Achgut.tv / 02.05.2019 / 06:29 / 38 / Seite ausdrucken

Chaim Noll spricht über die Geschichte seiner Ausladung

Denunzieren statt diskutieren: Der deutsch-israelische Schriftsteller und Achse-Autor Chaim Noll wurde von der Friedrich-Ebert-Stiftung überraschend ausgeladen und eine geplante Lesung mit ihm in Leipzig abgesagt. Der Grund: Seine Kritik an der deutschen Außenpolitik gegenüber Israel und dem Iran (mehr dazu hier). Offenbar hat man die Diskussion mit ihm gescheut und ihm stattdessen vorgeworfen, dass er seine Argumente auf Achgut.com publiziert. Wir sprachen mit Chaim Noll in Leipzig.

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Frank Letzner / 02.05.2019

Sehr verehrter Herr Noll, eine Frau hat Ihnen in einem Gespräch diesen heutigen “Gesinnungs- und Haltungsstaat” bereits 1990 vorausgesagt: Bärbel Bohley.    ( siehe Ihr Artikel bei Achgut vom 03.03.2019).  Zitat: „Alle diese Untersuchungen“, sagte sie, „die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen.“ Als wir verblüfft schwiegen, fuhr sie fort: „Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen. Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.“” Die Partei der Stasi, DIE LINKE, hat das Rezept verfeinert und SPD und GRÜNE haben es gründlich studiert und es sich zu Eigen gemacht. Die Genossen Gabriel, Schulz, Nahles, Kühnert und die GRÜNLINGE Fischer, Trittin, Roth, Künast, Özdemir und jetzt das “Dreamteam” Habeck und sein Schnatterinchen, Sie sind die wahren Gesichter und Steigbügelhalter der neuen BRD-Stasi. Aber noch haben sie ihr Werk nicht vollenden können. Es ist jetzt an der Zeit, dass der Teil der 87% , der bisher glaubte, “es wird wohl nicht so schlimm werden”, bei den kommenden Wahlen diese rot lackierten Faschisten mit allen demokratischen Mitteln bekämpft. Noch habe ich den Glauben, dass wir die Rot-Rot-GRÜNE Diktatur verhindern können. Dank auch Ihrer kritischen Artikel, verehrter Herr Noll. Machen Sie bitte weiter.

Thomas Bonin / 02.05.2019

Chaim Noll hatte die Chuzpe begangen, auszusprechen, was der Zentralrat der Juden in DE zwar schon immer (außer ihrer Alterspräsidentin) ahnte, geschweige wusste, aber noch nie öffentlich-rechtlich (seit Beginn der Merkel-Zeitrechnung) nachzufragen wagte. Diese Leisetreterei ist der eigentliche Skandal und ein weiterer Beleg dafür, dass Juden hierzulande - wenn sie sich nicht der Etikette bei Hofe unterwerfen wollen - nichts verloren haben.

Markus Weber / 02.05.2019

Bin immer noch auf der Suche nach einem Medium, dessen Autoren die Ausladung eines Chaim Noll mit exakt derselben - berechtigten - Empörung kommentieren wie die eines Moshe Zuckermann in Frankfurt und ähnliche. Wer hier ungleich wertet, dem geht es um etwas anderes als die Meinungs- und Pressefreiheit. Na, wie steht’s?

Hans-Peter Dollhopf / 02.05.2019

Herr Prantl, mit Ihren beiden whataboutistischen Kommentaren hier schlagen Sie tatsächlich vor, dass Achgut gefälligst mal den Ball flach halten soll. Warum auch sollte Achgut den Fall der FES Leipzig “skandalisieren”, durch den doch eh nur ein Achgut-Autor mundtot gemacht wurde? Sie fänden es tatsächlich richtig, wenn stattdessen über vollkommen andere scheiß linke Zeckenbefunde berichtet würde. Ich denke Folgendes. Da der Achse-Autor Noll von der FES exemplarisch aus dem öffentlichen Raum verdrängt wurde, da diese Plattform hier einer bubsenden kleinen roten Null auf dem Außenministersessel nicht gefällt, hat irgend ein anderer Achse-Autor in Zukunft auch nichts mehr zu melden, egal, ob er oder sie Ansichten über linken Gesinnungsterror an der Uni oder linken Straßenterror zum 1. Mai äußern wird, oder aber “nur” zum aktuellen Stand des offiziellen deutsch-israelschen Verhältnisses!

Andreas Rochow / 02.05.2019

Genosse Dr. Eisel ist nicht zu beneiden und nicht zu entschuldigen. Er hat sich ohne Not dafür entschieden, den Diskurs durch Einengung und Verbot auf den “schwarzen Markt” des Sinns und der Meinungen zu drängen. So etwas passiert in autoritären Systemen, wie es die französische Philosophin Chantal Delsol in ihrem 2003 erschienenen Buch “Fallen Icarus” beschreibt. Die unterdrückte Idee und die Wahrheit werden andere, immer stärkere Wege gehen müssen, um Gehör zu finden. Und Dr. Eisel kann entweder die Seite wechseln oder drastischere Mittel der Meinungsunterdrückung wählen, wie es die von ihm präferierten Diktatur fordert. Ich bin gespannt, wie lange die Friedrich-Ebert-Stiftung diese alt-linke Kleingeisterei noch vorantreibt.

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