Coronifizierte Gesellschaft (3): Digitalisiert, vermummt, selbstvergessen 

„Die Maske ist ein Instrument der Freiheit.“ – Markus Söder

„Ein Deutscher ist ein Mensch, der keine Lüge aussprechen kann, ohne sie selbst zu glauben.“ – Theodor W. Adorno

Der Versuch, den Austausch von Viren zu reduzieren und zu kontrollieren, indem man die Menschen von einander per AHA-Regeln isoliert und neurotisiert, sie physisch wie kommunikativ zur Einschränkung ihrer expressiven Möglichkeiten im Alltag nötigt, führt zur Verstümmelung leiblich vermittelter und nur dadurch genuin menschenfreundlicher Öffentlichkeit. Gefördert wird so eine um sich greifende digitale Parallelwelt körperloser Restsubjekte, die ihre gesundheitspolitisch daherkommende Selbstbeschränkung als Dienst an der Allgemeinheit und am Anderen halluzinieren, was insbesondere jenen Kellerkind gebliebenen Pandemiebekämpfern leicht fällt, deren zwischenmenschliches Leben ohnehin vornehmlich in den sozialen Medien stattfindet. 

Die Erfahrung von Glück, die wahrhaftig nur dort möglich ist, wo Menschen einander als leibliche Wesen begegnen, die einander anschauen und sowohl stimmlich als auch physisch berühren können, wird in den sozialen Medien durch die virtuell-dorfgemeinschaftlich (Facebook) bzw. anarchisch-öffentlich gelebte (Twitter) Selbstbestätigung via Likes, Shares und „gewonnener“ Diskussionen mehr und mehr ersetzt. Seine Entsprechung findet dies im zwanghaften Hervorkramen des Smartphones, das, zu Hause vergessen, während man sich auf den Weg zu Freunden macht, nicht etwa Entspannung auslöst, sondern Entzugserscheinungen bewirkt. 

Je normaler die Auslagerung des Ich in jene digitale Pseudo-Öffentlichkeit wird, je selbstverständlicher das Individuum vornehmlich dort statthat, wo Bildschirme es von anderen gerade trennen, was in dem „Vernetzungs“-Gerede untergeht, desto reibungsloser geht die physische Kontaktreduktion als hinnehmbare und notwendige Maßnahme durch, die universitäre Seminare, berufliche Konferenzen genauso schlucken kann wie private Feiern oder den Glühweinausschank auf Weihnachtsmärkten. „Jegliche Restwürde, das menschliche Antlitz, ist unweigerlich gebunden an die persönliche Begegnung von Angesicht zu Angesicht.“ (magazin, 25.5.20

Ohne dass sich beide völlig bescheuert und verhärtet gegenüber menschlichen Bedürfnissen vorkommen, fragt eine Deutsche-Welle-Journalistin den virologischen „Gandalf der Nation“ danach, wann man sich wieder umarmen dürfe, worauf letzterer antwortet, dass dies eine sehr regionale Frage sein werde. Wer so daherredet, braucht sich nicht über Zustände wundern, in denen Menschen mit überstandener Infektion stigmatisiert und gemieden werden. Dass die präventive Unfreundlichkeit einen asozialen Rattenschwanz hat, liegt in der Natur der Sache einer Politik, für welche tatsächliche Krankheitssymptome handlungsbegründender Schnee von gestern sind. Der westliche Mensch ist nun nicht mehr nur pauschal ein von allerhand „Privilegien“ profitierender Rassist und klimafeindlicher Erdschädling, sondern auch ein permanenter Seuchenüberträger. Wer solcherart Misanthropie nicht wahrnimmt, erkennt auch den aus ihr sprechenden Wahn nicht – weil er ihn selbst noch teilt.  

Niemand kann exakt voraussehen, worin die Effekte der Maßnahmenpolitik bestehen, weil das „System“ der Bevölkerungsgesundheit zu komplex ist. Angenommen, die Maskenpflicht wirkte trotz der im Vergleich zu den „Maskennetzen“ wesentlich geringeren Viren-Größe wirklich gegen die Verbreitung von Corona-Viren, könnte sie dazu führen, dass gerade die fehlende Auseinandersetzung unseres Immunsystems mit ihnen im Alltag – während der man es hier und dort vielleicht einmal mit einer leicht verkraftbaren und damit Immunität auslösenden Viruslast zu tun bekommt – die Menschen schwächt, womit sie für die folgenden Corona-Saisons schlechter vorbereitet wären. Die psychische Belastung durch Kontaktreduktion, Isolation, erfahrene staatliche Willkür und zwischenmenschliche Probleme dürfte dazu nicht unwesentlich beitragen. 

Bayerische Corona-Mystik

Ebenso könnte etwa der im Alltag fast zwangsläufig unsachgemäße und damit unhygienische Gebrauch von Masken – womit die dieses Jahr ungewöhnliche Verbreitung von Rhino-Viren zusammenhängen könnte – insgesamt zur Beeinträchtigung der Gesundheit der Einzelnen beitragen. „Wenn es sich eines Tages herausstellt, dass das Nutzen-Risiko-Verhältnis für ‚Alltagsmasken‘ tatsächlich schlechter ist als angenommen, können zumindest wir nicht sagen, wir hätten es nicht wissen können!“, warnt etwa der Apotheker Prof. Dr. Markus Veit. „Solange insbesondere die Risiken von Masken bei Kindern im dauernden Gebrauch und durch Auf- und Absetzen nicht eindeutig untersucht sind und dann eine Nutzen-Risiko-Bewertung positiv ausfällt, erachte ich den Einsatz von Masken bei Kindern als unethisch und möglicherweise gefährlich.“ Statt auf eindeutig evidenzbasiertes Wissen setzt man bis heute auf eine Mischung aus Spekulation und Moralismus, deren Resultate man erst im Nachhinein – wenn es zu spät ist – sehen wird, was auf das Grundproblem verweist: Der Staat hat im Vorfeld nachzuweisen, dass seine Maßnahmen wesentlich mehr nutzen als sie schaden. 

Weil das Vergangene nie identisch, sondern stets nur verwandelt wiederkehrt, wird von einer „Volksgesundheit“ heute nicht mehr gesprochen, von einer Gesundheitspolitik dafür umso mehr, die genauso volksgemeinschaftlich daherkommt: Unter dem Motto „Alle gegen Corona“, das die Drohung gegen Abweichler bereits enthält, behelligt die Bundesregierung die Menschen mit den für den „neuen Alltag“ geltenden sogenannten „AHA-Regeln“, mit Hilfe derer sie glaubt, seit Ende Mai (!) „gemeinsam“ die „Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt“ zu haben, das zu jenem Zeitpunkt kaum noch aufzufinden war (siehe Teil 1). Das ist genauso lächerlich wie die selbst vom ZDF nun polemisch angegangene Selbst-Zelebrierung in Sachen Corona-App oder Christian Drosten im vom Spiegel inszenierten Che-Guevara-Look – oder der Corona-Mystiker aus Bayern, der verkündet, dass Corona kein Urlaub mache und dereinst durch Deutschland geschlichen sei. Söder lässt in einer Pressekonferenz so viel Verrücktes und Falsches vom Stapel, dass man mit der Kritik daran schon gar nicht mehr hinterkommt.   

Wer bislang dachte, dass es in westlichen Demokratien zumindest halbwegs vernünftig zuginge und man dort mit Politikern zu tun habe, die zumindest mit einem Bein in der Wirklichkeit stehen, ist in seinem Grundvertrauen wohl nachhaltig erschüttert worden und darf sich fortan fragen, in welchen anderen, schwieriger zu durchschauenden Bereichen es ähnlich irre zugeht. Manch einer ist wohl nicht mehr in der Lage, die im Bundestag mit Viren-Schlabberlatz herumtingelnden Parlamentarier überhaupt noch ernst zu nehmen, geschweige denn zu wählen, was nicht einmal lustig ist, betrifft es ihn als Zoon politikon doch existenziell. Man muss bei den Gesichtern, hinter deren freiwilliger Maskierung so verängstigt-naive wie grimmige Augen hervorluken, nur ein paar Momente verweilen, um zu wissen, dass sie „längst kein Träger mehr von Individualität und Erfahrung“ sind, sondern bewusstloser Ausdruck einer immer freier drehenden Politik. 

Die zwischenmenschliche Solidarität aufkündigende, nämlich letztlich auf Vereinzelung zielende Corona-Ideologie wird ihrerseits von einer Art Sozialdarwinismus getragen, den ihre Befürworter gegen ihre Kritiker gerade in Stellung bringen. Wegen der eigenen, völlig irrationalen Angst vor dem Corona-Tod, der in etwa so wahrscheinlich ist, wie bei der täglichen Autofahrt zur Arbeit tödlich zu verunglücken, strebt man in pseudo-überlebenskämpferischer Manier danach, die Anderen in die gleiche bemitleidenswerte Lebensform zu drücken, in der man selbst längst zusammengesunken ist, damit sie einem bloß nicht zur Gefahr werden. 

Die Regierung als schützende Eltern

Dabei ist der Ruf nach dem Staat nicht der nach einer zivilisierten Vermittlungsform sozialer Beziehungen, sondern der nach jener elterlichen Autorität, die man im Zuge des Erwachsenwerdens psychodynamisch als verinnerlichtes Realitätsprinzip hätte aufheben sollen: In Zeiten empfundener Not und allgemeiner Angst regredieren Menschen auf eine infantile Entwicklungsstufe, in der die Regierung wie einst die Eltern als unfehlbarer Beschützer erfahren wird (vgl. hier), wodurch sich jene als antibürgerlicher Gegensouverän gegen Rechtsstaat, Parlamentarismus und eine wie auch immer illusionäre Volkssouveränität widerstandslos ins Recht setzen kann. Wie in Sachen bedingungsloses Grundeinkommen scheint der Bürger mehr und mehr vom Staat einen vollumfänglichen Schutz vor allen noch so unwahrscheinlichen Risiken zu erwarten, als würden zumindest auf dem Papier Erwachsene am liebsten wieder in den Mutterleib zurückkehren, in dem sie die Welt noch nicht als eine ihnen feindlich gesonnene erfahren haben. 

Die derzeitige Aufhebung bürgerlicher Gesellschaft in einem kontrollwütigen Hygienestaat, dessen Vertreter mitunter damit kokettieren, selbst ins Privateste hineinzuherrschen und auch Familienmitglieder zueinander auf Abstand zu zwingen, ergo wie Reichsbürger als Feinde der Republik zu betrachten wären, unterhält nicht von ungefähr unterschwellige Beziehungen zum Islam und zum Antirassismus. 

Wo die unreglementierte zwischenmenschliche Erfahrung, zu der maskenfreies Gesicht-Zeigen ebenso gehört wie die Egalität zumindest kurzzeitig herstellende Kulturtechnik des Händeschüttelns, nicht mehr als unverhandelbarer Teil westlicher Gesellschaft gilt, weil man im Zuge von Multikulturalismus und Islamisierung selbstvergessen geworden und beliebig offen gegenüber fremder Kultur geworden ist, kann das einem fragwürdigen asiatischem Gemeinschaftsdruck entspringende Maskentragen binnen weniger Wochen als womöglich nun dauerhafter Bestandteil westlicher Zivilisation durchgewunken werden.

Wo man sich an den Anblick des Kopftuchs und damit an ein äußerlich sichtbares, sich in die leiblich-psychische Integrität einschreibendes und auf gemeinschaftlich forcierte Konformität zielendes Herrschaftsinstrument schon derart gewöhnt hat, dass man es als Mode-Accessoire oder gar als Indiz sexueller Selbstbestimmung fehlzudeuten gelernt hat, kann jede Kritik an der Maskenpflicht mit dem „Argument“ abgeschmettert werden, was denn schon dabei sei, sich einmal zehn Minuten im Supermarkt die Atemwege zu verhüllen. Wo die Kinderverschleierung längst Bestandteil des schulischen Alltags ist, kann eine Maskenpflicht gar für Schüler Realität werden, gegen die selbst die Intervention von Kinderärzten nichts auszurichten vermag.

Was gesundheitspolitisch nun haram ist 

Damit soll das Kopftuch nicht mit der Maske gleichgesetzt werden, was einer Verharmlosung der islamischen Zurichtung weiblicher Sexualität gleichkäme. Verwiesen sei damit nur darauf, „wie fadenscheinig und irreal die Verteidigung des freien Westens geworden ist“, was daran abgelesen werden kann, „wie verbissen man jede Debatte darüber abwehrt, wie freiheitlich dieser freie Westen denn eigentlich noch ist.“ (magazinredaktion.tk, 25.9.) 

Verwirklichte Freiheit – das wäre die Utopie einer Menschheit, die der Gesetze und der sie durchsetzenden staatlichen Autorität nicht mehr bedürfte, weil sie die in jenen zum Ausdruck kommenden Umgangsformen als vernünftige erkannt und in sich aufgenommen hätte: ein Zustand unreglementierten und individualisierten Miteinanders, in welchem der Naturzustand in kooperativer Selbstzurücknahme gewaltlos aufgehoben wäre. Mit der objektiven Konvergenz gesundheitspolitischer Vorschreibepolitik und Islamisierungstendenzen ist er in noch weitere Ferne gerückt. 

Das gegenseitige Beobachten und Kontrollieren auf Grundlage bestimmter völlig überhöhter Autoritäten, die, wie der Leiter des RKIs, Lothar H. Wieler, schon einmal behaupten, dass die „AHA-Regeln“ Standard sein müssen und „überhaupt nie hinterfragt werden“ dürfen, erinnert zu recht an islamische Communities, in denen sexualpolitisch verboten ist, was nun auch gesundheitspolitisch eher haram ist: Wo Geselligkeit und zweckfreies Miteinander beargwöhnt werden, sind schariakonforme Alkoholverbote in greifbarer Nähe, da empfiehlt die „oberste Medizinerin“ Kanadas schon einmal, auch beim Sex die Maske zu tragen oder es besser gleich beim Masturbieren zu belassen. 

Wer darüber nur lachen kann und sich entsprechend auch nicht um die Maske und Abstandsgebote schert, weil er sich vernünftigerweise nicht hat einreden lassen, sich permanent und symptomlos als potenzieller Krankheitsüberträger zu betrachten; wer auch weiterhin Freunde in größerer Zahl trifft oder gar auf Partys oder nonkonforme Demos geht, der zieht die Bestrafungswünsche einer selbstrepressiven Notstandsgemeinschaft auf sich, die als sexuell frustrierte der islamische Normalzustand ist – was hier wie dort zur Triebabfuhr auf den inneren Frieden riskierende Gefährder verleitet.

Menschen, für die der Ausnahmezustand inzwischen schon zum Normalzustand geronnen ist, deren Erinnerung an das Glück, das sie beim Tanzen vielleicht einmal erfahren hatten, mit jedem weiteren Monat der Corona-Normalität verblassen wird, tun nunmehr nicht mehr nach Lust und Laune das, was generell nicht verboten ist, sondern folgen stets den gerade aktuellen Erlaubnissen, die immer unter Vorbehalt stehen. Die Frage danach, was gesundheitspolitisch aktuell haram und halal, was verwerflich, verpflichtend und empfehlenswert ist, schleppen sie nun immer mit sich herum, anstatt wie früher unbeschwert frei zu handeln.

Der Mensch als Anhängsel der Gesundheitspolitik 

Wäre das Virus nicht in China entdeckt worden, wo einer kommunistischen Diktatur entsprechend „durchgegriffen“ wurde, hätten die westlichen Demokratien wohl anders und ohne mit ihren eigenen zivilisatorischen Kodizes zu brechen reagiert. Sicher hat China den Umgang vorgeprägt, der von anderen Nationen dann in abgeschwächter Form angewandt wurde, womit man nun mit Nachrichten konfrontiert ist, die man Monate zuvor noch für unmöglich gehalten hätte: Italien will das Militär einsetzen, um eine Maskenpflicht im Freien durchzusetzen, womöglich bald im ganzen Land; die Kanzlerin droht, „brachial“ durchzugreifen; ein nächtliches Alkoholverbot für Spätis und Restaurants, das diese sicherlich in ihrer Existenz bedrohen würde, wird erlassen. Die Liste wäre noch lange fortzusetzen.

In der Bekämpfung eines Virus, das sich nicht ausrotten lässt, sondern wie vergleichbare, selbst nicht tödliche Erkältungsviren mit uns nun koexistiert, wird der Mensch zum bloßen Anhängsel der Gesundheitspolitik. Nicht das Gesundheitssystem soll besser finanziert, die Arbeitsbedingungen der dort Beschäftigten verbessert oder die Gesundheitsvorsorge der Einzelnen gestärkt, sondern der gesamte Alltag unter ständiger Katastrophenbeschwörung immer kleinteiliger durchreguliert werden – was krank ist und krank macht. 

Grundrechtsentzug via Definitionsmacht, staatliche „virologische“ Allmachtsfantasien, die sich in Herrschaft übersetzen, ein auf Vereinzelung zielendes „Corona-Menschenbild“ und eine beliebige Weltoffenheit, die auch um den Preis des Verlusts eigener Lebensformen bereit ist, Kulturfremdes wie Alltagsmasken dauerhaft zu übernehmen, sowie eine virtuell-mediale Parallelwelt, die als eine viren- und damit menschenbefreite, ja letztlich einsame Ersatzwelt fungiert – das könnten die Vorboten und Katalysatoren eines Epochenwandels sein, in dem übergriffige Staaten und (selbst-)ideologisierte Bevölkerungen jene modernen Errungenschaften abwickeln, für die man unter kapitalistischen Bedingungen sinnvoller einstehen kann: die sozial-demokratische und bürgerlich-liberale Stärkung der Vereinzelten. Was dabei herauskäme, ist um ein Vielfaches schlimmer als SARS-CoV-2. 

Teil 1 und Teil 2 finden sie hier und hier

Foto: Bundesregierung.de/Denzel

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A. Iehsenhain / 18.10.2020

Eine der besten Serien zum Thema Corona auf Achgut. Herr Perrefort ist ein filigraner Seziermeister, der viele für den Normalbürger (wie mich) hartfaserigen Stränge der großen Corona-Affäre fein säuberlich zerlegt und entwirrt. Ganz sicher sind die daraus folgenden Erkenntnisse nicht sehr angenehm zu nennen, aber sie werfen wenigstens etliche Lichtschimmer in das schon monatelange Dunkel. Eine Frage treibt mich eh schon lange um - wenn das eine so harte Pandemie ist, warum kochen dann die diversen “Nebenkriegsschauplätze” so fröhlich weiter? Stichwort Pariser Gemetzeltes und Bombe Surprise im Klein Kaukasus (und noch und nöcher). Da merkt man überall wenig von “Gemeinsam stark” oder irgendeiner globalen Geschlossenheit. Und wenn es ein Killervirus wäre, dann hätten unsere Politiker doch schon längst reißaus genommen und würden sich jetzt in ihren Festungen verschanzen, ob hier oder im Ausland. Ich würde ja Sentinel Island als Reiseziel empfehlen - da gibt es sicher keine Probleme mit Corona, denn die Impfung findet mit Pfeil und Bogen statt.

Jo Waschl / 18.10.2020

Nehmen sie die Fernsehtastatur; gehen sie auf SENDER BEARBEITEN -> BEWEGEN; setzen sie SERVUS TV AUF Programmplatz 1; auf 2 EUROSPORT und auf 3 einen Sender, der ihnen besonders gut gefällt und in dem möglichst wenig Nachrichten kommen (oder OE 24 - der ist wenigstens ab & zu lustig, unparteiisch und am Dienstag bei Fellner fliegen immer die Fetzen). Sie werden sehen, dass es ihnen viel besser geht, wenn Sendungen wie Corona Quartett, Talk im Hangar, Wegscheider, Naturfilme, Filmklassiker oder reine Sportsendungen ohne Rassismusgeschwafel (wie z. B. seit spätestens 2015 im Aktuellen Migrantenstudio mit Dumja Hallalllly ) direkt beim Einschalten erscheinen. Einfach mal probieren…

Wolfgang Richter / 18.10.2020

Beim Zappen bin ich vorhin beim ZDF-Heute-Kleber gelandet: Da erzählt dieser offenbar völlig seines Verstandes Beraubte in etwa, daß die Anzahl der Corona-Infizierten neue Höchststände erreicht, die Behörden am Limit seien. Viele der Infizierten würden von der Krankheit nichts merken, träfen sich lieber mit Freunden (Bekannten ?), statt auf die Intensivstation zu gehen….. Da konnte ich nicht mehr und mußte weg. Ich frage mich immer mehr, was solche Koryphäen den Tag über Rauchen und oral alles zu sich nehmen, um diesen Zustand der völligen Sinnlosigkeit zu erreichen. Und diese Köpfe sind Teil des merkelschen Macht - und Desinformationssystems. U.a. haben sie offenbar insofern schon ein Ziel erreicht, nämlich daß Corona-Paniker (vermummt wie ein salafistischer Wüstenkrieger) in der Öffentlichkeit auf Leute los gehen, die noch “Gesicht zeigen”. Das dürfte zukünftig noch lustig werden. So ist auch die von deutscher Seite derzeit öffentliche Häme und Besserwisserei durch unsere selbst ernannten Blockwarte gegenüber den Niederländern zu verstehen, wo man zwar die zwangsweise Schließung der Gastronomie gezwungen ist hinzunehmen,  aber andere Vorgaben (wie Maske tragen) eher als Empfehlung ansieht. Und wenn im Lokal kein Getränk mehr verzehrt werden darf, kauft man es dort und trinkt auf der Bank gegenüber. Ob dieser Ignoranz gegenüber staatlichen Maßnahmen schwillt dem “Blockwart” der natürlich Kamm, auch weil der nicht kapiert, welcher Irrsinn dahinter steckt, wenn staatliche (Betreuungs-) Maßnahmen, die erkennbar schon in der Vergangenheit nichts gebracht haben, dies in diversen ähnlich agierenden Staaten, nun wiederholt werden, in der Erwartung, jetzt ein anderes Ergebnis zu erhalten.

Mark Schild / 18.10.2020

Ich habe in den letzten 9 Monaten Hunderte Interviews mit Passanten bezüglich der Corona-Maßnahmen im TV gesehen. Keines davon wurde live geführt. Jeder weiß warum das so ist. Vor allem, weil die Sender bei anderen (harmlosen) Themen ständig Live-Interviews mit Bürgern führen. So erklärt sich dann auch die angebliche Zustimmung von zwei Dritteln für den Raub unserer grundgesetzgeschützten Freiheitsrechte.

M.-A. Schneider / 18.10.2020

Eine mehr als fundierte Analyse, die deutlich macht, was auf uns als Gesellschaft noch zukommen könnte, wenn nicht endlich die Mehrheit der Bevölkerung aufwacht und sich massiv wehrt statt in Angst zu erstarren und sich ausgerechnet unter die Rockschöße einer Regierung zu begeben, die nur ein einziges Ziel hat: nämlich an der Macht zu bleiben, und das um jeden Preis.  Dabei wird sie unterstützt von sogen. Qualitätsmedien, deren Vertreter völlig vergessen haben, was gute journalistische Arbeit ist. Erschütternde Aussichten!

Oliver Breitfeld / 18.10.2020

Das Böse zeigt sich immer in der Maske des Guten.

Peter Thomas / 18.10.2020

((mein Kommentar “Ohne den Austausch von Angesicht zu Angesicht…” ist falsch gelandet, der war für Alexander Meschnigs “Die Sehnsucht nach Selbstzerstörung” bestimmt; hihi))

Stephan Maillot / 18.10.2020

Guter Artikel. Um es für Deutschland etwas zu relativieren: ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Deutschland auch zu einem “schwedischen Weg” fähig gewesen wäre, wenn die politische Ansprache eine andere gewesen und dazu vielleicht ein deeskalierender Epidemologe da gewesen wäre. An sich sind die Deutschen doch, wie die allererste Phase des lockdowns gezeigt hat, auch bereit gewesen, freiwillig vorsichtig zu sein und soziale Aktivität zu reduzieren (und wären hinterher vielleicht auf diese “freiwillige” Bewältigung auch stolz gewesen). Und Schweden zeigt, dass die “Welle” spätestens nach 5-6 Wochen praktisch vorbei gewesen wäre. - Die kollektive Neurotisierung in Deutschland hat eigentlich erst mit den Verbotsverordnungen für Zusammentreffen im öffentlichen Raum begonnen, und sich dann erst mit der Maske - also im Grunde erst zu dem Zeitpunkt, als die Welle vorbei war - in den momentan noch anhaltenden Diskurs-Zusammenbruch weiterentwickelt. Vielleicht hat es bei uns auch wirklich nur an dem Zufall gelegen, dass wir sowohl eine relativ kommunikations-unfähige Bundesregierung und *zugleich* noch einen Paniker-Virologen als Medien-Kultfigur “erwischt” hatten.

Peter Thomas / 18.10.2020

Ohne den Austausch “von Angesicht zu Angesicht” bricht die Gemeinschaft der Menschen zusammen - das ist für mich der Kern der Mahnung. Ob ein spekulierter Todestrieb, gar ein spezifisch deutscher Todestrieb, unsere Erkenntnis voranbringt, sei dahingestellt. Vielleicht brauchte Freud den Todestrieb, nachdem er mit Gott unversehens auch den Teufel abgeschafft hatte, für seine eigene psychische Stabilisierung. Die Frage, ob die Deutschen verführbarer seien als andere Völker, läßt sich im experimentelle Sinnen - also wissenschaftlich - nicht beantworten. Auf andere Weise schon, denn die Geschichte wird von den Siegern geschrieben; deren Antworten aber mögen interessengeleitet sein. //  Kein Zweifel erscheint mir sinnvoll am Niedergang der abendländischen Gesellschaften, gekennzeichnet u.a. durch fortschreitenden Identitätsverlust.  Ebensowenig bezweifle ich die tiefe moralische Verkommenheit unserer Machteliten, woraus auf die Dysfunktionalität staatlicher Strukturen geschlossen werden muß (Stichwort “Negativauslese”). Die Einrede, jedes Volk habe die Regierung, die es verdient, lehne ich mit dem Verweis auf Nord- und Südkora ab. Was in Deutschland 2020 tatsächlich vorgeht, liegt unter einem Schleier aus Lüge, Korruption und Verzagtheit verborgen.

Gudrun Dietzel / 18.10.2020

@Frances Johnson, ich helfe etwas nach: Die Angst der Bevölkerung vor Aids (und sie verbreitete sich maßgeblich, aber nicht nur durch eine Risikogruppe, die sich unsicherer Sexpraktiken bedient) sollte vor der Angst vor dem Coronavirus stehen. Daß das nicht so ist, zeigt, daß hier alles, aber auch alles, auf dem Kopf steht.

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