Seit über einem Jahr verfolgt uns ein Virus, dessen Bedrohlichkeit immer wieder in Zahlen beschworen wird, vom R-Wert bis zur Sieben-Tage-Inzidenz. Es sind Zahlen, deren Erhebung und Interpretion die Gesellschaft spalten, ohne dass eine medial und politisch vermittelte Debatte über das Pro und Contra der verschiedenen Auslegungen zustande käme. Dieser notwendige Vermittlungsprozess ist vielmehr blockiert, seitdem die Politik und die Altmedien einseitig auf eine Katastrophenrhetorik setzten, die jede andere Sicht auf die viralen Dinge als einen Fall von "Corona-Leugnung" denunziert. Befeuert werden sie dabei von Wissenschaftlern, die ihre Interpretation von Sars-CoV-2 als eines hochgradig letalen Virus mit viel politmedialer Unterstützung dadurch zum Dogma zu erheben versuchen, dass sie all jene Wissenschaftler, die anderer Meinung sind, als "Pseudoexperten" stigmatisieren.
Christian Drosten hat dieses Stigmatisierungsspiel in seinem NDR-Podcast vom 30. März in exemplarischer Weise gespielt, als er für seine Interpretation der viralen Dinge nicht nur den Status der "Mehrheitsmeinung" reklamierte, sondern seine wissenschaftlichen Kontrahenten kurzerhand in die Ecke der fachfremden Pensionisten stellte, deren Urteil daher nicht ernst zu nehmen sei: "Pseudoexperten" eben. Dass dieses Stigmatisierungsspiel mit Wissenschaft nichts zu tun hat, ist da und dort auch einer breiteren Öffentlichkeit aufgefallen und entsprechend kritisiert worden. Das wird aber Drosten und andere nicht davon abhalten, ihre wissenschaftliche Reputation weiterhin gegen die Reputation ihrer Gegner auszuspielen, zumal sie dafür innerhalb des Wissenschaftssystems, aber auch von Politik und Medien reichlich Gratifikationen erhalten: in Form von Wissenschaftspreisen, medialer Aufmerksamkeit, Sendezeit und Orden.
Höchste Zeit daher, sich diese Reputation einmal genauer anzuschauen. Wir wollen uns dazu auf den methodischen Standpunkt stellen, dass nicht nur das komplexe Phänomen des Coronavirus sich durch einfache Zahlen beschreiben lässt, wie Drosten mehrfach behauptete, sondern dass auch das Renommee von Wissenschaftlern durch Ziffern angegeben werden kann. Tatsächlich gehört die zahlenförmige Beschreibung der Reputation und Leistungsfähigkeit eines Wissenschaftlers seit Jahren zum akademischen Geschäft und nennt sich "Ranking".
So wird etwa für jede Neubesetzung einer universitären Professur, vor allem in den naturwissenschaftlichen und medizinischen Fächern, seit langem geschaut, wie viel ein Bewerber publiziert hat und wie diese Publikationen rezipiert – und das heißt: wie oft sie zitiert – wurden. Dazu bedient man sich u.a. des „Web of Science" (WoS), der weltgrößten Datenbank, in der Fachaufsätze aus Medizin, Technik und Naturwissenschaften nachgewiesen und statistisch aufbereitet werden. Diese Datenbank gibt auch uns die Möglichkeit, zu überprüfen, wie es um den Status all jener wissenschaftlichen Akteure bestellt ist, die Drosten so gerne in orthodox-dogmatische Mehrheitsmeiner und häretische Minderleister aufteilen möchte.
In der nachfolgenden Liste finden Sie daher die aus dem WoS mit Stand vom 15. April 2021 gezogenen Publikationskennzahlen zu einer Auswahl wissenschaftlicher Akteure, die im vergangenen Jahr in der Debatte um "Corona" eine mediale und politische Rolle gespielt haben. Dazu gehören mit Martin Kulldorff, Sunetra Gupta und Jay Bhattacharya auch die drei Initiatoren der „Great Barrington Declaration", die Christian Drosten in seinem NDR-Podcast öffentlich als "eine ganze Gruppe von Pseudoexperten" abgekanzelt hat. Aufgenommen in die Liste habe ich auch Karina Reiß, die als Ehefrau von Sucharit Bhakdi und als coronadissidente Professorin an der Universität Kiel bekannt wurde. Alle anderen Personen sollten ohne weitere Erklärungen hinlänglich bekannt sein.
Gebrauchsanleitung
Für all jene, die mit den Fragen des Wissenschaftsrankings noch nicht vertraut sind, hier zunächst ein kleine Gebrauchsanweisung.
Die Einträge beginnen immer mit der Nennung des Fachgebiets, für das die betreffende Person habilitiert ist bzw. das sie an der Universität vertritt. Diese Angaben sind nicht dem WoS entnommen, sondern der Website der jeweiligen Institution oder der Wikipedia.
Die erste Zahl, die bei jeder Person sodann genannt wird, ist die der Publikationen, an denen sie beteiligt war. „Beteiligt" bedeutet: Da in den naturwissenschaftlich-medizinischen Fächern die Forschung zumeist in Labors als Teamarbeit stattfindet, sind auch die Veröffentlichungen Teamarbeit, d.h. es ist nicht selten, dass an einem Aufsatz zehn bis zwanzig Personen beteiligt waren und als Autoren aufgeführt werden.
Zur Beurteilung dieser Zahl von personellen Beteiligungen sollten Sie wissen, dass aufstrebende Wissenschaftler davon profitieren, wenn sie zusammen mit namhaften Wissenschaftlern einen Aufsatz publiziert haben. Das gilt zumal für die Laborteams an Universitäten, wo der Lehrstuhlinhaber mit seinem ruhmreichen Namen in der Autorenliste dafür sorgt, dass ein von seinen Doktoranden oder Assistenten verfasster Aufsatz die gebührende Aufmerksamkeit erhält. Er selbst ist dann zwar nur Mitfahrer im Teambus, kommt aber zusammen mit dem Team ans Ziel: Er kann sich eine zusätzliche Veröffentlichung ans Revers stecken, und das im bequemsten Fall ohne nennenswerte Eigenarbeit. Die schreibenden Teammitarbeiter freut das dennoch, weil sie sich als No-names durch den bekannten Namen wissenschaftlich gefödert fühlen dürfen.
Da man auf diese Weise aber nur schwer einschätzen kann, wieviele der an einer Publikation beteiligten Autoren denn nun real etwas Wesentliches dazu beigetragen haben, hat es sich eingebürgert, jenen Autor an erster Stelle zu nennen, der die grundlegende Idee hatte, das schreibende Autorenteam also inspirierte und bei der Stange hielt. "Eingebürgert" heißt: Es ist oft so, muss aber nicht so sein. Trotz dieser Unschärfe ist es hilfreich, dass das WoS bei jedem Autor nicht nur die Anzahl seiner Publikationsbeteiligungen nennt, sondern auch, in wieviel Fällen er an erster Stelle der Autorenliste genannt wurde. Diese Angabe wird im WoS in Prozent gemacht; ich folge dem, ergänze aber hinter der Prozentzahl die absolute Zahl der Veröffentlichungen, bei denen die betreffende Person „Primärautor" war, also an erster Stelle als Autor genannt wird.
Mehrjährige Lücken bei Lauterbach
Für die Beurteilung der Kreativität eines Wissenschaftlers darf man nicht auf die schiere Anzahl der Schreibbeteiligungen schauen, sondern muss das Verhältnis von Beteiligungen zu Primärautorschaft beachten. Sind beide Zahlen hoch, handelt es sich mit einiger Wahrscheinlichkeit um einen kreativen Kopf, der etwas mitzuteilen hat und andere ansteckt und inspiriert. Hat die betreffende Person an vielen Aufsätzen zwar mitgewirkt, aber prozentual nur wenige als Primärautor verantwortet, handelt es sich wohl eher um einen Wissenschaftsmanager, dessen Kreativität vorzüglich darin besteht, bei anderen Kreativen mitzumachen und von ihnen zu profitieren.
Erfasst wird im WoS auch der sogenannte "Hirsch-Index" (H-Index), der nach seinem Erfinder Jorge E. Hirsch benannt ist. Wir müssen hier nicht die Berechnung dieser Zahl erklären, es genügt für unsere Zwecke zu wissen, dass ein Wissenschaftler als um so erfolgreicher gilt und einen um so höheren Status hat, je höher diese Zahl ist. Um Ihnen eine etwas präzisere Einschätzung dieser trockenen Ziffer zu ermöglichen, setze ich eine Erklärung aus der Wikipedia hierher:
"Laut Hirsch sei ein H-Index von 20 nach 20 Jahren Forschungsaktivität das Zeichen eines erfolgreichen Wissenschaftlers. Ein H-Index von 40 nach 20 Jahren Forschungsaktivität zeige den außergewöhnlichen Wissenschaftler an, der wahrscheinlich nur in Top-Universitäten und großen Forschungslabors gefunden werden könne. Einen H-Index von 60 und höher nach 20 Jahren Forschungsaktivität wiesen laut Hirsch nur einzigartige Persönlichkeiten auf."
Da die Berechnung des H-Index eines Wissenschaftlers nicht nur von der Anzahl seiner Veröffentlichungen abhängt, sondern vor allem davon, wie oft seine Arbeiten von anderen Wissenschaftlern zitiert wurden, gibt das WoS auch die Anzahl dieser Zitate als Summe über alle Jahre an, in denen Arbeiten des betreffenden Wissenschaftlers in der Datenbank verzeichnet wurden. Je häufiger jemand zitiert wird und also als Referenzpunkt für andere Wissenschaftler dient, desto höher ist seine Reputation. Aber Vorsicht: Das bezieht sich immer auf die von Autorenkollektiven verfassten Publikationen, steht daher nicht in direkter Korrelation zu dem, was ein Wissenschaftler in seinem Fach originär geleistet hat. Sie finden in der Liste diese Summe der Zitierungen unter dem Eintrag „Von wievielen Artikeln zitiert“.
Natürlich ist es für die Einschätzung einer wissenschaftlichen Karriere durchaus auch relevant, wie lange schon und wie kontinuierlich jemand als Wissenschaftler publiziert. Ich gebe daher ebenfalls an, in welchem Jahr im WoS zum ersten Mal eine Publikation der betreffenden Person nachgewiesen wurde. Und ich nenne auch das letzte Jahr, in dem die betreffende Person lt. WoS einen wissenschaftlichen Beitrag veröffentlicht hat (in Klammern finden Sie die Anzahl der Publikationen aus dem genannten letzten Publikationsjahr). Auf diese Weise lässt sich sehr leicht sehen, was an dem Vorwurf dran ist, die Gruppe der Wissenschaftshäretiker bestünde nur aus Minderleistern und akademischen Pensionären, die fachwissenschaftliche längst abgeschrieben seien.
An dieser Stelle ist eine kleine Ergänzung zu Karl Lauterbach nötig. Die letzte im WoS von Lauterbach nachgewiesene Publikation stammt aus dem Jahr 2019. Davor gibt es aber mehrjährige Lücken, d.h. man muss in die Jahre 2014 und 2011 zurückgehen, um in diesen beiden Jahren jeweils eine Publikation von Lauterbach zu finden. Seine wissenschaftlich produktive Phase fällt daher in die Jahre von 2000 bis 2010. Seit dieser Zeit, so sagt es uns das WoS, ist es wissenschaftlich still um ihn geworden.
Und nun die Liste der Kandidaten, exemplarisch nach H-Index (abfallend) geordnet:
• Ioannidis, John P.A.
Medizin, Epidemiologie
Beteiligt an 552 Publikationen
Primärautor: 31 Prozent (171)
H-Index: 123
Von wievielen Artikeln zitiert: 88302
Erste Publikation erfasst: 1994
Letzte Publikation: 2021 (8)
• Drosten, Christian
Virologie
Beteiligt an 387 Publikationen
Primärautor: 5 Prozent (19)
H-Index: 81
Von wievielen Artikeln zitiert: 34311
Erste Publikation erfasst: 1999
Letzte Publikation: 2021 (7)
• Bhakdi, Sucharit
Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie
Beteiligt an 288 Publikationen
Primärautor: 31 Prozent (89)
H-Index: 67
Von wievielen Artikeln zitiert: 14095
Erste Publikation erfasst: 1969
Letzte Publikation: 2021 (1)
• Kulldorff, Martin
Medizin, Biostatistik
Beteiligt an 148 Publikationen
Primärautor: 15 Prozent (22)
H-Index: 55
Von wievielen Artikeln zitiert: 11871
Erste Publikation erfasst: 1993
Letzte Publikation: 2021 (5)
• Streeck, Hendrik
Virologie
Beteiligt an 127 Publikationen
Primärautor: 17 Prozent (21)
H-Index: 40
Von wievielen Artikeln zitiert: 6892
Erste Publikation erfasst: 2005
Letzte Publikation: 2021 (3)
• Reiß, Karina
Biochemie
Beteiligt an 65 Publikationen
Primärautor: 14 Prozent (9)
H-Index: 37
Von wievielen Artikeln zitiert: 6097
Erste Publikation erfasst: 2002
Letzte Publikation: 2021 (1)
• Schmidt-Chanasit, Jonas
Virologie
Beteiligt an 184 Publikationen
Primärautor: 9 Prozent (16)
H-Index: 36
Von wievielen Artikeln zitiert: 5578
Erste Publikation erfasst: 2007
Letzte Publikation: 2021 (4)
• Bhahattacharya, Jay
Medizin
Beteiligt an 118 Publikationen
Primärautor: 10 Prozent (12)
H-Index: 26
Von wievielen Artikeln zitiert: 2009
Erste Publikation erfasst: 2006
Letzte Publikation: 2021 (3)
• Meyer-Hermann, Michael
Infektiologie
Beteiligt an 104 Publikationen
Primärautor: 15 Prozent (15)
H-Index: 25
Von wievielen Artikeln zitiert: 2507
Erste Publikation erfasst: 2006
Letzte Publikation: 2021 (8)
• Betsch, Cornelia
Psychologie
Beteiligt an 69 Publikationen
Primärautor: 51 Prozent (35)
H-Index: 23
Von wievielen Artikeln zitiert: 1845
Erste Publikation erfasst: 2006
Letzte Publikation: 2021 (4)
• Brinkmann, Melanie
Virologie
Beteiligt an 59 Publikationen
Primärautor: 14 Prozent (8)
H-Index: 22
Von wievielen Artikeln zitiert: 2697
Erste Publikation erfasst: 1999
Letzte Publikation: 2021 (4)
• Gupta, Sunetra
Epidemiologie
Beteiligt an 83 Publikationen
Primärautor: 5 Prozent (4)
H-Index: 20
Von wievielen Artikeln zitiert: 1732
Erste Publikation erfasst: 2004
Letzte Publikation: 2021 (3)
• Lauterbach, Karl
Gesundheitsökonomie, Epidemiologie
Beteiligt an 111 Publikationen
Primärautor: 16 Prozent (17)
H-Index: 19
Von wievielen Artikeln zitiert: 1718
Erste Publikation erfasst: 1988
Letzte Publikation: 2019 (1)
• Priesemann, Viola
Physik
Beteiligt an 35 Publikationen
Primärautor: 20 Prozent (7)
H-Index: 17
Von wievielen Artikeln zitiert: 1275
Erste Publikation erfasst: 2009
Letzte Publikation: 2021 (4)
• Kekulé, Alexander S.
Mikrobiologie, Virologie
Beteiligt an 49 Publikationen
Primärautor: 18 Prozent (8)
H-Index: 14
Von wievielen Artikeln zitiert: 1262
Erste Publikation erfasst: 1989
Letzte Publikation: 2017 (2)
Beitragsbild: Creative Commons CC0 Pixabay
Wie viel ein Bewerber publiziert hat, ist völlig unwichtig. Der Inhalt einer Seite kann mehr Substanz haben als ein Sprinter voller Gelaber. Es kommt nicht auf die Menge an, Qualität entscheidet.
@Andreas Rochow
Zu Prof.Lauterbach: ein Arzt wüsste, dass Angst und Schrecken verbreiten absolut kontraproduktiv ist. Er ist keiner.
Lauterbach 5
Umd hier die Antwort des ZDF:
Sehr geehrter Herr Timm,
vielen Dank für Ihre E-Mail an das ZDF.
Karl Lauterbach hat sich hierzulande als meinungsführender Politiker der SPD und Gesundheitsexperte über viele Jahre engagiert und einen Namen gemacht. Wenn es sich thematisch anbietet, wird er deshalb, zum Beispiel in unseren Nachrichten, zur Coronakrise befragt.
Ihre Kritik haben wir in unsere tagesaktuelle Auswertung der Zuschauerreaktionen aufgenommen. Diese wird der verantwortlichen Redaktion und einem weiten Empfängerkreis in unserem Haus, inklusive der Geschäftsleitung, übermittelt und dort in der internen Auseinandersetzung mit dem Programmangebot berücksichtigt.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Zuschauerservice
Lauterbach 4
Die Aussage „Professor Lauterbach studierte und lehrte Medizin und Epidemiologie an internationalen Top-Universitäten“ von Herrn Dr. Claus Kleber ist also nachweislich falsch.
Das ist nicht nur bedauerlich – es kontrastiert mit dem Statement Dr. Klebers „Eine Stärke der öffentlich-rechtlichen Sender mit großer Reputation sind Nachrichten.“ Wenn nicht einmal mit wenigen Mausklicks öffentlich zugängliche Quellen für die Vorstellung eines Interviewpartners herangezogen werden, kann man anderen Aussagen dann überhaupt noch trauen? – Übrigens: auch in diversen Talkshows, zu denen L. eingeladen wird, lässt er sich unwidersprochen als „Experte“ vorstellen.
Ich bitte darum, meine Aussagen von einem Ihrer „Faktenchecker“ überprüfen und ggfs. widerlegen zu lassen. Ferner bitte ich darum, Herrn Prof. Dr. Lauterbach in Sendungen des ZDF zukünftig nicht mehr als Epidemiologen vorzustellen und mir zeitnah eine qualifizierte Antwort zukommen zu lassen.
Lauterbach 3
Seine politischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte listet L. auf seiner Homepage auf:
Gesundheitspolitik
Finanzierung sozialer Sicherungssysteme
Makroökonomie
Pflegeversicherung
Zusammenhang zwischen Gesundheit und Bildung
Entstehung und Vorbeugung chronischer Krankheiten
Qualität in der Medizin
Epigenetik
Auch hier fehlt der Hinweis auf „Epidemiologie“ – das Thema scheint ihm also bislang nicht sehr wichtig gewesen sein.
Auf den Internetseiten des „Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE)“ (dessen Leiter er ist) finden sich weder unter „Forschung“, noch unter „Lehre“ (und auch nicht an anderer Stelle) Informationen zum Thema „Epidemiologie“. Offensichtlich gibt es nur Bachelor- und Masterstudiengänge mit Abschlüssen in „Gesundheitsökonomie“. Lauterbach kann also unmöglich am eigenen Institut das Fach „Epidemiologie“ gelesen haben.
Überhaupt scheint das Wort „Epidemie“ an diesem Institut keine Rolle zu spielen – die Suche nach diesem Begriff ergab keine Treffer!
Lauterbach 2
Auf seiner eigenen Website benennt L. u. a. folgende Hochschulaktivitäten:
1989-1990 Master of Public Health (MPH) an der Harvard School of Public Health mit Schwerpunkten Epidemiologie und Health Policy and Management
1990-1992 Master of Science in Health Policy and Management an der Harvard School of Public Health
1992-1995 Doctor of Science in Health Policy and Management an der Harvard School of Public Health
1992 Fellowship Ethics and the Professions der Harvard Universität
1993 Fellowship in der Division of Medical Ethics der Harvard Medical School
Seit 1996 Gastdozent an der Harvard School of Public Health in Boston
seit 1998 Leiter des Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE) der medizinischen Fakultät der Universität zu Köln
Seit 1996 Gastdozent an der Harvard School of Public Health in Boston.
Lauterbach 1
Claus Kleber leitete am 16.03.2021 um 22:31 Uhr in ZDF heute ein Interview mit Prof. Dr. Lauterbach mit den Worten ein (abgelesen vom Zettel):
„Professor Lauterbach studierte und lehrte Medizin und Epidemiologie an internationalen Top-Universitäten“.
Das ist falsch, denn L. lehrte niemals „Epidemiologie“. Sein Studium der Epidemiologie umfasste maximal den Zeitraum 1989-1990. Seine Ex-Frau Angela Spelsberg sagte dazu beim österreichischen TV-Sender „Servus.tv“: „Nein, er hat ja nicht das Gleiche studiert wie ich. Er hat Health Policy und Management studiert und ich Epidemiologie.“ Die Annahme, dass L. das Fach „Epidemiologie“ nicht einmal in Ansätzen studiert hat, ist naheliegend.