Coca-Cola ist kein Getränk, sondern ein Geschmack: Gewissermaßen der sechste Grundgeschmack neben süß, sauer, salzig, bitter und umami.
Wie Cola schmeckt, lässt sich schwer sagen, so spezifisch ist dieses Aroma, das ein amerikanischer Apotheker Ende des 19. Jahrhunderts erfunden hat und das in Form eines Erfrischungsgetränks dank stilprägenden Marketings die Welt eroberte und noch heute Inbegriff des Lebensgefühls US-amerikanischer Prägung ist.
Auch in Deutschland steht Coca-Cola oder ein Cola-haltiges Mischgetränk an der Spitze der Beliebtheitsskala bei Erfrischungsgetränken mit Ausnahme von Thüringen, wo die DDR-Marke Vita-Cola ihren Platz als Marktführer im Cola-Segment behauptet. Wasser auf die Mühlen der Antifa, der sicher nicht entgangen ist, dass die Farbe von Cola ins bräunliche changiert.
Dass auch US-Präsident Donald Trump ein Cola-Fan ist, kann nicht verwundern. Es soll sogar auf seinem Schreibtisch im Oval Office einen verborgenen Knopf geben, mit dem er seine geliebte Diet Coke ordern kann, wann immer es ihm beliebt. Dass er jüngst öffentlich anregte, der Cola-Konzern möge fürderhin statt heimischen Maissirups (auch) importieren Rohrzucker als Süßungsmittel verwenden, weil es „einfach besser“ sei, passt ins Bild eines Präsidenten, der mehr Unternehmer ist als Politiker. Der Konzern tat, wie ihm befohlen und gelobte, noch dieses Jahr eine Rohrzucker-Variante auf den Markt zu bringen.
Für die Süddeutsche war Trumps Causa Cola wieder einmal Anlass für einen bemüht witzigen, aber im Kern missgelaunten Artikel, in dem der Autor einen inneramerikanischen „Zuckerkrieg“ zwischen den nun angeblich düpierten Maisbauern und dem Coca-Cola-Konzern prophezeite, den „Dealmaker“ Trump mit großer Geste schlichten könne. Ach ja, man wünschte den Kollegen zuweilen mehr Gelassenheit und Humor im Umgang mit dem zuweilen etwas erratisch agierenden US-Regierungschef. Wobei unser Fritze in Sachen Unberechenbarkeit und Unwissenheit auch nicht von schlechten Eltern ist. Er ist nur nicht so lustig wie Trump.
Die Chinesen sollen gerne mit Cola kochen
Mir ist es egal, was in Coca-Cola enthalten ist außer Wasser, Phosporsäure und Aromen, weil ich die Brause nicht trinke. War mir immer schon viel zu pappig-süß. In meiner Jugend mochte ich die Cola-Fläschchen aus Fruchtgummi ganz gern. Auch Cuba Libre, einen Cocktail aus Rum, Cola und Limettensaft, genehmigte ich mir manchmal ganz gerne. Wie man Coca-Cola pur zum Essen trinken kann, ist mir allerdings unerfindlich, weil der Geschmack alles totschlägt, was ihm zu nahe kommt.
Mit Ausnahme vielleicht von Gerichten, in denen Cola selbst als Zutat enthalten ist. Vor allem die Chinesen sollen gerne mit Cola kochen, auch wenn das Getränk strenggenommen bis heute vom Klassenfeind stammt. Eines der bekanntesten chinesischen Rezepte mit Cola, beliebt vor allem im westlich ausgerichteten Hongkong, heißt Cola Chicken. Dafür bereitet man aus Coca-Cola und Würzsausen wie Chili-, Worchestershire- oder Sojasauce, Knoblauchpulver und schwarzem Pfeffer eine dickliche Tunke, in die man die zuvor in Mehl gewälzten und goldbraun frittierte Hähnchenflügel legt. Beim Kochen soll sich der aufdringliche Cola-Geschmack teilweise verflüchtigen. Die dominate Süße allerdings nicht.
Im Internet fand ich noch ein anderes Rezept: Cola-Eier. Der chinesische Koch röstet dafür hartgekochte Eier in einer Pfanne an und lässt sie in einer Mischung aus Sojasauce, Coca-Cola und Ketchup schmoren, bis sie eine rote Farbe angenommen haben. Zum Schluss streut er noch klein geschnittene Lauchzwiebeln und geröstete Sesamsamen darüber. Die Brause soll die traditionelle chinesischen Kochmethode des „Rot-Kochens“ ersetzen, die auf der nicht ganz unkomplizierten Zubereitung einer Karamells beruht. Das spare Zeit und sei sicherer in der Zubereitung. Und seine Cola-Eier schmeckten wirklich nicht nach Cola, versichert der Koch.
Ganz überzeugen kann mich das Rezept nicht, doch ich lerne gerne dazu. Vielleicht hat der eine oder andere Leser meiner Kolumne ja schon einmal mit Cola experimentiert. Die besten Cola-Rezept werde ich an dieser Stelle der geneigten Öffentlichkeit zur Kenntnis geben.
Georg Etscheit schreibt auch für www.aufgegessen.info, den von ihm mit gegründeten gastrosophischen Blog für freien Genuss.
Beitragsbild: Library of Congress

„Coca-Cola ist kein Getränk, sondern ein Geschmack“. Da mögen Sie recht haben. Leider berührt das mich und wahrscheinlich ein ganze Gegend überhaupt nicht. Im Gegenteil, mich stößt Coca-Cola ab. Das liegt daran, wir hier im Osten hatten Vita-Kola, sie soll es auch noch geben im original Geschmack, und dieser Geschmack war wirklich mal besser war als diese Ami-Plärre. Es gab nämlich mal diese Coca in der DDR, blaß im aussehen, schwach in Geschmack, eben Scheiße.
Einen Aspekt haben Sie nicht erwähnt: den gesundheitlichen. Tatsächlich wird Cola von manchen Ärzten bei Magen-Darm-Beschwerden empfohlen. Warum, weiß ich leider nicht. Aber das Rezept wurde ja von einem Apotheker erfunden….
Cola mit Rohrzucker gab es ja schon vorher in den USA, aber die wurde in kleinen Flaschen und als teure Spezialität aus México importiert. Vermutlich will Trump bloss die Immigration der braunen Brause unterbinden.
Manche verwenden Cola als Rostlöser, dank der darin enthaltenen Phosphorsäure soll das ganz gut funktionieren.
Es gibt auch Colas ohne Phosphorsäure, ohne Zucker, mit natürlichen Zuckeralternativen, leider ist da etwas Recherche notwendig..
hi, umami ist nur deshalb ein Geschmack, weil die Ideen weißer Männer ohne Beimischung (zur Not auch gelb, wenn Schwärze nicht zur Hand) die Meute der Rassismus-Kläffer wecken könnten.
Am Rande: der Geschmack von Coca Cola kann zwischen unterschiedlichen Regionen (z.B. Nordamerika und Westeuropa) deutlich differieren – dies ist marketingtechnisch durchaus so bewusst und gewollt. Es gibt deshalb – selbst mit Fokus auf besagte Marke – „den“ Cola-Geschmack gar nicht.
Eine Anmerkung zum „ungekochten“ Cola: ich hatte lange einen beidseits „angefressenen“ Schneidezahn oben, der mit 2 Plomben jahrelang seinen Dienst verrichtet hatte. Dann trank ich vor einigen Jahren längere Zeit regelmäßig Cola, die Billigvariante von Lidl. Eines Tages, beim Biss in einen Schokoriegel aus dem Kühlschrank machte es einen Knacks, und der Zahn war abgebrochen. Ich bin überzeugt, die aufgenommene Phosphorsäure hatte meinen Zahn entkalzifiziert, da sie bei der Verdauung Calcium verbraucht. Ist also mit Vorsicht zu genießen, falls in großen Mengen konsumiert, denn auch Knochen können osteoporotisch werden bei zu viel Cola. Googles KI sagt dazu: Cola kann sich negativ auf die Knochengesundheit auswirken, insbesondere bei übermäßigem Konsum. Dies liegt hauptsächlich an den enthaltenen Phosphaten und dem Zucker. Phosphate können die Calciumaufnahme stören und den Knochenabbau fördern, während Zucker den Calciumstoffwechsel negativ beeinflussen kann. Zum Glück trinkt Trump zuckerfrei, der alte Knochen! Die Rezepte mit Cola im Netz beschränken sich meist auf Fleischzubereitung (wo Cola das Fleisch mürbe macht) oder Grillsaucce mit Cola, eine Tante auf Youtube (Schnell Lecker Kochen) backt „Brot“ mit Cola, das sich dann als Hefezopf entpuppt, wenn man die nervigen Werbeunterbrechungen überstanden hat. Aber insgesamt keine kulinarischen Großtaten, eher als Gag zu verstehen, denke ich. Der Rest sind Mix-Getränke mit Cola, ich erinnere mich früher Cola mit Rotwein getrunken zu haben, was „Korea“ hieß, dazu stößt man dann im Netz auf „Rioja Libre“ oder „Cuba Libre Del Pobre“ also als „Cuba Libre für Arme“. 1972 tauchte im baskischen Getxo erstmals der Begriff Kalimotxo auf, woraus sich bis in die Achtziger in Spanien das Wort Calimocho entwickelte, was von deutschen Dumpfbacken zu „Kalte Muschi“ verballhornt wird. Dazu passend heute im „Fernsehgarten“ wieder ein Tiefpunkt der ÖRR-Niederhaltung: Mallorca Größen grölen Flachsinn: Endlich wieder Mallorca-Party!