Tatsache ist: Die Wahrnehmung des Konfliktes in Israel und im Westen klafft inzwischen bedrohlich weit auseinander. Während man sich im Westen gerne einredet, der Friede liege direkt um die Ecke, sehen die Realitäten vor Ort ganz anders aus. Die Verhandlungen zwischen der Regierung von Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas seit dem Annapolis-Gipfel von Ende 2007 haben zwar zu einer Annäherung geführt. Der Veranstaltung haftete jedoch von Anfang an etwas Unwirkliches an. Nachdem die jegliche Friedenslösung ablehnende Hamas in einem blutigen Bürgerkrieg 2007 die Macht im Gazastreifen übernommen hatte und Abbas’ Amtszeit inzwischen auch abgelaufen ist, war weder klar, wen der Palästinenserpräsident überhaupt repräsentiert, noch, wie er in der Lage sein sollte, getroffene Friedensvereinbarungen intern durchzusetzen. http://www.welt.de/welt_print/article3445866/Auszeit-in-Nahost.html