Mitgefühl ist eine schwierige Angelegenheit. Es wird nicht jedem und jeder gewährt. Wer daran glaubt, dass Israel einen Genozid an den „Palästinensern“ verübt, wird kaum Mitgefühl für die jungen israelischen Menschen empfinden, die bei einem Fest am 7. Oktober 2023 überfallen, vergewaltigt, getötet oder als Geisel genommen worden sind.
Offenbar ist manchmal das Mitgefühl für die Täter stärker als das für ihre Opfer: Nicht nur in einem Fall wurde in Deutschland die Vergewaltigung eines Mädchens auch vom Jugendamt verschwiegen, weil die Täter muslimisch gewesen seien und man sie nicht habe diskriminieren wollen. Also gebührt ihnen das Mitgefühl, nicht den missbrauchten Mädchen?
Ach, ist das schwierig. Schon ist man dankbar für einen Fall, in dem das Mitgefühl – beinahe – ungeteilt ist. Sein Name ist Megaptera novaeangliae, respektive Timmy. Er ist vielleicht 15 Meter lang und wiegt etwa 30 Tonnen. Seine Spezialität: komplexe Gesänge und akrobatische Sprünge. Er hat einen guten Charakter, er schützt schon mal Grauwalkinder vor gefräßigen Orcas. Eigentlich frisst er seinen Krill in allen Meeren, aber in der Nacht zum 23. März strandete einer auf einer Sandbank in Schleswig-Holstein vor dem Timmendorfer Strand, deshalb wird er nun Timmy genannt. Erst nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten, gelang es dem Tier, das flache Wasser zu verlassen. Am Samstag wurde er vor Wismar gesichtet. Doch statt sich Richtung Atlantik aufzumachen, lief Timmy gegen 13 Uhr am Dienstag in der Kirchsee vor Poel erneut auf Grund.
Der Wal „ist rechts abgebogen“, meinte der Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, „und jetzt sitzt er fest“. Kleiner Scherz! Oder soll das uns allen eine Warnung sein? „Ich wünsche dem Wal, dass er zur Ruhe kommt und am Ende sein Zeitliches segnen muss“, fügte Backhaus an. Das Rätseln über Timmy geht weiter. Spinnt der Kerl? Ist er krank? Leidet er unter den Resten der Leine in seinem Magen? Will er sterben? Gut möglich. Und deshalb wurden alle Rettungsversuche jetzt eingestellt. Doch man zeigt sich betroffen. Hat absolute Hochachtung. Respekt. Man rechtfertigt sich. Man verweist auf Ostern.
Nur bei einigen wenigen bröckelt die gemeinsame Anteilnahme. Ja, haben wir denn keine größeren Sorgen? Wenn ein einzelnes leidendes Tier so viel Anteilnahme bekommt, fehlt sie doch gewiss woanders? Ach was. Eine solche Geschichte über das Leiden eines riesigen Säugetiers zwingt niemanden, Partei zu ergreifen, man kann mitfiebern, ohne relativieren zu müssen. Der Wal ist das leidende Opfer, auf das sich alle einigen können. Vielleicht ist es genau das, was man braucht in Zeiten wie diesen: beim Mitgefühl nicht andauernd „Ja, aber“ denken zu müssen.
Beitragsbild: Loren Kerns from Tigard, Oregon, USA - Lady and whale, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

In ZA gab es vor langerem einen grossen stinkenen Wal-BODY am Badestrand im Sommer tja ja was tun ?: Sprengen ? Kettensägen ? Per Boote ablanden ? Aber hey da gibt es auch äh HAIE. Wie wäre es mit Asyl für die hierzulande ?!
Ich bin von Herrn Backhaus positiv überrascht. Er hat etwas getan, was Politiker nur sehr selten tun. Er hat eine richtige aber unpopuläre Entscheidung getroffen. Er hat die Qualrettung des Wales beendet.
„ … beim Mitgefühl nicht andauernd “Ja, aber„ denken zu müssen.“ Ich aber sage ‚Ja, aber…‘ , denn wo sind all die Mitfühlenden und Retter? Warum lassen sie das Tier qualvoll verrecken? Warum wagt es keiner, den Wal zu erlösen? Weil er „Timmy“ heißt und so „menschlich“ auf seine „Retter“ reagierte? Kein Pferd, keinen Hund und keine Katze würde man so lange leiden lassen! Fürchten die einen Aufschrei der Empörung, der sich durch GANZ Deutschland ziehen würde? Ich denke ja, da sich das Mitleid sich einerseits auf den Wal und andererseits auf eine„digitale Vergewaltigung konzentriert, bleibt keines mehr übrig für “durch spitze Gegenstände umgekommene„“ Menschen oder REAL vergewaltigte Frauen!
Hätte man wirklich Mitleid mit dem Wal, da würde man ihn von seinem Leiden erlösen. So muß er jämmerlich verenden! Ist das für die „mitfühlenden“ Beobachter vielleicht der wahre Kick?
Ich denke, ein Großteil der Verantwortlichen hat die wirklich empathischen Gefühle verloren!
„47 Personen-Menschenkette“ und die dahin befohlende „Polizei bewachen den Wähler als Wal (damit Rächte o. Putin den nicht entführt ?) + der (HaHa-sche) “Wolf war NICHT böse„. Für wie blöd haltet IHR mich eigentlich ?! ICH frage EUCH: Wie war das mit der Dauerversprechenden HerbstReformer und der “schneller Rückführung von 80% Sy (von den die Hälfte auch nach bis zu 10 a z.B. immer noch „Bürger“geld „brauchen“?!
In der Ostsee sind früher schon Wale gestrandet. Im 19. Jahrhundert und der Zeit davor haben die Küstenbewohner einen Wal in dieser Lage zunächst einmal als Wirtschaftsgut betrachtet. Hauptsächlich zur Gewinnung von Waltran, denn dafür gab es einen großen Markt, Lampenöl, hochwertige Schmierfette und dergleichen.
Wo war Käp`n AHAP?