Cora Stephan / 09.12.2021 / 12:00 / Foto: William Tung / 35 / Seite ausdrucken

Die Stimme der Provinz: Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung

Was spricht eigentlich gegen das, was in der Frauenbewegung einst „geschlechtsspezifische Arbeitsteilung“ genannt wurde? Ich für meinen Teil bin froh darüber, wenn andere das Holz hacken. Am besten ein Mann.

Besonders froh bin ich, dass meine Nachbarin Rosi alle paar Wochen ihr großartiges Sauerteigbrot backt und nicht ihr Mann, der Rudi, der heizt das Backhaus an und fährt die fertigen Brote mit dem Bulldog heim. Arbeitsteilung ist was Feines!

Dass Frauen dies oder jenes auch können, wenn sie denn wollen – geschenkt. Weniger schön ist es, wenn sie müssen. Meine Mutter war zwar stolz darauf, dass sie das Holzhacken schließlich gelernt hat, aber weniger froh darüber, dass der Mann im Krieg war und man daheim im Reich hungerte und fror. Ob es ihr besser ergangen wäre, wenn sie auch an die Front hätte müssen? So von wegen Schluss mit der geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung? Als Akt der Emanzipation?

Doch Frau sei Dank gibt es demnächst keine Front mehr! Kristina Lunz, Aktivistin, hat für den einst renommierten Econ Verlag ein Buch geschrieben, in dem sie klar macht, dass es Frieden nur mit Frauen gibt. Weg mit dem Machtgebaren „alter, weißer, westlicher Männer“ samt ihren militärischen Muskelspielen! Die Frage, was denn wohl mit den Muskelspielen junger nichtwestlicher Männer ist, verbietet sich natürlich. Das könnte missverstanden werden. Ebenso der Einwand, dass es keinen Frieden gibt, wenn der Nachbar ihn partout nicht will.

Zynisch – oder nichts als die Wahrheit?

Doch sind wir nicht längst auf bestem Weg zum ewigen feministischen Frieden? Eine Männerdomäne nach der nächsten geht über in die Hände „starker Frauen“. Das Verteidigungsministerium wird nun schon zum dritten Mal von einer Person weiblichen Geschlechts befehligt. Und mal ehrlich: Wer, wie einst Ursula von der Leyen, der ersten in der Riege, den schwangerengerechten Schützenpanzer einführen will, zwecks Gleichstellung und Geschlechtergerechtigkeit, der denkt nicht ernsthaft daran, die Bundeswehr in einen militärischen Einsatz zu schicken. Die Jungs (kaum Mädels) haben ja auch in Afghanistan nur Brunnen gebohrt und Mädchen zur Schule begleitet. So wurde dem pazifistischen deutschen Volk der Einsatz jedenfalls verkauft. 59 tote Soldaten danken, von den verletzten und traumatisierten ganz zu schweigen.

Natürlich sollen Frauen Waffen tragen, wenn sie wollen. Weit mächtiger aber ist jene Jahrtausende alte Arbeitsteilung, demnach Männer sich stellvertretend prügeln, damit das gesellschaftliche Gefüge zuhause intakt bleibt und die weit wertvolleren Frauen, da sie ja Kinder gebären können, verschont bleiben. Schlimm genug, dass diese Arbeitsteilung spätestens seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr gilt. Es war noch nie ein Fortschritt, wenn in einer kriegerischen Auseinandersetzung die Grenzen zwischen Kombattanten und Zivilbevölkerung aufgehoben sind, im Gegenteil: Das ist totaler Krieg.

Nun, man mag die deutsche Bundeswehr für verzichtbar halten, verteidigungsfähig ist sie schon lange nicht mehr. Insofern erübrigt sich die Frage, warum es als Akt der Emanzipation gilt, wenn Frauen Soldaten werden. Der israelische Militärhistoriker Martin Creveld hält davon sowieso nichts. Man möge doch den Männern das Kriegshandwerk überlassen, sie hätten ja ohnehin nicht viel anderes mehr. Ist das zynisch – oder nichts als die Wahrheit?

Sie können halt alles, die starken Weiber!

Mal schauen also, wie die neue Verteidigungsministerin Christine Lambrecht „Verteidigung“ interpretiert, nachdem wir ja unter Merkel gelernt haben, dass man nationale Grenzen (und nationalstaatliche Souveränität) nicht schützen kann.

Und die innere Sicherheit? Nun, auch für die Polizei wird eine „starke Frau“ künftig im Innenministerium zuständig sein. Sie können halt alles, die starken Weiber! Und die hessische Sozialdemokratin Nancy Faeser tritt ihren Job gleich besonders kraftvoll an: „Der Rechtsextremismus ist die größte Bedrohung für unsere Demokratie und ich will als Innenministerin diese Gefahr mit aller Entschlossenheit bekämpfen.“ Ganz was Neues, millionenschwer unterstützt schon seit Jahren, nur noch nicht von Nancy Faeser. Ihr Beitrag für eine „offenere und tolerantere Gesellschaft“ „fängt bei Gleichstellung an und hört bei Migration auf.“

Wer sich fragt, wieso hier kein Wort über importierten Antisemitismus und eingewanderte Gewalttäter fällt, sollte die Antwort kennen: Das würde ja nur den Rechtextremisten in die Hände spielen. Und die nehmen täglich zu, seit alle darunter fallen, die irgendwie widerspenstig sind.

Weshalb auch in der Polizei gründlich aufgeräumt werden muss. Das kennt Frau Faeser aus Hessen, wo aus fadenscheinigen Gründen das unter anderem für Terrorabwehr zuständige SEK abgewickelt wurde. Nun: das war halt ein besonders starkes Signal in Richtung Gleichstellung und Migration!

Ja, starke Frauen braucht das Land und nicht so larmoyante Luschen wie Vizekanzler Robert Habeck, der sich über die Bürde des künftigen Amtes beklagt, weil ihm die Milch fürs Müsli ausgegangen ist und die Ehefrau nicht aushelfen will.

Nun, hier in der Provinz schießen auch die Frauen: auf Wildschweine und Rehe. Ansonsten bin ich froh, dass „starke Frauen“ bei uns wissen, was sie an starken Männern haben.

 

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Foto: William Tung CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

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Volker Kleinophorst / 09.12.2021

@ S. Drewes Natürlich kenne ich die unschlagbaren Fähigkeiten, wenn ich meinen “Charme” spielen lasse, nenne ich es Geschäftsgrundlage, von Frauen. Bin ihnen öfters erlegen. “Wenn “Mann” keinerlei Stärken nennen kann, die “Frau” auszeichnen, dann ist das eine große Schwäche.” Aus welchem Bauernkalender haben Sie das denn? Und siehe oben. Ansonsten ist das mit den Stärken sehr individuell, aber auch als Vorgesetzter erlebte ich Frau gerne als Maulheld, große Klappe, auf die Barrikaden, kaum kommt der Oberboss: Das Schweigen. Wenn du dann noch “ihre” Forderungen vorbringst, läufst du ins offene Messer. Natürlich gibt es auch unter Männern jede Menge geborene Untertanen aka Schleimer. Doch eben nicht nur: Eine abwehrbereite Gesellschaft lebt von der Kameradschaft von Zusammenhalt, wie es ihn unter Frauen einfach nicht gibt. Die haben andere Prioritäten nicht zuletzt wegen der Kinder. Außerdem haben Frauen in der Regel ein anders Stresslevel im Konflikt. Wenn es kracht, werden viele hysterisch, stehen im Weg rum oder rennen instinktsicher in die falsche Richtung. Wir haben mittlerweile die dritte Verteidigungsministerin. Das ist nicht charmant, sondern grotesk, weil es sich ja durch alle sicherheitsrelevanten Ebenen zieht auch bei der Polizei. Ich habe überhaupt nicht gegen Frauen, nur sehe ich nicht wie man per Selbstakklamation zum Universalgenie geworden ist. Und in politischen Praxis: Das Grauen, das Grauen. Ob jetzt mit Brando oder ohne. PS.: Habe noch nie von einem Mann gehört, dass er seine Partnerin liebt, weil sie so klug ist. Was mehrere mögliche Interpretationen gestattet. Als Kavalier: Suchen Sie sich die aus, die Sie glücklich macht.

Stanley Milgram / 09.12.2021

Vorgestern sah ich eine Soldatin am REWE, kaum 40 KG schwer, gut unter einssechszig klein. Das man auch Uniformen für Kinder hat bei der Buntenwehr wunderte mich erst. Dann sah ich den Vorteil: Kleineres Ziel für die Gegner. Gestern eine Polizistin, auch kaum 3 Käse hoch, dazu Zopf, der sich im Nahkampf mit Clans sicher nicht bewähren wird. Da lässt man halt den Kollegen liegen, rennt besser erstmal weg und hofft auf die mithilfe von Passanten. Logik?

Adam von Schluchz / 09.12.2021

Frauen in die Bundeswehr, warum nicht.,Dann aber auch im V-Fall an die Front. In der Roten Armee gab es etliche Frauen als Scharfschützen. Wenn der Leopard 2 A7 erst einmal mit Sitzen für Schwangere ausgerüstet ist, können die Kampferprobten Flintenweiber die NATO gegen die Russen verteidigen. Da die gerade dabei sind sich über die BW Kaputt zu Lachen, wird ein Sieg unvermeidbar sein.

Sabine Drewes / 09.12.2021

@V. Kleinophorst. Ihr Charme ist einfach unwiderstehlich. Nebenbei: wenn “man” keinerlei Stärken nennen kann, die “frau” auszeichnen, dann ist das eine große Schwäche. Kleiner Tip: Ein bisschen Nachilfe gibt @Werner Geiselhart

Hans Meier / 09.12.2021

Es amüsiert mich, wenn sich Männer darauf konzentrieren, sich einen imponierenden Bart wachsen zu lassen, um damit fehlende Intelligenz oder Kompetenz zu überspielen. Das fiel mir schon als Dorfkind auf, aber womit übertrumpfen Frauen die bärtigen selbstgefälligen Schrate, die auf den Bühnen der Eitelkeit, politischen Blödsinn plappern? Etwa mit ihren Fähigkeiten jeder nüchternen Logik die Grundlagen zu entziehen und nachhaltig wegzudiskutieren? Wahrscheinlicher sind es eher Befürchtungen, dass in der Vergangenheit politische Umstürze, etwas mit Militär und Diensten zu tun hatten und weniger mit weiblichen Stärken.

Ralf.Michael / 09.12.2021

Frau Stephan, wenn denn die “Starken Frauen” auch noch wenigstens ein bisschen Was in der Birne hätten, wäre das ja noch versuchsweise akzeptabel, aber so ? Schreckschrauben…ääh Schreckschraub_*binnen ? Meiner Meinung nach ” JA “. Da befürworte ich dann doch lieber die Meinung, dass soche Tussen an den Herd gehören, undort gehören Sie auch hin, nicht in die Politik ! ” Neue Frauen braucht das Land ” auf jede Wand zu sprühen reicht da leider nicht ! Ich kenne andere, richtig starke Frauen aus eigener Erfahrung, bin schliesslich mit Einer verheiratet ;o))

Gus Schiller / 09.12.2021

““Wer sich fragt, wieso hier kein Wort über importierten Antisemitismus und eingewanderte Gewalttäter fällt,”” Das könnte Teile der ‘noch deutschen’ Bevölkerung verunsichern. (sinngemäß Lothar Demaiziere.)

Jutta Schäfer / 09.12.2021

Der Rückweg aus der geistigen Sackgasse des Feminismus ist versperrt. Hier liegt eine ähnliche Problematik wie bei den Geimpften vor.  Man geht weiter tapfer und immer schneller in die falsche Richtung, weil man sich den Irrtum einfach nicht eingestehen kann oder will.  Der staatliche Bildungsbereich z.B. ist in der Krise seit er auf allen Ebenen sehr stark feminisiert ist. Was Frauen bei der Bundeswehr zu suchen haben, das mögen die Koryphäen dieser neuen “Bundesregierung” wissen. Mir erschließt es sich nicht. Aber unser Land wird ohnehin bald in einem Zustand sein, der eine Verteidigung nicht mehr lohnt. Dann ist es auch egal.

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