Warum wurde die Maskenpflicht zu einem Zeitpunkt eingeführt, als kein Anstieg an Corona-Fällen ersichtlich war? Wer ist eigentlich dafür verantwortlich, dass kurz vor der Einführung von Gratistests signifikant mehr getestet wurde, so dass der Eindruck eines kleinen Anstiegs entstand? Warum lässt der Bund Medienberichte unwidersprochen im Raum stehen, die aus einem Corona-Fall sogleich eine „Ansteckung“ machen?
Und was wir alle wissen möchten: Wie lange sollen wir mit Lümpchen vor Nase und Mund herumrennen? Bis nach der möglichen zweiten Welle? Bis keine „Fälle“ mehr auftreten? Oder bis alle Viren, an denen man sterben kann, ausgerottet sind?
Die Verunsicherung ist groß. In meiner Wohnregion gibt es seit fast fünf Wochen keinen einzigen Fall mehr. Trotzdem sieht man Mutter-Kind-Paare mit Maske beim Einkaufen. Und das kann noch ewig so weitergehen. Falls man nämlich weiter so intensiv testet, wird es kaum je weniger positive Resultate geben. Und wenn man den Test dann auch noch gratis (also auf Kosten der Steuerzahler) anbietet, ist die Panik schon fast programmiert. Es gehört zwar zum Lehrbuchwissen, dass ein positiver Test nicht gleichbedeutend ist mit einer Ansteckung. Aber Wissen hilft nur, wenn man es auch nutzt.
169 Franken pro Corona-Verdacht
Mit der aktualisierten Beprobungsstrategie des BAG vom 24. Juni 2020 übernimmt der Bund die Kosten der ambulant durchgeführten molekularbiologischen und serologischen Analysen auf Sars-CoV-2 bei Personen, welche die Verdachts- und Meldekriterien erfüllen. Das ist ein Pauschalbetrag von 50 Franken für die ärztliche Konsultation plus 95 Franken für die molekularbiologische Analyse plus 24 Franken für die Auftragsabwicklung. Das macht also stolze 169 Franken pro Corona-Verdacht. Laut BAG wurden bis Anfang letzter Woche 686.349 Tests durchgeführt, was rund 116 Millionen Franken kostete. Die 158.075 Gratistests, welche seit dem 24. Juni durchgeführt wurden, schlugen mit 27 Millionen Franken zu Buche.
Wer so viel Geld ausgibt, sollte zumindest ausweisen, wie oft der Test ein falsches Resultat ergab. Die meisten PCR-Tests, die europaweit im Umlauf sind, haben eine Fehlerquote von über einem Prozent, wie Sars-2-Ringversuche zeigen (www.instand-ev.de). In der Schweiz werden leider weder Angaben zu Ringversuchen noch zur Bestätigung positiver Tests veröffentlicht. Wir müssen demnach davon ausgehen, dass die Mehrzahl der sogenannten Corona-Fälle seit dem 24. Juni „falsch positiv“ sind. Denn auf 158.075 Tests kamen 1.461 positive Resultate – was ziemlich genau der Fehlerquote von einem Prozent entspricht. In diesem Zeitraum sind in der Schweiz übrigens zwei Menschen an oder mit Sars-2 gestorben.
Der herbeigeredete Anstieg von „Infektionen“ hat dazu geführt, dass anscheinend über 70 Prozent der Bevölkerung eine Maskenpflicht im ÖV befürworten. Die frühere Maskenskepsis ist aus unerfindlichen Gründen verflogen. Derweil läuft in Amerika, wo Sars-2 weiterhin wütet (wobei es sich erfreulicherweise um einen neuen, abgeschwächten Virusstamm handelt), seit geraumer Zeit ein Experiment, das die Nutzlosigkeit der Maskenpflicht aufzeigt. Langsam versteht man nämlich, weshalb sich das Virus in den USA, anders als in Europa, hartnäckig hält.
Klimaanlagen als Virenschleudern
Man kann in Amerika wohl vielen eine Maske aufzwingen, aber auf keinen Fall die Klimaanlage wegnehmen. Doch ältere Klimaanlagen sind regelrechte Virenschleudern. Die Menschen versammeln sich drinnen, wie im Winter, allerdings weil es draußen zu heiß ist. Unter diesen Bedingungen werden die Laborstudien, mit denen man krampfhaft aufzeigen wollte, wie wirksam Gesichtsmasken eben doch seien, zur Makulatur. Es wäre daher sinnvoll, wenn man zuerst einmal die Klimaanlagen in unseren Bussen und Zügen unter die Lupe nähme, bevor man den Passagieren eine Placebo-Maske aufzwingt.
Diese nüchterne Betrachtungsweise wird kaum dazu beitragen, dass die Maskenpflicht bei uns aufgehoben wird. Die Gesichtsverhüllung ist längst eine Art Glaubensbekenntnis. Selbst die Ungläubigen werden weiterhin ihre Masken überziehen, da schließlich niemand als Asozialer gebrandmarkt und aus dem Zug geschmissen werden will. Jetzt, da sogar Donald Trump mal eine Maske angezogen hat, besteht höchstens eine leise Hoffnung, dass der missionarische Eifer etwas abflaut. Doch wenn sich maskierte Fussballer im Bus anstecken, kann man immer noch behaupten, es wären die Umarmungen in der Kabine gewesen.
Gute Trockenübung
Unter den gegebenen Umständen sollten wir die Maskenpflicht trotzdem subito abschaffen. Es war eine gute Trockenübung. Taucht mal wieder ein gefährliches Virus auf, kann jeder sein Lieblings-Lümpchen hervorholen, um etwas gegen die eigene Panik zu unternehmen. Selbstverständlich würde die Schweiz bunter, wenn alle, die das wollen, weiter mit Masken herumliefen. Selbst wenn damit das Vermummungsverbot verletzt wird, hätten Menschen ohne Maske sicher Verständnis für die religiösen Ängste.
Beda M. Stadler ist emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie an der Uni Bern. Dieser Beitrag erschien zuerst in der Weltwoche.

@Dov Nesher: Die OP-Masken und Masken des Personals im KH schützen Arzt und Patient gleichermaßen vor BAKTERIEN (z.B. so genannten Krankenhauskeimen). NICHT VOR VOREN! Si tacuises...
Das "Lümpchen" verdient eine genauere Betrachtung. Es gibt den rechteckigen Lappen mit ein paar Falten, mit und ohne Streifen, mit Sternen, Pünktchen und Ankern sowie London-Symbolen und - Achtung, H.Broder! - im Pali-Design. Länder sind dargestellt außer einem - ich muss es nicht nennen. Dann gibt es aber auch eine Art Körbchenform, recht apart für Männer, von der Seite photographiert sehenswert. Gesehen habe ich auch neben den üblichen Totenköpfen und Gebissen eine rosa Variante mit Spitze, die an einen Slip erinnerte. In Hochzeiten des Lockdown konnten entstehende Gelüste allerdings nicht umgesetzt werden, sollten zumindest nicht. Die Kreativität beim Lümpchenherstellen ist nicht schlecht, etwa das Gegenteil von der angeblich TÜV-geprüften chinesischen Variante in 50-Stück-Darbietung, die dann doch aus China kommt. Ich halte das "Lümpchen" für eine Gewöhnung der jungen Generationen an den Tschador, Versuch. Die BRD macht inzwischen alles, was die Geldländer ihr anempfehlen, Hauptsache Export, gern auch unbezahlt. Die Frage ist, wie man den Mann wieder von dem Feudel entfernt und die Frau nicht, zumal der Mann gefährdeter ist. Somit habe ich Hoffnung, dass ich unrecht habe. Hat schon mal jemand recherchiert, wie lange sich so ein Virus in Wallebärten aufhält? Nicht. Aha. Dachte ich mir schon.
Interessant in diesem Kontext ist es zu bemerken, daß die (falsch spielenden, korrupten) US-Schein-Demokraten, bzw. deren Leittiere, heute schon genau wissen, es wird kurz vor Anfang November 2020, eine "gefährliche" zweite Welle mit dem vermeintlichen Virus geben müssen. Man arbeitet gezielt daraufhin. Die Meldung erweckte den sicheren Eindruck, die käme, termin- und plangerecht.
Andreas@Leber, gerade Sie am Bodensee sehen die Realitäten. Fahre ich von Lindau nach Bregenz fällt die Maskenpflicht. Ich appelliere an Ihren Verstand. Glauben Sie, daß sich das Virus in einem anderen Land 3 Kilometer entfernt anders verhält??? Gerade die Grenzbereiche BEWEISEN die Absurdität des Maskentragens und widerlegen DEUTLICH das Narrativ der Regierenden vom tödlichen Virus. Ich kann nicht glauben, daß Sie so blöd sind und unterstelle Ihnen deshalb, genau so wie Doov Nescher@, daß Sie hier mit politischem Engagment Meinungsbildung betreiben. Gerade weil die Menschen unbewußt registrieren, daß es nirgends Kranke und Tote gibt, werden jetzt europaweit zur Rechtfertigung von Coronabonds und der desaströsen politisch initiierten Wirtschaftslage wieder die Maßnahmen verschärft. Lesen Sie was Prof. Streeck untersuchte, aber ich denke, daß es gerade die Wahrheit ist, die Sie mit Ihren lächerlichen Einwänden zu entkräften versuchen. Bedeutet Ihnen menschlicher Anstand gar nichts?
@Herr Leber, Konstanz hat ja auch als erste Stadt in Deutschland den Klimanotstand ausgerufen, obwohl kein Notstand vorlag. Jetzt können die Stadtväter und Mütter noch dazu den Corona-Notstand erklären und flugs werden dann alle Schweizer Konsumenten, die die Wirtschaft in dieser schönen Stadt am Bodensee ankurbeln wollen, dass Weite suchen und in ihrem Lande einkaufen. Dann sind die Konstanzer Maskenträger wieder unter sich und können sich über die frische Luft freuen, die es trotz Klimanotstand noch immer gibt, die aber durch die von behördlicher Seite angeordnete Maskerade nun leider nicht bis in die Lungen der Maskenträger ihren Weg findet. Und dieses ist z.B. ein guter Grund, am Klimanotstand festzuhalten. Hoffentlich liest dieses kein Politiker, KLIMANOTSTAND DURCH MASKENZWANG!! Abgestandene Luft zum Einatmen, außen vor bleibt nur die Frische.
Danke Herr Prof. Stadler für Ihre einfachen Hinweise. Die Politik müsste sich eigentlich längst enttarnt und blamiert haben, wenn da nicht die ewigen Fake News im 15 Minutentakt über Radio oder TV auf die Menschen rieseln würde. Sie spielen mit gezinkten Karten. Das Resultat sind dann die unterschiedlichen und verängstigten Kommentare einiger Leute.
In Deutschland gilt die Pflicht zur Teilnahme am Maskenball erweislich aus dem Grund, damit niemand vergisst, dass hier die epidemischen Lage von nationaler Tragweite besteht, bis ein Impfstoff zur Verfügung steht. Ursächliches Problem der Aufhebung des Makenbalks: Die Rechtsverordnungen und Anordnungen müssten mit Aufhebung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite außer Kraft treten.