Joachim Nikolaus Steinhöfel / 12.02.2018 / 10:34 / 15 / Seite ausdrucken

Comical Ali im Kanzleramt

Um eine zutreffende Analyse des Charakters und der Glaubwürdigkeit eines der mächtigsten Politiker der Republik (so Robin Alexander in „Die Getriebenen“ über Peter Altmaier) zu erstellen, genügt es manchmal, ihn einfach nur zu zitieren. Und das, was er wirklich gesagt hat, gegenüber den Lesern wirken zu lassen. In den „tagesthemen“ vom 08.02.2017 (hier den Ausschnitt anschauen) begeht Peter Altmaier für seine Kanzlerin einen beispiellosen Akt der Aufgabe letzter Reste menschlicher Aufrichtigkeit:

“Ich bin mir sicher, dass wir auf dem kommenden CDU-Parteitag eine breite Mehrheit für diese Koalition bekommen werden, weil die große Mehrheit in der Partei weiß: Die Bevölkerung wünscht sich Angela Merkel weiterhin als Bundeskanzlerin”.

Niemand versteht Servilität, Selbstentleibung und dreiste Lüge so perfekt zu kombinieren, wie Merkels zukünftiger Wirtschaftsminister. Das erinnert irgendwie an "Comical Ali", den letzten Pressechef von Saddam Hussein. Selbst als während eines Interviews im Freien im Hintergrund schon amerikanische Panzer zu sehen waren, sagte Sahhaf: "There are no American infidels in Baghdad. Never! We are winning this war, and we will win the war. This is for sure."

Jetzt können wir Altmaier endlich auch in seiner historischen Relevanz richtig einorden.

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Leserpost

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R.Schulze / 12.02.2018

Vielen Dank für diesen Vergleich. In dem Zusammenhang sollte auch der ehemalige US-Außenminister Colin Powell nicht unerwähnt bleiben, der mit seinem Lügenauftritt vor dem Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen am 05.02.2003 und dem anschliessenden völkerrechtswidrigen Krieg gegen den Irak für Hunderttausende von Toten mitverantwortlich ist (und so nebenbei “Comical Ali” erst ermöglicht hat).

Mike Loewe / 12.02.2018

Diese Servilität setzt sich in die Presse hinein fort, wenn z.B. Welt-Online den durch Fakten völlig ungedeckten letzten Satz des Altmeier-Zitates wie kürzlich geschehen als groß aufgemachte Überschrift in Anführungszeichen präsentiert. Meine Diagnose: dieses Land ist schwer traumatisiert und hat seine Selbstsicherheit eingebüßt. Von Zuverlässigkeit und nüchterner Analytik keine Spur mehr.

Maya Rosenberg / 12.02.2018

Bisher habe ich Altmaier immer verteidigt, wenn er, in meinem Bekanntenkreis, wegen seiner Leibesfülle verspottet wurde. Wer über einem ganzen Land so skrupellos sein Füllhorn der Lügen auskippt hat aber nichts anderes verdient als dass man in Zukunft bei seinem Anblick oder auch nur bei der Erwähnung seines Namens sofort in schallendes Gelächter ausbricht.

Heinrich Niklaus / 12.02.2018

Ein außerordentlich treffender Vergleich! Dieser Politiker hinterlässt eine üble Schleimspur. Er ist ein abschreckendes Beispiel für die Schmeichler und Leisetreter, mit denen sich Frau Merkel umgibt.

Thorsten Helbing / 12.02.2018

Und wie lange es diesen “Comical Ali” anschliessend noch gab wissen die etwas Älteren unter Uns. Geschichte wiederholt sich doch?

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