Robert von Loewenstern / 25.03.2020 / 06:24 / Foto: AnRo0002 / 208 / Seite ausdrucken

Corona: Kritik ist verantwortungslos

Liebe CDU, zur Einstimmung erst mal eine Anekdote aus dem persönlichen Erleben. Klar, anekdotisch ist das Gegenteil von empirisch. Müsst ihr mir nicht erzählen, denn ich stehe seit jeher total auf empirisch und statistisch und überhaupt die ganze Sache mit Zahlen. Trotzdem, das Anekdotische hat auch seinen Wert, jedenfalls, wenn es irgendwie beispielhaft und stellvertretend fürs große Ganze ist.

Also, hier mein Geschichtchen: Am 17. Februar erschien im Online-Zuhause der „Welt“ ein Artikel mit der Überschrift „Afrika ist völlig unvorbereitet auf das Coronavirus“. Das Stück interessierte mich, denn wir – die beste kleine Frau von allen und ich – waren da gerade in Afrika. Genauer in Kapstadt. Just an diesem 17. Februar flogen wir von Südafrika nach Namibia, nicht etwa mit einer verbeulten Propeller-Blechdose, wie ihr vielleicht glaubt, sondern mit einem sehr schicken und ziemlich neuen Airbus. Bereits im Flieger erhielten wir Formulare, die der Seuchenbekämpfung dienten und die sorgfältig auszufüllen waren mit Angaben zum Wer, Wie, Wann, Woher und Wohin.

Bei der Ankunft in Windhoek standen wir eine Weile in der Schlange vor dem Flughafengebäude. Während wir vorrückten, erfuhren wir den Grund für die Verzögerung. Am Eingang war eine Wärmebildkamera aufgebaut, bedient von einer Person in Schutzkleidung. Jeder Passagier wurde auf erhöhte Temperatur geprüft, außerdem waren die Seuchenzettel dort abzugeben. Erst danach ging es zur normalen Einreisekontrolle, ebenfalls mit Kamera, wohl zum Abgleich biometrischer Daten.

Afrika-Schwarze besser vorbereitet als CDU-Schwarze

Zwei Wochen später, Anfang März, flogen wir von Namibia nach Deutschland zurück. Auch anlässlich der Ausreise mussten wir wieder das Seuchenformular ausfüllen. Bei der Einreise in München hingegen gab es nichts Vergleichbares – keine noch so klitzekleine Gesundheitskontrolle, keine Registrierung, gar nichts. Das fanden wir einigermaßen befremdlich, zugleich ein bisschen lustig wegen des „Welt“-Artikels. Die „völlig unvorbereiteten“ Schwarzen in Schwarzafrika waren offenkundig bei der Pandemie-Bekämpfung deutlich weiter vorne als ihr CDU-Schwarzen an den deutschen Schalthebeln.

Jetzt, rund fünf Wochen nach der Namibia-Erfahrung, wissen wir, dass unsere Regierung noch vor wenigen Tagen Busse aus Tirol und Flugzeuge aus Iran, China und anderen Corona-Hochburgen unkontrolliert im hiesigen Homeland aufprallen ließ. Das fanden diesmal nicht nur die kleine Frau und ich seltsam, sondern auch die Verwandten der Virusschleudern. Die Abholer der zum Neujahrsfest anreisenden Trubelperser waren mit Masken, Handschuhen und Desinfektionsspray gerüstet.

Unter normalen Umständen hätte ich an dieser Stelle vielleicht geschrieben: Schonlängerhierlebende mit Migrationshinter- oder -vordergrund handelten also verantwortungsvoller als ihr, die ihr Verantwortung fürs gesamte Gemeinwesen tragt, liebe Christsozialdemokraten. Schreibe ich aber nicht, damit das klar ist. War nur so ein Beispiel dafür, was man derzeit alles falsch schreiben kann. Und das ist eine Menge. 

Wir müssen zusammenstehen. Und auseinander.

Angesichts der Krise verbietet sich nämlich jegliche Kritik. Wir müssen zusammenstehen. Beziehungsweise auseinander, konkret 1,5 Meter (© Edeka) oder 3 Meter (© Hellweg). Aber halt im Geiste zusammen. Anders als die Schmutzkanone „Bild“ würde ich zum Beispiel in der jetzigen Lage niemals fragen: „Wieso hat die Regierung so spät reagiert?“ Derartig zersetzendes Gedanken-„Gut“ kann nur in gewissensbefreiten Zonen wie dem Springer-Verlag stattfinden.

Andererseits, ausgerechnet von dort kommen auch die wichtigen konstruktiven Signale. „Welt“-Topjournalist Robin Alexander hat mir nämlich vor ein paar Tagen klargemacht, was sich nach aktuellem Kommunikations-Knigge ziemt und was nicht. Zum Ziemen gehört unter anderem, dass Angela Merkel alles richtig macht, im konkreten Fall bei ihrer historischen Rede an die Allehierlebenden: „Merkel fand die richtigen Worte und traf den richtigen Ton.“ 

Ha! War mir so gar nicht aufgefallen. Deshalb bin ich dem Robin Alexander dankbar, dass er’s erklärt hat. Ich hätte sonst womöglich gedacht, dass die „richtigen Worte“ ein Redenschreiber mit A13-Besoldung fand und dass der „richtige Ton“ das gewohnte Merkel-Geleier war. Da sieht man, wie man sich irren kann. 

Kritik ist verantwortungslos

An diesem Punkt sollte ich vielleicht selbst etwas auf- und erklären. Robin Alexander ist einer meiner persönlichen Helden, spätestens seit er mit dem Buch „Die Getriebenen. Merkel und die Flüchtlingspolitik“ minutiös nachzeichnete, wie es 2015 zum angelanischen Versagen in der Zuwanderungskrise kommen konnte. 

Wenn eine Anja Reschke – oder was Vergleichbares von der publizistischen Restle-Rampe – mir jetzt erzählt hätte, dass man nichts Regierungsamtliches mehr kritisieren darf, hätte ich das nicht mal ignoriert, wie mein Vater zu sagen pflegte. Den „Haltungsjournalisten“ hat schon lange vor Corona irgendein geheimnisvolles Supervirus die Synapsen zerkaut.

Aber wenn ein Leuchtturm wie Robin Alexander bestimmt, nur „Ideologen“ würden „in der Krise einfach alte Steckenpferde weiter reiten“, dann hat das Gewicht. Zu den überholten Hobbys gehört laut dem „Welt“-Experten für alles mit Kanzleramt auch „die gestern noch berechtigte Kritik an der Migrationspolitik der Bundesregierung. Wer die richtige Schließung der Grenzen in Zeiten von Corona mit einem Triumphgeheul begleitet und dem Hinweis, damit sei ein zentrales Mantra von 2015 widerlegt, kommuniziert verantwortungslos.“

Sind wir jetzt doch wieder Staat?

Verantwortungslos möchte ich ganz bestimmt nicht erscheinen. Aber, zugegeben, ich ärgere mich schon ein bisschen, dass ich nicht schnell genug triumphierend geheult und was zur Migrationspolitik geschrieben habe, als es gerade noch ging mit der „berechtigten Kritik“. Jetzt kann ich mich aus Gründen der Staatsräson nicht mal mehr darüber amüsieren, dass Staatsräson schon deshalb „denkunmöglich“ (© R. Habeck) ist, weil wir seit dem legendären Merkelauftritt bei Anne Will kein Staat mehr sind, sondern nur noch Landschaft mit Leuten. 

Als die Kanzlerin im Oktober 2015 vor Millionen erklärte, „Sie können die Grenzen nicht schließen“ und „Wir haben es nicht in der Hand, wie viele zu uns kommen“, da war das staatskonstituierende Merkmal „Staatsgebiet“ verpufft. Mit der „Staatsgewalt“ war es ebenfalls nicht mehr weit her, ganz zu schweigen vom Unwort „Staatsvolk“, das höchstens noch Verfassungsjuristen und andere Rechtspopulisten in den Mund nehmen.

Wie gesagt, das alles schreibe ich jetzt nicht, sondern hätte ich nur vielleicht geschrieben. Ich darf ja angesichts der aktuellen Grenzkontrollen nicht einmal laut darüber nachdenken, ob wir jetzt plötzlich doch wieder Staat sind, was zum Beispiel Staatsräson ermöglichen würde. Auch diese eigentlich erfreuliche Nachricht könnte mir als Kritik am Merkelsprech von vorgestern ausgelegt werden.

Nur mal theoretisch gesagt

Alles gar nicht so einfach, finde ich. Hinzu kommt, mit den neuen Rederegeln geht es mir wie mit anderen Vorschriften seit Kindheitstagen. Jede Einschränkung erzeugt bei mir unmittelbaren Drang nach Zuwiderhandlung. Nehmen wir zum Beispiel die Kirche: Weil man dort nicht lachen durfte, fand ich Ausstattung und Prozedere umso lustiger. So konnte ich natürlich nie ein guter Katholik werden. Ich vermute, es handelt sich um einen Gendefekt oder ein sonstwie krankhaftes Phänomen, ähnlich wie Tourette. 

Dieselben alten Reflexe ruft bei mir das jetzige Kritikverbot hervor. Unendlich viel schießt mir plötzlich durch den Kopf, was ich am liebsten sofort ausstoßen möchte. Mache ich aber nicht. Als Erwachsener habe ich gelernt, mit der Behinderung zu leben und die Zwangshandlungen einigermaßen zu kontrollieren.

Nur mal theoretisch, damit klar ist, was ich meine: Ich frage mich zum Beispiel, was mit den schwarzafrikanischen Entrepreneuren geschieht, die bislang im Görlitzer Park in lobenswerter Eigeninitiative und mit freundlicher Unterstützung der Berliner Politik die Versorgung der Bevölkerung mit Betäubungsmitteln sicherstellen. Müssen die nun auch dichtmachen? Und falls ja: Plant die Regierung wegen der Umsatzausfälle dort ähnliche Hilfen wie bei anderen Selbstständigen und Kleingewerbetreibenden? 

Oder die Roma-Familienunternehmen, die je nach Leistungsfähigkeit im Einzelfall bis zu 20 Prozent der bundesdeutschen Einbrüche erbrachten: Denkt eigentlich jemand daran, wie es denen ergeht, jetzt, wo alle zu Hause sitzen und unbemerktes Eindringen in fremde Lebenswelten kaum noch möglich ist?

Es gibt gute Gründe, bestimmt

Noch ein Beispiel: Bis zur bundesweiten Verbotswelle vom Sonntag durften Friseure an den meisten Orten noch ihre Kunst praktizieren. In normalen Zeiten hätte ich mich erkundigt, wer eigentlich auf die Idee kam, dass es zu den lebensnotwendigen Bedürfnissen gehört, in der Abschottung die Haare schön zu haben. Wahrscheinlich hätte ich auch angemerkt, dass jeder Handyshop derzeit eine wichtigere gesellschaftliche Funktion erfüllt als „TILO’S Hair Berge“„Simone’s Kamm in“ oder das Sprachlabor „Vier - Haareszeiten …..für leute mit Köpfchen“.

Garniert hätte ich das Ganze unter Umständen mit der Vermutung, dass die Politik bei der Friseurausnahme nicht die Interessen schutzbedürftiger Alter und Kranker im Blick hatte, sondern die Befindlichkeit weiblicher Wähler. Normale Männer – also das Gegenteil von Richard David Precht – pflegen ja ein eher entspanntes Verhältnis zum Haupthaar. Man hat es einfach. Oder halt nicht mehr. Frauen hingegen können enorm unleidlich werden, wenn der auswüchsige Ansatz nicht zeitnah nachkoloriert wird, Kontaktverbot hin oder her.

Letzteres geht allerdings schon fast in Richtung Verschwörungstheorie. Dazu neige ich grundsätzlich nicht, also hätte ich mir die Bemerkung sicher auch ohne Kritikverbot gespart. Sicher gab es gute Gründe für das Offenhalten der „Schnitt Stellen“. Wahrscheinlich sind es dieselben guten Gründe, aus denen bis letzte Woche jeder Hinz und Kunz ungehindert ins Pflegeheim meines Schwiegervaters spazieren konnte.

Sind die „Syrer“ jetzt „Pendler“?

Bestimmt lagen ebenso gute Gründe vor, eine Mutter mit drei Kindern, allesamt deutsche Staatsbürger, im Zuge der jüngsten Corona-Verschärfungen aus ihrem eigenen Haus zu jagen. Die Frau sollte sich am Sonntagabend von Mecklenburg-Vorpommern auf den Weg nach Paris machen, wo sie mit Erstwohnsitz gemeldet ist. Erst nach einer ministeriellen Gnadenentscheidung durfte die Familie – bereits auf dem Weg nach Frankreich – wenden und ausnahmsweise in ihrem Heimatland verbleiben.

In anderen Zeiten hätte ich laut gefragt, ob die Schergen des Ordnungsamtes noch ganz frisch unter der Kalotte sind. Außerdem hätte sich die Anschlussfrage aufgedrängt, wie es sich eigentlich mit den Grenzgängern aus fernen Weltregionen verhält, die monatlich immer noch in Einwohnerstärke einer mittleren deutschen Kleinstadt zuschlendern, und zwar gänzlich ohne hiesigen Wohnsitz. Werden die etwa auch abgewiesen oder zurückexpediert? Oder (© kleine Frau) sind die „Syrer“ jetzt alle „Pendler“?

Solcherlei Ausführungen wären nicht nur krittelnd, sondern polemisch. Geht natürlich überhaupt nicht in diesen ernsten Zeiten, ich bin da ganz beim Herrn Alexander. Alle anderen sind das auch, die sich derzeit in Funk und Fernsehen verbreiten dürfen. Man ist sich so kuschelig einig, dass mir ganz warm ums Herz wird, wenn ich versehentlich in einen der öffentlich-rechtlichen Alarm-Talks schalte.    

Lehren für die Zukunft

Unisono wird selbst von den größten Internationalisten betont, dass aber ganz bestimmt und auf jeden Fall aus der Krise Lehren zu ziehen seien, nämlich nationale Eigenproduktion wieder aufzubauen. Aus Gründen der staatlichen Fürsorgepflicht müsse Autarkie gewährleistet sein, etwa bei Schutzkleidung und Medikamenten.

Den – aus deutscher Sicht knapp hinter Analhygiene – systemrelevantesten Bereich, für den sofort eine Lehre zu ziehen wäre, erwähnt wie zufällig keiner der Kommentatoren. Dabei müsste spätestens angesichts der aktuellen Erfahrungen jeder verantwortlich Denkende eine Korrektur der „Energiewende“ fordern, um eine zuverlässige Versorgung mit grundlastfähigen Kraftwerken im Inland dauerhaft sicherzustellen, egal ob mit Kohle, Atom oder Kryptonit.

Wenn nämlich in einer späteren Krise für ein paar Tage die Lichter ausgehen (und Kühlschränke und Herde und Beatmungsmaschinen und Trinkwasserpumpen und Kommunikationssysteme und und und), dann hilft auch keine Ausgangssperre mehr. Dann herrscht innerhalb von längstens zweieinhalb Wochen Krieg, jeder gegen jeden. Und Home-Office geht nur noch für Landwirte, jedenfalls, solange Trecker-Diesel und Pumpgun-Patronen vorhanden sind.

Es muss nicht ewig so bleiben

All so Zeugs schreibe ich in der gegenwärtigen Krise nicht, das sei noch einmal betont. Das wäre kontraproduktiv, würde die Spaltung der Gesellschaft vertiefen und könnte überhaupt die Stimmung in den Keller gehen lassen, wenn die Deutschen überraschend erfahren, dass Netflix und WhatsApp ohne Strom nicht funktionieren.

Ein bisschen traurig machen mich all die ungeschriebenen und unzuschreibenden Beiträge schon, das sage ich ganz offen. Trost finde ich bei Robin Alexander. Es muss nämlich gewiss nicht ewig so bleiben: „Gewiss, das muss nicht ewig so bleiben. Der eigentliche Stresstest steht Deutschland noch bevor. Aber wir können ihn bestehen. Und dann, danach, werden wir auch wieder über eine rationale Klimapolitik und eine rationale Migrationspolitik reden – und auch wieder darüber demokratisch streiten.“

Damit kann ich leben. Wir alle müssen uns jetzt am Riemen reißen. Auf ein, zwei Jahre mehr irrationale Klimapolitik und irrationale Migrationspolitik kommt es auch nicht mehr an. Ich warte einfach ab, bis die „Welt“ Bescheid sagt, dass die Demokratiepause vorbei und Kritik wieder erlaubt ist. Bis dahin kann ich mir ja heimlich ein paar Notizen machen.

Positiv ist das neue Negativ

Falls ihr euch fragt, liebe CDU, warum ich ausgerechnet euch all das schreibe, was ich hiermit und auf absehbare Zeit unterlasse: Ganz einfach, ich will ja nicht nur mit Negativ-Genöle aufhören, sondern Positives hervorheben – wobei „positiv“ in diesen Zeiten nicht die optimale Wortwahl ist, zugegeben. Positiv ist das neue Negativ, virentechnisch gesehen. Sprechen wir also lieber vom angenehmen Teil der Krise. 

Und da sind wir automatisch bei euch. Es ist ja so: Corona ist wie Krieg, sagen viele. Ich persönlich finde, Corona ist besser als Krieg. In einem richtigen Krieg hätten wir beim Zustand unserer Streitkräfte nämlich nicht die geringste Chance, außer wenn uns wieder mal andere aus der Patsche helfen, zum Beispiel die Amis. Aber egal.

Jedenfalls, in einem Krieg gibt es Gewinner und Verlierer. Bei Corona auch. Und wie in jedem normalen Krieg ist auch bei Corona die Zahl der Verlierer bei weitem größer als die der Gewinner. Zu den Verlierern gehören bei Corona ja nicht nur die, die vorzeitig über die Wupper gehen, körperlich oder geschäftlich, sondern alle, die jetzt zu Hause eingesperrt sind. Also ziemlich viele. Zu den Gewinnern zählen die Aldis und Edekas, die Hersteller von Toilettenpapier und Tütensuppen, die Medien und die Streamingdienste, klar. 

Die größten Gewinner der Krise

Die größten Profiteure seid aber ihr, liebe CDU. Kommt, jetzt tut nicht so empört. Ich werfe euch ja gar nichts vor, ich sage nur, wie es ist. Eure Führungskrise interessiert kein Schwein mehr, der Umfrage-Fall ins Bodenlose ist gestoppt, der Herr Laschet und der Herr Spahn sind im TV täglich tolle Kerle, der Herr Merz ist abgemeldet und praktischerweise auch noch infiziert, der lästige Parteitag fällt aus, und die Kanzlerkandidatur hat sich quasi von selbst entschieden. 

Wie bei jeder Bedrohung von außen schart sich die Bevölkerung ums Bekannte und Bestehende, und das seid gerade nun mal ihr. „Walter und Eskia“ von der SPD sind wieder in ihrer Doppelgruft verschwunden, die Grünen finden kaum noch statt, die Freitagskinder gehen euch auch nicht mehr auf die Nüsse, und die AfD kann derzeit sowieso keine Punkte machen. Nur der Söder stört ein bisschen, weil er euch im allgemeinen Überbietungswettbewerb bei den Verboten immer einen Schritt voraus ist. Aber der gehört ja irgendwie auch zu euch.

Der Herr Laschet wird also nächstes Jahr Bundeskanzler. Denn selbst wenn die Chinesen oder Japaner morgen ein Medikament finden, steht das noch lange nicht in jedem Regal. Die ganze Chose wird sich also locker weitere anderthalb Jahre hinziehen. Bis dahin darf euch natürlich auch keiner kritisieren – perfekt passend zur Bundestagswahl im September 2021.

Ich weiß, ich weiß, liebe CDU. Auf solche Gedanken seid ihr bisher gar nicht gekommen, allein schon, weil sich derart Profanes in der gegenwärtigen Situation absolut verbietet. Aber mal ehrlich und unter uns: Hättet ihr euch nicht besser malen können, oder?

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beat schaller / 25.03.2020

Absolut treffend!  Die Geschichte mit den Flugzeugen der “Zurückgeholten” ist ja nicht nur in D so. Meine Frau war trotz drei Flugverschiebungen und schlussendlich einem vollen Grossraumflieger noch nie so schnell nach der Landung, ohne Kontrollen oder Fragen draussen auf der Vorfahrt zur Abholung bereit. Natürlich nur, weil drinnen alle Boutiquen und Läden geschlossen waren…klar doch. Beeindruckt bin ich allerdings auch von der gewaltigen Einheit der EU untereinander und der gegenseitigen Hilfe (Macron an Merkel, mit Strom gegen Geld,  Erdogan mit Merkel, Geld gegen Migration, Warenbeschlagnamung wegen Eigenbedarf usw). Eine Informationspolitik von ausschliesslich Spezialisten und dem erwähnten Geschwurbel einer mehrmals abgewählten Führerin zeugen von Panik und Überqualifikation im Nichts können. Gut schlussendlich zu wissen, dass das ganze Drama ein Ende haben muss, weil es auch die Journos, die Diktatur und das Kriegsdepartement mit einbezieht. Es legt mindestens offen, wo das Versagen liegt. Aber, ohne Warenfluss über die Grenzen, ohne Menschen die arbeiten und etwas Produktives leisten, gibt es kein Trittbrettfahren und keine Diäten. Leider werden wohl danach mindestens Teile der Verantwortlichen wieder mit im Boot sein, wie bei der SED. b.schaller

Johannes Rausch / 25.03.2020

Vielen Dank für die Erheiterung. Am interessantesten finde ich eigentlich die Anekdote am Anfang. Es ist schwer den Stolz in Worte zu fassen, der mich erfüllt, wenn sogar ein Land wie Namibia, das von uns ja üblicher Weise nur belächelt wird, verantwortungsvoller und mit mehr Technologie auf die Gefahren einer Pandemie reagiert, als das Industrieland Nummer 1 der Herzen.

Frances Johnson / 25.03.2020

Ja, die Afrikaner werden hierzulande gern für blöd gehalten, nur weil ihre Chancenlosen hier anlanden. Gut formuliert, interessantes Stück, danke. Aufmerksam machen möchte ich auf einen Fall auf den Kapverdischen Inseln, Hotel Riu Karamboa on Boa Vista, Ein britischer Tourist, der dort am 9. März einreiste, wurde nach dem Einchecken krank und ist vor kurzem verstorben, CV-positiv. Ein holländischer Tourist ist in kritischem Zustand. Vermutlich werden die Inseln über Lissabon angeflogen, aber KLM und BA mögen auch Flüge haben, bzw. gehabt haben und hoffentlich wieder haben werden.  Erstens mache ich Sie auf den Fall hier aufmerksam, weil zeitgleich deutsche Touristen dort gewesen sein mögen, zweitens, weil es unverantwortlich ist, im Moment zu reisen. Aus dem Senegal dürften viele Arbeitskräfte auf den Kapverden sein, die übrigens zu Portugal gehören. Der Senegal führt erste gravierendere Probleme an. Ansonsten unterstütze ich Sie, dass man immer alles kritisieren dürfen muss, weil im anderen Falle Intelligenz, die man hier besonders braucht, abgewürgt würde. In der Merkel-Angelegenheit bezüglich besagter Rede habe ich allerdings Herrn Alexander unterstützt, weil Beruhigungspillen auch für einige Gruppen nötig sind, und weil wir politische Verwerfungen in einer an sich instabilen Koalition im Moment weniger brauchen als einen Kropf. Wir brauchen gewiss auch keinen parakommunistischen philosophischen Agitator oder eine Personalie, die Kobolde nicht von Kobalt unterscheiden kann und das RKI möglicherweise mit einer Homöopathin besetzen würde. Anm.: 1. Britische und kapverdische Leser raten vom Krankenhaus dort ab. 2. In der Sache Migration unterstütze ich dagegen nicht Merkel, sondern Italien. Man muss sich seine Probleme nicht potenzieren. 3. Überall in Afrika wird wenig getestet. Achten Sie auf sich. Wenn die Augen jucken, ist es eher Heuschnupfen, der dummerweise auch noch damit zusammenfällt.

Frank Holdergrün / 25.03.2020

Die zittrige Kindergärtner-Stimme von Gabor (Gott ist mein Held) Steingart und der sakrosankte Robin Alexander, wer kann diese beiden Propagandakünstler noch hören? In der Krise zeigen sie ihre devotesten Charaktereigenschaften. Aus solchen Skeptikern sind aktuelle Propaganda-Künstler geschnitzt,. In Krisen fällt ihre Kritik ins Nichts. Nach der kleinen Frau kommt der kleine, lächelnde Mann ans Ruder. Sein Helmut-Schmidt-Faktor liegt bei 0,1. %. Meine Depression wächst.

Heino Ranztau / 25.03.2020

Der Full-Stop der Wirtschaft lässt sich nicht länger als ein paar Wochen durchhalten. Es ist verrückt, 98% zu ruinieren, um 2% retten zu wollen. Trump scheint das erkannt zu haben, er redet bereits vom Wiederanfahren der Wirtschaft. Das ist heute noch wagemutig, aber mit jedem Tag, an dem Menschen Tausende und Unternehmen Millionen verlieren, dürfte die Akzeptanz dieser “Lock-Down-Hysterie” sinken, zumal besagte 98% ja gar nichts spüren außer den materiellen Folgen dieser Politik. Sehr bald werden die Menschen den Kanal voll haben und die Politiker unterstützen, die diesem Schwachsinn ein Ende bereiten. Mit einer Ausnahme: Deutschland. Die deutsche Politik wird sich erst dann wieder ändern, wenn auch die letzte Südseeinsel virenfrei ist. Außerdem leben die linksgrünen Spinner in Deutschland gerade im Paradies. Der Staat bezahlt alles, niemand muss arbeiten, die Industrie wird abgeschafft und der CO2-Ausstoß sinkt. Das werden die Idioten nicht ohne weiteres aufgeben. Der Rest der Welt, angefangen bei den USA und ggf. UK, mit Sicherheit aber auch China, Indien und den Teil der Dritten Welt, der ohne Warenverkehr und Tourismus vor Bürgerkrieg steht, wird versuchen, so schnell wie möglich zur Normalität zurückzukehren.

Heinrich Niklaus / 25.03.2020

Wenn Armin Laschet Bundeskanzler werden soll, geht das nur ohne die Wählerschaft. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man ihn nach dieser Krisen-Performance wählt. Das wissen auch die Abgeordneten, die wiedergewählt werden wollen. Deshalb dürften seine Chancen, Parteivorsitzender zu werden, abgenommen haben. Unabhängig davon graust mich der Gedanke, Grinse-Armin könnte tatsächlich Bundeskanzler werden.

Wolfgang Nirada / 25.03.2020

In diesem tollen Land sollte man über sehr vieles besser nicht allzu intensiv nachdenken weil dann umgehend sämtliche Synapsen anfangen zu schmurgeln. Aus dem Grund nehme ich unter anderem Urlaubsreisen syrischer “Schutzsuchender” in das Land in dem sie bis aufs Messer verfolgt werden und die Drogenverkaufszonen in einem Berliner Park und an jedem deutschen Bahnhof inzwischen mit einem Achselzucken hin. Ob dieser SED-Pummel bei Ansprachen den richtigen Ton trifft kann ich nicht beurteilen weil ich alleine schon diese Visage seit ihrem Auftauchen unerträglich finde - da braucht die noch nicht mal was quaken… Und dieses Laschet wird ganz sicher nicht der nächste Bundeskanzler. Eher die nächste Bundeskanzlerin oder irgendwas diverses dazwischen…

Frank Stricker / 25.03.2020

Lieber Herr Loewenstern , schon allein mit dem Begriff “Restle Rampe” haben Sie mehr Satire bewiesen als alle öffentlich-rechtlichen Haltungs-Dummys zusammen ( Priol, Welke, Nuhr etc..) Alle Daumen hoch !!

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