
Da kann der Dr.Petersen schreiben, was er will, es stimmt einfach nicht. Alle, aber wirklich alle regierungsamtlichen Statistiken und die meisten Statistiken aus der Presse sind gefälscht bzw. wenigstens verfälscht! Es genügt oft schon ein “passender” Maßstab bzw. das Weglassen bestimmter Daten…. Es müssen nicht gleich falsche Zahlen sein!
Das unangenehme an Statistiken ist meist die Art der Fragestellung. Hier steht dem Fragenden alles offen, das Ergebnis mithilfe der Fragen hinzubiegen, wie es gewünscht ist. Manche können sehr elegent um den heissen Brei herumfragen, oder Fragen und Antwortmöglichkeiten in der Form strukturieren, dass im Mittel eine eher gewünschte Antwort gewählt wird. Bestes Beispiel dafür ist der Wahl-O-Mat.
Sehr geehrter Herr Dr. Petersen Sie schreiben, ich darf zitieren, folgendes: “Was wäre wohl los, wenn jemand sagen würde „Ich glaube keinem Zeitungsartikel, den ich nicht selbst erlogen habe.“ Und wer würde denjenigen, der dies sagt, wohl noch ernst nehmen?” So Sie das “ich” durch ein “die” ersetzt hätten, wären Sie der “Wahrheit” und Realität ein Stück näher gekommen. Und ernst nehmen, “die” ? Emmeffgeh P. Tsolkas P.S.: Ansonsten, Artickel wiedaschpruchlos jenehmicht.
Aber die Antwort auf die zugegeben wenig originelle Frage wäre schon interessant: Welche Auswirkung haben Umfragen auf folgende Ergebnisse? Es ist ja nicht so, dass Fragen besonders originell sein müssen. Es ist ja geradezu die Technik aller Manipulateure aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft, dass sie genau die wichtigen Fragen nicht beantworten, sondern den Fragesteller als Blödmann “mit besonders wichtigem Gesichtsausdruck” zu verunglimpfen. Daher, Herr Dr. Petersen, antworten sie doch mal: Welchen Einfluß haben veröffentlichte Umfrageergebnisse auf die gesellschaftliche Meinungsbildung und in wie weit ist das akzeptabel bzw. ab wann ist es inakzeptabel? Dankeschön und viele Grüße, Klaus Weber
Der Spruch ist ja eigentlich “Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast”. Herr Wendts Artikel hieß “Traue keiner Statistik, die du nicht selbst erfunden hast”. Entsprechend hat er auch nicht kritisiert, dass die Statistik “gefälscht” sei, sondern, dass die Statistik so aufgezogen (“erfunden”) worden war, dass sie entweder keine oder nur die gewünschten Ergebnisse produzieren konnte. So wurde anscheinend intensiv nach rechtsextremistischen Postionen bei den Wählern gesucht, nicht aber nach linksextremistischen. “Ein schönes Lehrbeispiel für die erkenntnistheoretische Regel: Wer einen bestimmten Punkt umgehen will, muss schon die Frage danach vermeiden.” (Wendt) Das kann man sehr wohl für eine Art der Manipulation halten. Ansonsten gebe ich Ihnen Recht: die Statistik, die Herr Wendt zitiert, enthält einige (wohl richtige) Zahlen, die AfD-Anhängern unangenehm sein sollten. Man kann trotzdem kritisieren, dass sie nicht einmal die Möglichkeit offen gelassen hat, auch linke Wähler schlecht aussehen zu lassen.
Entschuldigung, aber seien Sie doch dankbar für jeden, der sich sofort offen entblödet. Das erleichtert die Kommunikation ungemein, weil man sofort weiß, woran man ist. Und wenn Sie einen Vortrag vor vermeintlich wissenschaftlich interessiertem Publikum hallten, welches nicht mit raunender Unmutsbekundung die Bemerkung “Ich glaube keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe” quittiert, dann wissen Sie, dass Sie in Wahrheit vor Bräsigen geredet haben. Man sollte gar nicht erst versuchen, die Hemmschwelle für Plattitüden auf Publikumsseite zu erhöhen, indem man sich beklagt. Sie laufen sonst Gefahr stundenlang vor verständig nickenden Kretins zu reden, wo Sie besser hätten Bananen verteilen sollen.
Ich gebe zu, dass ich diesen Satz der “gefälschten Statistik” auch hin und wieder verwende. Dabei geht es mir aber nicht um gefälschte Zahlen, sondern um Manipulation der Gesellschaft durch eine entsprechende Interpretation des Zahlenmaterials oder bereits durch die Fragestellungen bei den Umfragen. 1. Beispiel: Zum Natodoppelbeschluss in den 1980er Jahren wurde eine groß angelegte Umfrage durchgeführt, die ergab, dass die Mehrheit der Befragten gegen diesen Beschluss sei. Die Zahlen wurden korrekt abgebildet und interpretiert. Aber ich interessierte mich für die Durchführung der Befragung. Und da hieß es: die Befragten wurden zuerst gefragt, ob sie den Doppelbeschluss kennen. Wer dies verneinte, dem wurde dieser durch den Befragenden erklärt, danach wurde er dann zu seiner Meinung befragt. Durchgeführt wurde die Befragung hauptsächlich von Stdierenden der Sozialwissenschaften. Wie diese in diesen Tagen tickten und wie sich deren “Beschreibung” des Dopelbeschlusses anhörte, braucht sicher nicht erwähnt zu werden! 2.Beispiel: Nach Fukushima machte Allensbach eine Umfrage zur Abschaffung der Kernkraft als Energieträger. Etwa 60 % waren dafür. Dies Ergebnis wurde dann auch von allen Wendefanatikern genutzt. Unter den Tisch viel eine weitere Zahl: Von diesen 60 % waren aber nur 40 % dafür, wenn dies die Energie teurer machen würde. D.h. Auch unter dem Eindruck von Fukushima war damals nur eine kleine Minderheit bereit, für atomfreie Energie mehr zu zahlen!
“Wer bei Intellektuellen als besonders schlau angesehen werden möchte……” …lese ich und dann geht’s beim Autor eher polemisch weiter, wobei die Frage entsteht, ob das denn so richtig schlau ist - um mal bei der Polemik zu bleiben ;). Jedenfalls kommen die genannten Paradoxa nicht aus der formalen Logik sondern aus semantischer Mehrdeutigkeit; das ist aber deswegen keineswegs illegitim oder nichts sagend. “Gewaltlose Gewalt”: Etwas ist bei vordergründiger Betrachtung bzw. nach semantischer, z.B. propagandistischer Verengung des Gewaltbegriffes sozusagen offiziell keine Gewalt, nach vernünftiger Betrachtung aber durchaus. Dergleichen kann es geben, weil viele gerne offiziell als “gewaltlos” gelten wollen, obwohl der Anspruch nicht erfüllt wird. Das semantische Paradoxon kann also ein durchaus sinnvoller Ausdruck sein, auch die anderen Beispiele. Formale Logik ist eine andere Liga. Die natürliche Sprache ist kein pures Logik-Ding, was natürlich nicht heißt, dass Logik zu vernachlässigen ist. Was die Statistik betrifft, so wird sie, wie jede Mathematik, für Zwecke verwendet, die ihrerseits nicht mathematisch sind, z.B.möglichst billig einkaufen (Preise vergleichen). Frei nach Wittgenstein: Mit Mathe wollen wir aus etwas, was nicht mathematisch ist, etwas herstellen, was auch wiederum nicht mathematisch ist – eine Art Brücke. Dass mit Statistik “etwas erreicht werden” soll, namentlich z.B. auch politische Ziele, ist also gar nicht vermeidbar. Input und Output, also das, was der Statistik unterzogen wird bzw. “validiert” wird, sind ihrerseits nicht statistisch. Dass man da nach Belieben herummanipulieren kann, ist wohl mit “Fälschen” gemeint. Ein etwas grober Begriff, aber dennoch nicht grundsätzlich unplausibel, respektive auf das Problem hinweisend: Wie verbinde ich Mathe mit der Welt da draußen? . Man könnte überspitzt so sagen: Das “Fälschen” ist insofern unvermeidbar, als das, was wir aus Statistiken herauslesen oder vorher hineinfüttern, keine Statistik (mehr) ist.
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