Beim Besuch von König Charles machte Deutschland auf Nachhaltigkeitsgedöns, lotste ihn zum größten Demeter-Ökobauernhof des Landes. Auch das Menü zum Staatsbankett wirkte ökologisch bemüht.
In guten Käse gehören für mich im Prinzip nur zwei Dinge: Milch und Bakterien. Wenn es sein muss, darf Käse auch mal in etwas Alkohol gebadet werden wie ein mit Calvados behandelter Camembert oder mit Marc de Bourgogne angereicherter Époisses. Von mir aus kann ein Ziegen- oder Schafskäse auch mit Kräutern der Provence bestreut sein – die kann man vor dem Genuss ja abschaben, weil es keinen Spaß macht, sie mitzuessen.
Doch die vor allem in der Ökokäsebranche zwecks „Verfeinerung“ beliebten Zutaten wie Bockshornklee, Bärlauch, allerlei Wild- und Wiesenkräuter oder diverse Kerne und Nüsse stellen in meinen Augen keine echte Bereicherung dar. Sie drängen sich meist präpotent in den Vordergrund und überdecken, so vorhanden, den eigentlichen Käsegeschmack. Und Walnusskerne oder die gerade so beliebte gerösteten Kürbiskerne nehmen inmitten der Käsemasse meist eine gummiartige Konsistenz an, die ich für unappetitlich halte.
Insofern ist es bedauerlich, dass König Charles III. bei seinem gerade zu Ende gegangenen ersten Deutschlandbesuch zur Herstellung eines mit Demeter-Möhrensaft aromatisierten „Brodowiner Königskäses“ genötigt wurde. Und zwar anlässlich seiner Visite in Deutschlands größtem Demeter-Ökobauernhof im brandenburgischen Brodowin am Rande der Schorfheide, etwa 80 Kilometer nordöstlich von Berlin, wo er Medienberichten zufolge „Käsemasse in eine Form füllte und glatt strich“. Das Gut ging 1991 aus einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) hervor und beherbergt heute neben 150 Mitarbeitern noch 160 Milchkühe, 250 Milchziegen und 2.400 Hennen. Außerdem werden fünfzehn Gemüsesorten kultiviert sowie Futter für die Tiere.
„Käse aus Monarchenhand“
Mobile Hauptstädter vorzugsweise aus den Hochburgen der Öko-Bourgeoisie wie Mitte oder Prenzlauer Berg pilgern am Wochenende zum Hofladen des „Ökodorfes“ am Parsteiner See oder lassen sich eine Brodowiner Ökokiste an die Haustüre liefern – dem Vernehmen nach „teilweise schon emissionsfrei mit E-Lastenrädern“. Im Angebot sind auch streng nachhaltige Convenience-Produkte wie ein schickes Weckglas mit 80 Gramm (!) verzehrfertigem Blattsalat, „gewaschen und gezupft“, nebst Toppings wie „Thousand Islands Dressing“ oder „Orangen-Vinaigrette“.
Der „Käse aus Monarchenhand“ aus der hofeigenen Molkerei habe eine schöne orange Farbe und erinnere damit „vielleicht ein wenig an den Cheddar von der Insel“, wurde vorab eine Sprecherin des Ökogutes zitiert. 150 Laibe sollten gemeinsam hergestellt werden, versehen mit einem Krönchen-Emblem, und nach einer – leider sehr kurzen – Reifezeit von acht Wochen in Berliner Alnatura-Filialen und beim Brodowiner Lieferservice exklusiv in den Verkauf kommen.
Von Cheddar, dem neben dem Stilton bekanntesten britischen Käse, war in dieser Kolumne schon die Rede. Es gibt durchaus recht ordentliche Cheddars, zumal wenn sie handwerklich produziert werden. Über die geschmackliche Finesse eines „Brodowiner Bauernkäses Möhre-Kürbiskern“ dürfte ein solcher Cheddar locker hinauswachsen. Vergleiche mit der französischen Käsevielfalt sollte man indes nicht anstellen – insofern war es ein Menetekel, dass King Charles seine Frankreich-Visite wegen der angespannten politischen Lage im Land ausfallen ließ und direkt ins deutsche Nachhaltigkeitsparadies gelotst wurde.
Erinnerungen an 1995
Mit dem kulinarisch immer noch unter den Nachwirkungen der genussfernen DDR-Planwirtschaft leidenden Osten Deutschlands hatte Charles schon einmal im Jahre 1995 Bekanntschaft machen müssen. Damals noch als Prince of Wales, ewiger Thronfolger und umweltbewegter Patron eines allseits bekannten Ökogutes rund um seinen Landbesitz Highgrove House in der Grafschaft Glouchestershire.
Zunächst schaute Charles in Berlin-Hellersdorf bei „Moni’s Friseursalon“ vorbei, um anschließend im Plattenbau-Wohnzimmer einer Familie mit Rotkäppchensekt bewirtet zu werden. Die „Berliner Zeitung“ schrieb damals, es habe ein Gekreische wie bei einem Take-That-Konzert gegeben. Und ein Ostberliner Verwaltungsangestellter wurde mit dem Satz zitiert: „Früher wurden die Leute herbestellt, jetzt sind sie freiwillig begeistert.“
Obwohl nunmehr ein leibhaftiger König zur Stippvisite erschien, hielt sich die Begeisterung in Grenzen, zumindest in Brodowin. „Einige interessiert der Besuch von Charles, sie freuen sich darauf ihn kennenzulernen. Andere wiederum sind jetzt nicht so neugierig“, hatte die Hofsprecherin im Vorfeld der Visite ausgeplaudert, reichlich undiplomatisch. Jeder habe sich für den Besuch anmelden können, am Ende waren es nur „etwas mehr als 30 Mitarbeiter“, die den König bei seinem Hofrundgang begleiten wollten, um über „ökologische Landwirtschaft“ und den „Schutz von Feuchtgebieten“ zu parlieren.
Backpflaume, ostfriesischer Schwarztee und Sandgebäck
So sind sie, die Deutschen, immer schön nüchtern, natürlich streng antiroyalistisch, grün und treudoof wie Annalena. Die Franzosen hätten es krachen lassen mit Kranzniederlegung am Arc de Triomphe und Gang zum Élysée-Palast, begleitet von der Republikanischen Garde, Besuch der Luxusmode-Galerie 19M von Chanel, Staatsbankett in Schloss Versailles, später Fahrt mit dem außerhalb von Streikzeiten superpünktlichen TGV nach Bordeaux und Besuch eines nach Ökostandards bewirtschafteten Grand Cru-Weingutes im exquisiten Anbaugebiet Pessac-Léognan.
Deutschland macht wie immer auf Militär, Selbstzerknirschung und Nachhaltigkeitsgedöns, wobei man mit letzterem beim „grünen König“ Charles offene Türen einrannte. Auch das Menü zum Staatsbankett wirkte ökologisch bemüht und ziemlich rustikal mit gebeiztem Karpfen und Erfurter (!) Brunnenkresse, Kraftbrühe vom Heckrind, einer 1920 entstandenen, dem Auerochsen ähnliche Hausrinderrasse, sowie Weidehuhn und „Baumpilz“, bei dem es sich um einen Austernseitling gehandelt haben könnte. Zum Abschluss Backpflaume, ostfriesischer Schwarztee und Sandgebäck. Die Briten fressen schließlich alles.
Georg Etscheit schreibt jetzt auch für www.aufgegessen.info, den von ihm mit gegründeten gastrosophischen Blog für freien Genuss.

Wie wenig stilvoll der Besuch des Königs begangen wurde, sah man an Merkels unterirdischen Tretern und ihrem zerknitterten Seidenblüschen. Auch unsere „Erste Dame“ erschien in einem total unpassenden Outfit mit Sommerhütchen. Aber das hässliche lilafarbene Abendkleid setzte der Geschmacksverirrung noch die Krone auf. Lebte mein Vater noch hätte er schlicht resümiert: „Typisch Sozi.“
Da fällt mir nur ein Witz ein: Die drei kürzesten Bücher der Welt? Amerikanische Geschichte, italienische Heldentaten, britische Köstlichkeiten. Auf jeden Fall passt der britische Charles auf so einen miefig-freudlosen deutschen Öggohof.
War doch guuut gemeint. Na klar, und Charly war’s zufrieden. Er ist ja selbst ein bisschen ökologisch verschroben. Die teutonischen Wurzeln schimmern halt immer mal wieder durch.
Hm – da wurde also wieder extrem viel von unseren Steuergeldern verbraten, um dem zukünftigen König und seiner Gemahlin ein ökö- potemkinsches Dorf namens Deutschland zu präsentieren?! – Kein Besuch in einem Stadtbezirk einer x-beliebigen Stadt, in das sich keine Polizisten- und wenn ja – nur in Mannschaftsstärke – mehr hineintrauen? Kein Gespräch mit Bürgermeistern, die nicht wissen, wie sie die oft illegalen Einwanderer unterbringen und finanzieren sollen? Kein Gespräch mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern der „Tafeln“, welche Aufgaben schultern, für die eigentlich der Staat zuständig wäre, kein Besuch einer Schule, in denen die Kinder zumeist aus kultur- und bildungsfernen Schichten kommen und die noch verbliebenen Lehrerinnen auf dem Zahnfleisch gehen? Kein Besuch bei einer Polizei- oder Rettungsstation oder der Feuerwehr in einem Problemviertel? Kein Besuch in einem Pflegeheim, in dem alte, hilflose Menschen überforderten Hilfskräften ausgeliefert sind? Kein Besuch in einer Region, die nachhaltig durch Windräder zerstört wurde/wird (Nordfriesland, Dithmarschen z.B.). Keine Gespräche mit Menschen, die „dank“ des Corona- Maßnahmenterrors ihre Arbeit, ihre Firma, ihre Gesundheit oder geliebte Menschen verloren haben? – Aber dafür Reisen mit der Deutschen Bahn, die vermutlich im Falle des zukünftigen Königspaares bis auf die Sekunde pünktlich war, die WCs funktionierten, die Wagenreihung stimmte und der Zug tatsächlich auf dem vorgesehenen Gleis angekommen ist. – Ich hoffe, dass Prinz Charles dieses Theater durchschaut hat und seine sehr sympathische Frau ebenfalls. – Ich weiß, dass viele Menschen den „Brexit“ verteufeln – habe aber immer noch nicht so richtig verstanden, warum (keine Ironie). – Ist denn GB dadurch dem Abgrund noch näher als z.B. Deutschland?
Dem transhumanistischen Eugeniker „König“ wünsche ich jeden Tag nachhaltig ungezieferhaltige Bio-Öko-Fäkalien zum Schlemmen bis zum Erbrechen! Wollte dieser Würgebrocken vor etwa 35 Jahren nicht wahrhaftig der OB seiner geliebten Camilla sein …? War da nicht was in der Richtung? Habe ich das Kuriosum vielleicht in einem Goldenen Blatt für Frauen im Warterzimmer einer Praxisklitsche eines eisenbartigen Giftspritzers überfliegend lesend am Rande aufgeschnappt? Zeigen die Goldenen Blätter für Frauen in den Klitschen nicht seit Jahrzehnten an, was bei uns wirklich los ist?
Es fehlte dem Monarchen zum Abschied heimlich einen Harzer in die Tasche zu stecken, so als letzten Gruß und Erinnerung an dieses untergehende seichte Land. Vom Besuch habe ich nichts mitbekommen und bisher gehört. Was für eine Wohltat.
Wurden denn als „Kick“ der dümmlichen Unterwürfigkeit auf der Männertoilette Tampons für Charlie bereitgestellt, denn er fühlt sich gerade bei camels gern als solcher?! Die Lisbeth wollte den Versager auf Lebenszeit und Grund-Schüler vom World Evil Festival nie zum „Öko-König“ machen, aber Dank der ärztlichen Fürsorge am Hof und Corinna-Pimpfung, wurde sie des Amtes ermüdet und nun hat Little-Britania den Salat. Aber noch peinlicher ist, dass der Präsesprediger der Ökolinken den roten Nierengürtel diagonal trägt und keiner sagt ihm das!!