Carola Rackete: Chaos, Klima, Katastrophen

Carola Rackete, einschlägig bekannte Sea-Watch-Kapitänin, hat ein Buch veröffentlicht. Mithilfe ihrer Co-Autorin beziehungsweise Ghost-Writerin Anne Weiss schildert sie darin die Geschehnisse um ihren Entschluss des vergangenen Junis, sich über das Verbot der italienischen Behörden hinwegzusetzen und mit 40 lybischen Migranten in den Hafen von Lampedusa einzulaufen.

Unter dem Titel „Handeln statt Hoffen. Aufruf an die letzte Generation“ liefert sie außerdem einen Kampfplan für eine „bessere Welt“. Den Lesern wird nicht zu viel versprochen: Die Streitschrift hält, was das Cover verspricht. Nämlich eine gleichermaßen dogmatische wie atemlose Weltuntergangs-Lektüre, die zudem eines offenlegt: Rackete gehört zu jenen, die – getrieben von Idealismus und Selbstgerechtigkeit – versuchen, „die Welt zu verbessern“. Und dabei Gefahr laufen, auf Kosten Schwächerer Selbstverwirklichung zu betreiben. „Menschen helfen“ wird zum Hobby persifliert. Statt aus aufrichtiger Anteilnahme, handelt Rackete im Sinne ihrer politischen Agenda. Vor allem offenbart sie ein sehr eindimensionales Denken, das wenig Zwischentöne zulässt und daher anfällig ist für eine Absolutheit, die die Wirklichkeit verkennt. Und das ist im komplexen Themenfeld der Mittelmeer-Migration buchstäblich tödlich.

Bereits das Vorwort liest sich so bedingungslos wie der Rest des Buches: Geschrieben wurde es von Hindou Oumarou Ibrahim, einer 35-jährigen Umweltaktivistin und Bürgerrechtlerin aus dem Tschad, einem der ärmsten Länder der Erde. Eindringlich beschreibt die Nomadentochter aus dem Volk der Mbororo die Tragik der Bewohner der Sahelzone: Die Männer zwischen 15 und 55 Jahren machen sich auf nach Norden, nach Europa. Sie suchen nach Arbeit. Warum?

„Wir alle wissen von den Folgen des Klimawandels (…) Unsere Bäume brennen. Unsere Wasservorkommen versiegen. Unsere fruchtbaren Äcker verwandeln sich in Wüste.“ Die furchtbaren Verbrechen der Terrororganisation Boko Haram sowie „grausige Massaker von Hirten an Bauern und Bauern an Hirten in Mali und Burkina Faso“ beschreibt Ibrahim ebenfalls als Folge eines Temperaturanstiegs, denn: „Der Klimawandel ist ein Virus, das der düstersten Seite der Menschheit den Boden bereitet.“ Ob sie das aufrichtig meint?

Die andere Seite der Medaille

Ibrahim ist Koordinatorin der „Association of Indigenous Peul Women and Peoples of Chad“ (AFPAT), die sich für die Belange der Mädchen und Frauen im Tschad einsetzt. Sie scheint mir interessant genug, um ihr in diesem Text ein paar Absätze zu widmen. In ihrem deutschen Wikipedia-Eintrag kann man lesen: „Sie hatte die Chance eines Schulbesuchs, weil ihre Eltern sich in der Hauptstadt N’Djamena niederließen; dass ihre Mutter ihr den Schulbesuch ermöglichte, hatte für die Mutter die Ablehnung von der Familie ihres Vaters und ihrer eigenen Familie zur Folge.“ Die Quelle hierfür ist ein Interview, das das National Geographic 2017 mit Ibrahim führte (die sie vorher zu einer von 14 „National Geographic Emerging Explorers for 2017“ gekührt hatte).

In besagtem Interview wird sie außerdem wie folgt zitiert: „Ich bekam die Chance zur Schule zu gehen, doch andere Mädchen haben keine andere Wahl, als zu heiraten. Daher bestand mein erstes Projekt darin, Mädchen zu schützen und Berufsfelder für sie zu schaffen.“ Des Weiteren beschreibt sie, dass es für sie als Frau nicht leicht war, mit ihren Anliegen zum Umweltschutz bei den stets männlichen Anführern ihrer Gemeinde Gehör zu finden: „Alle Häuptlinge sind Männer und als Frau kann man nicht einfach mit den Männern sprechen, denn der Mann trifft immer die Entscheidung.“

Diese Seite der Medaille verschweigt sie im Vorwort für Rackete und schreibt lediglich: „Der Klimawandel ist selbstverständlich nicht die einzige Ursache für Armut. Doch er ist eine immer weiter schwächende Krankheit, die die Jugend Afrikas um ihre Zukunft bringt.“ Ist nicht auch die mangelnde Bildung, die schlechte Stellung der Frau und die daraus resultierende hohe Geburtenrate ein mindestens ebenso bedeutender Armutsfaktor (siehe etwa die Texte des ehemaligen Diplomaten, Afrika-Experten und Achgut.com-Autors Volker Seitz)? Der tendenziös wirkende Fokus Ibrahims stimmt misstrauisch.

Im Grunde nichtssagende Allgemeinplätze

Die Aktivistin entwickelte außerdem gemeinsam mit der UNESCO und dem IPACC 3-D-Darstellungen, die die ökonomischen Belange der von ihrem Volk bewohnten Sahel-Region abbilden sollen. Ich konnte außerhalb ihres karitativen Engagements nichts Näheres über ihre berufliche Qualifikation herausfinden. Ihre Expertise besteht wohl darin, dass sie als Teil der indigenen Nomaden des Tschad im Einklang mit der Natur lebe und daher einen besonderen Blick für „Klimaveränderungen“ habe.

In dieser Eigenschaft sprach sie anlässlich der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens am 22. April 2016 im UN-Hauptquartier in New York. Sie wurde als „Repräsentantin der Zivilgesellschaft“ von einem speziellen Komitee aus über 200 Bewerbern dazu ausgewählt. Ist es abwegig, davon auszugehen, dass sie sich aus diesem Grund vermutlich sehr bereitwillig und unkritisch den Plänen der UN – und in diesem Zusammenhang dem „Klimaschutz“-Framing – zur Verfügung stellt?

Dies legt zumindest ihre besagte Rede nahe, die sich stark an nichtssagenden Allgemeinplätzen orientiert und eine in Stein gemeißelte Rhetorik an den Tag legt, die Greta Thunberg Ehre machen würde. Hier ein Auszug:

„In meiner Gemeinschaft haben tausende Frauen und Kinder noch nie Strom benutzt. Ich habe auch gesehen, welchen Schaden fossile Energieträger, vor allem Kohle, in den Industriestaaten angerichtet haben. Für uns bedeutet wahre Klimagerechtigkeit erneuerbare Energien für alle. Exzellenzen, wenn Sie die Finanzierung für die Anpassung nicht erhöhen, gibt es bald niemand mehr, der sich anpassen kann.“

Schmetterlinge, Wanderwege, Waldkiefersetzlinge

Carola Racketes Text setzt fort, was das Vorwort bereits vorwegnahm: Die Welt der großen Hilfsorganisationen ist ein weites Feld, in dem es nicht zwangsläufig um die Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen, sondern oftmals um finanzielle Selbsterhaltung und persönliche Selbstdarstellung geht. Rackete beginnt ihren Bericht mit den Geschehnissen um ihren Einsatz auf der Sea-Watch 3 Ende Juni 2019. Vor 16 Tagen hat sie mit ihrer Crew „53 Menschen aus einem nicht hochseetauglichen Schlauchboot geborgen, knapp 50 Seemeilen vor der libyschen Küste (…)“

Die studierte Umweltwissenschaftlerin arbeitete eigentlich gerade „als Trainee in einem Naturschutzprogramm in Schottland.“ Sie sammelte Daten über Schmetterlinge, setzte Wanderwege instand, topfte Waldkiefersetzlinge um: „Schön war es dort.“ Doch dann kam der Ruf zur Lebensrettung, denn sie stand auf einer „Kontaktliste für Notfälle“. Sie ist jahrelang zur See gefahren, vor allem „als Nautiker auf großen Forschungsschiffen in den Polargebieten und auch mit Greenpeace.“ Bereits 2016 ist sie als Kapitänin auf der Sea-Watch 2 eingesetzt worden.

Besondere Leidenschaft für die Schifffahrt hegt sie nicht, wie sie betont, Umweltschutz sei schließlich wichtiger. Aber: Niemand sonst hätte einspringen können, also sah sich Rackete in der „Verantwortung zu handeln“. So nahm sie also besagte 53 afrikanische Migranten vor der libyschen Küste an Bord – und wundert sich nun in ihrem Buch, dass im Anschluss nicht alles so lief wie sie sich das vorgestellt hatte.

Bereit, aufs Ganze zu gehen?

Denn die italienischen Behörden verweigern das Anlegen im Hafen der Insel Lampedusa. Nach über zwei Wochen Warten hat die Stimmung auf der Sea-Watch 3 den ultimativen Tiefpunkt erreicht. 13 Migranten wurden als „medizinische Notfälle und besonders verletzliche Personen“ von der Küstenwache geborgen, der Rest bleibt zusammengepfercht an Bord. Es gibt lediglich drei Toiletten, das Trinkwasser kann nur sehr langsam aus Meerwasser aufbereitet werden und die aufgenommenen Menschen schlafen unter Zeltplanen auf dem nackten Boden der unteren Decks mit jeweils nur einer Decke. „Bequem ist das nicht“, stellt Rackete lakonisch fest.

Eine der geretteten Migrantinnen äußert, dass sie so verzweifelt sei, dass sie überlege, sich das Leben zu nehmen. Rackete erwartet eine Lösung von Italien und ist empört darüber, dass sich das Land nicht erpressen lässt. Sie befürchtet, dass Menschen aus Verzweiflung nachts über Bord springen könnten. „Damit sind zwei der roten Linien überschritten, die wir zu Beginn unserer Fahrt gezogen haben. Die eine ist Suizidgefahr, die andere der Verlust der Kontrolle über das, was an Deck geschieht.“ Wurde die Aktion also doch nicht ganz so idealistisch und blauäugig gestartet, wie Rackete es in ihrem Text zunächst vermittelt? War man von vornherein bereit, aufs Ganze zu gehen?

Sie beruft ein Crewmeeting ein und teilt ihrer Besatzung mit, dass sie beschlossen habe, in den Hafen einzufahren, „keine Entscheidung, die ich spontan treffe (…) Ich tue, was getan werden muss, weil andere nichts tun wollen. Ich höre auf zu hoffen. Es ist Zeit zu handeln“, lässt sie die Leser wissen. Nun folgt, was mit großer medialer Anteilnahme geschah: Sie fuhr nach Mitternacht in den Hafen von Lampedusa ein. Noch an Bord wurde sie von Zollbeamten festgenommen.

Die wohl undistanzierteste Buchbesprechung

So weit, so dramatisch. Im Folgenden breitet sie aus, was die reichen Länder nun zu tun haben, um die angespannte Lage auf dem Mittelmeer zu beheben. Ihre ausführlichen Betrachtungen lassen sich wie folgt herunterbrechen: Der globale Norden trägt die Schuld am Elend des globalen Südens, da die Industrienationen seit der Kolonialzeit den Süden systematisch ausbeuten. Aufgrund der Klimaerwärmung werden unzählige Menschen in Zukunft auf der Flucht sein. Demzufolge müssen die reichen Länder ab nun verzichten, vor allem ihren „Energiehunger“ in den Griff bekommen. Und bereitwillig Migranten aus den armen Regionen der Erde aufnehmen.

Dies mag für einige holzschnittartig klingen, mit diesen Ansichten liegt Rackete jedoch im Trend: Der WDR etwa übernahm in einem Video zur Bucherscheinung ihre Betrachtungsweise und zollte ihr unverhohlenen Respekt: „Neu ist das alles nicht. Doch Rackete sagt es besonders vehement und mit absoluter Glaubwürdigkeit.“ Die wohl undistanzierteste Buchbesprechung des Jahres.

Racketes gesamtes Werk ist in eindimensionalem Aktivisten-Sprech geschrieben. Dies ist einerseits ein stilistisches Ärgernis, da es somit wenig inspirierend ist, ihr Buch zu lesen. Andererseits legen solche ohne Wenn und Aber formulierten Texte immer die Vermutung eines Manipulationsversuches der Leser nahe. Effekthascherei durch Understatement. Hier eine Kostprobe:

„Solange dieses Wirtschaftssystem weiter so massive soziale Ungleichheit erzeugt und die Natur in fast allen Gegenden der Erde ausgebeutet wird, werden Menschen ihr Leben Booten anvertrauen, in die sich garantiert niemand freiwillig hineinwagen würde. Und darum ist es keine ‚Flüchtlingskrise‘. Es ist eine Krise der globalen Gerechtigkeit. Und in dieser Krise stehen unsere europäischen Werte auf der Kippe.

(…)

Wir sind vielleicht die letzte Generation, die das noch verhindern kann. Wir müssen den Überkonsum von Ressourcen beenden und der globalen Ungerechtigkeit und dem Verfall der Menschenrechte etwas entgegensetzen. Wir können damit nicht länger warten, nicht darauf, dass die Staaten sich selbst verpflichten, nicht auf die nächste Klimakonferenz, bei der wieder nur geredet und nicht entschieden wird.“

„Ein Schock“

Allein die Formulierung „Retten von Menschenleben“ wird im Text derart überstrapaziert, dass man sich mit jedem weiteren Stolpern über diese Wendung fragt, inwiefern sich Carola Rackete tatsächlich vorrangig dieser Aufgabe verpflichtet fühlt. Denn das, was sie empört, ist nicht die menschliche Not, auch wenn sie es immer wieder vorgibt. Es ärgert sie, wenn ihr Weltbild nicht unterstützt wird. Daher zeigt sie auch kaum echte Anteilnahme für die Migranten, sondern vor allem Wut auf Salvinis Italien. Die Geretteten an Bord waren für sie lediglich Objekte, die ihr bei der Umsetzung ihrer eigenen Agenda dienlich waren. Sie half nicht aus dem Herzen, sondern aus Kalkül.

Wenigstens gewann ich beim Lesen diesen Eindruck. Ich fragte mich ununterbrochen, was für ein Mensch Carola Rackete eigentlich ist. Im zweiten Kapitel beschreibt sie ihren Werdegang: Bürgerliche Kindheit in einem kleinen Dorf in der Nähe vom niedersächsischen Celle. Vater Elektroingenieur (unter anderem bei der Bundeswehr und in der Rüstungsindustrie tätig), Mutter Buchhalterin. Sie liebte die Natur und außerdem Computerspiele: „In den drei Jahren bis zum Abitur bestand mein Tag aus Schule, World of Warcraft und Schlafen.“

Nach der Schule studierte sie Nautik, heuerte währenddessen auf einem Containerschiff durch den Suez-Kanal, als Tourguide auf einer Fähre durch Patagonien und anschließend auf verschiedenen Forschungsschiffen an. Nach ihrem Bachelor fuhr sie mit dem deutschen Forschungsschiff „Polarstern“ zum Nordpol.

Dort folgte dann die Ernüchterung: Die Forscher zeigten sich bestürzt über den Eisschwund. Sie fanden weniger mehrjähriges Eis vor, als sie erwartet hatten. „Ein Schock“, so Rackete. Nach fünf Expeditionen ins Eis konstatiert sie rückblickend:

„Busfahrer für die Wissenschaft“

„Denn die Zeit lief uns davon. Die Ergebnisse der Forschung schienen nicht wirklich zur Veränderung beizutragen. Alle diskutierten, wägten ab, schrieben wissenschaftliche Studien und Berichte für die Politik. Aber die Verantwortlichen unternahmen nichts mit den Ergebnissen, es gab keine Veränderung in der Klimapolitik, um das Schmelzen der Pole zu verhindern. Die Forschung kam mir zusehends sinnlos vor, es reichte mir nicht mehr, als eine Art Busfahrer für die Wissenschaft zu arbeiten. Ich hatte das Gefühl, dass ich meine Energie nicht an der richtigen Stelle einsetzte.“

So wurde sie politische Aktivistin. Zunächst ging sie auf ein Schiff von Greenpeace und begann anschließend für Sea-Watch zu arbeiten. Nebenbei absolvierte sie einen „Naturschutz“-Master. In jedem Fall kultivierte sie jene Unbedingtheit, mit der sie die Polar-Forschung als lahmarschig abstempelt und die Fluchtbewegungen nach Europa goutiert: Sie verschwendet im gesamten Buch keinen einzigen Gedanken an die Frage, was aus den Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten in Europa eigentlich werden soll. Wie die Integration von Migrationsströmen aus Ländern mit schlechten Bildungssystemen in den hart umkämpften Arbeitsmarkt der Industriestaaten gelingen soll. Wie Menschen aus Kulturen, die von Gewalt, einem archaischen Frauenbild und Rückschrittlichkeit geprägt sind, den Weg in die Moderne finden können.

In der zweiten, etwas wirren Hälfte des Buches dreht Carola Rackete dann weltanschaulich richtig auf: Da es sein könnte, dass die Erde sich bis Ende des Jahrhunderts um vier bis sechs Grad erwärmt, „können wir nicht warten, bis wir alles wissen, was es zu wissen gibt.“ Wir müssten nach dem „Vorsorgeprinzip“ handeln. Angeblich gäbe es mittlerweile weltweit fünf Millionen Tote pro Jahr wegen „Klimawandel und fossile(n) Brennstoffe(n)“. Wenn wir nicht aufpassen, werden wir bis zum Ende des Jahrhunderts alle sterben oder mindestens sechs Milliarden von uns, heißt es weiter.

Nur Schwarz und Weiß

Gleichzeitig legt Rackete fest, dass Entwicklung und Anpassung zur Abwendung dieser Horrormeldungen nichts bringen werden. Auch ein eventueller technischer Fortschritt in den armen Ländern kommt in ihren Betrachtungen nur bedingt vor. Überzeugende Lösungen hat sie nicht parat, nur vage Vorschläge zur Renaturierung der Ökosysteme. Und natürlich wird das bestehende Wirtschaftssystem, besonders das Wirtschaftswachstum, dran glauben müssen.

Überlegungen zur „Fluchtursachenbekämpfung“ lässt Rackete prinzipiell nicht gelten, ebenso wenig den Vorwurf, dass Unternehmen wie Sea-Watch ein entscheidender Pull-Faktor dafür sind, dass Menschen überhaupt den gefährlichen Weg aus Afrika nach Europa antreten. Sie ist der Ansicht, die Probleme der Migranten ließen sich nicht allein in ihren Herkunftsländern lösen, da sie dort nicht entstanden seien. „Klimaflüchtlinge“ brauchen „Klimapässe“, damit sie „staatsbürgerliche Rechte in sicheren Staaten erhalten“.

Bei drei Einwanderern, die unter Rackete mit der Sea-Watch 3 nach Italien kamen, soll es sich um Mitglieder einer kriminellen libyschen Organisation handeln, die an Kidnapping und der Folter anderer Migranten beteiligt gewesen sein sollen. Ein Sprecher von Sea-Watch gab daraufhin bekannt, dass ihre Aufgabe die Seenotrettung sei. Im Focus heißt es: „Sie könnten nicht wissen, wer genau die Leute auf ihren Schiffen seien. ‚Wir können nicht kontrollieren, wen wir an Bord nehmen. Alles andere wäre unterlassene Hilfeleistung.‘" So leicht machen sie sich das. Das Leben muss generell sehr einfach sein, wenn man nur in Schwarz und Weiß denkt.

 

„Handeln statt Hoffen. Aufruf an die letzte Generation“ von Carola Rackete unter Mitarbeit von Anne Weiss, 2019, München: Droemer Verlag, hier bestellbar.

Foto: Paul Lovis Wagner/Sea-Watch.org CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

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Leserpost

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herbert binder / 27.11.2019

Lieber Herr @Heribert Glumener, ich muß gestehen, daß sich bei mir durchaus ähnliche “Anwandlungen”/“Anfechtungen” zeigen - an denen auch durchaus was dran sein kann. Ab einem bestimmten Alter ist man ja angeblich für sein Gesicht verantwortlich. Natürlich ist aber da allergrößte Zurückhaltung angesagt. In einem Godard-Film, ich meine es war “Außenseiterbande”, gibt es folgende Szene: In einem Zugabteil sitzt ein Mann mittleren Alters, der auf seinem Schoß ein Päckchen hält. Sein Gesichtsausdruck, den zwei junge Männer zu interpretieren versuchen, ist neutral/indifferent. Der eine meint, wenn ich in dem Päckchen eine Puppe vermute, die er seiner kranken Tochter schenken möchte, dann… Der andere könnte sich vorstellen, daß eine Bombe drin ist, mit der dieser Mann die Republik in die Luft sprengen will…was “natürlich” einen komplett gegenteiligen Eindruck erzeugt. Ähnliche Experimente gehen auf ältere russische Filmer zurück.  

Donald Adolf Murmelstein von der Böse / 26.11.2019

@Thomas Taterka; Danke für Ihren (Deinen) Hinweis. Letztes oder vorletztes Jahr ... eher vorletztes Jahr mit Maria Brandauer im Berliner Ensemble. Hat mir sehrgut gefallen. Und diesen Sommer “ENDSPIEL” auch im Berliner Ensemble. Hin und wieder bringt die Truppe noch wirklich anschaubares ... auch DIE FAMILIE war hervorragend ... ehrlich gesagt habe ich sie alle gesehen auch damals am Ernst-Reuter-Platz ...... das waren halt andere Zeiten! Aber auch Tabori hat mir sehr gut gefallen (Mein Kampf) auch im Berliner Ensemble. Nächste Woche ist die Schaubühne drann. Habe die Ehre und Millegrazie.

Thorsten Struhs / 26.11.2019

wenn ich das einmal etwas drastisch ausdrücken darf: Für mich ist diese Frau einfach nur eine hohle Nuß welche die Dummheit mit Löffeln gefressen hat. Sorry aber etwas anderes fällt mir dazu nicht ein….

Margit Broetz / 26.11.2019

Man darf getrost vermuten, dieses Buch wäre in der ARD-Sendung “Druckfrisch” nicht von Gollum Scheck in den Eimer geworfen worden mit den Worten “löst Ekel in mir aus”.

Stephan Bender / 26.11.2019

Kurzanalyse: Der Vater von Carola Rackete war Offizier, diente aber im Gegensatz zu seinen Vorfahren in Friedenszeiten. Die Tochter möchte irgendetwas nachholen und marschiert nun in Italien ein.

Lars Schweitzer / 26.11.2019

Ich konnte den ganzen Wahn zum Schluss nur noch überfliegen. Man könnte es mal mit Neuroleptika probieren.

herbert binder / 26.11.2019

“Mittleres Level mit schlechter Grammatik”. Nein, es geht hier nicht um ein/mein Urteil über das besprochene Buch. Auch nicht um eine Selbsteinschätzung seitens der Autorin. Es ist lediglich die Antwort von Frau Rackete auf die Frage von Maja Lunde, ob sie auch Russisch spräche. Fundstelle: min. 8:10 im Video “Durch die Nacht mit…-Carola Rackete und Maja Lunde”, kürzlich auf arte.tv ausgestrahlt - und noch abrufbar. Wer sich das angesehen hat, dem ist nicht unbedingt die Gnade geschenkter Lebenszeit zuteil geworden. Wer das evtl. noch vorhaben sollte…too. Aber das ist natürlich nur ein/mein unmaßgebliches Werturteil. Es ist jetzt keinesfalls meine Absicht, den von mir so geschätzten Leonard C. zu verhunzen - dennoch: it’s time that we began to cry and cry and cry about it all again. Und “to laugh”? große Fehlanzeige.      

HaJo Wolf / 26.11.2019

Wer hat eigentlich die Tür vom Irrenhaus offen gelassen?

Sabine Heinrich / 26.11.2019

Ich erlaube mir einen sachlichen Kommentar, der gleichzeitig ein Vorwurf an die Achse-Redaktion ist: Wie können Sie es wagen, Ihnen gewogene Leser nahezu zeitgleich mit einem Foto der sympathischen, empathischen Menschenretterin R. und dem klugen, wortgewandten, sich stets stilsicher zu benehmen wissenden Herrn Hofreiter in tiefste Minderwertigkeitskomplexabgründe zu stürzen? Asche auf mein Haupt: Ich gestehe, nicht einen einzigen Cent für die heilige Mittelmeerschlepperin und ihre Unterstützer gespendet zu haben. Bin ich nun… - ach, was frag’ ich, ich ahne ja, was man mir für eine Plakette auf die Stirn pappen würde. Zu Herrn H. fällt mir nichts weiter ein, aber extrem extrovertierte, unbeherrschte, geifernde Menschen meide ich auch in meinem Privatleben. Warum landet die Schlepperin R. eigentlich nicht endlich im Knast? Nur, wenn sie die von ihr - natürlich überwiegend jungen Männer mit abgeschlossenen Hochschulstudium - auf eigene Kosten bei sich und ihrer Familie unterbringen würde, hätte ich vollstes Verständnis für ihren ach so humanitären Einsatz.

Perseida Theodora / 26.11.2019

Wie weit kann es mit der Umweltliebe und dem Umweltschutzbestreben sein, wenn man mit einer Abgasschleuder, wie diese Schiffe da, grundsätzlich den weitesten Weg nimmt, anstatt den Kürzesten an die akfrikanische Küste? Die hauen lieber Abgase noch und nöcher raus, als einen Millimeter von ihrer Doktrin abzuweichen - und die will was über Umweltschutz erklären? Lachhaft. Die verstricken sich auf jedem Meter, den sie laufen in Widersprüche und merken es noch nicht mal. Was die da treiben ist in ungefähr so, als wollte man einen Schnupfen auskurieren, indem man nur die Nase tupft. Man darf nicht nur an den Symptomen herumdoktern, sonst ist der Patient bald tot.

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