Amtsinhaber Emmanuel Macron oder Dauer-Aspirantin Marine Le Pen: Wer wird die Stichwahl in zwei Wochen für sich entscheiden?
Mir scheint, alle anderen interessieren sich mehr dafür als die Franzosen selbst. Gut ein Viertel der Wahlberechtigten hat sich an der Wahl am vergangenen Sonntag gar nicht erst beteiligt. Und während Macron 2017 noch klar gegen Le Pen gewonnen hatte, könnte es diesmal knapp werden.
Nun ist das beinahe schon Tradition, dass ein Amtsinhaber abschmiert. Auch Sarkozy wurde einst gefeiert – endlich mal ein anderer Typus Politiker! – und hatte bald alle Sympathien verspielt. Solche Abstürze in der Gunst der Wähler sind nicht nur auf das französische Temperament zurückzuführen, das Heiß und Kalt dem Wohltemperierten seit jeher vorzuziehen pflegt. Der Temperatursturz liegt auch daran, dass Paris, der Sitz der medialen und politischen Elite, noch weiter von „La France profonde“ entfernt ist als Berlin vom Rest Deutschlands, und dass Macron sich mit seiner Arroganz als würdiger Vertreter der wenig geschätzten Elite erwiesen hat. In Paris hat Macron nach wie vor die meisten Anhänger, während Le Pen hier keinen Blumentopf gewinnt. Ihre Hochburgen liegen nach wie vor im von Arbeitslosigkeit gebeutelten Norden und an der Mittelmeerküste.
Le Pen hat längst gelernt, rhetorisch auf die Bremse zu gehen und sich als volksnahe Katzenzüchterin zu präsentieren, die sich im Unterschied zu Macron, der sich gern mit schrillen Diversitäten umgibt, für die Belange des notleidenden Volks in der Provinz engagiert. Auch dass sie die Frauenkarte spielt, hat ihr womöglich bei der weiblichen Wählerschaft genützt. Doch nicht nur deshalb dürfte das Szenario, das Michel Houellebecq in seinem hellsichtigen Buch „Unterwerfung“ skizziert hat, diesmal so einfach nicht funktionieren: Dass die Furcht vor der rechten (rechtspopulistischen bis rechtsradikalen) Weibsperson Marine Le Pen die Wähler schon in die Arme des bewährten Mannes treiben würde.
Zemmour fasst die heißen Eisen an, an die sich Le Pen nicht mehr traut
Das könnte an einem Maverick namens Eric Zemmour liegen. Ein Intellektueller, ein Fernsehstar, ein Mann mit jüdischem Hintergrund – und einer, der mit einer Radikalität die Sorgen vieler Franzosen vor einem „Grand remplacement“ ausspricht, vor einem Ersatz der autochthonen Bevölkerung durch vor allem muslimische Zuwanderer, an die sich Le Pen längst nicht mehr traut. Auch wenn das aller Wahrscheinlichkeit nach kein geplantes Zusammenspiel ist: so könnte es funktionieren. Zemmour hat für Le Pen den „rechten Rand“ eingesammelt. Er hat bereits dazu aufgerufen, in der Stichwahl am 24. April für Le Pen zu stimmen.
Tja. Und was, wenn sie gewinnt? Zwar wirbt sie nicht mehr offen für den „Frexit“, für den Austritt Frankreichs aus der EU und aus der NATO. Doch mit ihr würde das EU-Regiment eine starke Gegnerin haben. Das Zusammenspiel von Angela Merkel und Macron, durchaus zuungunsten Deutschlands, wäre vorbei. Ebenso Deutschlands Sonderrolle, was Energie- und Migrationspolitik betrifft. Und die Ukraine dürfte auf Frankreichs Unterstützung nicht mehr hoffen.
Ein Sieg Le Pens würde schlechte Zeiten für die derzeitige Bundesregierung bedeuten. Die allerdings erledigt sich womöglich vorher schon ganz ohne Nachhilfe.
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Die Franzosen, die doch mit ihren Streiks und Demonstrationen Macron gezeigt haben, was sie von ihm halten, haben jetzt die einmalige Gelegenheit, diese Marionette der globalistischen Strippenzieher abzuwählen und auf die Müllhalde der Geschichte zu werfen. Sie dürfen sich bis zur Stichwahl nicht von den Sirenenklängen derjenigen, die abendländische Zivilisation zerstören wollen, betören lassen. Es mag zur Zeit auch vieles in dieser Zivilisation nicht mehr zum Besten stehen. Das, was wir jetzt haben, ist aber allemal besser, als das, was uns die sich gottgleich wähnenden Milliardärs-„Eliten“ aufzwingen wollen. Sollten diese den Great Reset wirklich durchbringen, wäre das eine Katastrophe für die Menschheit. Statt Freiheit Sklaventum unter dem Diktat dieser Welterneuerer. Frankreich hat mit seiner Wahl die Möglichkeit ein Zeichen zu setzen und diesen Weg zu blockieren. Das sollte genutzt werden. Dass sowas geht, haben uns die Ungarn gezeigt. Die Deutschen waren zu dämlich dazu.
@ L. Bauer – …„ dringend paar auf die zwölf!“ Orban kann ein wenig Unterstützung gebrauchen. Mögen die Franzosen das Zwangsregime vom Macrönchen nicht vergessen haben, auch nicht das Verprügeln der Gelbwesten bei ihren Demos, bevor sie mittels „Corona“ ins heimische Wohnzimmer gesperrt wurden.
Die kleine Fußnote, daß Macron seine Politmaßnahmen vom (vonderLeyen schon genutzten) Beratungsunternhmen McKinsey hat ausarbeiten lassen, dafür rund 1 Milliarde Euronen zahlte, dies für das Unernehmen offenbar steuerfrei, wird hierzulande leider nirgendwo im Zusammenhang mit der Wahl groß erwähnt, so wenig wie Cum-Ex und Wirecard im Wahlkrampf letztes Jahr hierzulande Erwähnung fanden. Hätte ja den Olaf-Zug vor den Prellbock fahren lassen.
Die Frage muss anders gestellt werden: Wenn die deutschen Grünen in Frankreich einmarschieren, um die Welt vor dem Atomstrom zu retten und dort gleichzeitig nach Lademöglichkeiten für ihre Akkupacks suchen, um Selfies zu machen und hochzuladen… Wer wäre dann der oder die pädagogisch geeignetere Kindergärtner oder Kindergärtnerin? Emmanuel Macron oder Marie Le Pen?
Das sieht nach einer klaren Sache für Macron aus. Die Melenchon-Wähler werden nun ihm ihre Stimme geben.
Keine Ahnung, ob Le Pen tatsächlich besser ist als Macron. Aber er ist so eine Katastrophe, gebt ihr doch einfach mal eine Chance. Und wenn es nicht klappt, wird sie eben wieder abgewählt
Dominion wird eingestellt, die Briefwahl wird forciert und dann werden die Ergebnisse als demokratische Wahlen zelebriert. Selbst wenn es wie in Berlin etwas ruckelt, wird die Agenda weitergefahren oder wie in Thüringen rückgängig gemacht. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, wie vor knapp 50 Jahren betriebliche Gewerkschaftswahlen zweimal wiederholt wurden, bis das Ergebnis im Sinne der Betriebsleitung stimmte. Nichts Neues unter der Sonne, so etwas reißt einen alten Ossi nicht vom Hocker. Was mich echt ärgert, ist, das ich manchen Wessi-Mauldemokraten am Anfang noch zugehört hatte. Le Pen wird nicht gewinnen!