Gestern fand die Verhandlung gegen Sucharit Bhakdi wegen Volksverhetzung statt, die mit einem Freispruch endete. Dem Vertrauen in den Rechtsstaat hat das Gericht mit dem Urteil sicher einen Gefallen getan.
Gestern fand im schleswig-holsteinischen Plön der Prozess gegen Sucharit Bhakdi wegen Volksverhetzung statt. Der Mediziner und Professor im Ruhestand für Medizinische Mikrobiologie an der Universität Mainz tat sich bekanntlich schon zu Beginn der Coronazeit als einer der schärfsten Kritiker der staatlichen Maßnahmen hervor. „Das rheinland-pfälzische Wissenschaftsministerium prüft, dem Mediziner die Führung seines Professorentitels zu untersagen“, schrieb der Spiegel noch letzte Woche. Bhakdi hatte etwa Lockdowns und Maskenpflicht als sinnlos sowie die Impfungen als gefährlich beschrieben, unter anderem in seinem Bestseller „Corona Fehlalarm?“, den er im Juni 2020 gemeinsam mit seiner Frau, der Biochemikerin Prof. Dr. Karina Reiß, veröffentlicht hatte.
Bhakdis frühe Maßnahmen- und Impfkritik ist im Rückblick hervorragend gealtert. Wie auch auf der Achse etwa Dr. Gunter Frank regelmäßig betonte, entpuppte sich die vermeintliche „Pandemie“ als eine „mittelschwere Grippe“, während sich mittlerweile die Impfschäden häufen. Man mag die Behauptung aufstellen, dass dem einflussreichen und beliebten Kritiker nun aus politischen Gründen der Prozess gemacht wurde.
Im Zentrum der Anklage stehen zwei Videos: Das eine stammt aus dem April 2021 und thematisiert Bhakdis Verhältnis zu Israel (das volle Video wurde von YouTube gesperrt, der kritische Ausschnitt ist noch hier zu sehen): Darin äußerte Bhakdi, er habe die Israelis stets mehr bewundert als irgendein anderes Volk und bezeichnete sich als „Judenbewunderer“, da sie für ihn die größten Vertreter von Kunst und Kultur darstellten.
Angesichts der restriktiven israelischen Corona-Politik äußerte Bhakdi: „Das Volk, das geflüchtet ist aus (Deutschland), wo das Erzböse war (…) und haben ihr eigenes Land verwandelt in etwas, was noch schlimmer ist als Deutschland war (…) Das ist das schlimme an den Juden: Sie lernen gut. Es gibt kein Volk, das besser lernt als sie. Aber sie haben das Böse jetzt gelernt und umgesetzt. Und deswegen ist Israel jetzt (…) die lebende Hölle.“
Zum Hass gegen Juden aufgestachelt?
Bei einem weiteren Video soll es sich um eine Wahlkampfrede handeln, die Bhakdi hielt, als er bei den vergangenen Bundestagswahlen für die Partei DieBasis kandidiert hatte. Dort habe er laut t-online die Zulassung von Covid-19-Impfstoffen mit einem „Endziel“ in Verbindung gebracht und von einem zweiten Holocaust gesprochen.
Beide Äußerungen Bhakdis kann man als problematisch bezeichnen und kritisieren. Holocaust-Vergleiche im Zusammenhang mit den Corona-Maßnahmen ließen bereits viele Kritiker schlecht aussehen. Und die zugegebenermaßen rigide Impf-Politik Israels als schlimmer als das Nazi-Regime zu bezeichnen, ist selbstverständlich ein Fehltritt. Diese Äußerungen zu kriminalisieren, wirkt jedoch ebenfalls anrüchig. Laut t-online stellte die Staatsanwaltschaft Kiel das Ermittlungsverfahren gegen Bhakdi zunächst ein. Doch „die Generalstaatsanwaltschaft schaltete sich ein und übernahm gleich selbst, das Amtsgericht ließ dann die Anklage zu“, heißt es laut Bericht.
Die Anklage lautete, dass die Äußerungen Bhakdis zum Hass gegen Juden aufgestachelt und diese als religiöse Gruppe böswillig verächtlich gemacht hätten. Außerdem sei das Schicksal von Juden unter der NS-Herrschaft verharmlost worden. Der Spiegel schreibt gar: „Der Sachverhalt gilt angesichts der aufgezeichneten Äußerungen Bhakdis als unstrittig. Im Prozess geht es daher nach Ansicht von Juristen nur um deren rechtliche Bewertung.“
Der Fotograf Alexander Heil, Achgut-Lesern bereits bekannt als versierter Chronist der Corona-Demos, war gestern vor Ort und fotografierte Bhakdi in Begleitung seiner Frau bei der Ankunft vor dem Gericht (sie waren mit dem Fahrrad gekommen) sowie die zahlreichen versammelten Demonstranten. Es handelte sich dabei um circa 400 Bhakdi-Unterstützer, die friedlich protestierten. Einen derartigen Andrang habe es vor dem Amtsgericht noch nie gegeben. Heil nahm die Menge als jenem Publikum sehr ähnlich wahr, das er bei den Corona-Demos angetroffen hatte: die entspannt auftretende Mitte der Gesellschaft. Dass sich vordergründig ältere, bereits pensionierte Vertreter versammelt hatten, lag offenkundig daran, dass es sich um einen Vormittagstermin an einem Werktag handelte. Die 50 Polizeibeamten, die zur Sicherheit angerückt waren, erwiesen sich als überflüssig. Alle Bilder von Alexander Heil können Sie auf seinem Blog ansehen.
Heil selbst schaffte es nicht ins Gerichtsgebäude, es gelang ihm aber, eine Zuschauerin, die vorzeitig das Gerichtsgebäude verließ, für ein Telefongespräch mit der Autorin dieses Beitrags zu gewinnen. Die Dame musste wegen eines Termins den Gerichtssaal bereits gegen 11.30 Uhr verlassen, nachdem es zu einer Unterbrechung der Verhandlung gekommen war. Die Verteidigung hatte Einspruch gegen die Anklage erhoben. Meine Gesprächspartnerin gab sich als Bhakdi-Unterstützerin zu erkennen und empfand die Verhandlung als „unerträglich“.
Entgegen Absprachen sei Bhakdis Adresse bei der öffentlichen Verhandlung verlesen worden, und die Oberstaatsanwältin hatte ihn aufgefordert, die Höhe seiner monatlichen Einnahmen anzugeben. Außerdem habe diese geäußert, die beiden oben angesprochenen Videos, die Hauptgegenstand der Verhandlung waren, im Vorhinein nicht in Gänze, sondern nur auszugsweise gesehen zu haben. Die Beobachterin empfand diesen Umgang mit Beweismitteln befremdlich. Der Richter erschien ihr „zurückhaltend und überlegend“.
Laut Süddeutsche hatte der Strafrichter nach besagter Unterbrechung weiter verhandelt, aber bereits den rechtlichen Hinweis gegeben, dass nach derzeitigem Stand von einer Strafbarkeit der angeklagten Äußerungen möglicherweise nicht mehr auszugehen sei. Kurz vor 18 Uhr kam es nach dem langen Verhandlungstag schließlich zu einem Freispruch Bhakdis durch Richter Grundmann. RND berichtet:
„Der Richter sagte in seiner Begründung, bei mehrdeutigen Aussagen müssten auch andere Deutungen berücksichtigt werden. Es sei nicht vollständig auszuschließen, dass Bhakdi mit seinen Äußerungen nur die israelische Regierung und nicht das Volk meinte. Die Vertreterin der Generalstaatsanwaltschaft kündigte Rechtsmittel an.“
Man darf auf die Rechtsmittel und auf die Reaktionen auf das Urteil jetzt sehr gespannt sein, gerade in ihm nicht wohlgesonnenen Medien. Dem Vertrauen in den Rechtsstaat hat das Gericht mit dem Freispruch aber sicher einen Gefallen getan.
Ulrike Stockmann ist Autorin und Redakteurin bei der Achse des Guten. Ihren eigenen YouTube-Kanal finden Sie hier.

Der oberste Faktenerfinder der Tagesschau framed auf jeden Fall noch mal schön hinterher und diskreditiert Bhakdi nach allen Regeln der Kunst (oder sollte man besser „Gunst“ sagen?). Von mir bekommt diese erbärmliche Mischpoke jedenfalls keinen Cent mehr für ihren widerlichen Lügendreck, koste es was es wolle!
@Johannes Schuster: DANKE für Ihre Einlassungen.
Ergänzung zu meiner Antwort an Frau Judith Panther: Hier ein beachtenswerter Satz aus dem Urteil des Dresdner Amtgerichtes zur Entfernung eines Corona-Denkmals in Zinnwald (das komplette Urteil liegt mir vor): „Angesichts dieserTatsachen angeblichen Opfern eines “Impfexperiments„ und von “Zwangsmaßnahmen„ in Form eines Grabsteins zu gedenken, verhöhnt zugleich auch die tatsächlichen Opfer der Impfexperimente des NS-Staates sowie der Coronapandemie.“ Auf der Zunge zergehen lassen!
Was genau ist es denn, was Israel in eine Hölle verwandelt hatte? Waren es vielleicht die strengen Maßnahmen, die getroffen wurden, um die Israelis massenweise exklusiv mit mRNA-Toxinen von Pfizer zu vergiften? --- „“Der Sachverhalt gilt angesichts der aufgezeichneten Äußerungen Bhakdis als unstrittig. Im Prozess geht es daher nach Ansicht von Juristen nur um deren rechtliche Bewertung.„ – Aus dem Videoschnipsel, kann ich keinen “Sachverhalt„ entnehmen! Man kann natürlich alles in seine Sätze hineininterpretieren, was man will oder muss. Und was man Deutschen beigebracht hat, zwanghaft denken zu müssen, wenn es um Israel und die Juden geht, weiß jeder anständige deutsche Neurotiker. – Ging es im Wesentlichen um die wahnhaften Zwangsvorstellungen staatstreuer, geimpfter Gehirngewaschener? --- Um Unterschiede und Gemeinsamken zweier Sachverhalte zu erkennen, muss man sie VERGLEICHEN. Ein Gleichstellung ist kein Vergleich! --- Wer die Macht über das Holocaustnarrativ hat, hat besonders in Dodoland die Macht, den Menschen das gesprochene oder geschriebene Wort zu verbieten. Wir sind nicht frei. Die Israelis sind nicht frei. Und aus Milliarden Menschen wurden “geimpfte„ Massenversuchsuntermenschen gemacht.
Peter Petronius „Ich habe erst jetzt die britische TV-Serie “Utopia„ (2013-14) in der ARTE-Mediathek gesehen und dabei den Eindruck gewonnen, daß die Kritiker der Corona-Maßnahmen ihr Script von dem Utopia Drehbuch abgeschrieben haben.“ -- Ich habe vor fast 50 Jahren <<1984>> zum ersten Mal gelesen und bin mir inzwischen recht sicher, daß es von den Corona-Maßnahmen-Befürwortern als Betriebsanleitung genutzt wurde. Und natürlich gleicht sich der Westen daher immer mehr <<A>> an.
„Entgegen Absprachen sei Bhakdis Adresse bei der öffentlichen Verhandlung verlesen worden, und die Oberstaatsanwältin hatte ihn aufgefordert, die Höhe seiner monatlichen Einnahmen anzugeben. “ Tatsächlich? Mir stehen die Haare zu Berge. Kommen der Volksgerichtshof, die Schauprozesse und die Freislers wieder in Mode? Wann ist es soweit?
„I believe Israel has become the world’s lab right now because they are using only our vaccine at this state and they have vaccinated a very big part of their population, so we can study both economy and health indices,“ so der Pfitzer CEO Albert Bourla laut Jerusalem Post vom 27.2.21, in einem Interview mit NBC. Ich fand diesen Ausspruch damals wie heute als schockierend: die arglosen, vertrauensseligen Menschen eines ganzen Land ungefragt als Studienobjekte nutzen?! Wieso hat eine Regierung das gemacht? Vielleicht hat auch dieses Vorgehen der damaligen Regierung Israels Bhakti zu seiner Kritik am Verhalten mancher Verantwortlicher dieser Administration veranlasst. Aber das wäre niemals Antisemitismus, im Gegenteil, nicht nur Israelis müssen manchmal vor Entscheidungen ihrer eigenen Regierung gewarnt werden.