Letzte Woche hatten die deutschen Sozialdemokraten endlich wieder einen Grund zum Feiern. In der aktuellen Umfrage eines Meinungsforschungsinstituts landete die SPD mit 17,4% auf Platz 2, ganz knapp vor den Grünen, die mit 17,3% Platz 3 belegten.
Obwohl eine Differenz von 0,1 Prozentpunkten keine Schlüsse zulässt, wollten die üblichen Kaffeesatzleser einen Trend erkennen: Mit der SPD gehe es wieder bergauf, während der Höhenflug der Grünen vorbei sein dürfte.
Das mag stimmen oder auch nicht. Eine Überraschung ist es in jedem Fall, dass die grüne Partei in der Gunst der Wähler Kopf an Kopf mit der SPD rangiert. Dafür eine vernünftige Erklärung zu finden, ist keine leichte Aufgabe, eine Herausforderung sogar für Parapsychologen, die sich mit Phänomenen beschäftigen, „die das normale Erkenntnisvermögen überschreiten“ – wie z.B. ein Leben nach dem Tode.
Hinzu kommt, dass sich die führenden Kader der Grünen alle Mühe geben, ihre Inkompetenz zu beweisen. So hat die relativ neue Vorsitzende der Partei, Annalena Baerbock, vor kurzem behauptet, das Speicherproblem für Strom aus erneuerbaren Energiequellen sei gelöst. „Das Netz fungiert als Speicher. Und das ist alles ausgerechnet.“ Derweil ihr Kollege Robert Habeck sich nachhaltig mit Bemerkungen über Bayern und Thüringen blamierte, wo die Grünen die Demokratie wiederherstellen wollten.
Soeben hat Claudia Roth, das Urgestein der Grünen, ordentlich nachgelegt. In einem Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ forderte sie, der Bundestag müsse „paritätisch“ besetzt sein, mit ebenso vielen Frauen wie Männern. Sollten die Parteien ihrer Empfehlung nicht „freiwillig“ folgen, werde „eine gesetzliche Regelung“ eingreifen, „um die Repräsentanz und Qualität von Politik insgesamt zu steigern“.
Claudia Roth selbst hat es, obwohl von Geburt an eine Frau, weit gebracht. 1987 trat sie den Grünen bei, von 1989 bis 1998 vertrat sie ihre Partei im Europa-Parlament, dann wechselte sie von Brüssel nach Berlin. Dreizehn Jahre lang stand sie an der Spitze der Öko-Partei, 2013 wurde sie zur Vizepräsidentin des Bundestages gewählt. Ihre Präsenz in der Politik ist erstaunlich. Der Qualität ihrer Politik tut das nicht gut.
Zuerst erschienen in der Zürcher Weltwoche

Bemerkenswert, dass eine Vizepräsidentin des Bundestages dessen Zusammensetzung steuern möchte. Wählerverachtung in Reinform.
Die Grünen könnten, durch eine paritätische Besetzung ihrer Partei im Bundestag, ihre politische Qualität durchaus noch etwas steigern. Sie müßten nur den Frauenanteil in ihrer Partei reduzieren. Denn mit aktuell 58 Prozent Frauenanteil, entspricht diese Partei keineswegs den Forderungen von Frau Roth für eine optimale politische Qualität. Ebenso sind die Linken, mit 54 Prozent Frauenanteil, über der Paritätsgrenze. Die SPD ist, mit 43 Prozent Frauen, schon nahe an der Quote. Die Parteien rechts von der SPD verderben die schöne Quote allerdings mit 23 % (FDP), 20% (Union) und 11% (AfD) Frauenanteil. Das sind jene Lümmel, die von Frau Roth - unter Androhung der Macht des Gesetztes - gescholten werden, weil sie die qualitative Optimierung des Bundestags bremsen.
Wo bleibt der Gender Protest. Die 0.1 % möchten schliesslich auch präsent sein.
Kann man Grün sein, ohne Roth zu werden?
Wie sagte doch eine Frau über ihre Geschlechtsgenossinnen? "Früher mussten Frauen ihre Vagina benutzen, um Karriere zu machen, heute soll es reichen, eine zu haben." Man könnte ergänzen: Früher musste man fachkompetent sein, um Karriere zu machen, heute soll es reichen, eine Vagina (pardon "Vorderloch", wir wollen doch politisch korrekt sein) zu besitzen. Wozu das führt, kann man bei den Grünen und anderen linksverwirrten Gruppierungen bestens beobachten. Feminismus als Kompetenzersatz?
Claudia Roth ist der beste Beweis, dass man mit null Ahnung weit kommen kann.
Was macht eigentlich der Verfassungsschutz? Wird die Dame jetzt unter Beobachtung gestellt? Immerhin hat sie sich mit ihren Äußerungen öffentlich gegen das Grundgesetz gestellt. Wenn man die Verlautbarung hinsichtlich der Beobachtung der AfD zum Maßstab nimmt, wäre das nur folgerichtig.