Grüne Städter hassen die deutsche Provinz. Das „Land“ dient ihnen höchstens als romantische Kulisse für Urlaubstage, wenn man nicht gleich nach Neuseeland oder Tasmanien fliegt, wo es ja viel ursprünglicher ist und auch noch keine Windräder die Landschaften verunzieren, die man braucht, um unten auf der Straße die Batterien des Elektro-SUVs mit „grünem“ Strom zu laden. Vor allem die Menschen auf dem Land sind Luxusökos suspekt. Überall AfD-Wähler und böse Bauern, die Tiere quälen und Böden, Luft und Wasser verpesten. Verstockt sind sie auch noch, wollen sich einfach nicht zum wahren Öko-Glauben bekehren lassen. Nur 14 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe arbeiten nach Bio-Richtlinien – Tendenz fallend.
Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg eben zum Propheten kommen. Also soll das Land in die Stadt geholt werden. Wo Grüne und Linke am Ruder sind, werden mitten in der City Insekten freundliche Blühwiesen angelegt und innerstädtische Aufforstungsprogramme gestartet. So sollen in Münchens Altstadt, wo nie in nennenswerter Zahl Bäume standen, gleich 150 „Schattenspender“ gepflanzt werden – damit die Innenstadt im Klimasommer nicht zur „Hitzehölle“ wird. Den Spaß lässt man sich etwas kosten: bis zu 100.000 Euro pro Baum, schließlich ist eine Fußgängerzone keine Waldlichtung, wo man nur mal eben ein Loch buddeln muss.
Noch so eine schöne Idee, wie die Städte ergrünen sollen: „Urban gardening“ oder sogar „Urban farming“, die feuchtesten aller Nachhaltigkeitsträume. Ein paar Unentwegte meinen tatsächlich, man könne landwirtschaftliche Produktion in wahrnehmbarer Größenordnung in die Stadt transferieren. Doch oft scheitert das rührende Konzept schon daran, dass die „Gardener“ einfach in den Urlaub fahren und niemand mehr die Pflänzchen gießt auf dem Dachgarten, dem Balkon oder rund um einen Straßenbaum. Merke: Bauern haben keine Freizeit, vor allem, wenn sie sich noch um eine Herde Rindviecher kümmern müssen.
Schweine, Rinder und Pferde werden bislang noch keine gehalten in der Stadt, obwohl das in früheren Zeiten durchaus üblich war. Dafür gibt es in München nun eine Molkerei, mitten in Bogenhausen an der noblen Prinzregentenstraße, nur einen Steinwurf entfernt von Feinkost Käfer. „Münchner Käsemanufaktur“ steht über dem Eingang; durchs Fenster sieht man einen großen Kessel, an der Wand hängt eine „Käseharfe“ zum Umrühren des Bruchs und überall liegen Schläuche, stehen Wannen herum. Sehr ungewöhnlich, dieser Anblick an diesem Ort.
Dass die Milch zum Käsen vom Land eigens in die Stadt gefahren wird, ist ebenfalls, nun ja, ungewöhnlich. Mehrmals pro Woche karrt der Biobauer Veicht aus Grafing, 35 Kilometer östlich von München, den Rohstoff für die Käsemanufaktur höchstpersönlich heran, besonders klimafreundlich dürfte das nicht sein. Manchmal verspätet er sich, weil er im Stau steckt, so etwas kommt vor, wenn die Molkerei mitten in einer Millionenmetropole liegt, was deutschlandweit einmalig sein dürfte.
Fünfzig Milchkühe stehen bei den Veichts im Laufstall oder auf der Weide. Sie werden wie zu guten, alten Zeiten, im Sommer nur mit Gras, im Winter mit Heu gefüttert. Dafür gibt es für romantisch veranlagte Stadtbewohner einen klangvollen Namen: Bio-Heumilch. Außerdem dürfen die Kälber im Hof der Veichts in den ersten Monaten bei der Mutter leben und werden von ihr gesäugt. Ethisch korrekte Tierhaltung schmeckt man zwar nicht, doch sie kommt gut an, nicht nur bei Lastenradfahrern.
Fünf Euro für 100 Gramm Käse
Das ökologische Drumherum und die Produktionsstätte mitten in einer der teuersten Städte der Welt gibt’s nicht kostenlos. Mit durchschnittlich mehr als fünf Euro für 100 Gramm Käse sind die Preise der Manufaktur auch für Münchner Verhältnisse ambitioniert, zumal die verschiedenen Sorten wie der „Isarbazi“, ein dem elsässischen Münster ähnelnder Rotschmierkäse, oder der „Gspusi“, ein halbfester Schnittkäse, relativ jung verkauft werden. Wer sich solcherart „Regionalität“ leisten will, kauft direkt ab Molkerei oder an einem schicken Stand auf dem Viktualienmarkt.
Und wie schmeckt er nun, der Käse aus dem Herzen der Isarmetropole? Handwerklich ist nichts an ihm auszusetzen, doch bekommt man gleiche oder bessere Qualität anderswo zu günstigeren Preisen. Nur eben ohne grünes Marketing und ohne Prinzregentenstraßenflair.
Georg Etscheit schreibt auch für www.aufgegessen.info, den von ihm mit gegründeten gastrosophischen Blog für freien Genuss.

Der migrationshintergrundbesitzende Franck Ribéry hat mal ein Steak für 1200 Euro verdrückt. Vom Bürgergeld bezahlt?
„Gerd Maar / 19.04.2026
Hat Tradition. Vor hundert Jahren hat schonmal ein Österreicher im Bürgerbräukeller viel Käse von sich gegeben. Leider haben ihm die doofen Deutschen den abgekauft…“ – Nachdem sie allerdings über etliche Jahre mit dem Käse der anderen auch kein Leben in Schönheit und Würde gefunden hatten.
Gibt’s dafür nicht ein schönes Wort in München ? Schmarrn ?
Die sollen sich ihren woken Käse sonstwohin. Spätestens im Januar zum Jahresbericht Konkursmasse. Bei mir gibts grad überbackene Banane (karamellisiert) mit Kiwi-Stücken und Vanilleeis… fertisch.
Hat Tradition. Vor hundert Jahren hat schonmal ein Österreicher im Bürgerbräukeller viel Käse von sich gegeben. Leider haben ihm die doofen Deutschen den abgekauft…
Und bestimmt werden sich genügend damische Salzhirsche finden, die bereit sind, und auch das nötige „Pulver“ haben, 5 Euro für 100 Gramm Käse hinzulegen, der mit 3 Bissen aufgefressen ist. Wenn die letzten „Fossilien“ ausgestorben sind, die noch zu Demark-Zeiten aufgewachsen, noch rechnen können und ein gesundes Verhältnis zum Geld haben (sprich, selbiges nicht in der Dummheit zum Fenster rauswerfen, weil sie dafür arbeiten mussten), dann bricht das kapitalistische Paradies aus, in dem alles etwas, d.h. viel, kostet.
Heute werden doch auch von den Vollverblödeten locker 5 Euro für einen Kaffee hingeblättert, der früher beim Tchibo für Pfennigbeträge über die Theke ging.
Heute braucht man für alles, bis zum Wasser, einen „Sommelier“, für jede Verrichtung einen Coach, einen Seelenklempner („mein Psychiater hat gesagt…“), und jede Menge Influencer, damit man weiß, was man zu kaufen und zu konsumieren hat.
Während sich der Normalbürger früher einen Rasenmäher für 79 Euro kaufte und ihn selber über die Wiese schob und sich danach ein Bier genehmigte, braucht der Mann von Welt einen Robomäher für 1299,- oder gar 2000 Euro. (Das bin ich meinem Image schuldig, und das Geld der Bank!)
Der Staubsauger, einst für 69 Euro bei Aldi gekauft, muß heute auch ein Roboter sein, der weit über 1000 € kostet, und dafür dann Nacktaufnahmen des Besitzers ins Internet sendet.
Und die des Kochens unkundige Dame („gekocht hab ich nix, aber schau mich an, wie ich daliege!“) braucht sogar in Bürgergeld-Empfänger-Kreisen einen Thermomix neuester Generation. Wenn man schon zum Kochen zu blöd ist dann mit Stil!
Da kann man dann auch überteuerten Stadtkäse fressen, und sich gut fühlen.
Saubazis, depperte!
Interessant ist auch, wieviele Bäume in der grünen Stadt München gefällt wurden und werden. Das ganze ist ein Witz in dieser blöden maroden Stadt