Jahrestag des Pariser Abkommens vor der Tür. Bei der COP20 in Paris wurde beschlossen, den globalen Temperaturanstieg möglichst auf 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Anders als das 2020 auslaufende Kyoto-Protokoll, das nur einige Industriestaaten zu Emissionsreduktionen verpflichtete, bindet das Pariser Klimaabkommen alle Staaten der Erde ein. Sie haben sich völkerrechtlich verpflichtet, einen nationalen Klimabeitrag (englisch: Nationally Determined Contribution, NDC) und konkrete Schritte zu dessen Umsetzung zu erarbeiten.
10 Jahre nach Ausrufung des 1,5 Grad-Ziels ist es nun vollbracht. Aber anders als gedacht. Der Plan war es, bis zur Mitte des Jahrhunderts die Emissionen so zu verringern, dass wir die 1,5 Grad nicht überschreiten. Erreicht wurde, dass sie nach nur zehn Jahren nun schon überschritten sind. Im Jahr 2024 betrug der Anstieg der globalen Jahresmitteltemperatur erstmals 1,5 °C. Der Weltuntergang ist erstaunlicherweise ausgeblieben. Zum Glück. Niemand hat wirklich etwas gemerkt. Und die allermeisten haben noch nicht einmal mitbekommen, dass Wissenschaftler festgestellt haben, dass die 1,5 Grad nun geknackt sind.
Wenig Eifer bei den Reduktionsplänen
Auch der Enthusiasmus der Vertragsstaaten hält sich in Grenzen. Im Rahmen des Abkommens haben sich die Länder verpflichtet, alle fünf Jahre neue Pläne, die sogenannten NDCs, vorzulegen, in denen sie beschreiben, was sie zur Emissionsminderung und Anpassung an den Klimawandel tun werden, ihre Fortschritte bei der Erreichung der Pariser Ziele im Rahmen einer alle fünf Jahre stattfindenden „globalen Bestandsaufnahme" zu bewerten und ihre Anstrengungen entsprechend zu verstärken. Der so genannte „Ratchet-Mechanismus" sieht vor, dass jede Verpflichtungsrunde über die vorherige hinausgeht und das „höchstmögliche Ziel" der Länder darstellt.
Wie sieht es also mit den NDCs aus? Laut dem aktuellen UN Emissions Gap Report sind die Länder noch weit davon entfernt, die Ziele von Paris zu erreichen. Klar, sonst hätten wir die 1,5-Grad-Marke wohl kaum geknackt. Tatsächlich tun sie sich schwer, überhaupt Ziele aufzuschreiben: Nur 13 der 195 Unterzeichnerstaaten des Pariser Abkommens haben die UN-Frist vom 10. Februar für die Vorlage neuer Klimazusagen für 2035 eingehalten und ihre neuen Pläne zur Emissionsminderung veröffentlicht. Laut einer Analyse von Carbon Brief repräsentieren die Länder, die die Frist verpasst haben, 83 Prozent der globalen Emissionen und fast 80 Prozent der Weltwirtschaft.
Die USA haben ihr NDC unter der vorherigen Biden-Administration eingereicht, aber inzwischen angekündigt, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen. Zieht man sie ab, bleiben nur noch Ecuador, St. Lucia, Brasilien, Uruguay, die Schweiz, Andorra, Großbritannien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Simbabwe, Singapur, Neuseeland und die Marshallinseln. Zusammen sind sie für rund vier Prozent der Emissionen verantwortlich. Und was sie sich auf die Fahnen geschrieben haben, ist offenbar größtenteils wenig ambitioniert.
Nun, viele wollen ja noch nachreichen. Aber für das, was da noch an guten Vorsätzen aufgeschrieben wird, gilt wie bisher: Papier ist geduldig. Und vielleicht war 2024 ja nur ein Ausrutscher und wir rutschen nochmal ein paar Jahre runter auf 1,4 Grad. (Das Pariser Ziel wird als 20-Jahres-Durchschnitt gemessen – das heißt, 1,5 °C in einem Jahr zu überschreiten, heißt noch nicht, dass wir endgültig drüber sind.)
Die Entwicklung der ganz großen Länder
Und vielleicht steigt ja China bald aus der Kohle aus? Wohl eher nicht. Laut einem Bericht des Centre for Research on Energy and Clean Air erreicht der Bau von Kohlekraftwerken in China im Jahr 2024 ein neues Zehnjahreshoch. Es wurde mit dem Bau von 94,5 GW neuer Kohlekraftwerke begonnen. Laut der Studie ist dies ein Zeichen für die anhaltende Dynamik bei der Entwicklung neuer Kohleprojekte, trotz der Zusagen der Regierung, die Nutzung des fossilen Brennstoffs „streng" zu kontrollieren. Wer einen Eindruck davon bekommen will, wie China seine Klimaziele verfolgt, muss sich die beiden kleinen grauen Balken in der folgenden Grafik anschauen. Das sind die stillgelegten Kohlekraftwerke.
Die Chinesen bauen zwar auch sehr fleißig Wind- und Solarkraftwerke und auch Kernkraftwerke. Aber eben zusätzlich zu den Kohlemeilern.
Vergleicht man China mit Indien, so sieht man, dass sich zwar der Energieverbrauch in Indien in den letzten 25 Jahre verdoppelt hat, der Chinas aber heute pro Kopf fast dreimal so hoch ist wie in Indien. Das bevölkerungsreichste Land der Erde hat also noch großen Nachholbedarf. In China stehen rund 94 GJ pro Kopf und Jahr zur Verfügung, in Indien 34 GJ.
Es ist klar, dass Indien seinen wachsenden Energiebedarf nicht mit erneuerbaren Energien decken kann. Beim Treffen von Trump und Modi im Februar wurde vereinbart, die Öl- und Gaslieferungen aus den USA um zwei Drittel zu steigern und die entsprechenden Infrastrukturinvestitionen zu erhöhen. Bei der Stromversorgung wird Kohle weiterhin die zentrale Rolle spielen. Heute trägt sie zu 75 Prozent bei. Im Jahr 2025 werden voraussichtlich rund 1370 Millionen Tonnen verbrannt.
In Deutschland sind es etwa 70 bis 80 Millionen Tonnen – das zeigt, wie irrelevant unser Kohleausstieg für das Weltklima ist. Die indischen Kohlevorkommen sind nach den USA und China die drittgrößten der Welt, Indien ist drittgrößter Kohleproduzent und achtgrößter Importeur, Kraftwerke mit einer Kapazität von 25 GW sind im Bau.
Natürlich installiert auch Indien fleißig Solarzellen, und ab 2026 soll es sogar ein Verbot von Verbrennungsmotoren geben – allerdings nur für Zwei- und Dreiräder, also vor allem Mopeds. Und der Strom dafür kommt vor allem aus Kohlekraftwerken. Kohle wird noch jahrzehntelang die Energieversorgung dominieren. Wenn Indien die Wahl habe zwischen Armut und Klimawandel, so Modi schon 2015 bei der Verabschiedung des Pariser Abkommens, werde es sich für Letzteres entscheiden.
Die Welt braucht mehr Energie
Schaut man sich andere bevölkerungsreiche Länder an, sieht es mit der Energieversorgung nicht besser aus als in Indien. Indonesiens 275 Millionen Einwohner kommen auf einen Pro-Kopf-Verbrauch von 43 GJ, Pakistans 241 Millionen Einwohner sogar nur auf 15 GJ, also nicht einmal 5 Prozent der 319 GJ, die ein durchschnittlicher US-Amerikaner verbraucht. Nimmt man den im westlichen Vergleich moderaten Pro-Kopf-Verbrauch Deutschlands von 121 MJ als Maßstab, wird das Ausmaß der Energiearmut in weiten Teilen der Welt deutlich.
Es ist ein Irrglaube, dass der Klimawandel das große Problem der Menschheit sei. Energiearmut ist das große Problem. Deshalb ist es auch falsch, Energie künstlich zu verknappen und zu verteuern. Die wichtigste Herausforderung der Menschheit im 21. Jahrhundert ist es, die Energieversorgung massiv auszubauen.
Deutschland kann hier einen Beitrag leisten. Wir brauchen dafür eine Rückbesinnung auf einstige Stärken, namentlich die technologische Kompetenz. In der Kerntechnik, der Tiefengeothermie, der Batterietechnik, bei synthetischen Kraftstoffen, der CO2-Abscheidung und -Nutzung gibt es viel zu tun. Packen wir es an! Absurde Reduktionsziele – Netto-Null bis 2045 – die nur durch Deindustrialisierung erreicht werden können, müssen einer Aufbruchstimmung weichen, dem Willen, die Herausforderungen der Zukunft, auch den Klimawandel, mit Erfindergeist und technologischen Durchbrüchen zu meistern.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei Novo Argumente.
Thilo Spahl ist Diplom-Psychologe und lebt in Berlin. Er ist freier Wissenschaftsautor, Mitgründer des Freiblickinstituts und Redakteur bei „Novo“. Dieser Beitrag erschien zuerst bei Novo-Argumente. Mehr von Thilo Spahl lesen Sie im Buch „Schluss mit der Klimakrise: Problemlösung statt Katastrophenbeschwörung“.
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Ich gebe seit Jahren auf der Autobahn Zwischengasl. Hat geholfen. Wetter wird besser. Und wieviel CO2 macht eigentlich Krieg???
Wir wissen, wie hoch der CO2-Anteil im Kambrium war. Wikipedia: Das Kambrium ist eine Zeitspanne der Erdgeschichte, die dem Zeitraum von vor 541 bis vor 485,4 Millionen Jahren entspricht. Diese Periode ist durch eine explosionsartige Zunahme der Lebensformen gekennzeichnet, die sogenannte „Kambrische Explosion“…. Im Kambrium belief sich der CO2-Anteil auf geschätzt 4.500-6.000 ppm, also einVielfaches von heute. Wenn man dazu noch weiß, daß Treibhäuser ihre Pflanzen zum Teil nachts mit CO2 begasen, um das Wachstum zu födern, sollte wir uns wohl eher darum sorgen, nicht zu wenig CO2 in der Luft zu haben anstelles des Gegenteils. Auch die wechselnden Warm- und Kaltzeiten, die ellipsoide Bahn, auf der sich die Erde bewegt, mal näher und mal weiter weg von der Sonne, sind alles unwiderlegbare Fakten. Dahingegen scheinen sich die Klimapaniker auf ihre besser in ihr Weltbild hineinpassendes Minizeitalter „seit Beginn der Klimaaufzeichnungen“ zu fokussieren, augenscheinlich, um Fakten nicht wahrnehmen zu müssen. Frau Neubauer, seit Jahren versetzen Sie junge Leute zu Abertausenden in Angst und Schrecken. Sie sind eigentlich sowas wie eine Sekte, die ihre Anhänger unter der Androhung von Gewalt, Tot und Zerstörung bei der Stange hält. Andere nennen das Terrorismus, was sie da machen und eigentlich gehören Sie dafür ins Gefängnis. Zweimal habe ich Frau Neubauers Bude angeschrieben und keine Antwort erhalten. Nun ja, wer die Augen nicht aufmacht um zu sehen, wird sie vielleicht dafür nutzen müssen um zu weinen. Ich bin jedenfalls davon überzeugt, daß wir auch in dreißig Jahren, da wäre ich 93, noch immer Frühling, Sommer, Herbst und Winter haben werden, auch Tuvalu (tektonische Plattenverschiebung) und Holland werden nicht untergegangen sein und ich lade Sie, Frau Neubauer, dann ein in meine Lieblingsbar und werde Ihnen dann erzählen, warum ich das alles heute schon wußte.
@K-H-Zeill / 08.04.2025 -
„Schätzung des IPCC (Inter Governmental Panel of Climate Change): Anthropogene (menschliche CO2-Emission) ca. 22 Mrd. Tonnen pro Jahr. Davon vom Menschen selbst ca 3,5 Mrd. Tonnen CO2. Eine einzelne Ameise oder Blattlaus pro Stunde 5 Mikroliter (Messung mit Spirometer von Dipl.-Biologe Ernst Georg Beck). Allein die Insekten emittieren ca. 350 Mrd. Tonnen CO2, d.h. hundertmal soviel wie der Mensch ausatmet, oder 15 mal mehr als Industrie, Haushalte und Autos in die Luft blasen. In der Amosphäre sind 1.800 Mrd. Tonnen CO2 vorhanden. In den Ozeanen sind 2.300 Mrd. Tonnen CO2 gebunden. Die Bodenorganismen, unter denen die Bakterien die größte Verbreitung haben, erzeugen laut offiziellen Modellen des UN-Weltklimarates etwa 50 Mrd. Tonnen CO2 pro Jahr. Ich schlage vor, dass die Insekten ab sofort zu einer Klimaabgabe von 0,001 Cent pro Mikroliter CO2 verdonnert werden! So kann das nicht weitergehen.“ --- MON DIEU! Wir sind schuldig! Ich sehe es ja ein! Aber warum sind wir bei soviel CO2 alle noch am Leben? Wird es nicht endlich Zeit, toxisches Leben sozialverträglich, klimaschonend und umweltfreundlich zu entsorgen? KCN hat vor einigen Jahrzehnten bei der ersten Rettung des Klimas bereits ganz außerordentlich gut gewirkt und effektiv Milliarden Tonnen an CO2-generierenden Weichzielen effektiv und kostengünstig eradiziert. Und jetzt ist es an der Zeit die Weiterentwicklung auf den Klimamarkt zu bringen: „Zyklon Z“! Zyklon Z ist als Finallösung der anthropogenen CO2-Klimagefahr entwickelt worden. Das bedeutet schnellere Wirkung, höchster Umweltschutz und glückliche Anwender:innen!
@Magiera: In meiner Studi-Dachbude war’s auch schon vor 30 Jahren den Sommer über tropisch. Liegt in der Natur der Sache. Klimaanlagen hatte damals aber keiner hierzulande, und es wurde im Hochsommer auch nicht rumgejammert: „Mir ist so heiß!“. Man kann übrigens auch umziehen, wenn man empfindlich ist.
Letztlich kam mir beim Anblick einer Grafik, die den Jahresmittelwert der Lufttemperatur von 1860 bis heute darstellte, folgender Gedanke: Mit dem 1.5 Grad Ziel wird ein ganz normal ablaufender Prozess künstlich mit einer Propaganda versehen und dramatisiert. Es ist die gleiche Mechanik wie beispielsweise mit dem PCR-Test der während der Corona-Krise durchgeführt wurde. Mit diesem Test wurden ganz normale Erkältungssymptome erfasst und konnten damit katastrophisiert werden. Weil aber tatsächlich etwas stattfindet wird die Propaganda als Wahrheit wahrgenommen. Das 1,5 Grad „Ziel“ ist die ganz normale Schwankung des Wetters in einer längeren Periode. Mehr nicht! Aber als Machtinstrument ist es wirklich sehr schlau gemacht.
Tach Herr Spahl, ich male Ihnen auch einen Chart, in dem es jedes Jahr kälter wird.
Natürlich war etwas zu merken! Da der Klimawandel zur Angsterzeugung immer schlechter funktioniert, steigen die Propagandamacher langsam, aber mit steigender Geschwindigkeit auf Kriegsangst um. Der „böse Russe“ bietet sich seit Putin Einmarsch ja geradezu an, und mit Trump als Präsident der USA hat sich der feuchte Traum der Indoktrinatoren geradezu erfüllt. Klimawandel ist so etwas von gestern, nur noch Rückzuggebiet für Wind- und Sonnenbarone. In der Rüstung gibt es nun ein erstes „Sondervermögen“ in die „richtigen“ Taschen zu schaufeln. Auch die meisten NGOs mit ihren Steuergeldschmarotzern haben es bereits begriffen und steuern um. Wer zu spät kommt, Herr Spahl, ….