Wer in Paul Bocuse’ Fresstempel in Collonges-au-Mont-d’Or bei Lyon einen Blick ins Allerheiligste wagen durfte, wird diesen Eindruck schwer vergessen können. Wenn eine Brigade von Spitzenköchen in einer auffallend kleinen Küche um einen altmodischen Herd herum fast lautlos und mit der Präzision eines Uhrwerks die allerfeinsten Speisen zubereitet, drängt sich fast zwangsläufig das Bild einer militärischen Übung auf. Auch der Begriff der Küchen-„Brigade“ gemahnt an die Sphäre kriegerischer Aktivitäten, ebenso wie die „Stationen“ der Köche und die Ränge des Servicepersonals an die feinen Abstufungen der Militärhierarchie erinnern. Und Küchenchef Gilles Reinhardt ist sogar mit einem Orden dekoriert, einem Kragen in den Farben der französischen Nationalflagge, die ihn als „meilleur ouvrier de France“ auszeichnet.
Bei meinem Besuch in Collonges ein knappes Jahr nach dem Tod des Meisters standen, wenn ich mich recht entsinne, ausschließlich Männer am Herd, während in einem aktuellen Video auch die Gesichter von mindestens zwei Frauen unter den hohen Kochmützen zu sehen sind. Dass Frauen in den Küchen gehobener Restaurants, zumal in der Position des Küchenchefs, immer noch eine kleine Minderheit sind, geht Frauenrechtlerinnen und Genderfetischisten mächtig, man möge mir die Zote nachsehen, auf den Sack.
Nur eine gesellschaftliche „Zuschreibung“?
Die taz fühlte sich jüngst in einem längeren Artikel bemüßigt, ein Phänomen namens „Gastrosexismus“ anzuprangern, wobei es dem Autor nicht nur um die männliche Dominanz in der Produktion ging, sondern unter anderem auch um die abscheuliche Unsitte der „Damenkarten“ und die angeblich diskriminierende Tatsache, dass, wenn an einem Tisch mit einem Mann und einer Frau ein Bier und ein Aperol Spritz serviert würden, das Bier automatisch an den Mann ginge. Das sei „sexistisch“. Dito beim Essen, wo das Hühnchen immer an die Frau, das Steak an den Mann gehe. Als absolutes „No-Go“ klassifizierte das Blatt die Praxis einer Steakhousekette, auf der Speisekarte das halbe Pfund-Steak „Mr. Rumpsteak“, die 180-Gramm-light-Version „Mrs. Rumpsteak“ zu titulieren: „Und zwar, von den Zeitläuften völlig ungestört, seit Jahrzehnten.“
Von den Zeitläuften ziemlich ungestört ist allerdings auch das Bestreben der meisten Frauen, ihre Karriereambitionen zugunsten von Kindern und Familie zurückzustecken. Daran haben selbst zwei Jahrzehnte Genderwahn nicht viel ändern können. Und weil die Arbeitsbedingungen in der Gastronomie besonders familienunfreundlich sind, entscheiden sich relativ wenige Frauen für einen Beruf in dieser Branche. Vor allem nicht in der Küche, wo die Arbeit eines Kochs echte Maloche ist, besonders wenn es darum geht, in den illustren Sphären der Sterneküche zu reüssieren. „Das ist einfach kein klassischer Frauenberuf“, sagt Christoph Grassl, Küchenleiter an der Steigenberger-Hotelakademie in Bad Reichenhall. „Was man auch an den Händen von Köchen sieht, die oft von Schnitt und Brandwunden übersät sind.“ In den Meisterkursen der Steigenberger-Akademie gibt es laut Grassl derzeit nur zehn bis 15 Prozent Frauen. Damit korrespondiert die Beobachtung der taz, dass landesweit von den rund 300 Sterneküchen nur ein knappes Dutzend von Frauen geführt wird.
In auffallendem Gegensatz dazu stehen die Ergebnisse einer statistischen Erhebung aus dem Jahr 2020, wonach etwa 78 Prozent der Frauen in ihrer Freizeit mehrmals in der Woche kochen, während es bei den Männern gerade mal 28 Prozent waren. Natürlich kann man auch das wieder im Schummerlicht einer andauernden Diskriminierung von „Hausfrauen“ als „Heimchen am Herd“ sehen und der Perpetuierung angeblich überkommener Rollenmodelle. Wenn Frauen zu Hause kochen, ist das mithin verwerflich, wenn sie sich in der Profigastronomie zu Tode schuften, vorbildlich. Daraus wird nur dann ein Schuh, wenn man annimmt, dass zwischen Frauen und Männern prinzipiell kein Unterschied bestehe und die Geschlechterfrage nur eine gesellschaftliche „Zuschreibung“ sei.
Auch Machos können putzen
Leider scheinen das die meisten Frauen anders zu sehen. „Wenn eine Köchin ein Kind bekommt, ist es oft vorbei mit der aktiven Karriere am Herd“, sagt ein deutscher Spitzenkoch. Ausnahmen wie Douce Steiner im badischen Sulzburg und Cornelia Poletto in Hamburg bestätigten die Regel. Er selber, sagt der Sternekoch, schätze Frauen in der Küche sehr. „Meiner Erfahrung nach reißen sich die Herren der Schöpfung dann etwas mehr zusammen und alles geht im Prinzip gesitteter zu.“ Bezüglich ihrer Leistungen seien Frauen genauso gut oder schlecht wie ihre männlichen Kollegen.
Dass in vielen Küchen ein rauer Umgangston herrscht, ist wohl nicht zuletzt eine Folge von Stress und extremen Arbeitsbedingungen. Die Zeiten, als der cholerische Küchenchef seinem Lehrling in einem Wutanfall das Kochmesser hinterherschmiss, dürften mittlerweile zwar der Vergangenheit angehören, doch ein besonders „schöner“ Arbeitsplatz sind Küchen nicht und werden es nie sein. Er ist heiß und fettig, und es riecht dort so ungut, dass man den Mief kaum noch aus den Haaren und von der Haut herunterbekommt, außerdem muss man ständig mit Unmengen von rohem Fleisch und Fisch hantieren. Wer könnte es Frauen verdenken, dass sie sich lieber in der kalten Küche oder der Patisserie umtun oder im Service, wo etwa der Beruf des Sommeliers längst keine Männerdomäne mehr ist?
Von Paul Bocuse, der privat der Vielweiberei frönte, ist der Spruch überliefert, Frauen gehörten ins Bett und nicht in die Küche. Ob dieser Ausspruch wirklich so gefallen ist und auch so gemeint war, lässt sich nach Bocuse’ Tod schwer nachprüfen. Tatsache ist dagegen, dass seine Lehrmeisterin niemand geringerer war als Eugenie Brazier in Lyon, nur Mère Brazier genannt, eine der wichtigsten Köchinnen des 20. Jahrhunderts und gleichzeitig mit sechs Michelinsternen für ihre beiden Restaurants geadelt. Ohne heiligen Respekt für ihre Leistungen hätte Bocuse niemals den Rang eines Jahrhundertkochs erringen können.
Wenn in Collonges-au-Mont-d’Or die letzte Bestellung abgewickelt ist, geht in der Küche das große Saubermachen los. Nach kurzer Zeit ist der Saustall blitzeblank und alle Töpfe, Pfannen, Tiegel und Kellen hängen wieder am richtigen Platz. Ja, liebe Frauenrechtlerinnen, auch Machos können putzen!

Unabhängig davon, dass das ein Knochenjob ist, entscheiden sich die meisten Frauen für das traditionelle Familienleben, sonst gäbe es noch weniger Kinder, und wir wären noch schneller vom Aussterben bedroht. Wenn es sich dennoch nicht mehr aufhalten ließe, dann bitte in folgender Reihenfolge: zuerst die radikale Feministenclique, dann die ganze ohnehin überflüssige Gendermischpoke, nicht zuletzt die Gleichstellungsbeauftragten überall bis in die kleinste Kommune und schließlich die hypermoralisierenden Knalltüten aus dem grünlinken Akademikermilieu mit ihren Themen: Intersektionalität, Cancel Culture, BLM und sonstige Absurditäten, die sich noch dazu ihren Lebensunterhalt vom wertschöpfenden Teil der Gesellschaft finanzieren lassen.
Dann mit dem Rest der verbleibenden „Normalos“, die das Ganze ohnehin am laufen halten, neu aufbauen.
Na ja, vielleicht ein bisschen dick aufgetragen, ist ja auch nur ein Vorschlag.
Dachte bislang immer, es sei sexistlerisch, wenn man sagt, dass Frauen besser kochen können. Man stelle sich mal vor, jemand hätte vor Jahren eine Frauenquote in der Küche gefordert… Ouhauerha! Naja, die Frauenquote gilt ja auch nur für bequeme, gut bezahlte Spitzenpöstchen, nicht für die Scheißjobs, die besser die Männer machen sollen. Aber gut! Ozeanien ist nicht im Krieg mit Eurasien, Ozeanien ist im Krieg mit Ostasien! Das war gestern zwar noch anders, doch der Große Bruder hat angeordnet, dass das eine Lüge gewesen ist und die Geschichte wurde entsprechend umgeschrieben.
ich war mehr als dreissig Jahre aktiv als Koch/Küchenmeister…
klar,es gibt immer wieder junge Damen,die den Beruf anfangen. Generell hat der Beruf eine Aussteiger-Rate von 90% nach 10 Berufsjahren aufgrund der „guten“ Arbeitsbedingungen und Bezahlung.
Da ich vorwiegend in 5Stern Hotels(auch Leading of the world) tätig war,spreche ich ausdrücklich nicht von Restaurant-Küchen inklusive sich allein tragenden Sternerestaurants.
Allerdings ist es Fakt,das jenseits den „Fernseh-Glamours“ um die eine oder andere Küchenchef„in“ die Damen aus gutem Grund relativ früh in Ehe und Mutterschaft ausweichen,denn der Beruf ist aeusserst körperlich fordernd(80kg Töpfe in der Not alleine vom Herd wuppen? da kommt kein strahlender Held vorbei,das muss selbst gehen) und absolut gesellschaftlich low-level renommiert.
Mich persönlich stört sehr der „Sterne-Hype“,denn dieser verzerrt die Berufsrealität der absoluten Mehrheit der Köche.
Hotelketten,einzelstehende gute Hotels und Auslandshotels reduzieren seit bald 20 Jahren Personal,wo Sie können und sparen an den Kosten zugunsten des Einsatzes von (teil-)vergefertigten Produkten,was soweit geht,das zb ganz Stuttgart seinen „hausgemachten“ schwaebischen Kartoffelsalat von einem lokalen zentralen Hersteller bezieht.(ich inkludiere hier JEDEN bekannten Hotel/Restaurantnamen)…
Der Nachwuchs bricht weg und die „Fernseh-Wirklichkeit“ vermittelt ein völlig unrealistisches Berufsbild.
!Ein! voller Arbeitstag in einer professionellen Küche und JEDE TAZ/sonstwas feministische Reporterin würde weinend flüchten
Ich dachte beim Feminismus ging es darum, die Frauen vom Herd wegzubringen? Jetzt sind sie weg, jetzt ist aber auch nicht gut…. Was WOLLEN die eigentlich?
Die erste Sterneköchin Deutschlands war Frau Margarete Bacher in Neunkirchen im Saarland. Sie bezeichnete ihr Metier als „knallharten Männerberuf“. Da machte sie sich als Lesbe nichts vor.
Es hat keinen Sinn, ernsthaft auf IRGENDWAS einzugehen, was dort in der offenen Psychiatrie der TAZ Radaktionen von feministischen Püppis in die Tastatur gejammert wird.
Sexismus, Sexismus, Sexismus. Gender hier, Gender da. Extremer Feminismus. Ich kann es nicht mehr hören, nicht mehr sehen und nicht mehr lesen. Ich bin schwul und meine Gleiches auch bei dieser dermaßen übergriffigen und belästigenden LGBTQIAXYZ-Ideologie einschließlich „100 Geschlechtern“, die man beliebig wechseln kann. „Diversität“, „Wokeness“, „Regenbogen“, „Gender“ – ich als erwachsener Mensch finde das albern und lächerlich. Vielleicht liegt das auch daran, daß ich gläubiger Christ bin und eine freikirchliche Gemeinde besuche. Ich stelle jedenfalls fest, daß sich in meinem Umfeld nur „gesunde“ Frauen befinden – stolze Frauen, selbstbewußte Frauen, Frauen, die ein gutes Selbstwertgefühl und Selbstachtung haben, taffe Frauen, gut ausgebildete (!) und zum Großteil studierte (!) Frauen, die sich aber dennoch, huch oh Sexismus, gerne und mit ganzem Herzen für Ehe, Kinder und Haushalt entschieden haben. Ich weiß, daß meine christlichen Freundinnen und die anderen Frauen in meiner Gemeinde es nicht nötig haben, wenn ich sie als Homosexueller, der ja von all dem nicht betroffen ist, ab und zu einfach mal umarme und ihnen danke für die ehrbare und wertvolle Aufgabe, die sie übernommen haben, aber da sie (und auch Nicht-Christinnen, die sich für so etwas entschieden haben) wirklicher (!) Diskriminierung und unfairen Unterstellungen ausgesetzt sind im Sinne von „dümmliches Heimchen am Herd“ oder „Opfer christlicher Phallokraten“, kann ich da nicht schweigen. Ich erinnere mich noch, wie ich schon vor Jahren mal bei der Online-Ausgabe von „Die Welt“ schrieb, daß ich meiner Mutter sehr dankbar bin, daß sie für meinen Bruder (*1976) und mich (*1978) zu Hause geblieben ist. Ich als „Mama-Kind“ erlebte meine Mutter als warmherzig und liebevoll. Sie hat ihr Herzblut in Haushalt und Erziehung gesteckt. Sie ist erst wieder arbeiten gegangen, als wir groß waren. Ein Nutzer beschimpfte mich damals dann tatsächlich als „sexistisch“. Das ist nichts Neues, es wird nur aggressiver.