Hamas’ Position nach der Machtübernahme von 2007 war: Die Grenzen sollen offen sein, wir behalten uns aber vor, weiter gegen den jüdischen Staat zu kämpfen. Will heißen: Gaza und Hamas sollen in den Genuss freien Waren und vielleicht auch Personenverkehrs kommen, und die Israelis müssen eben hinnehmen, wenn das gleichzeitig bedeutet, dass Hamas Selbstmordattentäter nach Israel schickt und israelische Grenzpolizisten der Gefahr ausgesetzt sind, von den Militanten angegriffen zu werden. Eine offensichtlich absurde Position. Zumal die Hamas selbst in Zeiten gelockerten Grenzregimes Raketen auf Israel abschießen ließ.
Nach ihrem Wahlsieg war die Hamas von der internationalen Gemeinschaft vor eine klare Wahl gestellt worden: Wenn sie als Partner in einem Friedensprozess anerkannt werden will und die Wohltaten einstreichen möchte, die damit einhergehen, dann muss sie ihrer Vernichtungsideologie abschwören und den Minimalkonsens der Osloer Verträge anerkennen, die ja Grundlage für die Existenz einer Autonomiebehörde sind. Das hat die Hamas abgelehnt, um ideologisch „rein“ zu bleiben. Man kann aber nicht beides haben: den Kuchen essen und ihn behalten. Es ist also die Schuld der Hamas, wenn die Grenzen geschlossen bleiben – übrigens auch nach Ägypten, weil die Hamas es ablehnt, dass der Grenzübergang von der Fatah und einer EU-Beobachtertruppe kontrolliert wird.
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