Friedrich Merz hat einen Satz vom Stapel gelassen, der für ein kleines Erdbeben in der Parteispitze der CDU gesorgt hat. Und nein, hier soll es nicht um den Asylparagraphen 16a im deutschen Grundgesetz gehen, sondern um das Achselzucken, mit dem die CDU, nach Merz‘ Worten, "den Aufstieg der AfD hingenommen" habe.
Seine Rivalin im Kampf um den Parteivorsitz, Annegret Kramp-Karrenbauer, hat dem heftig widersprochen und versucht, die Parteibasis nun gegen Merz in Stellung zu bringen. Es sei, so AKK, "ein Schlag ins Gesicht für alle in der CDU, die vor Ort und in den Parlamenten seit Jahren gegen ständige Falschinformationen, gegen gezielte Vergiftungen des politischen Klimas, gegen Anfeindungen sowie gegen – in Teilen offene – Hetze durch die AfD kämpfen und Tag für Tag in der CDU Haltung zeigen."
Zu den schon lange bekannten, aber in den Medien nur selten thematisierten Begleiterscheinungen derjenigen CDU-Strategie unter Angela Merkel, die inzwischen als "asymmetrische Wählermobilisierung" berühmt und berüchtigt geworden ist, gehörte das Heranrücken an sogenannte "urbane" Wählerschichten. Das Herz dieser urbanen Wählerschichten sind die umweltbewegten Vielflieger, also diejenigen Hochgebildeten, die persönlich in der Freizeit gerne Jack-Wolfskin-Kleidung tragen, gesellschaftlich aber den Markenfetischismus als Ausdruck eines aus der Kontrolle geratenen Kapitalismus geißeln. Ihr gesellschaftlicher Traum ist, dass Ferienreisen im Flugzeug verboten würden, während ihr eigenes Meilenkonto bei der Lufthansa in schwindelerregende Höhen steigt. Das war ja schon immer der smarte Kniff, mit dem die Grünen ihre Wähler bei der Stange hielten: das schlechte Umweltmütchen durch ein Kreuz bei den Grünen auf dem Wahlzettel zu kühlen und fröhlich jeden Quatsch zu fordern, wissend, dass er nur für andere gelten soll.
Wiederauferstehung einer Pfaffen- und Priesterkaste
Diese urbanen Wählerschichten, die nichts von dem ausbaden müssen, was sie an politischen Katechismus in die Welt posaunen, sind die Wiederauferstehung einer Pfaffen- und Priesterkaste im Gewand der Umwelt- und Humanitätsreligion. Unter diesem Gesichtspunkt waren Atomausstieg und Grenzöffnung grandiose Schachzüge, um diese Wähler der CDU zuzuführen. Der Kampf, der im Moment in der CDU tobt, lässt sich herunterbrechen auf die schlichte Frage: Kann die CDU fortan auf diese Klientel verzichten, nachdem Merkel & Co. sie jahrelang herangezüchtet hat?
Das große Transformationsprojekt, das Angela Merkel ihrer Partei verschrieb, bedeutete in der Folge natürlich, dass diejenigen, für die dann exorbitante Benzinkosten, Dieselfahrverbote und schwindelerregend steigende Mieten ihre volle Wirkung entfalten, in der CDU heimatlos wurden. Die Diktion von Franz Josef Strauß, dass es rechts der CDU keine demokratisch legitimierte Partei geben dürfe, wurde ja bisher so interpretiert, dass die Union eben auch diese hässlichen rechten Wähler an sich binden müsse. Erst Angela Merkel interpretierte es ästhetisch schöner: Wir als CDU verzichten auf diesen hässlichen rechten Wähler, lassen eine neue rechte Partei zu, sprechen ihr in der Folge aber einfach die demokratische Legitimation ab. Und siehe: Die CDU wurde für diese urbanen Wählerschichten auf einmal vom hässlichen Entlein zum schönen Schwan. Angela Merkel ist und bleibt eben eine in Dialektik geschulte Politikerin.
Angela Merkels Lieblingsdemoskop Matthias Jung von der Forschungsgruppe Wahlen präsentierte bereits im Frühjahr 2016 im Konrad-Adenauer-Haus einen Bericht mit dem Titel „Die AfD als Chance für die Union". Darin schreibt er:
„Die CDU/CSU ist durch die bloße Existenz der AfD vom latenten Vorwurf befreit, rechts zu sein, was anders als in den meisten europäischen Ländern in Deutschland einen stigmatisierenden Charakter hat.“ Durch diese Wiederauferstehung der Union als schöner Schwan ohne störendes Stigma, könne sie nicht nur in linken Wählerkreisen wildern, es würden damit endlich auch Koalitionen mit den Grünen möglich. Und so kommt er zu dem Schluss: „Aus diesen Gründen kann sich das Erscheinen der AfD im politischen System mehr als Segen denn als Fluch für die Union erweisen.“
Der Feind musste ins Innere transformiert werden
Das von Merz nun benannte "Schulterzucken" war vielmehr ein strategischer Superschachzug, um die Union als ewig stärkste Kraft der "demokratischen Mitte" zu etablieren und Koalitionen mit allen Parteien zu ermöglichen. Und mit allen Parteien bedeutet eben auch: Es werden Koalitionen nicht nur mit FDP, SPD und Grünen, sondern auch mit der Linkspartei möglich, wie sie vor kurzem der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther, CDU, forderte und seine Parteikollegin Monika Grütters inzwischen in Berlin tatkräftig vorbereitet.
Die Spaltung des Landes, die inzwischen so lautstark bejammert und der AfD in die Schuhe geschoben wird, wurde also nicht nur achselzuckend hingenommen, sie wurde mit Frohlocken politisch geplant.
In der Politik geht es um Machterhalt, und der immer noch erfolgreichste Mechanismus zum Machterhalt baut den Feind, gegen den zu kämpfen und sich zu behaupten ist, erst auf, um ihn dann heldenhaft zu besiegen. Nun will das moralisch geläuterte, grenzenlose und pazifistische Deutschland in einer Welt leben, in der es keine äußeren Feinde mehr geben soll, und so musste der Feind ins Innere transformiert werden.
Diese Weigerung, einen äußeren Feind wahrnehmen zu wollen, ist auch die tiefere Schicht hinter der Ablehnung allen Nationalismus. Der Nationalismus funktioniert in letzter Konsequenz nur, indem eine äußere Feindbedrohung wachgehalten wird. Nationalismus und Bellizismus sind eng miteinander verwandt. Nur sollte man nicht meinen, dass die Transformation des Feindes ins Innere auch nur einen Deut friedlicher abläuft.
So pazifistisch sich die Gutmeinenden geben, in letzter Konsequenz wollen sie nicht den Krieg, sondern den Bürgerkrieg gegen diesen inneren Feind. Und die Vorboten zum Bürgerkrieg haben ja schon ihre Schatten geworfen. Das gehört auch zum Vermächtnis Angela Merkels.

Ich glaube, es geht gar nicht so sehr um die CDU/CSU als alternativlose Partei in der Mitte und die AFD als potentielles Feindbild. Das ist, wenn es denn so sein sollte, nur ein Schachzug im gesamten Spiel. Es geht in Gänze um die Übernahme des politischen Parteiensystems durch klerikale Kräfte. Was ist z.B. der Emissionshandel anderes als der Ablasshandel des Mittelalters? Man hat allerdings den abrahamitischen Gott durch Mutter Erde ersetzt, da dies, zumindest meinte man das, kein globales Konfliktpotential hervorruft und alle anderen Religionen und Weltanschauungen problemlos unter einen Schirm bringen kann. Außerdem ist es nahezu 100% kompatibel mit dem berüchtigten deutschen Umweltfetisch. Dass die Amtskirchen im Westen der Welt schwächeln, immer mehr Mitglieder und damit an Macht verlieren, ist seit Jahren bekannt. Wie kann man dem entgegenwirken? Indem man mit der Zeit geht und sich modernisiert. Allzu konservative Vertreter in den eigenen Reihen sind deshalb den Amtskirchen wohl auch eher hinderlich, was eventuell sogar Benedikt XVI 2013 den Job gekostet haben könnte, um den Weg für einen Jesuiten frei zu machen, der sich besser ins strategische Gesamtkonzept einfügt. Merkel und Göring-Eckardts Auftritte beim evangelischen Kirchentag 2011 gehen mir seit Jahren nicht mehr aus dem Kopf. Dort wurde zum ersten mal ganz öffentlich die "Neue Weltordnung" verkündet, nachdem Merkel uns bereits 2005 das Recht auf Demokratie abgesprochen hatte. Deutschland als Testgelände für die Neue Weltordnung. Eine christlich-sozialistsch-grüne Neue Weltordnung.
Hattse nu' zujelassen oder hattse nich'? Wir faffen das. Die Pfaffen? -Töchter?
Nun, unser urbaner, gutverdienender Heuchelakademiker kann auch nur ein Kreuzchen auf seinem Wahlzettel hinterlassen. (regulär!) Grüne und Schwarze kämpfen um die gleiche Klientel. Die Grünen hat dieses Dilemma in Hessen bereits dazu bewogen, mit Schätzungen und Wahlbetrug, diese Wählerschaft ultimativ zu sich herüberzuziehen, während der konservative EX-CDUler zur AFD abwandert, und damit sein Wahlzettel in grünen Hochburgen öfter mal den Weg nicht in die Wahlurne findet. Angela Merkel braucht nicht alle Linken in der CDU. Wichtig ist unserer ehemaligen Propagandasekretärin ausschließlich die Unterstützung der linken Medienwelt. Es gab jahrelang keine Opposition. Ein Traumzustand für Äenschi! Das Gros der heutigen AFD-Wähler spürte das unselige Treiben einer SED-ähnlichen Altparteienlandschaft und kreierte eine echte Opposition. Natürlich avancierte diese neue Partei zum Erzfeind der neuen West-SED mit Honecka Merkel an der Spitze. Das Nazi -Feindbild zur medialen Desavouierungskampagne was born! Die Zukunft wird zeigen, wieviel demokratisches Grundverständnis natürlich in einer Bevölkerung angelegt ist, die durchaus willens ist, trotz medialer linker Dauerbeschallung, für ihre Entscheidungsfreiheit zu kämpfen. Die Achse ist ein Teil davon. Weiter so!!
Stimmt alles. Aber scheinbar waren die Schmerzen durch Mandats- und Geldverluste dann doch zu schmerzhaft, um wegen einer Person (Kapitän Merkel) das ganze Schiff CDU sehenden Auges auf einer Sandbank auflaufen zu lassen. Mit der Lebenskraft der unteren Funktionärsschicht hatte sie falsch kalkuliert, siehe die verlorenen Machtkämpfe Lammert-Schavan oder Brinkhaus-Kauder. Der Demokratie tut der von der AfD zugeführte Schmerz an der CDU gut! Merkel musste letztlich gehen, da sie als Exkommunistin nie recht verstand, dass nicht sie, sondern wir Bürger der Souverän dieses Landes sind.
Apropos Bürgerkrieg, Herr Vahlefeld, da gibt es doch die attraktive, schnell sprechende Frau Ulricke Guerot, Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung an der Donau- UNI Krems. Das ist die Dame, die mit einigen wenigen Anderen am 10.11.18, die "Europäische Republik" ausgerufen hat. Sie schreibt in Ihren Buch "Der neue Bürgerkrieg", dass mit Gründung einer solchen "Europäischen Republik" dem neuen Bürgerkrieg die Grundlage, nämlich der Nationalismus entzogen wird und weg ist er. Und da nach Meinung der Ausrufer die Europäische Republik nur die Vorstufe einer späteren Weltregierung sein soll, verschwindet, folgt man ihrer Logik, wie von Zauberhand dann wohl auch jede Art von Krieg. Und ich bin der Weihnachtsmann, denn ich habe einen weißen Bart.
Frau Merkel ist offensichtlich im DDR-Sozialismus sozialisiert worden vermutlich parallel mit urchristlicher Prägung (christlicher Urkommunismus) durch ihren Vater, dem roten Kasner. Sie hat anschaulich erfahren, wie nationale Einheitsfront geht. Offensichtlich hat sie in sehr intelligenter Weise eine Einheitsfront der Altparteien geschaffen, indem sie ihre Themen abspenstig gemacht hat. Nach ihrem Fehlgriff des Hereinlassens ALLER OHNE OBERGRENZE 2015 setzte sie sich auf die linksgrüne Welle des Mainstreams, um an der Macht zu bleiben. Wenn sie die Grenzen geschlossen hätte, wäre sie von diesem irren Mainstream entmachtet worden. Jetzt regiert sie quasi mit dem Neuen Testament. Damit konnten nicht einmal die frühen Päpste regieren, sonst wären sie untergegangen. Sie haben ihren Verstand eingesetzt, sind sogar mit Rüstung und Schwert in den Krieg gezogen. Anderenfalls wäre das Bollwerk Wien schon in historischen Zeiten gefallen. Wir aber spielen jetzt den muslimischen Führern und Machthabern direkt in die Hände. Sie haben alle Zeit der Welt, sie ändern Deutschland und Europa neben der direkten aggressiven Einwanderung auf demographische Weise. Wenn sich die Muslime in unserem Land weiter ausbreiten, wird alles in relativ kurzer Zeit unumkehrbar kippen. Sarrazin hat uns eindringlich auf wissenschaftliche Weise davor gewarnt. Es ist längst nicht ausgemacht, dass diese Muslime Atheisten oder Christen werden, denn der Islam ist die intoleranteste Religion, die es gibt. In einer Religion ohne Papst und mit nicht veränderbarem Koran, werden sich IMMER die Radikalsten durchsetzen mit Druck, Gewalt, Mord und Bomben (siehe u.a. die Drangsalierung der Kopten in Ägypten). Ich befürchte, dass es in Deutschland wie schon 1918 zu wenige Demokraten gibt. Es genügt nicht mehr, nur zur Wahl zu gehen und schlecht informiert sein Kreuzchen zu machen. Angesichts der offensichtlich von Merkel gebildeten neuen "Nationalen Front" sind Demonstrationen erforderlich.
"Angela Merkel ist und bleibt eben eine in Dialektik geschulte Politikerin." Dialektik hin oder her, überkurz oder lang wird sie/uns die Realität einholen. Die CDU stärkt nicht nur die AfD. Sie päppelt einen konservativen Konkurenten auf, dem Sie in einigen Jahren nicht mehr gewachsen sein wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass Merkels Strategie auf lange Sicht der CDU erheblich schaden wird, vielleicht sogar existenziell.