
Selbst die Tagesschau berichtete auf ihrer Website davon, konnte sich aber, wie inzwischen gewohnt, das Framing nicht verkneifen. Damit überholt sie nun inzwischen selbst die Aktuelle Kamera der DDR, was Propaganda angeht.
Freut mich sehr, dass Herr Bhagdi freigesprochen wurde. Wieso werden Sarah Bosetti und Jan Böhmermann nicht wegen Volksverhetzung angeklagt? Diese beiden haben tatsächlich ätzende Säure unters Volk gebracht.
Einspruch. Vergleiche zwischen Israel und dem Dritten Reich sind vollkommen inakzeptabel. Man kann sich allenfalls darüber alterieren, dass so etwas nur dann geahndet wird, wenn es von rechts kommt, während linke “Israelkritik” dieses Stils ohne Konsequenzen bleibt. Also nein, kein Verständnis und keine Sympathie für Bhakdi.
Bleibt abzuwarten, was nach den „Rechtsmitteln“ herauskommt. Die Vertreterin der Anklage, OStAin Silke Füssinger, ist schließlich Antisemitismusbeauftragte der Generalstaatsanwaltschaft Schleswig-Holstein, das lässt nichts Gutes erwarten. Die wird sich da festbeißen (müssen; S-H-Ministerpräsident Günther ist bekanntlich einer der eifrigsten Merkel-Speichellecker), außerdem steht zu befürchten, dass bei Richter Grundmann gelegentlich ein paar Hausdurchsucher auftauchen.
Ein kleiner Lichtblick für die Demokratie in diesem Land.
Werte Autorin! Ich wüsste nicht, dass Bhakdi die israelische Regierung “schlimmer als die Nazis” bezeichnet hätte! Er sagte lediglich, dass sie “das Böse gelernt haben, das Böse vor dem sie aus Nazi Deutschland geflüchtet sind”. Hier unterstellt er der israelischen Regierung (und nicht dem Volk!) nichts weiter als eine totalitäre Handlungsweise. Und das zu Recht!
Vom dem leidigen Versuch der Deutschen Nordkorea zu kopieren abgesehen: Wenn man doch um den Bullenhuser Damm weiß, also so, wie ein Gideon Hausner oder ein Moshe Landau und beweisbar am eigenen Leib der Identität, - weiß, was es heißt -irgendwelche- Substanzen an Menschen auszuprobieren, ohne jegliche Ahnung vom Ausgang der Sache, dann bedarf es tatsächlich der Erklärung, warum man genau diese Handlung imitierte, ohne jegliche Idee von den Folgen der Sache. Das Judentum liefert von Arendt bis Fromm die Antwort selber: Wer kollektiv ein Trauma erlebt, der will es - unbewußt wieder erleben, nur dieses mal mit einer anderen Anordnung: Der Macht über den Vorgang: Wenn man sich selber ritzt und schädigt, dann weil man die Macht über den Vorgang erlangen will, - wenn schon sich zu schaden, es dann wenigstens aus der eigenen Hoheit über die Sache zu tun. Was mit der Corona - Politik spezifisch in Israel passierte war ein nicht minder kollektiver Vorgang von Bewältigung tief vergrabener Traumagröße. Bhakdi hat hier Unrecht und zwar psychologisch kolossal: Es hat nicht mit dem Bösen und dem Erlernen des Bösen zu tun, es geht darum das Böse nachzuvollziehen um sich mit einem Trauma zu befrieden. Die Wiederholung einer Handlung als Schlüssel der Macht über sie. Das im Diskurs höher stehende Opfer ist aber immer Opfer, solange es im Diskurs in dieser Exposition gehalten wird. Aus der Opferrolle zu finden heißt sich nicht mehr zu exponieren und in einer Handlung zu egalisieren. Aber auch hier liegt Bhakdi falsch: Es geht um zwei Dinge: Auflösung von Ohnmacht und Überwindung einer bleiernen Rolle. Das hat alles mit dem Bösen nichts zu tun, denn das Böse ist banal, das, was als in willkürlichen Größen nur böse erscheint und leichter zu beschreiben ist, ist in Wahrheit eine in den Gefühlen an sich gescheiterte Intelligenz. Hausners sichtbare Fassungslosigkeit über Eichmanns Normalität, spricht Bände über dasjenige, was sich immer mehr entzieht, je mehr man sich der Sache nähert.
Die zitierten Aussagen über die Lernfähigkeit der Juden sind zwar wohl kaum strafbar, aber in der Tat bodenlos. Das Schlimme daran ist, dass Herr Bhakdi in seinem guten Kampf gegen den Corona-Wahnsinn den Maßnahmen-Profiteuren damit eine offene Flanke geboten hat, in die sie natürlich sofort hineingestoßen haben. Es würde mich übrigens interessieren zu erfahren, ob er irgendwie auf die Kritik an seinen Äußerungen reagiert hat. Seine ganze Persönlichkeit lässt es mir kaum vorstellbar erscheinen, dass er antisemitisch denkt.
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