Brenton Tarrants Attentat in Neuseeland sei, so ist seinem "Manifest" zu entnehmen, für die Versklavung von Millionen Europäern durch Muslime über Jahrhunderte hinweg. Doch was zeigt uns das letzte halbe Jahrtausend? Ungeachtet permanenter Kriege, Epidemien und Abwanderungen legt Europa zwischen 1490 und 1915 von 50 auf 500 Millionen Menschen zu. Durch Verteufelung und tödliche Bestrafung der Geburtenkontrolle wächst unten immer zahlreicher nach, was oben zuschanden geht. Wie ein nie endender Mongolensturm unterwirft sich das Abendland neun Zehntel der Erde, bringt Sklaven auf alle Kontinente und erreicht 27 Prozent der Weltbevölkerung.
Dass es heute nur noch ein Drittel davon erreicht, liegt nur indirekt an Muslimen. Sie legen zwischen 1900 und 2018 um den Faktor 12 von 150 Millionen auf 1,8 Milliarden Menschen zu und erreichen damit entschieden wuchtige 23 Prozent der Weltbevölkerung. Wie die seinerzeit demografisch überbordenden Europäer vor allem andere Europäer fürchten und allein zwischen 1914 und 1945 rund 70 Millionen ihresgleichen durch Kriege, Gulags und Völkermorde eliminieren, sind muslimische Gewalttote nach 1945 aufgrund noch heftigerer Geburtenraten ebenfalls zumeist Opfer von Glaubensgenossen. Das gilt für 80 bis 90 Prozent der rund zwölf Millionen Hinweggerafften.
Maximale Aufregung erregen dabei die seit 1948 unternommenen Feldzüge zur Ausrottung der Juden Israels. Dabei verlieren muslimische Staaten gut 65.000 Mann. Es geht mithin um ein halbes Prozent beziehungsweise fünf von tausend der Gesamtopferzahl. Die dabei getöteten Israelis tragen ihnen im Westen allerdings nicht sonderlich viel Rachsucht ein, sondern im Gegenteil so viel Zustimmung, dass es mittlerweile für antisemitische Flügel in der britischen Labour-Partei und bei den US-Demokraten reicht. Dabei kostet allein der algerische Bürgerkrieg von Strenggläubigen gegen Moderate (1991-2002) dreimal und das syrische Dauergemetzel seit 2011 sogar siebenmal so viele Tote.
Mord und Totschlag im Namen Allahs wird sinken
Tarrant will mit seinem Massenmord überdies beweisen, dass „niemand unsere Länder erobert, so lange ein weißer Mann lebt.“ Es hat aber wiederum nichts mit dem Islam zu tun, dass der Kriegsindex der „weißen“ Länder nicht mehr – wie von 1500 und 1900 – zwischen 3 und 5 liegt, so dass Kampfverluste spielend ausgeglichen werden. Hinter 1.000 Älteren von 55-59 Jahren drängeln sich dabei 3.000 bis 5.000 Jünglinge von 15-19 Jahren, die den Lebenskampf aufnehmen müssen. Heute steht der europäische Index zwischen 0,6 und 1. Jeder Gefallene löscht eine Familienlinie aus, weil er einziger Sohn oder gar einziges Kind seiner Mutter ist. Dass der Attentäter Anders Breivik von 2011, in dessen Gefolgschaft Tarrant sich stellt, zwischendurch keine vergleichbaren Nachahmer findet, erweist sich als immerhin eine segensreiche Folge der europäischen Schrumpfvergreisung mit lediglich noch 1,5 Kindern pro Frauenleben.
Bis 2035 sinken auch die meisten Islamstaaten unter einen Kriegsindex von zwei. Mord und Totschlag im Namen des Höchsten wird entsprechend zurückgehen. Deshalb bleibt es unwahrscheinlich, dass innermuslimische Megatötungen die europäischen Dimensionen aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts erreichen oder gar übertreffen.
Nichts kann der Islam dafür, dass der Weltbevölkerungsanteil Großbritanniens und seiner Siedlerkolonien (AUS, CDN, NZ) von 3,4 Prozent 1919 (57 Millionen) auf 1,7 Prozent 2019 (134 Millionen) abrutscht. Ebenso wenig liegt es an irgendeiner Religion, dass Deutschland demografisch noch gebeugter dasteht. 2019 hat es nicht mehr Menschen als die 61 Millionen von 1919. Dafür steigt das Durchschnittsalter von 28 auf 47 Jahre. Statt 35 sind nur noch 7 von tausend Weltenbürgern Altdeutsche. Nur unter Mithilfe von über 20 Millionen Migranten kann die 80 Millionen-Schwelle gehalten werden.
Tarrant wagte sich nicht an muslimische Gangs
Kein wie auch immer blutrünstiges oder ruhmvoll historisch ausgemaltes Vorbild kann an der demografischen Wehrlosigkeit des Westens etwas ändern. Weil neunzig Prozent seiner Bürger nur durch Siege im Wettbewerb auf Arbeitsmärkten an Positionen gelangen und dabei durch Freiheit von Familienlasten gegen Konkurrenten Vorteile gewinnen, bleiben die Geburtenraten unten.
Tarrants demografische Ignoranz gemahnt an den Tiefsinn europäischer Politiker. Die müssen sich heute für ein paar hundert Soldaten zum Mali- oder Nigereinsatz gegenseitig anbetteln, schicken morgen aber tränennahe Dankgebete an die Europäische Union, weil die allein sie davon abhalten könne, wieder mit millionenstarken Armeen übereinander herzufallen. Solche Truppen gibt es nie wieder – weder für eine neue europäische Weltrolle noch für White Supremacists à la Breivik oder Tarrant.
Amerika als Herzland dieser Spezies hat heute einen Kriegsindex von 1. Die hitzköpfigen Gestalten einer Boston Tea Party von 1773, als die Frauen acht Kinder hatten (Kriegsindex um 5), stehen schlichtweg nicht zur Verfügung. Es mag noch für lautstarke Hetze und gelegentlich auch blutigen Terror reichen, aber niemals für einen Bürgerkrieg à la 1861-1865. Die „alten weißen Männer“ über 50 Jahren stellen gerade noch drei Prozent der Weltbevölkerung. Es ist nicht ihre Macht, sondern deren Verlust, die sich in den endlosen Traktaten über ihre vermeintliche Schrecklichkeit spiegelt.
Immerhin ist Tarrant weitsichtig genug, dort zuzuschlagen, wo die Polizei nicht triggerhappy ist und Prozesse ohne Todesstrafe ausgehen. Dabei ist es ihm nicht zuletzt um Satisfaktion für die 1.400 „weißen“ Mädchen gegangen, die seit 1980 im englischen Rotherham von überwiegend pakistanischen Gangs missbraucht wurden. Wohlweislich exekutiert er seine „Rache“ aber nicht in einem muslimischen Klub am Tatort. Nach dem ersten Schuss hätte man ihn dort zerrissen, wenn er überhaupt hineingelangt wäre.
Neuseeland und Australien – als Heimat des Mörders – gehören zu den Nationen, die sich mit geschützten Grenzen in Horte der Zivilisation gewandelt haben. Wer sie behüten will, wird sich ihrer „Rettung“ durch Killer noch ungleich entschlossener widersetzen als Politikern, die ihre Länder durch Zerstörung der Grenzen unrettbar machen. Die sind zwar verantwortlich für eine Destabilisierung ihrer Gemeinwesen, aber die – im Netz anschwellende – Gleichsetzung der fahrlässigen Ermöglichung islamistischer Bluttaten mit den Genozideuren von Utøya und Christchurch bleibt ein ruchloses Unterfangen.
Gunnar Heinsohn (*1943) lehrt seit 2010 Kriegsdemographie am NATO Defense College in Rom.

Ich stimme mit Ihnen überein,das wir nicht übereinstimmen. Es scheint, Sie können nicht vorher sehen,wie dieses Land in 20 Jahren aussehen wird oder Sie scheinen nichts dagegen zu haben. Da stehen Sie aber auf der anderen Seite
"Bis 2035 sinken auch die meisten Islamstaaten unter einen Kriegsindex von zwei". Bis 2035 wird Afrika durchislamisiert sein. Bei einer Bevölkerungszahl von wohl 1,5 Mrd. Wie hoch ist dann der Kriegsindex?
Wie immer kann und will man Professor Heihnsohn nicht widersprechen wenn es um Geschichte, Krieg und in diesem Zusammehnahng um den Kriegsindex geht. Unbestechlich in der Analyse. Sicher ist richtig, daß sich der Westen mit seiner niedrigen Geburtenrate das größten Problem - die Demografiekrise - selber eingebrockt hat. Unbestritten ist aber auch, daß die Zuwanderung nach Europa durch die hohen Geburtenraten und die daraus entstehenden Konflikte in Asien und Afrika befeuert wird. Das dieser Zuwanderungsdruck ab 2035 abnehmen könnte kann die heute lebende Generation und die ihrer Kinder beruhigen, muss sie aber nicht. Beunruhigen tut mich persönlich vor allem was mit der bestehenden moslemischen Zuwanderung soziologisch auf uns zu kommt. Professor Tilman Nagel, em. Hochschulwissenschaftler und ausgewiesener Experte zum Thema Islam trägt in seinem Vortrag -Das Christentum im Urteil des Islam- (Seite 4) - im Bezug auf Sure 9 Vers 29 vor: " ........, bis sie als Minderrangige, ein jeder aus seiner Hand die Kopfsteuer errichten!" ......."Minderrangig gehört zu einer arabischen Wortwurzel, die heute auch den Begriff der Minderjähriggkeit bezeichnen: Christen sind wie Minderjährige, die nicht über einen ausgereiften Verstand verfügen, denn sonst wären sie ja Muslime geworden" Zitat Ende. Der tiefere Grund liegt hier im moslemischen Missverständniss das Christen an "drei" Götter Glauben. Dieses Elitäre - wir sind etwas besonderes - wir haben Gottes/Alahs Wort verstanden, daß sich auch im Habitus einiger Gläubiger darstellt, mach mir vornehm ausgedrückt etwas Sorgen. Ansonsten, volle Zustimmung!
Sehr geehrter Herr Heinsohn, D hat in 2019 über 81 Mio. Bürger im Vergleich zu den 61 Mio. 1919!
Da bin ich etwas irritiert. Jeder Krieg ist grob gesagt ein Kampf um die Ressourcen. Wir brauchen nicht zu insinuieren, wie hoch der jeweilige Kriegsindex ist, solange der Westen seine Ressourcen allen Zugezogenen auch so und ohne jede Einschränkung zur Verfügung stellt. Darum geht es. Und es ist schade, dass ein ehrenswerter Wissenschaftler versucht, die alten Vorlagen in der aktuellen Situation anzuwenden. Diese berücksichtigen die Sachlage viel zu eindimensional.
Wer den Film ansieht kann erkennen, dass der Attentäter eine höchstwertige Ausbildung, sowie reichlich Berufserfahrung im Tötungshandwerk mitbringt. Der zieht das eiskalt, völlig unaufgeregt, als säße er am heimischen Rechner bei einem Ballerspiel, durch. Er schießt auch nicht wie wild um sich, nahezu jeder Schuss trifft. Wohlan...
Es ist weniger die Hoffnung, "dass innermuslimische Megatötungen die europäischen Dimensionen aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts erreichen oder gar übertreffen", als die, dass bei innermuslimischen Konflikten mein Heimatland nicht als Schlachtfeld herhalten muß.