Das Positive liegt weniger im Kerngeschäft der pünktlichen, zuverlässigen und kostengünstigen Beförderung von Mensch und Material, als auf dem Gebiet kreativer Sprachschöpfung. Die deutsch-englische Redewendung „Sänk ju for träweling wis Deutsche Bahn“ hat es 2012 als satirischer Song der Popgruppe Wise Guys sogar in die Charts geschafft.
Meine Damen und Herrn, es ist der Zugchef
Der hier spricht ganz normal zu sprechen
Beherrsch ich leider nicht
Trotzdem kriegen Sie den Service
Den man von uns kennt
Erst deutsch und dann auf Englisch
Mit heftigem Akzent erst mal will ich
Ohne meinen Ekel zu verhehlen
Ihn'n das Angebot aus
Unser'm Bordbistro empfehlen
Leberkäs und Softdrink, für 7 Euro 10
Vorher ganz viel Spaß
Beim In-der-Schlange-Stehn
Meine Damen, meine Herrn, danke
Dass Sie mit uns reisen
Zu abgefahrenen Preisen
Auf abgefahrenen Gleisen
Für Ihre Leidensfähigkeit, danken wir spontan
Sänk ju for träweling wis Deutsche Bahn.
Seither hat sich die Lage der Deutschen Bahn noch einmal dramatisch verschlechtert, was eigentlich eine Neuauflage des Songs erforderlich machen würde. Nicht gelitten hat die Freude der bahneigenen Webeleute und des Personals am lustvollen und zeitgemäßen Umgang mit der deutschen wie englischen Sprache. Wer die Herausforderung annimmt, sich bei den augenblicklich herrschenden winterlichen Gleisverhältnissen Schnellzügen der Deutschen Bahn anzuvertrauen, trifft in den Bordbistros- und Bordrestaurants, so sie denn geöffnet haben und beheizt sind, auf die Wortschöpfung „Veganuary“, ein Kompositum aus „Vegan“ und „January“, die englische Entsprechung für den deutschen Monat Januar.
Die „Macher*innen“ von Glowkitchen
Mit diesem Kunstwort, entlehnt von einer in London ansässigen Organisation gleichen Namens, bewirbt die Bahn eine kulinarische Aktionswoche zum Jahresbeginn, bei der zwei vegane Alternativen zu Bahnklassikern wie Currywurst oder Chili con Carne auf der Speisekarten stehen - das Bananenbrot einer Firma namens Glowkitchen, die sich auf, igitt, Bananenbrote spezialisiert hat, sowie ein Sellerie-Bagel, bereitgestellt von dem Frankfurter Foodtech-Startup Verrano, das „gereiftes und geräuchertes Wurzelgemüse in Feinkostqualität“ als veganen Fleischersatz propagiert. Warum gerade jetzt? Vielleicht hofft man, dass die noch vom Weihnachtsschmaus übersättigten Kunden nicht so genau hinschauen, was ihnen das Servicepersonal im Bordbistro auftischt.
Die „Macher*innen“ von Glowkitchen hören auf die Namen Charly, Marc, Hanna und Laura und setzen für ihre „saftigen Banana-Breads“ auf „hochwertige Bio-Zutaten, vegane Rezepturen und eine Extraportion Frucht“, während ein gewisser Manuel Siskowksi von Verrano in einem Interview den „echt spannend heißen“ Bahn-Bagel mit Krautsalat, Dressing und Adelholzener Bio-Zitronenlimonade anpreist. Mit Steckrübe, Roter Bete und Sellerie ist das Portfolio des Unternehmens noch überschaubar. Da kommt die Kooperation mit der Deutschen Bahn gerade recht.
Dass jetzt auch die Bahn, ich bitte um Nachsicht für das abgegriffene Sprachbild, auf den Veganismus-Zug aufgesprungen ist, spricht für den festen Willen des nunmehr von der 53jährigen Südtirolerin Evelyn Palla geführten Unternehmens, den Wokismus noch fester in der Betriebskultur zu verankern. Beim „Klimaschutz“ ist man ja schon auf einem guten Weg - bis 2030 soll der CO2-Ausstoß der bahneigenen Energieversorgung um mehr als die Hälfte gesunken sein. Und mit ihrer notorischen Unzuverlässigkeit setzt die Bahn alles daran, ihren Kunden das umweltschädliche Reisen irgendwann ganz abzugewöhnen.
Die Vegan-Offensive dürfte Teil der Strategie des Sich-selbst-überflüssig-Machens sein, zumal zum Bananenbrot ein nach meinem persönlichen Empfinden ungenießbares Getränk namens „Oatly Matcha Oat Drink“ offeriert wird „inklusive Papierstrohhalm für sofortigen Genuss“, ein Hafertrunk mit grünem, japanischem Matcha-Tee. Fragt sich, ob der mögliche Zuwachs an Matcha-Latte-Mamis und Bananenbrot-Aposteln namens Charly, Marc, Hanna und Laura den Verlust von Kunden ausgleichen kann, denen das zeitgeistige Gedöns und die „grüne Transformation“ mindestens genauso auf die Nerven geht wie auf dem falschen Gleis einfahrende Züge mit vertauschten Zugnummern, eingefrorene Weichen oder abhanden gekommene Lokführer.

Veganer Zug? Und der kommt tatsächlich?
Wer von den Liefranten ist denn da wieder mit dem Auftraggeber verwandt, verschwägert oder im Vollsuff im Bett gelandet??? (Satire!)
„Die “Macher*innen„ von Glowkitchen hören auf die Namen Charly, Marc, Hanna und Laura und setzen für ihre “saftigen Banana-Breads„ auf “hochwertige Bio-Zutaten, vegane Rezepturen und eine Extraportion Frucht„, während ein gewisser Manuel Siskowksi von Verrano in einem Interview den “echt spannend heißen„ Bahn-Bagel mit Krautsalat, Dressing und Adelholzener Bio-Zitronenlimonade anpreist.“ --- Sind das die, die auch genderliquide Pornos mit Pariser verticken?
Muss man den Schnaps halt selbst mitbringen. So mache ich das immer. Dann sieht der Veganismus in der DB auch nicht mehr so bierernst aus.
Ist Veganuary wirklich ein Kompositum? Ich meine: Nein. Es fehlen das Grund- und das Bestimmungswort. Vielmehr handelt es sich um ein Koffer- (Portmanteau) oder auch Schachtelwort aus vegan und Januar, das, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, auch noch denglisch verballhornt wurde.
„Beim “Klimaschutz„ ist man ja schon auf einem guten Weg …“ Ich bin auch zuversichtlich, dass die mehr stehenden als rollenden, woken Gemüsehändler es schaffen, dass bis 2030 kein Zug mehr fährt. Netto Null erreicht, alles Banane?
Mein Tipp an Frau Palla: sofortiges Einstellen jeglichen Zugbetriebs könnte in maximaler Einsparung der Betriebskosten resultieren. Auch die lästigen Diskussionen mit Kunden um Pünktlichkeit, Sauberkeit und Sicherheit der Bahnnutzung wären damit vom Tisch. Anschliessend volle Konzentration auf woke Themen zur „Gendergerechtigkeit“, Veganismus, Klimakatastrophe und Antirassismus. Finanzierung über Anmeldung als NGO. Deutsche Bahn – wir fahren bei keinem Wetter.